Lieben oder Hassen – Gründe für Sympathie und Antipathie

Sympathie & Antipathie

Kennt ihr die Menschen, die man entweder liebt oder hasst? Ich glaube ich bin einer von ihnen. Zumindest nehme ich das selbst häufig so wahr. Deshalb bin ich der Sache mit der Sympathie und Antipathie mal auf den Grund gegangen. Und weil ich dabei auf einige interessante Erkenntnisse gestoßen bin, möchte ich euch daran teil haben lassen.

In jeder Phase meines Lebens gab es im Hinblick auf die Sympathie und Antipathie zwei Sorten von Menschen. Diejenigen, die mir ablehnend gegenüber standen und jene, die mich vom ersten Moment unserer Begegnung in ihr Herz schlossen. Umgekehrt begegnen aber auch mir immer wieder Menschen, deren Anwesenheit und Gerede ich kaum ertragen kann und jene, bei deren Anblick ist sofort weiß, dass wir einander mögen werden. Weil mich das des Öfteren beschäftigt, frage ich auch meine Freunde ab und an, wie sie bestimmte Personen wahrnehmen. Häufig deckt sich ihr Antipathiebild nicht mit dem meinen. Woran liegt das?

Sympathie & Wertschätzung

Bevor ich auf die Antipathie eingehe, gibt es hier meine Recherche-Ergebnisse in Sachen Sympathie. Wir finden Menschen vor allem dann sympathisch, wenn sie…

  • ein offenes Ohr für uns haben. Wertschätzend zuhören, ehrliches Interesse und Mitgefühl zeigen.
  • sich mit uns verbunden fühlen. Ähnliche Lebensthemen, das Teilen von Erfahrungen und Gemeinsamkeiten bei den Interessen, können dafür ausschlaggebend sein.
  • ehrlich sind. Von Macken und Ticks erzählen und zu ihren Fehlern stehen.
  • uns auf Augenhöhe begegnen und nicht versuchen uns durch etwaige Etablierungen ihren Status aufzuschwatzen.
  • uns als Individuum wahrnehmen und schätzen. Ehrlich gemeinte Komplimente machen oder Anerkennung in Form von Lob oder wohltuenden Worten schenken.
  • uns berühren, indem sie Fassaden bröckeln lassen, sich auch mal schwach zeigen, ihre Gefühle kund tun, Freude ungezwungen ausleben oder auch mal Tränen fließen lassen.

Sympathie versus Antipathie

Für Sympathie gibt es also einige rationelle Anhaltspunkte. Wie aber verhält sich das bei der Antipathie? Schließlich begegnet man manchmal Menschen, denen man nicht einmal eine Chance geben möchte. Sie nerven, bringen einen auf die Palme oder triggern mit jedem Wort die wunden Punkte in einem.

Antipathie – schlechte Erfahrungen

Manchmal entsteht Antipathie einfach dadurch, dass uns jemand an eine Person erinnert mit der wir in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht haben. Oftmals bemerken wir das bewusst gar nicht. Bloße Äußerlichkeiten genügen bereits um Verbindungen zu negativen Erfahrungen entstehen zu lassen. Ein Name, ein Gesichtsausdruck, ähnliche Augen, Stimme oder der Dialekt können dafür ausschlaggebend sein. Manchmal ist es wirklich schade auf Grund eines solch oberflächlichen Beurteilungssystems die Bekanntschaft mit neuen Individuen zu vermeiden.

Meine Idee für die Praxis: Wenn dir das nächste Mal jemand unsympathisch ist, prüfe an wen er dich erinnert. Mache dir bewusst, dass es sich bei deinem Gegenüber um eine völlig andere Person handelt. Atme tief durch und versuche durch Fragen und ehrliches Interesse Beweise für die Liebenswürdigkeit deines Gegenübers zu finden.

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Antipathie – Ähnlichkeiten

Ein weiterer Grund für Antipathie sind Ähnlichkeiten. Oftmals wissen wir über unsere eigenen Unzulänglichkeiten bestens Bescheid. Begegnen wir dann jemanden, der ähnlich Defizite hat, triggert das unser System.

Ein Beispiel: Unser Gegenüber möchte etwas erzählen, kommt aber einfach nicht auf dem Punkt. Er stottert vor sich dahin und wirkt dabei unsicher und inkompetent. Womöglich ergeht es uns selbst manchmal ähnlich. Wir berichten in einer Gruppe von Menschen von einem Erlebnis, möchten begeistern oder zumindest Interesse erwecken, aber schaffen es einfach nicht, weil uns das nötige Selbstvertrauen dafür fehlt.

