Wenn dein Leben ein Film wäre – Innere Bilder

Die Kraft der Bilder

Blauer Himmel. Endlose Weite. Brechende Wellen, die den Strand empor rollen. Purer Sonnenschein. Und ein weißes Städtchen am Horizont.

Um die obigen Worte zu lesen und gedanklich zu verarbeiten, benötigst du einige Sekunden. Für die Entstehung eines Gefühls sogar noch länger. Würde es sich hierbei um Bilder handeln, so bräuchtest du dazu nur etwa zwei bis drei Sekunden. Wieso aber sollte dich das interessieren? Weil die Macht der Bilder dich dabei unterstützen kann, deine Zukunft aktiv und positiv zu gestalten. Dazu gleich eine kleine Geschichte aus meinem Nähkästchen.

Innere Bilder – Erfahrungsbericht

Als ich 2015 von meiner Schmerzkrankheit erfasst wurde, schien mein Leben in Freude und Freiheit dahin zu sein. Zu dieser Zeit litt ich unter massiver Hoffnungslosigkeit gepaart mit gewaltigen Depressionen. Die Vorstellung jemals wieder ein „normales“ Leben führen zu können, schien aussichtslos.

Nach einigen Monaten des Dauerschmerzes aber entstand ein winziges Fünkchen Kraft in mir, das ich sofort nutzte. Ich begann mit dem sogenannten Visualisieren. Jeden Tag nach meiner Meditation ließ ich vor meinem inneren Auge Bilder entstehen. Ich sah mich, wie ich gesund, fit und überglücklich meinen liebsten Strand in Spanien entlang lief.

Das Herausfordernde dabei war, dass ich zu diesem Zeitpunkt kaum die Wohnung verlassen konnte, geschweige denn in der Lage gewesen wäre auf Urlaub zu fahren oder gar zu laufen. Dennoch gab ich nicht auf. Tag für Tag ließ ich wieder die Bilder vom Strand und meinen laufenden Füßen entstehen.

Knapp zwei Jahre später wird sich dieser Wunsch nun erfüllen. Das Flugticket zur Wunscherfüllung habe ich bereits gebucht. Und nachdem ich seit ein paar Monaten wieder Ausdauersport betreiben kann, wird dieser unglaubliche Wunsch tatsächlich wahr.

Mentale Technik – das Visualisieren

Das sogenannte Visualisieren ist eine Technik der Mentallehre. Es ermöglicht uns Wünsche und Ziele durch die Erschaffung von Bildern vor dem inneren Auge ins reale Leben zu ziehen. Die Wirksamkeit dieser Methode machen sich bereits viele Menschen zu Nutzen. Aus dem Profisport beispielsweise, ist das Visualisieren nicht mehr wegzudenken. Denk doch mal an ein Skirennen. Die meisten Rennfahrer stehen kurz vor dem Countdown mit geschlossenen Augen in der Box. Was auf den ersten Blick aussieht, wie eine kleine Verschnaufpause, ist professionelles Mentaltraining. Die Rennfahrer visualisieren den bevorstehenden Lauf, sowie die Einfahrt ins Ziel.

Warum funktioniert Visualisieren?

Da unser Unterbewusstsein sehr einfach gestrickt ist, reagiert es auf Bilder wesentlich schneller als auf Worte. Durch das Visualisieren programmieren wir unser Unterbewusstsein. Dadurch erhöhen sich die Erfolgs-Chancen der Wunscherfüllung deutlich.

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Schlussendlich hängen all unsere Handlungen und deren Erfolge davon ab, welche Gedanken, Gefühle und Bilder wir unterbewusst gespeichert haben. Und unser Unterbewusstsein können wir, wie eben erläutert, bewusst mit Bildern unserer idealen Zukunft füttern. Natürlich muss man dazu auch aktiv werden. Wer den ganzen Tag auf der Couch sitzt und visualisiert, aber nie einen Handgriff tut, wird trotz der Kraft der Bilder kaum seinen Wunsch erfüllt bekommen.

Innere Bilder entspannen!

Abgesehen vom praktischen Nutzen der Wunscherfüllung, ist Visualisieren auch entspannend. Nicht umsonst zählen sogenannte Phantasiereisen, bei denen das Erschaffen von inneren Bildern im Vordergrund steht, zu den beliebtesten Entspannungsmethoden. Obwohl noch nicht ausreichend erforscht ist, wie der Entspannungseffekt des Körper durch Visualisieren zustande kommt, zeigen Studien, dass das Visualisieren eine wirksame Methode für Stressabbau ist.

