Angst, Scham, Hass – Negative Gefühle liebevoll annehmen und verwandeln

Warum manche Gefühle uns das Leben schwer machen!

  • Susanne empfindet tiefen Hass. Der Auslöser ihrer starken Emotion ist Sandra, die ihr einst die Liebe ihres Lebens ausgespannt hat…
  • Emilia steht beim Klassenausflug ins Freibad heulend am Beckenrand. Sie hat große Angst vor dem Wasser und empfindet Scham ihren Klassenkameraden gegenüber…
  • Fritz hat einen hochroten Kopf. Der Ausdruck seines Ärgers über all die Mitmenschen, die ihn immer wieder respektlos behandeln…

Die schwarzen Schafe unter den Gefühlen

Angst, Hass, Traurigkeit, Scham, Kummer, Ärger, Abscheu und Wut zählen mitunter zu den stärksten Gefühlen. Sie beeinflussen nicht nur unseren Gemütszustand, sondern sind auch ausschlaggebend für unsere Handlungen, sowie für wichtige Entscheidungen.

Ein Grund, um uns die negativen Emotionsgefährten heute mal genauer an zu sehen. Denn werden wir uns dieser bewusst und entlarven wir ihre Auslöser, so haben wir die Möglichkeit von der Opferrolle in die Schöpferrolle zu switchen.

Negative Gefühle schaden dem, der sie hat

Anhand von Sandras Geschichte ist gut ersichtlich, dass die erzeugten negativen Gefühle vor allem ihr selbst schaden. Wie bereits erwähnt, hasst Sandra Susanne, weil diese ihr vor zwei Jahre ihren Freund Mike ausgespannt hat. Während Sandra viel Energie in den Hass gegen Susanne investiert, verbringt diese glückliche Stunden mit Mike. Kurzum: Der einzige Mensch, der durch Sandras starkes negatives Gefühl permanent angegriffen wird, ist sie selbst.

Bestimmt plagen auch dich ab und an starke negative Gefühle, von denen du dich am liebsten für immer verabschieden möchtest. Und weil du selbst, der größte Leidträger dieser bist, lohnt es sich auch, dass du dir diese mal genauer ansiehst und sie Schritt für Schritt verwandelst.

Was können wir tun, wenn negative Gefühle uns vereinnahmen?

Häufig sind starke negative Gefühle ein Ausdruck von schmerzhaften Erfahrungen in unserer Vergangenheit oder dienen als Spiegel unserer selbst, der uns auf etwas hinweist, was noch gelöst werden möchte.

Die folgenden Methoden können dir dabei helfen deinen starken Emotionen auf die Schliche zu kommen, sowie diese zu transformieren. Wähle im Einklang mit deinem Bauchgefühl, ein bis zwei für dich stimmige aus.

1. Negative Gefühle leben und nicht unterdrücken!

Ein häufiger Grund, warum starke negative Gefühle immer wieder kehren, ist, dass sie nicht gelebt werden. Jedes Gefühl, das sich auftut, hat seine Berechtigung. Es strebt danach gelebt zu werden. So lange wir versuchen es zu unterdrücken, kehrt es immer wieder und immer heftiger zu uns zurück.

Auch wenn es schwierig ist, empfiehlt es sich seinen negativen Emotionen Raum und Zeit zu geben. Kurzum: Wenn du es dir einmal gestattest richtig traurig, wütend oder gar hasserfüllt zu sein, so hat die angestaute Energie, die dem Gefühl zu Grunde liegt, endlich die Möglichkeit aus dir zu entweichen oder sich in eine positive Emotion zu verwandeln.

2. Dein Gefühl ist ein Spiegel deiner selbst!

Oftmals dienen Emotionen dazu uns selbst zu spiegeln. Erforsche daher, was dir dein Gefühl eventuell aufzeigen möchte. Dazu beschreibst du deine Emotion am besten mit Adjektiven. Wie ist dein Gefühl? Laut, dominant, unbarmherzig, kompromisslos, nervig… usw. Wenn du Worte für dein Gefühl gefunden hast, so frage dich, was das Positive an diesen Eigenschaften ist.

Zum Beispiel: Das Positive an jemanden der laut oder dominant ist, ist, dass er gut für sich selbst sorgt, seine Bedürfnisse und Wünsche laut bekundet, selbstbewusst ist… usw.

