Endlich leben, statt gelebt zu werden: Lass die Opferrolle los!

Ein Opfer der Umstände?

„Wieder einmal erwartet mich eine harte Woche. Das Wetter ist miserabel, der Chef launisch, die Arbeitsbedingungen werden immer schlechter und mein Körper spielt auch nicht mehr so mit wie früher. Familiär werde ich ständig mit Erwartungen überschüttet und finanziell lebt es sich mehr schlecht als recht. All dem bin ich hilflos ausgeliefert. Ich kann nichts daran ändern…“

So lauten die Gedanken eines Menschen, der ganz und gar in das Kostüm der Opferrolle geschlüpft ist. Er fühlt sich ausgeliefert, ohnmächtig und nicht selbstbestimmt. Wenn du dich zumindest in einem kleinen Teil der Ansprache wiederfindest, dann könnte dieser Beitrag genau der richtige für dich sein.

Ich zeige dir auf, wie wir ganz unbewusst in die Opferrolle schlüpfen und welche Auswege es gibt, damit du wieder vom Opfer zum Schöpfer deines Lebens wirst.

Diesen Blogbeitrag gibt es auch als Podcast auf Spotify, iTunes oder direkt hier:

Wie entsteht die Opferrolle?

Niemand von uns kommt mit dem Gefühl, ein Opfer zu sein, auf die Welt. Viel mehr handelt es sich hier um eine Kette von angeeigneten inneren Überzeugungen, die von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden. Hier sind einige Schlüsselaspekte:

Kindheitserfahrungen: Negative Erfahrungen aus der Kindheit können die Grundlage für das Opferverhalten legen. Gründe hierfür können Vernachlässigung, ständige Kritik oder ein sehr autoritärer Erziehungsstil, bei dem der Erwachsene alles bestimmt und das Kind keine Rechte hat, sein.

Selbstwertgefühl: Menschen mit einem niedrigen Selbstwert haben die Tendenz, sich als Opfer zu betrachten. Ihrem Gefühl nach ist jeder Mensch um sie herum wertvoller und machtvoller als sie selbst.

Denkmuster Übergeneralisierung: Menschen mit einem pessimistischen Denkmuster neigen dazu, sich als Opfer zu sehen. Das liegt daran, dass sie einzelne negative Erfahrungen generalisieren und sich Glauben machen, dass nun jede weitere Erfahrung genauso schlecht sein wird.

Mangelnde Selbstreflexion: Menschen, die sich wenig selbstreflektieren, haben Schwierigkeiten, ihre eigenen Anteile an Problemen zu erkennen. Stattdessen neigen sie dazu, externe Faktoren oder andere Menschen für ihre Situation verantwortlich zu machen.

Folgen der Opferrolle

Das dauerhafte Verharren in der Opferrolle hat schwerwiegende negative Auswirkungen auf unser Wohlbefinden. Erstens neigen Menschen, die sich permanent als Opfer sehen, dazu, ihre Handlungsmöglichkeiten einzuschränken. Die Überzeugung, dass externe Faktoren oder andere Menschen für ihre Probleme verantwortlich sind, führt zu einem Mangel an Eigeninitiative und einer geringeren Bereitschaft, aktiv an Lösungen zu arbeiten.

Zweitens kann die anhaltende Identifikation mit der Opferrolle das Selbstbild erheblich beeinträchtigen. Das ständige Gefühl der Hilflosigkeit und Ohnmacht belastet außerdem die psychische Gesundheit.

Frau sieht aus dem Fenster und denkt nach

Drittens kann das Opferverhalten auch zwischenmenschliche Beziehungen beeinträchtigen. Menschen, die sich konstant als Opfer sehen, neigen dazu, sich in einer passiven Rolle zu positionieren, was zu Spannungen und Unausgewogenheiten in Beziehungen führt. Die wiederholte Betonung von eigenen Problemen kann auch das Mitgefühl anderer erschöpfen, was soziale Unterstützung erschwert.

Ist das Opfer selbst schuld?