Visualisieren ausprobieren

  • Such dir ein gemütliches, ruhiges Plätzchen. Nimm eine bequeme Position ein und schließe deine Augen.
  • Atme einige Male tief durch. Versuche dich dabei ausschließlich auf deine Atemzüge zu konzentrieren.
  • Wenn du dich entspannt fühlst, beginnst du mit der bildlichen Vorstellung. Fokussiere dich dabei vorerst auf einen einzigen Wunsch.
  • Stell dir vor, wie dieser in Erfüllung geht. Blicke in deiner Vorstellung um dich und nimm alles wahr, was geschieht. Was siehst du? Und was noch?
  • Beobachte dich auch aus der Metaebene. Schau dir selbst dabei zu, wie du dich freust und wie stolz du auf dich bist.
  • Beame dich anschließend gedanklich in deinen Körper zurück und nimm diese Freude, diesen Stolz, dieses übermächtig tolle Gefühl von dieser Position aus wahr.
  • Wiederhole diese Schritte ein paar Mal.

Gebrauchsanweisung fürs Visualisieren

Mit einmal Visualisieren ist es leider nicht getan. Um die Bilder tatsächlich in deinem Unterbewusstsein zu verankern, solltest du den Vorgang regelmäßig wiederholen. Wie viel Zeit du dir für deinen Zukunftsfilm vor dem inneren Augen nimmst, weißt du selbst am besten. Deine Emotionen geben Auskunft darüber, wie lange du deine bildliche Vorstellung festhalten solltest. Immer dann, wenn beim Visualisieren Gefühle entstehen, ist die Wirkung nämlich am stärksten. Manche brauchen dafür länger andere weniger lang. Visualisieren ist ein Learnig-Prozess. Je öfter du es anwendest, desto leichter wird es dir fallen.

Ich wünsche dir viel Freude bei der Visualisierung deiner wundervollen Zukunft!

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17 Kommentare

  1. Liebe Melanie, ich lese deinen Blog schon lange und freue mich, dass du nun so weit bist dass du nach Spanien fliegen kannst. Wo dort ist denn dein Traumstrand? Ich suche evtl noch ein Reiseziel für den Spätsommer 🙂
    Lg Mireya

    • Liebe Mireya!
      Jetzt bringst du mich zum Lachenn. Ich musste meinem Partner, der mir den geheimen Ort in Andalusien gezeigt hat, versprechen es keinem weiterzusagen 🙂 Aber ich glaube ich mache eine Ausnahme und schick dir ein Mail 😉
      Herzlichen Dank für dein Feedback.

  2. Hallo Melanie!
    Die Sache mit den Bildern im Kopf ist wirklich toll. Ich habe schon öfter versucht mir etwas Schönes in der Zukunft vorzustellen. Und einige Dinge wurden wirklich wahr. Leider bin ich bei vielen Wünschen ein wenig nachlässig. Ich müsste mir wahrscheinlich angewohnen regelmäßig zu visualisieren.
    Letztes Jahr wünschte ich mir so sehr einen neuen Job. Da habe ich mir immer wieder vorgestellt, wie ich total happy in meine neue Arbeit gehe. Und einige Monate später bekam ich wirklich einen tollen Job den ich sehr mag.
    lg Dani

    • Liebe Daniela!
      Es freut mich, dass du schon positive Erfahrungen mit der Technik Visualisieren gemacht hast. Ein Grund mehr, um auch weiterhin darauf zu setzen. Immerhin hast du dir selbst schon mal bewiesen, dass es klappen kann. Ein wichtiger Punkt – der Glaube macht´s aus – ähnlich wie beim sogenannten Plazebo Effekt.
      Herzlichen Gruß

  3. Christiane Faustini
    Christiane Faustini

    Liebe Melanie !
    Habe gerade die HEUTE gelesen.
    Der Artikel vom Migräne Opfer ist mich gleich angehüpft :):):)
    Es freut mich riesig,dass es Dir so gut geht !
    Ich könnte schon ein Buch schreiben über Migräne und andauernden chronischen Schmerzen…….
    Habe schon sehr viel Geld für verschiedene Heilmethoden ausgegeben !!!!
    Und jetzt lese ich : Christiane Du bist der Boss !!
    Herausfordernd 🙂
    Ich probiere es !
    Denn visualisieren fällt mir eigentlich leicht.
    Werde mich noch heute in Deinem Blog einlesen und freue mich schon darauf !
    Ich wünsche Dir, alles Liebe und bedanke mich herzlich !
    Mlg.Christiane

