Warum wir immer wieder denselben Fehler machen!

Immer wieder die selben Fehler

„Ich kann es nicht fassen, es schon wieder passiert. Ich habe einem Menschen mein Herz, meine Zeit, meine gesamte Aufmerksamkeit geschenkt und alles für ihn getan, bevor er mich dann fallen ließ wie eine heiße Kartoffel. Ich fühle mich ausgenutzt, traurig und leer. Und zusätzlich kreist diese Frage in mir: Warum begehe ich in meinem Leben immer wieder dieselben Fehler?

Carmen ist eine liebe Bekannte von mir. Im Rahmen des heutigen Beitrags darf ich über eine ihrer größten Lebensaufgaben berichten. Wie sie selbst sagt, besteht diese darin, das Muster, welches sie bereits ihr gesamtes Leben immer wieder dazu verleitet hat, denselben Fehler zu begehen, endlich aufzulösen.

Der Fehler!

Seit Carmen denken kann, sehnt sie sich nach einem Menschen an ihrer Seite. Dieser sehnsüchtige Wunsch führte sie vor knapp 20 Jahren zu ihrem ersten Partner Peter. Die junge Carmen krempelte damals für die Liebe ihr gesamtes Leben um. Sie gab ihren Job und ihre Wohnung auf, um öfter in Peters Nähe zu sein. Sie vernachlässigte ihre Freunde und auch ihre Hobbys, um mehr Zeit mit ihm zu verbringen. Sie verwöhnte ihn mit leckeren Gerichten, machte den Haushalt und stand in jeder Lebenslage zu ihm. Als Peter sie nach drei Jahren verließ, verstand Carmen die Welt nicht mehr.

Seither traf sie viele Männer. Oft war sie auf Grund ihrer negativen Erfahrungen anfangs vorsichtig. Sehr rasch allerdings übernahm ihre tiefe Sehnsucht dann das Kommando und Carmen verhielt sich schon bald wieder so, wie bei ihrer ersten Beziehung mit Peter. Und jedes Mal wiederholte sich dann auch das Abschlussszenario und Carmen wurde wieder und wieder von ihren Partnern verlassen.

Warum mache ich immer wieder den selben Fehler?

Als sich Carmen mir anvertraute, dachte ich sofort an meine eigenen Wiederholungsfehler, wie beispielsweise mein Erfolgswille, der mich in der Vergangenheit des öfteren dazu antrieb gewissen Aufgaben und Ideen mit übertriebenen Engagement zu nachzukommen. Bis mein Körper mir schließlich in Form von Krankheit aufzeigte, dass es genug sei. Nachdem ich selbst viele Jahre geforscht hatte, stieß ich allmählich auf den Ursprung meiner sich wiederholenden Fehler und Muster. Ich fand den Kern in meiner Vergangenheit. Damals prägten sich Glaubenssätze, wie „ohne Fleiß kein Preis und trotzdem bist du nie genug,“ tief in mein Unterbewusstsein ein.

Ähnlich erging es auch Carmen, deren Vater die Familie als sie gerade mal zwölf Jahre alt war, überraschend verließ. Unbewusst wurde sie lange Zeit von dem Glaubenssatz „ich bin es nicht wert, dass du bei mir bleibst,“ dominiert. Und wer mit solchen Glaubensmustern durch die Welt läuft, der passt sein Verhalten dementsprechend an und erntet natürlich auch von seiner Umwelt genau das, was er mit seinem Glauben sät.

Die Wurzel deiner wiederholten Fehler finden

Die Mechanismen unserer Wiederholungsfehler sind sehr unterschiedlich und umfangreich. Für eine ausführliche Antwort auf die Frage, warum wir immer wieder den selben Fehler machen, benötigt man daher Zeit, Geduld und idealerweise auch einen Unterstützer. Dennoch gibt es Möglichkeiten zur Selbsthilfe. Die drei wirksamsten Methoden habe ich zusammengefasst:

1. Glaubenssätze, die dem Fehler zu Grunde liegen

Eine Frau, die traurig ist, weil sie einen Fehler gemacht hatSehr oft sind es tiefsitzende Glaubenssätze aus unserer Kindheit, die dazu führen, dass uns im Leben immer wieder das selbe widerfährt. Die häufigsten sind zum Beispiel: Ich bin es nicht wert geliebt zu werden; meiner selbst wegen mag mich keiner; ich bin nicht wichtig; ich tauge zu nichts etc.

