Entrümple dein Leben: Dein bestes Ich braucht Platz

Schaffe Platz für dein bestes Ich

„Du musst unbedingt mit zum Pilateskurs kommen. Zu zweit macht es viel mehr Spaß,“ versucht mich meine Freundin Sandra zu überreden. „Nein, leider ich habe keinen Platz mehr,“ antworte ich. „Keinen Platz,“ wiederholt Sandra und sieht mich fragend an.

Früher war mein Leben eine Actionveranstaltung, die Ähnlichkeit mit einem Schulstundenplan hatte. Jede Stunde ein anderer Bereich: Yoga, zig Freunde treffen, an meinem Buch schreiben, Laufen, Haushalt, Shoppen, Veranstaltungen, Schwimmkurs, an Zielen arbeiten, Spanisch lernen usw. Fast immer war ich dadurch in Eile. Nie hatte ich Zeit mich wirklich auf eine Sache zu konzentrieren. Am Ende war ich ausgebrannt, unglücklich und erfolglos. Ich hatte mein bestes Ich – sprich den Menschen, der ich immer sein wollte – unter dem vollen Stundenplan begraben.

Platzpotential für dein bestes Ich?

Womöglich gibt es auch bei dir einige Lebensbereiche, Hobbys, Freizeitaktivitäten oder Projekte, in die du Zeit investierst, für die du aber noch kaum Lorbeeren in Form von Freude oder Erfolg geerntet hast. Als ich mir darüber bewusst wurde, dass mein voller Stundenplan daran Schuld war, dass sich wenig Glücksgefühle und noch weniger Erfolge einstellten, entrümpelte ich mein Leben. Einige Anregungen wie man es schafft, mehr Platz für sein bestes Ich zu machen, habe ich heute mitgebracht.

Wie kommt es zum vollen Stundenplan? Die Ursachen

Bevor wir zur Entrümpelung kommen, möchte ich aufzeigen, wie es überhaupt dazu kommt, dass unsere Stundenpläne so voll sind.

1. Wir wollen nichts verpassen – 1000 Angebote

Die Welt ist voller Abenteuer- und Freizeitangebote. Das große Angebot fordert uns regelrecht dazu auf, soviel wie möglich zu unternehmen, schließlich wollen wir ja nichts verpassen. Beim Reisen beispielsweise führt das dazu, dass viele effizient planen. Drei Tage New York, zwei Nächte Paris oder fünf Tage Karibik. Ganz nach dem Motto: Hauptsache nichts verpasst!

2. Standards, die wir erfüllen müssen

Ein Familienhaushalt muss in Schuss sein. Die Hemden immer gebügelt. Vier Sporteinheiten pro Woche und mindestens zwei Fremdsprachen sind Pflicht. Die unausgesprochenen gesellschaftlichen Standards werden immer höher und wir glauben diese erfüllen zu müssen. Das kostet Zeit und Kraft.

3. Grenzen ziehen ist schwer – Andere brauchen uns!

Eine Familien entdeckt ihr bestes IchGerade, wenn es um die Familie, die Wünsche der Kinder, die bedürftige Nachbarin oder die Eltern bzw. Großeltern geht, sagen wir gerne „ja“, obwohl wir eigentlich keine Ressourcen mehr haben. In diesem Bereichen spornt uns  häufig das eigene schlechte Gewissen zu Höchstleistungen an.

4. Wir wollen uns nicht entscheiden

In jenem Moment, in dem wir uns für einen Sportkurs, für ein Reisedomizil oder für eine Weiterbildung entscheiden, entscheiden wir uns auch gegen all die anderen. Unbewusst assozieren wir damit einen Verlust, weswegen wir lieber versuchen soviel wie möglich unter einen Hut zu bringen.

Welche Faktoren überfüllen deinen Stundenplan?

