Wie du belastende Gedanken loslässt!

Diese 3 Gedanken machen uns das Leben schwer

Als ich vor einigen Wochen meine Freundin Marietta traf, stieß ich auf drei Gedanken, die vielen von uns das Leben schwer machen. Bevor ich erzähle, warum ich glaube, dass diese auch für dich interessant sind, möchte ich von Mariettas aktueller Situation berichten.

Mariettas Gedanken

Marietta und ich hatten es uns gerade in einem kleinem Cafe gemütlich gemacht, da begann sie auch schon zu erzählen: Zum einem sprach sie über ihre Schwester, die sich aufopfernd um ihre pflegebedürftige Großmutter kümmert, während sie selbst 500 Kilometer entfernt lebt. Obwohl die äußeren Begebenheiten ihr keine andere Wahl lassen, hat sie Gewissensbisse.

Zum anderen sorgt sie sich um ihrem Job. Sie fürchtet sich vor Umstrukturierungen, die möglicherweise mit neuen Aufgaben und einem strengen, leistungsorientierten Vorgesetzten, verbunden sind.

Und dann sind da noch die Gedanken an die Vergangenheit, die ihr auch keine Ruhe lassen. Noch immer trauert sie ihrem Exfreund, von dem sie sich vor drei Jahren getrennt hat, nach. „Hätte ich doch damals reflektierter gehandelt, wer weiß…,“ sagt sie und die Wehmut ist ihr dabei ins Gesicht geschrieben.

3 Gedanken, die uns belasten

Liebevoll versuchte ich Marietta in ihrem Sein zu bestärken. Nach einiger Zeit hatte sie schließlich wieder ein Lächeln im Gesicht. Was mich trotzdem nicht losließ, waren ihre Sorgen, Gewissensbisse und die Selbstverurteilung. Die darauffolgenden Wochen schärfte ich bei den Gesprächen mit Freunden und Bekannten meine Wahrnehmung. Dabei fielen mir die folgende drei Dinge, die vielen von uns das Leben schwer machen, auf:

  1. Wir leben mit unseren Gedanken in der Vergangenheit und verurteilen uns für das, was damals geschah.
  2. Wir leben mit unseren Gedanken in der Zukunft und schüren Sorgen.
  3. Wir haben anderen gegenüber ein schlechtes Gewissen.

Wieder und wieder kamen mir genau diese Gedankengänge unter. Wenn es jemanden in meiner Umgebung nicht gut ging, dann hing das fast immer mit den drei genannten Ansätzen zusammen. Ich war erstaunt und begann zu recherchieren. Meine Erfahrungen und etwaige Berichte ließen mich bald entdecken, dass es Abhilfe gegen die wiederkehrend negativen Gefährten gibt.

So lässt du belastende Gedanken los

1. Zurück in die Vergangenheit!

Mehr als die Hälfte unserer Gedanken beziehen sich auf die Vergangenheit. Ich finde diese Tatsache erschreckend. Vor allem deshalb, weil wir uns nicht an die schönen Erlebnisse von damals erinnern, sondern viel öfter dazu tendieren uns im Nachhinein selbst zu verurteilen. „Hätte ich damals doch anders gehandelt…, hätte ich mich damals doch anders entschieden…,“ und viele weitere Sätze fördern die Selbstverurteilung.

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Immer dann, wenn ich mich bei solch einem Gedanken ertappte, gehe ich wie folgt vor:

  1. Ich mache mir klar, dass die Vergangenheit vergangen ist und ich sie jetzt nicht mehr ändern kann.
  2. Ich sage mir, dass ich damals mein Bestmögliches getan habe. (Vielleicht würde ich mit meiner heutigen Erfahrung anders handeln. Damals aber hatte ich einfach noch nicht das Wissen von heute.)
  3. Ich nehme drei tiefe Atemzüge und verbinde mich dadurch wieder mit dem Hier und Jetzt. Wenn ich etwas in meinem Leben ändern oder besser machen kann, dann nur in der Gegenwart.
  4. Und wenn ich doch mal an Vergangenes denke, dann an schöne Momente, die mich mit Glück und Zuversicht erfüllt haben.
2. Die Zukunft und die Sorge

Dazu möchte ich euch eine kurze Geschichte aus meinem Leben schildern, die die Dynamik der Zukunftssorgen aufzeigt. Vor einiger Zeit erfuhr ich zufällig von einer Bekannten, dass mein Arzt, der mich seit zwei Jahren erfolgreich therapeutisch begleitet, seine Ordination schließen möchte. Mein Arzt war damals gerade im Urlaub, weswegen ich nicht nachfragen konnte. Ganze zwei Wochen zerbrach ich mir den Kopf darüber, wie es mit mir weitergehen solle. Ich malte mir die schlimmsten Szenarien aus. Ich sah wie meine Schmerzen in der vollen Intension zurückkehrten und spürte die aufkeimende Hoffnungslosigkeit.

Als ich zwei Wochen später wieder einen Termin bei ihm hatte, stellte sich heraus, dass es sich bei der Aussage meiner Bekannten um ein Missverständnis handelte. Er würde seine Ordination natürlich nicht schließen. 14 lange Tage meines Lebens verbrachte ich mit Sorgen, die sich auf ein waages Zukunftsszenario bezogen. Und sogar wenn mein Arzt die Ordination geschlossen hätte, wäre mein negatives Szenario sehr fragwürdig gewesen.