Diese starken Glaubenssätze können Schritt für Schritt aufgelöst werden:

  • Frage dich, welcher starke Glaubenssatz deinem wiederkehrenden Fehler zu Grunde liegen könnte.
  • Wo und durch wen könnte der Glaubenssatz entstanden sein? Reise in deine Vergangenheit und lege eine mögliche Situation fest.
  • Wenn du die Situation und den Satz erfasst hast, sagst du mit deinem starken Erwachsenen-Bewusstsein immer wieder „Es ist nicht wahr! Der Satz stimmt einfach nicht! Ich brauche ihn nicht mehr.“
  • Das wiederholst du mehrere Wochen bis du spürst, dass der Satz an Stärke verliert.
  • Anschließend überschreibst du den negativen Glaubenssatz, indem du einen positiven wählst. Zum Beispiel: Ich bin es wert geliebt zu werden!
  • Diesen wiederholst du tagtäglich. Anfangs kommt dir das vielleicht komisch vor, weil du noch nicht an seine Wahrheit glaubst. Bald aber wird sich der neue Satz durch die stetige Wiederholung in dein Unterbewusstsein verankern. (Mehr zum Thema Glaubenssätze)
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2. Das Bedürfnis des Fehlers

Frage dich, was damals geschah, als du den Fehler zum ersten Mal gemacht hast. Folgende Vorgehensweise kann dabei unterstützen:

  • Luftballons als Symbol, dass wir unsere Fehler loslassen dürfen

    Welche tiefe Sehnsucht, welches ungestillte Bedürfnis hat dich damals, als du den Fehler erstmals gemacht hast, dazu verleitet? Benenne das Bedürfnis oder den Wunsch.

  • Ist genau dieses Bedürfnis bis heute nicht gestillt?
  • Welche (kreativen) Möglichkeiten gibt es dieses tiefe Bedürfnis in dir selbst zu stillen? Zum Beispiel: Liebe durch Selbstliebe-Methoden zelebrieren (Mehr zu: Selbstliebe-Tipps), Sicherheit entstehen lassen, indem du dich lehrst dem Leben zu vertrauen (Mehr zu: Wege zum Urvertrauen), Achtung und Wertschätzung, indem du beginnst dich selbst wertzuschätzen (Mehr zu: Deinen Wert erkennen)
3. Das angelernte negative Muster transformieren

Wenn wir in unserem Leben oftmals den selben Fehler machen, füttern wir uns dadurch mit Bestätigung. Unbewusst schürt sich so unser Glauben und wir nehmen eine negative Erwartungshaltung ein, die wieder und wieder zur selben Erfahrung führt. Wir ziehen das Negativ-Szenario also quasi in unser Leben. Um diesem Mechanismus zu entkommen, müssen wir ein neues inneres Bild, sprich eine positive Erwartung, kreieren. Eine sehr wirkungsvolle Methode hierzu ist Imagination.

Dazu stellst du dir die Situation, die bereits oftmals fehlgeschlagen ist, vor. Anstatt der bisherigen Erfahrung lässt du vor deinem inneren Auge aber einen positiven Film ablaufen. Du kreierst die Situation so, wie du sie dir idealerweise wünscht, sprich ohne deinen Wiederholungsfehler. Diese Übung wiederholst du drei bis vier mal wöchentlich. Nach einiger Zeit wandelt sich deine innere Erwartung in eine positive, was zur Folge hat, dass sich auch im Außen Positives manifestiert.

Und was wurde aus Carmen und ihrem Fehler?

Momentan erlebt sie gerade die bisher längste Singelzeit ihres Lebens. Und wie sie mir neulich geschildert hat, genießt sie diese sehr. Ihr Glauben daran, dass schon bald ein Mann in ihr Leben tritt, der auch verweilen möchte, hat sich in den letzten Monaten massiv gestärkt.

