Zu viel Last und Verantwortung? So findest du wieder zur Leichtigkeit

Wenn die Leichtigkeit im Leben fehlt

Hast du auch manchmal das Gefühl, dass du dich um alles alleine kümmern musst? Zuhause, im Familienleben, in der Partnerschaft oder im Job? Während du die Verantwortung für so vieles trägst, lehnen sich andere entspannt zurück und verlassen sich auf dich. Dank bekommst du dafür selten.

Im Gegenteil, oftmals sagt man zu dir: „Stress doch nicht so rum“ oder „entspann dich mal.“ Genau das würdest du auch gerne tun, aber dabei stellt sich dir die Frage: „Wer kümmert sich dann um ALLES?“

Findest du dich in diesen Zeilen wieder, so bist du vermutlich der klassische Maulwurf. Was es damit auf sich hat und wie du es schaffst durch das Grillenprinzip mehr Leichtigkeit in dein Leben zu integrieren, das verrate ich im Anschluss.

Voller Lockerheit und Leichtigkeit

Womöglich aber verstehst du das obig beschriebene Maulwurfverhalten überhaupt nicht. Du kennst diese Menschen, die stetig nach Perfektion streben, ihre Mitmenschen kontrollieren und bereits drei Tage bevor die letzte Toilettenpapierrolle sich dem Ende zuneigt, gestresst zum nächsten Supermarkt sprinten zwar, aber verstehen kannst du sie nicht. Schließlich gibt es soviel Wichtigeres im Leben als Haushaltspläne, To-Do-Listen und Ausflugsplanung. Außerdem kommt es ja eh immer anders als man denkt, wieso also solltest du dich schon im Vorfeld stressen.

Erkennst du dich eher im zweiten Absatz wieder? Dann bist du vermutlich eine klassische Grille. An Leichtigkeit fehlt es dir im Leben nicht. Wieso du dennoch vom Maulwurf lernen kannst, verrate ich gleich im Anschluss. Vorerst aber, habe ich eine interessante Kurzgeschichte mitgebracht.

Die Grille und der Maulwurf

Es war einmal eine Grille, die liebend gerne auf ihrer Geige fiedelte. Den ganzen Sommer lang tat sie nichts anderes. Alle anderen Tiere, wie der Hirschkäfer, die Hummel und die Maus nutzten den Sommer dazu um Vorräte zu sammeln. Am härtesten von allen Tieren arbeitete der Maulwurf. Er sammelte in seinem Bau so viele Vorräte für den Winter, dass er eine ganze Tierfamilie damit ernähren hätte können. Bloß die Grille kümmerte sich um nichts. Dafür, das war offensichtlich, genoss sie den Sommer von allen Tieren am meisten. Sie lebte in den Tag hinein, fiedelte und tanzte sowie es ihr gefiel.

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Dann aber kam der Winter. Es wurde kalt und die Natur bot keine frischen Früchte mehr, mit denen die Grille ihren Hunger stillen konnte. Fröstelnd wanderte die Grille nun von Haustür zu Haustür und bat um Obdach. Aber weder der Hirschkäfer noch die Maus wollten die Grille aufnehmen. „Du bist doch selbst schuld. Während wir im Sommer gearbeitet haben, hast du nur gefiedelt,“ sagte die Maus.

Schließlich klopfte die Grille beim Maulwurf an. Diesmal hatte sie Glück, der Maulwurf ließ die Grille in seinem Bau. Er bot ihr seine Vorräte an, kochte für sie und machte ihr dabei keinen einzigen Vorwurf. Seither sind die Grille und der Maulwurf beste Freunde. Der Maulwurf lernt von der Grille, wie man sich weniger Sorgen macht und öfter mal fiedelt und tanzt anstatt zu arbeiten und die Grille lernt vom Maulwurf, wie man Verantwortung übernimmt und vorausplant.

Balance zwischen Leichtigkeit und Verantwortung

Als ich neulich gemütlich mit meinen Freundinnen zusammen saß, stießen wir auf die Fabel von der Grille und dem Maulwurf. „Ich bin überall der Maulwurf – zuhause und im Job. Das ist so anstrengend, ich wär auch einmal gerne die Grille,“ jammerte die eine.

„Ja, aber Maulwürfe können auch ganz schön anstrengend sein. Dieser ständige Perfektionismus und Tatendrang kann einem ziemlich auf die Nerven gehen. Ganz abgesehen vom schlechten Gewissen, das man dabei bekommt,“ sagte die andere.

In unserem Gespräch stellte sich heraus, dass die Grille nicht Grille sein könnte, wenn sich nicht in ihrem Umfeld auch ein Maulwurf befinden würde. Umgekehrt gilt dasselbe.

Es braucht die Grille und den Maulwurf

Jedes Team (Familie, Partnerschaft, Kollegenschaft, Freundschaft) braucht einen Maulwurf und eine Grille. Immer die Grille zu sein, macht auf Dauer auch nicht glücklich. Ein schlechtes Gewissen und das Gefühl überflüssig zu sein, sind die Folgen von chronischem Grillenverhalten. Immer nur der Maulwurf zu sein, ist extrem anstrengend, Dauerstress und das Gefühl der Überlastung sind mögliche Auswirkungen.

