Eigenlob stinkt nicht!

Wie du durch Lob Herzen eroberst & dich selbst glücklich machst

Vor einigen Tagen machte ich eine spannende Online-Bekanntschaft, die mir einmal mehr bewusst machte, welch wunderbares Werkzeug Lob und Anerkennung sind, wenn es um das menschliche Wohlbefinden geht.

Ich hatte gerade einen Honigperlen-Beitrag auf meiner Chronik gepostet als plötzlich eine fremde Person ein Statement unter meinem Post hinterließ. „Dein Beitrag gefällt mir gar nicht. Die Methode von Katie Byron funktioniert in Wahrheit ganz anders. Du solltest dich schämen,“ schrieb die aufgebrachte Frau.

Entrüstet wollte ich via persönlicher Nachricht sofort zum Gegenangriff ausholen. Dann aber besann ich mich eines Besseren und schrieb Folgendes: „Ich danke dir, dass du mich an deiner Ansicht teilhaben lässt. Ich habe mir deine persönliche Seite angesehen und festgestellt, dass du jede Menge Know-How hast. Bestimmt erfreuen sich viele Menschen an deinen wertvollen Inputs. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und Freude.“

Wenige Minuten später antwortete die Fremde. Sie entschuldigte sich nicht nur, sondern erklärte mir auch respektvoll, welche persönlichen Themen sie zu ihrem Kommentar-Fehltritt bewegt hatten.

Warum Lob so gut tut!

Lob und Anerkennung sind für uns Menschen überlebenswichtig. Ein Kompliment oder Worte des Lobes werden von unserem Unterbewusstsein, wie folgt übersetzt:

Bild von Silke Bernhardt (Model: Katharina)

 

  • Ich sehe dich
  • Ich achte dich
  • Du bist wichtig (für mich/andere)
  • Ich interessiere mich für dich
  • Ich mag dich
  • Ich schätze dich

Und diese Sätze sind wahre Geschenke für unsere Seele. Kein Wunder also, dass unser Gemüt darauf positiv reagiert.

Lob und Anerkennung machen glücklich

Aber nicht nur bei Streitigkeiten ist Lob ein wahres Wundermittel. Auch im Berufsleben, bei Freundschaften und in der Partnerschaft ist die Magie der Anerkennung ein gern gesehenes Werkzeug, das nicht nur andere, sondern auch uns selbst glücklich macht.

Sind ehrliche Worte des Lobes  erst einmal ausgesprochen, so wechselt auch unser Gegenüber sehr rasch seine Perspektive. War er vielleicht eben noch gestresst oder unaufmerksam, so reißen ihn unsere lobenden Worte sofort aus der Litargie der Unachtsamkeit. Der Gelobte sieht uns plötzlich wieder mit den Augen der Liebe an. Und genau das spiegelt sich dann auch in seinem Verhalten uns gegenüber wider. Gegenseitiges Wohlgesonnen und Harmonie sind das Resultat daraus.

Lob muss ehrlich und individuell sein, sonst wirkt es nicht!

Wenn du deiner Freundin bei jedem Treffen ein Komplimente für ihr tolles Outfit machst, freut sie sich die ersten Male bestimmt darüber. Machst du das aber zu oft, so nimmt der Effekt ab. Menschen spüren, wann Komplimente und Lob aufrichtig und ernst gemeint sind und wann nicht. Merkmale für ehrliches Lob sind:

  • Individuelle, auf den Lobempfänger angepasste Worte, verstärkt durch eine persönliche Ansprache.
  • Das Lob bezieht sich auf eine Sache, die dem Lobempfänger etwas bedeutet.
  • Schriftliches Lob zeugt davon, dass der Lobgeber es besonders ernst meint und sich für das Lobgeschenk Zeit genommen hat.

Eigenlob stinkt nicht!

Lobgeschenke darf man nicht nur seinen Mitmenschen, sondern auch sich selbst zukommen lassen. Ein altes Sprichwort meint zwar „Eigenlob stinkt“, aber diese Theorie ist längst überholt. Jeder reflektierte Mensch weiß, dass er seine Bedürfnisse idealerweise selbst stillen sollte, anstatt das durch das Außen, sprich seine Mitmenschen, einzufordern. Wieso also nicht auch beim Loben dieser bewährten Methode treu bleiben?

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Probier es einfach aus und wirf alte hinderliche Glaubenssätze, die dir womöglich bisher weismachen wollten, dass du dich nicht selbst wertschätzen darfst, einfach über Board. Wie das funktionieren soll? Ein 7 Tages-Training mit einem täglichen Zeitaufwand von wenigen Minuten macht es möglich.

