Heile dein inneres Kind!

Das innere Kind

Inwiefern das innere Kind auch im Erwachsenen-Dasein eine wesentliche Rolle spielt, möchte ich heute erzählen. Vor allem deswegen, weil ich der Meinung bin, dass die Befreiung der verletzten Kinder in uns, wesentlich ist für ein selbstbestimmtes, glückliches Leben.

Das Kind, das niemals wachsen durfte

So viel Mühe sich unsere Eltern und Lehrer auch gaben, bei den meisten unter uns hat die Kindheit dennoch ihre Furchen hinterlassen. Womöglich behaupten manche Menschen eine unbeschwerte Kindheit gehabt zu haben. Vielleicht aber wollen sie sich einfach nicht mit den Verletzungen in der Vergangenheit auseinander setzen oder aber sie unterschätzen die vielen kleinen Dramen, die fast jede Kinderseele ertragen muss.

Ich denke, dass fast jedem von uns etwas widerfahren ist, das für das damalige kleine Kind schrecklich waren. Auch, wenn wir vieles davon heute nicht mehr als schlimm wahrnehmen, besteht die Möglichkeit, dass das verletzte Kind in uns noch immer wirkt.

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Das verletzte Kind – Eine Geschichte

Mit dieser Geschichte, möchte ich aufzeigen, wie verletzte Kinder in uns bis zum Erwachsenenleben leiden.

Es klingelt. Der letzte Schultag geht zu Ende. Endlich Sommerferien. Die 9-jährige Marie trifft sich mit ihrer 7-jährigen Schwester Bianca vor der Schule. Tante Elsa holt die beiden dort ab. Stolz zeigt Bianca ihr Zeugnis der Tante. Die ist sichtlich angetan. Lauter Einser. Marie hält sich im Hintergrund.

Schließlich will die Tante aber auch ihr Zeugnis sehen. Ojehh! Ein Dreier in Schreiben und Rechnen. Und das in der Volksschule! Tante Elsa schüttelt den Kopf.

Später fahren sie zum Eisladen. Die Leistungsschülerin Bianca darf sich drei Eiskugeln aussuchen. Als Marie dran ist, schüttelt die Tante wieder den Kopf. Schließlich kriegt sie doch eine Tüte, aber ohne Eis. „So ist das im Leben Marie, wenn man sich nicht anstrengt, kommt man zu nichts“.

Das innere Kind fühlt sich nicht geliebt

Im ersten Moment mag das wie eine lustige Geschichte klingen, die ein Prinzip des Lebens beschreibt. Genauer betrachtet aber gibt es Folgendes zu bedenken: Marie stellt das Verhalten ihrer Tante nicht in Frage. Gleichermaßen weiß sie aber, dass sie sich angestrengt hat. Sie hat alles gegeben und war trotzdem nicht gut genug.

In Kindergedanken und Gefühlen übersetzt, bedeutet das „Ich habe alles gegeben und krieg trotzdem keine Liebe und Anerkennung.“ Oder aber sie hat sich tatsächlich nicht angestrengt und denkt: „Ich habe nicht alles gegeben. Ich werde also nur geliebt, wenn ich mich anstrenge. Meiner selbst wegen mag mich keiner“.

Wie auch immer. Die kleine Schwester steht mit der vollen Ladung Anerkennung in Form von drei Kugeln Eis vor ihr und grinst, ebenso ohne böse Absicht, während sie nicht einmal eine kleine Umarmung zum Trost bekommt.

Das verletzte Kind beeinflusst unser Leben

Das innere Kind von Marie ist in dieser Szene einfach immer neun Jahre alt geblieben. Jedes Mal, wenn sie sich im Teenager- oder Erwachsenenalter einer ähnlichen Situation ausgesetzt fühlt, steigt die Verletzung von damals wieder empor.

Wenn der Ehemann von Marie heute wertschätzend von seiner Kollegin spricht, die ihren Job mit Leichtigkeit und hoch professionell macht, stockt Marie der Atem. Plötzlich fühlt sie sich nicht gut genug und ungeliebt. Sie reagiert unreflektiert, wie das 9-jährige Kind von damals. Oder so, wie das 9-jährige Kind gerne reagiert hätte. Sie kämpft mit den Tränen, wirft ihrem Mann an den Kopf, dass er sie nicht liebt oder verlässt tief verletzt den Raum.