Tatsächlich sorgen wir uns die meiste Zeit um zukünftige Ereignisse, die niemals eintreten.  Dennoch bezieht sich circa ein Viertel unserer täglichen Gedanken darauf. Ich habe seit diesem Erlebnis beschlossen, mir über die Zukunft so wenig Gedanken wie nur möglich zu machen. Immer, wenn ich dennoch bemerke, dass ich abschweife, sag ich mir: „Ich lebe im Jetzt, die Zukunft ist morgen dran.“

3. Gewissensbisse

Natürlich ist es nachvollziehbar, dass wir gegenüber Menschen, die wir lieben ein schlechtes Gewissen haben, wenn wir glauben, dass wir ihre Bedürfnisse nicht erfüllen oder nicht genug Zeit für sie haben. Fakt aber ist:

  1. Das schlechte Gewissen bringt dem anderen nichts. Im Gegenteil vermutlich liebt der andere uns genauso, wie wir ihn. Wenn er spürt, wie wir leiden, leidet auch er selbst.
  2. Wenn wir mit unserem Gewissen hadern, liegt das oftmals daran, dass wir glauben, wir hätten anders handeln können. Überprüfe das rational. Wieso hast du so gehandelt? Vermutlich weil es wirklich gute Gründe dafür gibt oder gab. Zeig dir selbst gegenüber liebevolle Empathie und verstehe, warum du nicht anders handeln konntest oder kannst.
  3. Weil wir Gewissensbisse haben, meiden wir es glücklich zu sein. Auch das hilft dem anderen nicht. Viel besser wäre es, wenn wir uns selbst an erste Stelle setzen würden. Denn geht es uns selbst gut, so können wir uns auch um andere liebevoller kümmern.
  4. Ein schlechtest Gewissen entsteht in unseren Gedanken. Genau dort kann es auch gelöst werden.
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Deine wichtigste Aufgabe ist es, dich selbst glücklich zu machen!

Herzliche Grüße Melanie

10 Kommentare

  1. Herzlichen Dank für Deinen Beitrag. Genau damit beschäftige ich mich auch schon seit längerem. Deine Worte kamen genau zum richtigen Zeitpunkt. Freue mich schon auf Deinen nächsten Beitrag.
    Herzliche Grüße , Nadine

    • Liebe Nadine!
      Es freut mich, dass meine Erfahrungen und diesbezügliche Wahrnehmungen sich mit deinen decken.
      Ganz lieben Dank für dein Kommentar. Herzlichen Gruß Melanie

  2. Liebe Melanie, deine Beiträge bereichern mich immer wieder. Doch diesmal hast du bei mir voll ins Schwarze getroffen und deine Hilfe kommt genau zur rechten Zeit.
    Genau diese Gedanken quälen mich seit längerem.
    Vielen lieben Dank für deine Lebenshilfe,
    liebe Grüsse
    Christiane

    • Liebe Christiane!
      Du könntest mir kein schönes Kompliment machen als dieses. Nichts erfüllt mich mehr als die Themen, die uns alle immer wieder rühren auch zu treffen. Herzlichen Dank und alles Liebe für dich
      deine Melanie

  3. Mit der Vergangenheit mache ich es so:
    ….ab u.zu holt sie mich ein, dann klappe ich mein Lebensalbum auf u. schau rein. Jedes Mal, wenn es geschieht, betrachte ich sie anders u. versteh sie mehr. Auch wenn immer mal ein gewisser „Punkt“ kommt, wo ichs gern gehabt hätte, eine andere Wahl getroffen zu haben, die die Umstände aber nicht zuließen. Wahrnehmen, Anschauen, auch die entstandenen „Überlebensmuster“ u. dann wieder Zurücklassen. Lebensalbum zuklappen. Vergangenheit ist Vergangenheit. Sie hat mich geprägt u. geformt, auch wenn nicht alles davon schön war. Das macht mich aber aus mit all meinen Erfahrungen. Sie ist ein Stückchen meiner gelebten Geschichte.
    Gerade auch mal wieder bei mir ganz „nah“….
    Wirklich ein zentrales Thema, auch wenn das “ Nach-vorne-Schauen“ viel wichtiger ist…..

    • Liebe Christina!
      Danke für deine inspirierenden Worte. Einfach zuklappen und nach Vorne schauen. Ja genau so sollten wir es machen auch wenn es nicht immer ganz einfach ist. Und wichtig ist auch, dass wir unser vergangenes Selbst liebevoll verstehen und annehmen lernen.
      Danke dir – herzlichen Gruß

  4. Liebe Melanie

    Deine Bilder und Gedanken sprechen mich sehr an. Vielen Dank was Du zur Sprache bringst. Du verkörperst für mich eine Frau mit viel natürlicher Schönheit und Herz.

    Herzlichen Dank für alles!
    Regina

    • Liebe Regina!
      Ich danke dir von Herzen für dieses wunderschöne Kompliment.
      Alles Liebe für dich, Melanie

  5. Liebe Melanie, es ist mir ein Bedürfnis mich bei Dir für Deine ermutigenden Beiträge zu bedanken. Du sprichst mir immer aus der Seele. Wünsche Dir noch ein schönes Wochenende. Hubert aus Münchberg (Oberfranken/Bayern) 77 Jahre jung!

    • Lieber Hubert!
      Ich habe so eine Art kleines Online-Büchlein, wo ich besondere Kommentare und Nachrichten aufbewahre damit ich immer wenn ich mich daran erinnere, lächeln muss. Dort werde ich auch dein Kommentar speichern.
      Danke herzlich für dein Feedback 🙂 Und sehr sehr gerne.

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