    • Liebe Christiane!
      Danke erstmal für dein anerkennendes Kommentar. Auch für mich war es ein langer Weg. Und tatsächlich bin ich noch immer auf diesem Weg. Komplett schmerzfrei bin ich noch nicht – aber auch guten Glaubens es wieder zu werden.
      Einfach Dranbleiben – durch bewusste Gedanken kannst du dir selbst Glauben machen, dass es möglich ist den Schmerz einfach aus deinem Leben gehen zu lassen. Entspannung, Spaß und Lachen ist ebenso wichtig. Aber auch die richtige Hilfe. Auch wenn ich selbst viel dazu beigetragen habe, hatte ich wichtige Unterstützer. Ärzte und Therapeuten, die trotz negativer Zeichen daran glaubten mir helfen zu können. Auch diese zu finden war eine große Reise durch die Schul- und Alternativmedizin. Aber sie hat sich gelohnt.
      Gerne stehe ich dir auch für persönliche Fragen via Mail zur Verfügung.
      In der Zwischenzeit alles Liebe!

  4. Oh ja, die Seele denkt in Bildern. Bewusst zu visualisieren hilft Probleme zu überwinden und Lösungen zu generieren, genauso wie das Leben meiner Träume bewusst zu materialisieren. Ich danke dir für diesen wichtigen Beitrag!

  5. Liebe Melanie, ich finde diesen Beitrag wunderbar geschrieben und toll erklärt. So tut sich der ein oder viel leichter, sich mal hinzusetzen und zu meditieren. Ich finde es auch sehr stark, wie du dein Leben meisterst und so positiv eingestellt bleibst. Dieser Urlaub wird für dich bestimmt ein großes Abenteuer…mental und physisch 🙂

    • Liebe Sahara!
      Ich freue mich von dir zu lesen und danke herzlich für die Bestärkung.
      Ja – ein Abenteuer wird das bestimmt – sowie das Leben selbst für mich gerade ein wundervollen Abenteuer ist 🙂
      lieben Gruß Melanie

  6. Hallo liebe Melanie,
    Ich finde deinen Bericht sehr überzeugend. Vielleicht sollte ich das wirklich einmal ausprobieren. Gehört habe ich das schon von einer Freundin aber durch deinen Beitrag weiß ich jetzt, wie ich den Anfang in diese Richtung machen kann. Vielen Dank dafür
    Alles Liebe
    Katrin von Maxiprimus

    • Hallo Katrin!
      Herzlichen Dank für deine Kommentar – ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren

  7. Hallo Melanie,
    sehr schön geschrieben. Ich versuche auch dran zu bleiben meine Happy – Zukunft zu visualisieren. Mal klappt es gut mal weniger.
    Herzlichst Mila

  8. Christine Mattausch
    Christine Mattausch

    Liebe Melanie,
    mit großem Interesse hab ich heute deinen Beitrag in „bewusst gesund“ verfolgt. Ich habe bereits eine über 10jährige Schmerz Karriere mit meinem Rücken und auch schon sehr viel Geld investiert.
    Visualisieren ist super, hast du auch Tipps für diverse Ärzte oder Therapeuten?
    Ich wäre dir sehr dankbar für deine Antwort.
    Lieben Gruß
    Christine

    • Liebe Christine!
      Ja die habe ich… Allerdings und das ist meine feste Überzeugung – gibt es viele Wege zur Linderung oder Heilung. Und deiner ist vermutlich genau so individuell wie meiner.
      Wenn wir uns via Mail ein wenig genauer austauschen, so kann ich dir mit Sicherheit gezielt Namen nennen und auch Vorschläge für Selbsthilfe machen. Du kannst mich jederzeit gerne kontaktieren. ([email protected])
      Herzlichen Gruß

  9. Das ist ein toller Beitrag! 🙂 Ich habe schon einige „Techniken“ für mich entdeckt – Meditation, Yoga, Selbsthypnose und auch Visualisierung habe ich schon ausprobiert, aber letztere nur fremdgeleitet. Dein Beitrag hat mich dazu motiviert, es einfach mal selber zu probieren, und so manche Ziele hoffentich leichter erreichen zu können.

    Danke dafür! 🙂

    • Liebe Edda!
      Ich freu mich ungemein, wenn ich Worte wie deine hier, lese. Schön, dass mein Text dich dazu angeregt hat deine Fähigkeiten noch mehr zu nutzen bzw. zu entdecken.
      Herzlichen Gruß Melanie

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