Die Erklärung für das fiktive Verhalten von Marie ist damit zu begründen, dass die 9-jährige im Bezug auf Anerkennung, was Leistung und ihren Intellekt betrifft, niemals erwachsen wurde.

Wie auch? Wir leben von Liebe und Anerkennung. Und wenn wir diese nicht erhalten, können wir nicht wachsen. Die kleine Marie steht daher bildhaft gesprochen noch immer vor dem Eisladen und wünscht sich nur eines. Endlich geliebt und angenommen zu werden, damit auch sie wachsen kann.

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Das innere Kind endlich in den Arm nehmen

Aber wie sollen wir 30 Jahre später dafür sorgen, dass die kleinen Maries in uns endlich erwachsen werden?

Dafür gibt es unterschiedliche Methoden. Einige davon kann man gut selbst anwenden. Wenn es sich bei den Erinnerungen aber um stark traumatische Erlebnisse handelt, sollte man jedoch professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen. (Psychotherapie)

Die folgende Methode aber kann jeder, der sich mit dem Ablauf wohl fühlt, nach eigenem Ermessen anwenden.

  1. Welche Ereignisse in deiner Kindheit, die du als negativ oder schlimm empfunden hast, fallen dir ein. Begib dich dazu bitte nicht auf die große Suche. Es geht nicht darum auf Biegen und Brechen etwas Negatives zu finden. Notiere dir daher nur spontane Erinnerungen, die sich immer wieder einmal in deine Gedanken schleichen.
  2. Lass die erste Erinnerung vor deinem inneren Auge entstehen. Beobachte von außen wie es dem Kind ergeht. Auch wenn der Auslöser für die negativen Gefühle bloß ein Eis oder eine schlechte Note war. Der Kleinen ging das trotzdem ziemlich nahe.
  3. Frag dich, was das kleine Kind damals gebraucht hätte, damit es ihm besser gegangen wäre. Vielleicht eine Umarmung? Ein paar liebevolle Worte? Das Gefühl von Sicherheit? Zu wissen, dass es immer geliebt wird? Jemanden, der es beschützt – der ihm zuhört – der hinter ihm steht?
  4. Und nun Jahre später hast du in deiner Vorstellung die Möglichkeit dem Kind von damals genau das zu geben, was es gebraucht hätte. Nimm die Kleine in den Arm. Flüstere ihr zu, wie sehr du sie liebst oder sag ihr wie großartig du sie findest.
  5. Idealerweise wiederholst du diese Übung so oft, bis sich das kleine Kind in dir dann tatsächlich so sehr geliebt fühlt, dass es wieder wachsen kann. Zum Beispiel einmal in der Woche über die nächsten zwei bis drei Monate hinweg.

Das Kind in mir – mein Statement

Im Laufe der letzten Jahre habe ich mich auf unterschiedliche Art mit den klein gebliebenen Kindern in mir getroffen. Die obige Übung praktiziere ich bis heute noch gerne. Sie eignet sich aber auch als Ergänzung zu andere Methoden.

Anfangs fiel mir die Übung schwer, was wohl daran liegt, dass wir unangenehmen Gefühlen instinktiv lieber ausweichen. Heute aber weiß ich über die Kraft der Liebe Bescheid und vertraue daher auch bei meinem inneren Kind auf ihre positive Wirkung.

Weitere Beiträge zum inneren Kind:

Alles Liebe – Melanie

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26 Kommentare

  1. Liebe Melanie!

    Danke für den wunderbaren Artikel!
    Deine fiktive Geschichte hat sich in meinem Leben tatsächlich ähnlich abgespielt.
    Volkschulabschluss 1987, Essen mit der ganzen Klasse und den Eltern in einer Pizzeria mit folgender Info: Alle Kinder sind von der Schule zum Essen eingeladen außer die, welche einen 3er im Zeugnis haben. Ich hab mich so schrecklich gefühlt als mein Vater stillschweigend bezahlt hat. Dieses Erlebnis inkl. dem Schamgefühl das mich damals überkam treibt mir bis heute Tränen in die Augen. Außerdem ärgere ich mich heute wahnsinnig über solche Methoden.