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Im nächsten Schritt fragst du dich, ob du dir diese positive Eigenschaften im Leben erlaubst. Vermutlich sind es nämlich genau diese Qualitäten, die du selbst nicht wagst du leben. Mach dir das bewusst und erlaube dir endlich auch einmal laut oder kompromisslos im positiven Sinne zu sein. Mehr dazu findest du hier: Liebe oder Hass

3) Erforsche, welche Verletzung hinter deinem Gefühl steckt!

Möglicherweise drückt dein Gefühl eine tiefe Verletzung aus, die du in der Vergangenheit erleiden musstest. Weil du dich damals aber nicht mit dem negativen Gefühlen auseinander gesetzt hast, kehrt es immer wieder zurück.

Erinnere dich an die erste Begegnung mit diesem Gefühl und lasse zu, was in dir hoch kommt. Versuch dein Gefühl wie in Methode 1. liebevoll zu leben. Weitere Schritte, um dieses Gefühl, das oftmals durch Verletzungen in der Kindheit entstanden ist, zu heilen, findest du hier: Heile dein inneres Kind

4) Transformiere dein Gefühl frühzeitig durch Mentaltraining!

Beobachte dich selbst. Was passiert immer dann, bevor dein Gefühl entsteht? Gefühle sind die Folge unserer zuvor gehegten Gedanken. Wenn du erkennst durch welche Gedanken du das negative Gefühl immer wieder auslöst, hast du die Macht diese zu verändern.

Zum Beispiel: Immer wenn Simone Sonntags alleine zuhause ist, denkt sie daran, wie einsam sie ist. „Ich werde für immer alleine bleiben, niemand möchte mit mir sein Leben teilen… usw.“ Ihre Gefühle folgen darauf hin ihren Gedanken und Simone wird zu tiefst traurig.

Wenn sie erkennt, dass ihre Gedanken ein Produkt ihrer selbst und nicht die Realität sind, kann sie diese stoppen und anstatt dessen andere wählen. Zum Beispiel: „Na und… bin ich halt Sonntags alleine. Andere sind das auch. Und wer weiß, irgendwann, wenn ich meinen Lebenspartner gefunden habe, werde ich diese Zeit ganz für mich wahrscheinlich sogar vermissen. Am besten mache ich daher etwas, was mir selbst richtig gut tut…“

Denk daran! Energie folgt immer deiner Aufmerksamkeit = deinen Gedanken. Deine Gedanken kannst du selbst bestimmen. Und deine Gedanken bestimmen deine Gefühle.

Lass zu was ist, verändere was du kannst und gehe in jeder Situation liebevoll mit dir selbst um. Herzlichen Gruß, deine Melanie

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6 Kommentare

  1. Liebe Melanie,
    vielen Dank für diesen Text, der mich heut nachmittag mitten ins Herz getroffen hat. Ich frage mich seit Tagen, wie ich mit einem starken Gefühl, das mich belastet weiter umgehen möchte. Obwohl ich ein Mensch bin, der sehr viel reflektiert, bin ich bis jetzt noch auf keinen grünen Zweig gekommen. Ich denke nun habe ich die passenden Anregungen. Ich werde mich an meinem freien Tag daran machen und deine wohlüberlegten Vorschläge studieren.
    Grüße deine Franzi

    • Liebe Frankziska!
      Ich freue mich, dass mein Beitrag dich gerade zur rechten Zeit ereilt und du darin Inspiration für dich findest.
      Herzliche Grüße, deine Melanie

  2. Hallo Melanie
    Danke das ist wieder ein sehr guter Beitrag. Mir gefällt die letzte Übung am besten weil ich oftmals ein Kopfmensch bin. Ich habe sie heute in einer bestimmten Situation die mir immer wieder passiert schon probiert. Und es hat wirklich geholfen. Ich finde das ich wieder ein Beweis dafür das unsere Gedanken unser Leben gestalten.
    deine Miriam

    • Liebe Miriam!
      Freut mich wieder von dir zu lesen. Und dein Statement „Gedanken bestimmen unser Leben“, kann ich nur bekräftigen.
      Herzlichen Gruß
      Melanie

    • Liebe Therese!
      Freut mich zu lesen, dass meine Zeilen für dich gerade richtig kommen!
      Ich wünsche dir viel Kraft und Liebe <3
      lg Melanie

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