Die Lösung: Eigne dir die richtige Mischung aus Maulwurf und Grille an. Wie du das schaffst?

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1. Analyse: Genug Leichtigkeit in deinem Leben?

  1. Überlege in welchen Lebensbereichen du Grille und in welchen du Maulwurf bist. (Job, Haushalt, Familie, Partnerschaft, Freundschaft etc.)
  2. Verteile nun 100% auf deine Grillen- und Maulwurfrollen.

2. Ergebnisse: Mehr Maulwurf oder mehr Grille?

2.1. Grille: Setz dir ein Maulwurfziel!

Bist du mehrheitlich die Grille, so wähle einen oder zwei Lebensbereiche aus, in denen du ab sofort öfter der verantwortungsvolle Maulwurf sein möchtest. Nimm dir einen klassischen Maulwurf zum Vorbild und notiere alle Eigenschaften und Fähigkeiten, die dir an ihm auffallen. Auch in dir stecken diese Fähigkeiten. Vermutlich hattest du bisher nicht genug Raum diese zu leben. Nimm‘ dir diesen Raum! Am besten setzt du dir gleich im Anschluss dein erstes Maulwurfziel.

2.2. Maulwurf: Mehr Leichtigkeit durch das Grillenprinzip

Bist du öfter der Maulwurf, so solltest du lernen einmal mehr loszulassen, die Verantwortung auch einmal an andere zu übergeben und darauf zu vertrauen, dass trotzdem alles gut wird. Das schaffst du mit den drei Schritten des Grillenprinzips.

  • Mehr Gelassenheit: Hier findest du 7 unschlagbare Gedanken dazu.
  • Die Grille liebt es auf ihrer Geige zu fiedeln. Wenn sie fiedelt, vergisst sie alles um sich herum – Sorgen und Verantwortung. Bei welchen Tätigkeiten ergeht es dir so? Notiere mindestens drei. Zum Beispiel: Lesen, segeln, wandern, plaudern mit Freunden, dichten, malen, tanzen, laufen, singen, meditieren etc. Nimm dir mindestens einmal pro Woche Zeit für eine dieser Tätigkeiten und stell‘ dir dabei vor, wie du dein Maulwurfkostüm ausziehst und in den Schrank hängst.
  • Bitte deinen Maulwurf-Partner/Kollegen/Freund darum dir auch einmal das Grillesein zu zugestehen. Am besten erzählst du ihm dazu die Geschichte von Grille und Maulwurf. Immer dann, wenn dir alles zuviel wird, bittest du um eine Grillenauszeit.

Ich wünsche dir die richtige Balance zwischen Verantwortung und Leichtigkeit in deinem Leben, deine Melanie

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10 Kommentare

  1. Liebe Melanie!

    Diese Geschichte kam genau zum richtigen Zeitpunkt!

    Ich bin sooo ein Maulwurf, dass mir wieder die Grille im Ohr singt (Tinnitus). Ich lass sie jetzt mal raus, vielleicht vergräbt sich dann mein Ohrgeräusch.

    Danke für den tollen Artikel!
    Karin

    • Liebe Karin!
      Danke für dein Feedback. Ich hoffe der Impuls hilft dir auf dem Weg zur Grille. Mögest du dann anstatt des Tinnitus nur noch lebensfrohe Klänge vernehmen. Das wünsche ich dir von Herzen.
      Lieben Gruß Melanie

  2. schöne Anregung – danke für den Artikel – spiegelt meine Situation – MAULWURF – gut wider…. also dann auf ins Grillenleben…

    • Liebe Vroni!
      Ja, auf ins Grillenleben! Das klingt nach einem Plan. Und der Sommer kommt ja auch – genau die richtige Jahreszeit um die Grille einmal wieder richtig fiedeln zu lassen 🙂 Auch ich nehme mir deinen Anstoß zu Herzen, danke!
      Alles Liebe, Melanie

  3. Woooow so eine tolle Geschichte !!!!!
    Danke Dir ….

  4. „Ich wähle immer eine faule Person, um einen harten Job zu machen. Denn eine faule Person findet einen einfachen Weg, es zu tun.“ -Bill Gates 😉

  5. Liebe Melanie! Das ist echt ein sehr guter Beitrag – ich tendiere auch zum Maulwurf-Dasein – etwas mehr Grille würde mir gut tun! Ich glaube man muß das ritualisieren, wie du eh schilderst, sonst ist man immer in denselben Mustern (die so tief verankert sind)! LG Romana

    • Liebe Romana!
      Danke für dein Kommentar. Ja genau, die Übung macht Gewohnheiten. Anfangs ist es wohl für jeden Maulwurf schwer auf das Grillenverhalten zu switchen. Ich kann aber aus eigener Erfahrung sagen, dass ich es zumindest privat vom Megamaulwurf zur Grille geschafft habe. Und das tut richtig gut 🙂
      Liebe Grüße Melanie

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