Aufgeben ist das neue Durchhalten!

Warum aufgeben, dich weiterbringt

Gedankenverloren scrolle ich durch meinen Instagram Feed. Und da sind sie auch schon wieder – die klassischen Sprüche, die mich in letzter Zeit immer öfter zum Nachdenken bringen. Zum Beispiel:

  • Wenn du nicht mehr kannst, ist dein Körper erst bei 40 Prozent. Mach weiter!
  • Aufgeben ist keine Option!
  • Mentale Stärke heißt, kämpfen bis man nicht mehr kann.
  • Wer im Leben gewinnen will, darf niemals aufgeben.

Aufgeben ist immer eine Option!

Obwohl ich weiß, dass Menschen solche Sprüche posten, um andere zu motivieren, frage ich mich plötzlich, ob wir Sinnfluencer und Motivationstrainer nicht genau die umgekehrte Botschaft übermitteln sollten. Kaum ein 40-Jähriger ist heutzutage kerngesund, weil er körperlich und seelisch zu oft über seine Grenzen gegangen ist. Die Burnouts häufen sich, weil viele Menschen verlernt haben, loszulassen oder anders gesagt, aufzugeben. Und die Anzahl der Unglücklichen vermehrt sich, weil immer mehr Menschen ihren ursprünglich eingeschlagenen Weg oder einem Ziel, das schon längst nicht mehr zu ihnen passt, treu bleiben. Aufgeben wäre eine Schande. Durchhalten hingegen wird oft als Qualität gewertet.

Eine Frau demostriert mit den Händen: sie will AufgebenIm heutigen Beitrag möchte ich dieses Thema aufgreifen und bewusst machen, dass aufgeben immer eine Option und oftmals sogar eine Stärke ist. Erfahre wie und warum dich aufgeben weiterbringt und komme dadurch deiner wahren Identität und vielleicht sogar der Erfüllung deiner Herzenswünsche wieder näher.

Aufgeben ist manchmal notwendig

Vor fünf Jahren habe ich begonnen Spanisch zu lernen. Anfangs machte es mir große Freude. Dann aber blieb mir aufgrund meines Jobs, dem vielen Sport, meinem Perfektionismus im Haushalt und diversen Weiterbildungen kaum noch Zeit. Ich wollte nicht aufgeben und so lernte ich dann manchmal bis spät nachts oder während ich auf dem Crosstrainer meine Sporteinheit absolvierte.

Obwohl mein Körper und mein tägliches Stresslevel eindeutig signalisierten, dass sie genug von meiner Disziplin hatten, erlaubte mein Mindset mir nicht, das Handtuch zu werfen. Aufgeben war in meiner damaligen Welt eine absolute Schwäche. Schließlich strebte ich danach, besser, schneller und erfolgreicher zu werden. Und wie das gelingt, bekommen wir täglich durch Instagram, TV und Co präsentiert: Wir müssen hart arbeiten, durchhalten und kämpfen. Obwohl ich mich an all dies hielt, bekam ich niemals die Ernte dafür. Im Gegenteil. Ich wurde schlussendlich schwer krank. (Schmerz lass nach – Meine Geschichte)

Aufgeben kann neue Türen eröffnen

Durch meine Krankheit erkannte ich, dass mir weder sechs Mal pro Woche Sport, noch zig Weiterbildungen und auch nicht das Spanisch lernen, mit Freude erfüllten. Ich gab also auf und plötzlich war da sehr viel Platz für Neues. Ich begann zu schreiben. Eine Tätigkeit, die mich erfüllt, stärkt und glücklich macht. Ich gönnte mir Pausen und machte an manchen Tagen einfach einmal gar nichts außer das Leben zu genießen. Ich unternahm lange Spaziergänge, bei denen ich meinen Gedanken freien Lauf ließ.