Trifft eine oder mehrere der vier Ursachen auf dich zu? Falls ja, so mache dir diese bewusst. Denn, wenn du dir darüber im Klaren bist, hast du die Macht Veränderungen vorzunehmen. Vermutlich erscheint genau das im ersten Moment schwierig. Der mögliche Gewinn daraus ist aber enorm. Dein bestes Ich könnte zum Vorschein kommen. Warum? Das möchte ich gerne erklären.

Warum eine Entrümpelung dein bestes Ich zum Vorschein bringt

1. Du entdeckst deine USP´s

Jeder von uns hat USP´s. Es ist bloß eine Frage der Zeit, die man hat oder sich nimmt um seinen Fähigkeiten und Talenten auf die Schliche zu kommen. Wer diese Zeit nicht hat, kann sich nicht entfalten. Er kann nicht feststellen, was ihm wirklich Freude bereitet und worin er gut ist. Dadurch verpasst er die Möglichkeit sein bestes Ich im Bezug auf Talente und Begeisterung kennen zu lernen.

2. Du wirst erfolgreich

Meine Bekannte Paulina hat viele Interessengebiete. Sie fotografiert, sie schreibt, sie tanzt, sie läuft, sie singt, sie besucht die FH, sie strickt, sie arbeitet usw. In keinem dieser Bereiche ist sie sonderlich gut. Kein Wunder, denn wer an vielen Baustellen gleichzeitig arbeitet, kommt eben nur sehr langsam voran. Erst wenn man sein Leben entrümpelt und sich auf ein paar wenige Bereiche fokussiert, wird man zum Profi auf dem einen oder anderen Gebiet und bringt so sein bestes Ich im Bezug auf Erfolg zum Vorschein.

Auch interessant:  Wie die Vergangenheit unbewusst unser Leben bestimmt - 4 Schritte in deine freie Zukunft
3. Du entdeckst die Quelle deiner Freude

Frau in der Ferne entdeckt ihr bestes IchWeniger ist mehr. Das sagt auch die Glücksforschung. Im Urlaub, in dem wir uns meist nur um ein paar wesentliche Dinge kümmern, uns also fokussieren, lässt der Stress des Alltags schnell nach. Wir entspannen uns. Der Fokus auf Weniges bringt außerdem auch Glücksgefühle mit sich. Wir tauchen in die einzelnen Unternehmungen und Tätigkeiten tiefer ein. Dadurch werden unsere positiven Emotionen stärker. Kurzum: Wer sein Leben entrümpelt, lernt sein bestes Ich im Bezug auf Glück kennen.

Entrümple dein Leben – los gehts

1. Must haves:
  • Mach dir eine Liste von all jenen Bereichen, die zu deinem Leben gehören und nicht weg können. Denke dabei wirklich nur an die wesentlichsten Bereiche wie Zeit für die Kinderbetreuung, Minimum an Arbeitsstunden, Haushalt, Oma usw.
  • Prüfe anschließend ob es bei diesen Bereichen nicht doch noch Entrümpelungspotential gibt. Zum Beispiel: Reduzierung des Zeitaufwandes durch weniger Perfektion, Unterstützung oder Outsourcing.
2. Zeitpotential für dein bestes Ich
  • Wieviel Tageswachzeit bleibt dir pro Woche circa? Eine grobe Einschätzung genügt.
  • Liste all deine Aktivitäten, Ziele, Wünsche, Interessengebiete, Hobbys usw. auf.
  • Priorisiere diese nach deinem persönlichen Empfinden.
  • Entrümple! Trau dich und streiche alles, was aktuell nicht wichtig genug ist von deiner Liste.
3. Entrümpelungs-Formeln & Empfehlungen
  • Ziele & Wünsche: Im Durchschnitt haben wir Zeit und Kraft um gleichzeitig an einem großen Ziel bzw. Wunsch und an einem kleineren zu arbeiten.
  • Hobbys: Je nach Zeitaufwand sind ein bis drei Hobbys, denen man regelmäßig nachkommt ideal.
  • Menschen: Lieber wenige wahre tiefgründige Freunde als viele oberflächliche. Folgende Fragen können bei einer Priorisierung helfen: Welche Menschen sind eine Bereicherung für dich? Bei wem fühlst du dich wohl, geliebt und anerkannt? Mit wem lachst du am meisten?