Lob-Training

Beim Lob-Programm beginnen wir mit dem Fremdlob. Dieses wurde uns niemals verboten und ist daher für den Einstieg in die Lob-Welt ideal geeignet. Natürlich muss auch hierbei der eine oder andere seine Grenzen überwinden. Aber ist das erstmals geschafft, wird die Magie der Anerkennung sofort spürbar und man wird regelrecht süchtig nach dem heilsamen Lob-Effekt.

Tag 1: Beschreite deinen heutigen Tag besonders achtsam. Halte Ausschau nach mindestens einer Person, der du heute ein ehrlich gemeintes Kompliment machen möchtest.

Tag 2: Lobe alle Menschen, die in deinem Haushalt wohnen. Bevor du morgens das Haus verlässt, schreibst du für jeden ein Post-it und klebst es an einem Platz, an dem er/sie es abends bestimmt findet. (Du lebst alleine? Dann schreib Freunden eine Whats-App!)

Tag 3: Heute beginnst du mit dem Eigenlob. Morgens nach dem Aufstehen und abends vor dem Einschlafen, schenkst du dir für mindestens eine Sache gedankliche Anerkennung.

Tag 4: Lobe deine Eltern. Überlege dir wofür sie Lob verdient haben und sage ihnen beim nächsten Treffen, was du an ihnen schätzt oder bewunderst. Oder du schreibst ihnen einen Brief.

Tag 5: Wie viele Post-it`s bzw. Lobworte hast du an deine Lieben verschenkt? Die selbe Anzahl an Lobworte lässt du heute auch dir selbst zukommen.

Tag 6: Heute verteilst du Lob auf der Straße, im Supermarkt oder im Cafe. Achte auf deine Mitmenschen und wenn dir etwas positives auffällt, so traue dich und sprich es der fremden Person gegenüber aus.

Tag 7: Du bist wieder dran! Notiere alle Dinge, die du in den letzten Tagen getan hast und für welche du dich loben möchtest.

Ein Lob auf DICH & MICH – Herzliche Grüße deine Melanie

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10 Kommentare

    • Liebe Sigrid!
      Einen Versuch ist es wert – du sagst es! Du kannst dir ja zwei oder drei der Übungen raussuchen, die für dich machbar sind. Bestimmt fällt dir das Loben dann schon bald immer leichter.
      lieben Gruß Melanie

  1. Was für ein spannender Post und Deine Eigenlob-Idee gefällt mir auch sehr gut! Am besten gefällt mir der Tipp, dass Lob individuell sein muss, damit es angenommen werden kann. Wer „richtig“ lobt, nimmt sich auch Zeit für einen Menschen und das ist in meinen Augen das eigentliche Kompliment.
    Vielen Dank und ich freue mich schon auf deinen nächsten Beitrag!

    • Liebe Christine!
      Das hast du wunderschön erläutert. Die Zeit, die Mühe und die Gedanken, die man sich macht, wenn man jemanden ehrliche Wertschätzung schenkt, kommt beim Gegenüber auch an.
      Herzliche Grüße Melanie

  2. Ich mach das schon so ähnlich seit vielen Jahren. Der Frau an der Kassa sagen, was für tolle Fingernägel sie hat zum Beispiel… Meinem Sohn einfach mal so sagen, dass er ein toller Bub ist.
    Mich selbst lobe ich erst regelmäßig seit Anfang des Jahres. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich zu mir selbst sage „Oh bin ich blöd!“. Dann körrigiere ich mich und sage gleich hinterher“ Bei, bin ich nicht. Nur etwas verteilt, weil ich so viel um die Ohren habe. Toll, wie ich das alles gemanagt krieg!“
    Ein ehrliches Lob nimmt vielem die Spitze. Wer gelobt wird, wird friedlicher. Ich konnte schon manch einen Aufgeregten „runter holen“, indem ich Verständnis zeigte und ihn lobte. Das macht mich in meinem Job sehr beliebt. Und auch Kritik verpacken ich so, dass jeder Kritisierte sein Gesicht wahren kann.

    • Liebe Jeanine!
      Danke für deine tollen Praxistipps. Tatsächlich ist der innere Kritiker schon so geübt, dass wir ihn manchmal gar nicht bemerken. Bewusstes Eigenlob hier und da ist wohl die beste Lösung hierfür.
      Auch dein Kritikansatz gefällt mir sehr gut. Ich handle diesbezüglich sehr ähnlich.
      Herzlichen Gruß

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