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Melanie sagt: Aufgeben ist das neue DurchhaltenUnd plötzlich war sie wieder da – meine Kreativität, die durch den prallvollen Terminkalender in den letzten Jahren kaum noch Platz zum Gedeihen gehabt hatte. Mit der Kreativität kamen schließlich auch die Honigperlen. Auf meinem Blog kombiniere ich seither meine beiden für lange Zeit verlorenen Leidenschaften – das Schreiben und Mentaltraining.

Meine Geschichte ist ein gutes Beispiel für all das Gute, das geschehen kann, wenn wir aufgeben:

  • Wir haben wieder Platz für Neues in unserem Leben, weil wir Dinge, die durch unsere Entwicklung nicht mehr zu uns passen, loslassen.
  • Wir können uns neu orientieren oder gar neu erfinden.
  • Die Anspannung lässt nach und unsere natürliche Kreativität sowie die Intuition kommen wieder zum Zug.
  • Wir erschaffen eine neue Chance, um unser persönliches Glück zu finden.

Aufgeben – auch für dich eine Option?

Natürlich gibt es auch viele Bereiche, in denen es sich lohnt, durchzuhalten und ab und an zu kämpfen. Bewusstes Aufgeben, darf man nicht mit dem inneren Schweinehund verwechseln. Denn dieser redet uns häufig auch bei Dingen, die uns gut tun, wie beispielsweise eine Runde laufen, ein, dass wir lieber die bequemere Variante namens Couch wählen sollten.

Den Unterschied erkennst du, indem du nachspürst. Was tut dir tatsächlich gut? Das Laufen mag zwar eine Überwindung bedeuten aber im Nachhinein fühlen sich die meisten Menschen wesentlich besser. Wenn eine Tätigkeit, ein Ziel oder ein bestimmter Lebensbereich, den man bedient, allerdings in keinem Stadium Glücksgefühle produziert, so liegt der Verdacht nahe, dass sich loslassen lohnt.

3 Tipps: Wo aufgeben, dich weiterbringt

Folgende Fragen können dich dabei unterstützen, herauszufinden, wo aufgeben dich weiterbringt:

  • In welchen Bereichen fühlt sich das Durchhalten wie ein endloser Kampf an? Sind es diese Bereiche wert? Finde es heraus, indem du aufschreibst, welche Gewinne das Durchhalten und welche das Aufgeben mit sich bringt. Dort wo du mehr Gewinne generierst, liegt die richtige Entscheidung für dich.
  • Denke an eine Sache oder Tätigkeit, bei der du dich ständig anstrengen musst, um durchzuhalten? Schließe deine Augen und nimm wahr, wie du dich dabei fühlst. Im nächsten Schritt stellst du dir vor, du würdest diese Sache aufgeben. Wie fühlt es sich an? Welches Gefühl ist besser?
  • Gibt es Dinge, Tätigkeiten, Wünsche oder Ziele, die dir wichtig sind, für die du aber zu wenig Zeit hast? Wenn ja, überlege, ob es auf der anderen Seite Dinge gibt, für die du regelmäßig Zeit investierst, obwohl sie sich anfühlen wie ein Kampf. Ergibt sich hier eine Möglichkeit etwas loslassen, um Platz für Besseres zu schaffen?
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Resümee: Warum aufgeben, dich weiter bringt

Ich finde aufgeben, ist eine wahre Stärke. Es gehört zu unserer Natur. Menschen, Wünsche und Werte ändern sich stetig. Es ist normal, dass eine Entscheidung, die wir vor Monaten, Jahren oder Jahrzehnten getroffen haben, nicht ein ganzes Leben lang zu uns passt. Natürlich ist es schön und wunderbar, wenn dem so ist. Aber wenn sich die Gegebenheiten geändert haben und etwas in uns wachsen möchte, dann ist es an der Zeit „Tschüss“ zu sagen.

Halte durch oder gib auf! Beides kann richtig sein. Hör auf dein Gefühl, es weist dir den Weg. Deine Melanie

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