Ich danke Carmen für ihre Geschichte und wünsche dir im Umgang mit deinen Fehler viel Geduld, Liebe und Zuversicht. Deine Melanie

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9 Kommentare

  1. Liebe Honigperle, herzlichen Dank für deinen wunderbaren Artikel. Ja, es ist tatsächlich so. Unsere „verirrten“ inneren Werte gaukeln uns vor, dass wir nur so und nicht anders eine gescheite Beziehung führen könnten. Den eigenen Herzmagneten umpolen. Fühlt sich der Hausbesitzer wohl, fühlen sich auch die Bewohnerin darin wohl 😉
    In diesem Sinne, Eure EPU Queen http://www.wagnerakademieblog.wordpress.com

    • Liebe Petra!
      Ich danke dir für dein Kommentar. „Verirrte Werte“ gefällt mir diesbezüglich wirklich sehr gut. Für das entwirren gibt es natürlich immer viele Wege, daher freue ich mich über Anregungen, sowie auch über denen Link zum Blog, den ich mir gerne ansehe. Herzlichen Gruß Melanie

  2. Liebe Melanie!
    Mit deinen Worten triffst du wohl wieder die Seelen vieler unter uns. Denn wer macht sie nicht, die immer selben Fehler. Viele suchen ihr Leben lang, nach einer Lösung im Außen. Um so wichtige ist es, daß es Botschafter wie dich gibt, die uns dazu inspirieren die eigene Innenwelt samt ihren Wertung und Prägungen liebevoll zu betrachten und daraus zu erkennen. Danke für diesen erneuten Hinweis darauf und deine Praxismethoden.
    deine Franzi

    • Liebe Franzi!
      Herzlichen Dank für deine Worte, die mich immer wieder aufs Neue motivieren.
      Alles Liebe, Melanie

  3. Hilfe…jetzt hab ich so nen langen Kommentar verfasst, dann lässt er ihn nicht zu…also noch mal auf Anfang…
    Melanie ich dank dir für diesen Beitrag. Sehr gelungen wieder mal. Stecke selbst – dank bestimmter Glaubenssätze – in gewissen „Teufelskreisen fest. Finde es ja schon mal recht gut, dass ich diese Muster endlich erkenne. Manche Ursachen konnt ich allerdings noch nicht ergründen. Finde deinen Lösungsansatz mit der Imagination sehr hilfreich. WErde versuchen diese anzuwenden. …
    Und dann wollte ich mich noch bei dir für deinen Kommentar auf meinem Blog bedanken.
    Ich hab dich nun auch endlich mal erwähnt. In meinem neuesten Beitrag.
    Finde du machst das hier sehr gut. Bist ein tolle Mentaltrainerin und bestärkst mit jedem Wort.
    Liebste Grüße
    Nicole

    • Liebe Nicole!
      Vielen lieben Dank… mit deinem schönen Worten bestärkst du nun aber mich. Vielen lieben Dank für die Erwähnung, darüber freue ich mich wirklich sehr.
      Und ja „Erkennen“ ist richtig gut. Sogar der wichtigste Schritt, wenn es um „fiese“ alte Glaubenssätze geht, die uns das Leben im Hier und Jetzt schwer machen. Ich wünsche dir alles Liebe und freue mich über weitere Beiträge vom Grazermädl 🙂
      Herzlichen Gruß

  4. Moin moin.
    Tja vergleicht nochmal dass mir immer wieder so was passiert. Sensationell diese Geschichte und Methode obwohl es etwas nach Gehirnwäsche riecht will ich es dennoch versuchen. Die Schwierigkeit liegt wohl darin im eigenen inneren die Wurzeln dessen zu erkennen… das geht ja vielleicht auf frühkindliche Erfahrungen zurück und diese alleine im stillen Kämmerlein zu ergründen… woau… da gruselt es sich etwas und zwar vor mir. Bin gespannt auf die Lektüre.

    • Lieber Beni!
      Danke für dein Kommentar. Ich glaube mit Gehirnwäsche hat das wenig zu tun – schließlich entscheidet man sich selbst dazu eine der Methoden auszuprobieren oder nicht. Für jeden passt etwas anderes… daher einfach eine Methode wählen, die sich für dich authentisch und gut anfühlt. Und ja, deine Interpretation mit den Wurzeln teile ich. Ein Unterstützer ist in jedem Fall eine gute Sache, vor allem dann, wenn einem schon vor der Reise nach innen davor gruselt…
      Ich wünsche dir alles Liebe, Melanie

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