    Liebe Grüße, Karin

    • Liebe Karin!
      Kaum zu fassen, was dir da widerfahren ist. Ich würde ja fast wagen zu sagen, dass sich eine Gruppe Erwachsener hier eine vorsätzliche emotionale Misshandlung geleistet hat.
      Ich fühle mit dir und hoffe du kannst die Volksschülerin in dir mit deinen heutigen Umarmungen trösten.
      Alles Liebe Melanie

  2. Vielen Dank für diesen Beitrag! Ich arbeite viel zu selten mit meinem inneren Kind, wo ich doch mit meinen Klienten immer daran arbeite. Witzig irgendwie. Es regt an darüber nachzudenken 🙂 was auch sehr wichtig ist, das man sich mal die Zeit nimmt und mal in sich geht. Ohne auf biegen und brechen
    Toll!

    • Hallo Sarah!
      Ein ganz wichtiger Hinweis „Biegen und Brechen“ oder gar Zwang wäre wohl der ganz falsche Zugang zum inneren Kind.
      Lieben Dank für dein Statement.

  3. Vielen Dank für diesen Beitrag. <3

    Sicher hat jeder Mensch ähnliche Erlebnisse aus seiner Kindheit, selbst die mit den Supernoten und die mit einem intakten Elternhaus. Seltsamerweise bleiben die negativen Erinnerungen stärker im Gedächtnis als die positiven. Gute Erlebnisse sind irgendwie selbstverständlich. Dabei sind es doch eigentlich diese, die uns wirklich prägen, oder?

    Niemals sollte man den Wert eines Kindes an seinen Leistungen oder gar an seinen Noten messen, die sagen rein gar nichts über die Persönlichkeit aus. Ich habe zwei Jungs mit großem Altersunterschied. Dem Großen ist immer alles zugefallen, er musste nie lernen, hatte ein Einser-Abitur und ist seit Jahren im IT-Bereich selbstständig. Er arbeitet aber nur, um sein Leben zu finanzieren und würde sich als misantrophischer Skeptiker ansonsten vor der Welt am liebsten in einer Höhle verstecken. Dabei hatte er eine überaus glückliche Kindheit, viele Erlebnisse, jedes Jahr mehrere Reisen – und Großeltern.

    Mein Nachzügler hat ADHS und wirklich schlechte Note, außer in Mathe, Englisch und Informatik jeweils eine 1. Seine Kindheit war geprägt von vielen negativen Momenten, vielen Umzügen, Schulwechsel mit Sitzenbleiben, Mobbing, Therapie, berufsbedingt nur einen einzigen richtigen Urlaub, wenig gemeinsame Zeit – und keine Großeltern. Doch er ist aufgeschlossen, freundlich, höflich, teilweise kindisch und steckt unglaublich viel weg.

    Beide sind mir gleich wertvoll. Obwohl ich mich gelegentlich ertappe, wie ich die Schulleistungen der zwei Jungs vergleiche und beim Jüngsten verzweifelt stöhne. Wenn es sich ergibt, erzählen mir beide von Momenten, in denen sie mein Verhalten als ungerecht empfunden haben. Wir können drüber reden und drüber lachen. Ich konnte echt giftig sein. Bin/war ich eine schlechte Mutter? Nö. 🙂

    Hatte das jetzt eigentlich irgendwas mit dem Thema zu tun? Nein? Egal, es musste wohl raus. 😉

    Liebe Grüße, Claudia

    • Liebe Claudia!
      Glücklicherweise müssen wir hier nicht kategorisieren – daher ist es völlig egal, ob dein Kommentar etwas mit dem Thema zu tun hat. In jedem Fall teilst du mit uns deine wertvollen Erfahrungen und dafür danke ich dir herzlich.
      Natürlich – und das sollte nie missverstanden werden – hatten unsere Eltern fast immer gute Absichten. Niemand kann alles richtig machen. Und außerdem – was ist richtig und was ist falsch? Auch das ist individuell.
      Dennoch glaube ich, dass es eine tolle Erfahrung für deine Jungs ist, wenn sie mit dir so offen sprechen können. Viele Mütter, die teilweise ihr eigenes Leben für ihre Kinder opfern, können nur schwer mit solch einer Kritik umgehen.
      Und ich gebe dir Recht – das Negative sollte keines Falls immer im Vordergrund stehen. Leider sind rund ein Drittel unserer Gedanken negativ behaftet. Pure Angewohnheit, würde ich das nennen. Indem man bewusst seine Gedanken immer wieder auf das Positive lenkt, kann man eine neue Gewohnheit generieren. Vielleicht wäre es mal schön, wenn deine Söhne eine Liste mit Dingen anlegen für die sie dir dankbar sind bzw. darüber was du alles richtig gemacht hast 🙂
      Herzlichen Gruß
      Melanie