Viel Erfolg beim Ausprobieren!


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5 Kommentare

  1. Toller Beitrag Melanie,
    >> Am Ende war ich ausgebrannt, unglücklich und erfolglos.

    An diesem Punkt war ich auch schon, Jahrtausenwende bis 2016… eine lange tiefe Spirale in die Depression welche dann letzenendes in einer Psychose und einem 5 Wöchigen Klinkaufenthalt geendet hat.

    Ich kämpfe mich seit 2 Jahren aus diesem Loch zurück.
    Das entrümpeln hat wärend der Psychose bei mir stattgefunden, ich habe mit all den Dingen aus der Vergangenheit abgeschlossen und sie mental beerdigt. Ich hab mit allem Frieden gemacht, und seitdem dreht sich die Spirale langsam aber stetig in die andere Richtung. Es wird jeden Tag besser.

    Man muss halt begreifen, das man es nicht allen Recht machen kann auf diesem Planeten…und das man selber auch wichtig ist in dieser Welt, und das bedeutet das man sich auch mal um sich selber kümmern muss…. ruhig mal Egoistische Ziele verfolgen, sich um sein eigenes Mentales Wohlbefinden kümmern etc.

    Was im Familiären Zusammenleben extrem hilft ist eine Altruistische Herangehensweise. Wenn alle mit anpacken ist die Arbeit schnell erledigt. Wenn man sieht das etwas getan werden muss, und man es einfach tut dann haben am Ende alle unterm Strich weniger Arbeit. Es müssen aber alle mitziehen.

    Digitaler Detox ist auch wirklich… sich mal von der virtuellen Welt (die sich gefühlt immer schneller dreht) lösen und Dinge in der richtigen Welt unternehmen.

    • >> Digitaler Detox ist auch wirklich

      „wichtig“

    • wow! Ich danke für deine inspirierende Geschichte. Wirklich beeindruckend, wie du das geschafft hast.
      Herzliche Grüße, deine Melanie

  2. Walter Gschwendtner
    Walter Gschwendtner

    Hallo Melanie,
    Du sprichst mir aus dem Herzen! ich bin 57 Jahre alt und ich denke die letzten 30 Jahre meines waren davon geprägt, erfolglos und ausgebrannt zu sein. Ich hab mich immer zurückgenommen war stets für andere da.Bin auf jede Party gegangen, selbst wenn es mir nach einem heftigen Arbeitstag schwer fiel.
    Doch jede älter ich jetzt werde merke ich-ich brauch das alles nicht mehr!Die Jahre die ich noch vor mir habe sind schon weniger als die, die schon hinter mir liegen.
    Deshalb habe ich radikal mein Leben ausgemistet um mehr Platz für mein ICH zu haben.
    ich habe nun ein paar Freunde weniger(vielleicht waren es nie wirklich welche)unternehme mehr mit meiner Frau.(und es sieht so aus als würde ich mich nach 26 Jahren noch einmal in sie verlieben. Ich mache öfter Dinge die MIR Spaß machen.Habe begonnen zu schreiben, ich lese wieder mehr und ich habe den Eindruck dadurch innerlich friedlicher zu sein.Ich schlafe auch wieder besser. Ich bin dadurch auch dankbar und zufriedener geworden mit dem was ich habe.Und sollte ich jetzt noch 20, 30 oder mehr zufriedene und Jahre in Dankbarkeit erleben dürfen war es das allemal wert.
    ich wünsche Dir alles Gute für die Zukunft.

    • Lieber Walter!
      Ich danke dir sehr, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst und wünsche dir ebenso alles LIEBE für die Zukunft.
      deine Melanie

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