Meine Idee für die Praxis: Die Chance nutzen und mehr über sich selbst erfahren. Oft sind wir uns nicht dessen bewusst, was wir an uns selbst bemängeln. Unser Gegenüber kann es uns zeigen. Fallen uns gewisse Eigenschaften immer wieder auf und kollidieren diese mit unseren eigenen, so können wir erfahren in welchen Bereichen wir uns noch weiterentwickeln möchten.

Der häufigste Grund für Antipathie

Oftmals finden wir genau das am Anderen unsympathisch, was wir selbst nicht leben. Wir finden Menschen die anspruchsvoll sind unausstehlich, weil wir selbst anspruchslos sind. Wir finden Leute mit lauten Stimmen schrecklich, weil wir selbst ganz leise sprechen. Wir finden Personen, die gerne von sich selbst reden überheblich, weil wir selbst versuchen immer gut zu zuhören.

Dieser Grund der Antipathie ist dermaßen aufschlussreich, dass ich ein Experiment empfehle:

  • Notiere dir all jene Eigenschaften deiner Mitmenschen, die dich nerven, traurig machen, kränken oder in Rage bringen.
  • Im nächsten Schritt suchst du zu jeder dieser negativen Eigenschaften die positive Kehrseite. Zum Beispiel: Egoistisch! Was kann jemand der egoistisch ist gut? Sich durchsetzen, für sich selbst einstehen, auf sich selbst achten usw.
  • Anschließend hast du eine Liste von Eigenschaften vor dir liegen, die darüber Aufschluss gibt, was du dir selbst nicht erlaubst zu leben. Alle diese Eigenschaften kommen bei dir vermutlich zu kurz. Vielleicht ist es an der Zeit sie in dein Leben zu integrieren, dir selbst mehr zu erlauben und dadurch auch dem Ärger und der Antipathie ein Ende zu setzen.

Sympathie entspannt während Antipathie anspannt! In diesem Sinne wünsche ich dir viele Erkenntnisse und die Bekanntschaft mit vielen sympathischen Menschen.

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11 Kommentare

    • Liebe Lisa!
      Danke für dein Statement. Bin froh zu lesen, dass das Thema nicht nur mich beschäftigt 🙂

  1. Melanie, einfach wunderbar! Habs direkt geteilt, weil dieses Thema so wahnsinnig wichtig ist! Du eröffneat völlig neue Perspektiven dadurch! Vielen Dank dafür!

    Gruß Mark

    • Danke für dein Feedback Mark. Es freut mich sehr zu lesen, dass es viele Menschen, wie dich gibt, die reflektiert durchs Leben gehen 🙂
      Herzlichen Gruß

  2. Huhu, manchmal reicht nur ein Blick oder eine Geste um einen Menschen nicht zu mögen. Das stimmt. Manchmal kann man es einen Menschen sogar ansehen. Ich höre da eher auf mein Bauchgefühl. Aber wie sagt man so schön, im Leben lernt man nie aus.
    Ich behalte deine Tipps gerne im Hinterkopf 🙂

    Liebe Grüße Alina

  3. Super beschrieben liebe Melanie. Deine Erkenntnisse kann ich nur bestätigen. Es ist nicht einfach über seine eigenen Schatten zu springen, aber bei manchen Menschen lohnt es sich um so mehr wenn man sich oeffnet und gewinnt neue Erfahrungen somit. Bei manch anderen Mitmenschen erhält man zumindest eine Bestätigung. Auch nicht schlecht Danke dir von Herzen und schönes Osterfest mit deinen HerzensMenschen. Franca

  4. Im Laufe unseres Lebens erwerben wir Lebenserfahrung und Menschenkenntniss. Und mit zunehmender Erfahrung mit verschiedenen Typen Mensch steigt die Antipathie bzw. die Schutz, Schutz, Schutz Strategien mit bestimmten Menschen umzugehen. Kann auch Bauchgefühl heißen. Das hilft uns bestimmte Fehler kein zweites Mal zu machen. Ich finde Antipathie nicht schlecht. Mich muss auch nicht jeder mögen. http://www.ralfhauser.wordpress.com

    • Lieber Ralf!
      Danke für deinen interessanten Ansatz. Letzterer Satz trifft bei mir ebenso zu. Lieber bin ich zu 100% als jedermanns/fraus Liebling.
      Grüße Melanie

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