    • Liebe Melanie,

      das ist ein super Rat. Ich selbst bin ein sehr positiv denkender Mensch und gehe mit einer kindlichen Leichtigkeit durchs Leben, die von der funktionierenden Gesellschaft um mich herum nicht immer wohlwollend aufgenommen wird. Von dieser Einstellung habe ich wohl eine Menge an die die beiden abgegeben. Auch wenn sie gelegentlich anecken und anders als der Durchschnitt sind, aber sie wissen, das innere Zufriedenheit nicht mit Geld zu kaufen ist. 🙂

      Lieben Gruß, Claudia

    • Herzlichen Dank für dein Feedback Claudia!
      Wundervoll, dass du so vorbildlich und positiv durchs Leben gehst. Bestimmt bist du für viele Menschen eine Quelle der Inspiration.
      Lieben Gruß Melanie

  4. liebe Melanie, nach meinem bisherigen spirit. Weg und gestrigem 4-stündigen Tetahealingworkshop, fällt mir dein Artikel nicht zufällig zu.
    Ich möchte ein paar Dinge ergänzen, die m.E. wichtig sind, um weniger Drama und mehr Leichtigkeit hineinzubringen. Denn darum geht es:“WEG von Dramen -HIN zur wahren Leichtigkeit des SEINs!!“
    Ob Eisdielenszene oder Schläge (meine Erfahrung) –
    es war wie es war, weil diese Erfahrungen für BEIDE Seiten notwendig waren bis hin zu den daraus folgenden Erschütterungen und folgenden Erkenntnissen, um daran zu wachsen. HEILUNG ist das wichtigste & nur mit bedingungsloser Liebe möglich.
    Selbstliebe!! Alles steht und fällt mit Selbstliebe!! Damit heilt auch das sog. innere Kind – das nichts anderes als der durch Schmerz abgespaltener REINE Seelenanteil in uns ist.

    • Liebe Heide!
      Danke dir, dass du deine Erfahrungen und dein Wissen mit uns teilst. Ich spüre und lese, wie sehr du dich bereits mit deinem inneren Kind beschäftigt hast. Und Selbstliebe, da stimme ich dir in jedem Fall zu, ist Heilsamkeit pur.
      Daher – danke für den Hinweis – hier ein Link zu einem Artikel über Selbstliebe: http://honigperlen.at/2016/10/liebst-du-dich-selbst-liebt-dich-das-leben/
      Auch hier gibt es noch vieles zu ergänzen… Glücklicherweise haben wir hier auf Honigperlen jede Menge Platz dafür. Falls auch du einmal via Beitrag mit meinen Leserinnen leiten möchtest, freue ich mich über deine Nachricht.
      Herzlichen Gruß

  5. Liebe Melanie!
    Vielen Dank für diesen wundervollen Beitrag ! Mein inneres Kind wurde über Jahre missbraucht und gedemütigt und nicht wahrgenommen, außer, wenn es etwas falsch gemacht hat. Ich arbeite aber seit Jahren daran, es zu trösten und ihm beizustehen, damit es wieder wachsten kann… ist manchmal sehr schwer, aber ich gebe nicht auf ! Danke für die Tipps ! Alles Liebe

    • Liebe Karin!
      Das ist traurig zu lesen – gleichzeitig aber schön zu wissen, dass dein inneres Kind durch deine Initiativen nun langsam bekommt, was es sich schon lange wünscht. Danke für deine Offenheit. Und für den Hinweis bezüglich der Dauer. Denn wenn so ein Kind niemals wachsen durfte, muss man sehr viel Geduld mit ihm haben und vor allem dranbleiben – sowie du es tust.
      Herzliche Grüße
      Melanie

  6. Schöner Artikel Melanie.
    Ich bin vor kurzem auch wieder auf mein inneres Kind gestoßen. Ich bin mit meine 62 Jahren ein gefestigter Mensch. Doch eine Situation bringt mich – zumindest innerlich völlig aus der Fassung, immer wieder – ich dachte immer, was ist das! Rational nicht zu erklären. Jetzt habe ich die Bestätigung, dass es mein inneres Kind ist und ich übe, das zu ändern. Nicht ganz einfach, wenn diese Gefühle einen packen. Lg. Gabi

    • Liebe Gabi!
      Danke für´s fleißige Lesen und dafür, dass du uns auch an deinen Erfahrungen teil haben lässt. Ich wünsche dir ganz viel Kraft mit der du das Kind in dir immer wieder umarmen kannst.
      Und herzlichen Dank auch für deine wundervollen Blogbeiträge, die ich gerne verfolge.
      Herzlichen Gruß Melanie

  7. Toller Artikel.
    Ich mache gerade eine Psychotherapie.
    Und meine Therapeutin arbeitet immer mit meinem inneren Kind und meiner Seele.
    Und ich merke dabei oft, wie sehr ich doch gelitten habe und es immer noch tue.
    Anfangs war es mir befremdlich, mein inneres Kind in den Arm zu nehmen. Aber nun Genieße ich es und merke wie ich dabei freier und gelöster werde. Auch wenn ich mir dabei noch etwas komisch vorkomme.

    Danke für diene tollen Geschichten.

    • Liebe Sabine!
      Herzlichen Dank, dass du deine tiefe Erfahrung mit uns teilst. Ich bewundere deinen Mut deinem inneren Kind zu begegnen und wünsche dir noch viele heilende Umarmungen 🙂
      deine Melanie

  8. „Meiner selbst wegen mag mich keiner“.Eine große Traurigkeit hat sich schon als Kind in mir festgesetztDas hat mich bis heute begleitet u. beeinflußt mich immer noch.Doch ich arbeite an mir u. mit dem inneren Kind u. genieße es sehr bewußt,wenn mein Freund mich in die Arme nimmt.

    • Liebe Birgit!
      Danke für deine Offenheit… ich denke, dass dieser Glaubenssatz bei vielen von uns vorhanden ist. Es ist mutig und richtig, dass du dich diesem annimmst und Schritt für Schritt zur Selbstliebe findest.
      Herzliche Grüße Melanie

  9. Ich hatte mir mit 5 Jahren selbst das Lesen beigebracht. Und auch in meinem Wissen war ich meinen Klassenkameraden, als ich mit knapp 7 in die Schule kam, weit voraus. Ich bildete mir nichts darauf ein, doch den anderen war ich ein Dorn im Auge. Ich wurde gehänselt. Angeblich, weil ich pummelig war. Doch objektiv gesehen gab es Kinder, die dicker waren als ich. Dennoch war ich der „Fettarsch“. Ich habe heute noch Probleme mit meinem Körper und Schlank sein ist mir wichtig. Auch, wenn ich mich inzwischen hübsch finde. Und seit das so ist, finden mich auch andere hübsch. Und den besten Menschen in meinem Leben ist meine Figur sogar egal. Wobei ich sagen muss, dass ich zwar etwas weiblicher bin, als es dem gängigen Schönheitsideal entspricht, aber ab einer gewissen Kilozahl verliere ich meine Dynamik.

    • Hallo Jeanine!
      Danke für dein Kommentar und dass du deine persönliche Geschichte mit uns teilst. Ich kann gut nachvollziehen, dass manche Wunden aus der Kindheit lange Zeit brauchen bis sie tatsächlich verheilen. Bewusstheit darüber ist in jedem Fall der erste und wichtigste Schritt. Ich wünsche dir alles Liebe, Melanie

  10. Liebe Melanie,
    Danke! Du sprichst mir aus dem Herzen. Egal welche Fortbildung ich in den letzten Jahren besuchte. Es ging und geht bei wirklich JEDEM um die Annahme der kindlichen Anteile! Das ist mein Weg und Beitrag damit die Menschen die Möglichkeit zur „Heilwerdung“ bekommen.
    Hast Du Aufstellungsarbeit gelernt?
    Lg. Iris

    • Liebe Iris!
      Danke für dein aufschlussreiches Kommentar. Zu deiner Frage – Nein Aufstellungsarbeit habe ich nicht gelernt, aber ich durfte sie schon des öfteren genießen, demnächst wieder.
      Herzlichen Gruß

  11. Ja wäre es nur wegen den Noten gewesen. Mein Vater starb als ich neun war und war meine Bezugsperson. Ich werde bald 50 und die Trauerarbeit ist immernoch nicht abgeschlossen. Wie soll ich bloss endgültig diese Traurigkeit LOS werden? Innere Kind Arbeit, Lichtarbeit, Meditation und Vegebung mache ich schon einge Jahre und doch gibt es oft Rückfälle. Sich selbst zu lieben ist nicht einfach zudem ich damals mein Leben verpfuscht habe. Dennoch ist die Liebe des inneren Kindes und das Arbeiten daran extrem schön. Das sollten viel mehr Menschen kennen lernen. Danke für den Artikel!

    • Liebe/r Pirelli!
      Ich danke dir herzlich für deine Offenheit. Mögest du den richtigen Weg für deine persönliche Heilung finden.
      Alles Liebe, Melanie

  12. Hallo Melanie,

    auch ich habe in der Kindheit Dinge erfahren müssen, die das innere Kind nicht sicher bis heute nicht haben wachsen lassen bzw. wo das innere Kind mich beschützen wollte.
    Meine Oma, die einzige, die ich kannte, die anderen Großeltern waren bereits verstorben, mochte mich nicht. Ich konnte mich noch so sehr anstrengen, um ihr zu gefallen bzw. ihr Gutes zu tun, nichts half. Von ihr bekam ich ständig zu hören, dass Mädchen zu nichts taugen.
    In jedem Moment, den wir allein waren, ließ sie es mich spüren. Sie beschimpfte mich und hatte immer so eine Art an sich, wo sie heimlich auf mich fluchte. Meinen Brüdern gegenüber war sie immer liebevoll.
    Damals wohnte meine Oma mit in unserem Haus. Sie war die Mutter meiner Mutter, wobei ich ihre Abneigung überhaupt verstehen kann bzw konnte.
    Meinen Eltern konnte ich mich nicht anvertrauen, sie haben mir nicht geglaubt und mussten immer sehr viel arbeiten, da wir einen Bauernhof nebst Weinberg hatten und sie froh waren, dass Oma immer da war und für uns „sorgte“. Auch heute noch sind solche Themen für sie tabu.
    Eine weitere schlechte Erfahrung war, als ich einmal allein im Weinberg die Stare hüten musste, also aufpassen musste, dass die Stare den Wein nicht abfressen. Ich durfte zu einer bestimmten Zeit wieder nach Hause laufen, da die Stare nicht mehr in den Weinberg einfallen würden. Auf dem Heimweg belästigte mich ein älterer Mann, alkoholisiert, auf sexuelle Art, er grabschte mich ganz unsittlich an.

    Diese Erlebnisse waren sicher schockierend für das innere Kind und für meine Seele, so dass ich mich nie richtig in einer Beziehung öffnen konnte und die Beziehungen stets an einem bestimmten Punkt abbrach, nach Jahren.

    Jetzt habe ich durch Meditation zu mir gefunden, mit Hilfe meines geliebten Partners. Er hat mir gezeigt, dass ich es nicht immer allen recht machen muss, dass ich mich lieben muss u kann und auch an mich denken darf. Der Weg war sehr steinig, aber ich denke, ich habe meinen Weg gefunden.
    Ich kann mich mittlerweile lieben. Jetzt möchte ich meinem inneren Kind helfen und deine Tipps sind sehr gut und fühlen sich gut an.
    Vielen Dank!

    • Liebe Sibylle!

      Ich danke dir sehr herzlich, dass du deine schmerzhafte Geschichte mit uns teilst. Es freut mich umso mehr, dass du nun deinen Weg und den Weg zur heilsamen Selbstliebe gefunden hast. Ich wünsche dir von Herzen alles Liebe, Melanie

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