Bevor wir zu den Befreiungsschritten kommen, ist es noch wichtig zu erwähnen, dass du und jeder andere, der betroffen ist, erstmals nicht selbst daran schuld ist, dass er in irgendeiner Situation seines Lebens zum Opfer wurde. Damals wurdest du zum Opfer und hast die Rolle daher angenommen.

Aber wenn du dich auch noch heute in fast jeder Situation des Lebens als Opfer fühlst, dann ist das in etwa so, also wäre dein innerer Film hängengeblieben. Nur, weil du einmal oder zweimal ein Opfer warst, musst du es nicht dein Leben lang bleiben. Ziel ist es, dass du den Film wieder zum Laufen bringst und deiner Zukunft immer öfter Schöpfer statt Opfer wirst.

Aber Opfer sein ist doch auch bequem

Aber vorab müssen wir uns einer Tatsache bewusst sein. Opfer zu sein ist zwar nicht angenehm, aber doch bequem. Aus der Rolle auszubrechen, erfordert Aktivität, Mut und den Willen zur Veränderung. Dieser aber lohnt sich. Hier sind einige Grüne, warum du wieder der Boss des eigenen Lebens werden solltest:

  • Träume erscheinen plötzlich nicht mehr unrealistisch, sondern werden zu Zielen, die Schritt für Schritt erreicht werden können.
  • Das Gefühl, ausgeliefert zu sein, lässt nach und Selbstbestimmung kehrt zurück. Das fördert das Selbstvertrauen und wir fühlen uns wieder wertvoll.
  • Dort, wo wir früher immer nur Sackgassen gesehen haben, sehen wir plötzlich Handlungsmöglichkeiten.
  • Aus Passivität wird Aktivität. Nicht mehr die anderen bestimmen, was im Leben geschieht, sondern wir selbst.

Was braucht es, um vom Opfer zum Schöpfer zu werden

1. Identifiziere deine Opferglaubenssätze

Finde heraus, welche Glaubenssätze dazu führen, dass du dich immer wieder machtlos, ausgeliefert oder passiv fühlst. Hierzu einige Beispiele.

  • Ich habe keine Kontrolle über mein Leben.
  • Warum passieren immer schlechte Dinge ausgerechnet mir?
  • Mein Leben ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt.
  • Es hat keinen Sinn, etwas zu versuchen – ich werde sowieso scheitern.
  • Andere Menschen sind für mein Unglück verantwortlich.
Auch interessant:  Das Geheimnis der Glücklichen: 10 Glaubenssätze

Das Erkennen und die Auflösung dieser oder ähnlicher Glaubenssätze ist der essentielle Schritt, um dir die Macht über dein Leben wieder zurückzuholen. Hol dir dazu gerne erweiterte Hilfe mit meinem Buch – Wenn ein Satz dein Leben verändert – SPIEGEL-Bestseller.

2. Deine Verantwortung

Frau geht ihren Weg im Schneesturm

Mach dir klar, dass Verantwortung nicht nur Anstrengung bedeutet, sondern auch Freiheit, wunschorientierte Lebensgestaltung und Vertrauen in dich selbst. „Ich bin für mich verantwortlich und diesen Job will ich gut machen. Ich verspreche mir das Beste mir mögliche aus meinem Leben zu machen.“ So könnte dein Entschlussgedanke in ein selbstbestimmtes Leben lauten.

3. Jammern stoppen

Ja, du darfst Jammern und Meckern. Bis zu einem gewissen Grad ist das sogar gesund. Aber wenn du in den Meckerkreislauf hineingerätst, dann wird es kritisch.

Praxistipp: Wenn du bemerkst, dass du wieder in einen Negativkreislauf hineingerätst, versuche ihn zu stoppen und hol dir hierfür die folgenden Gedanken zur Hilfe:

  • Wenn die blöde Situation etwas Gutes hätte, was könnte es sein?
  • Auch, wenn es diese unfaire oder doofe Sache gibt, gibt es auch gute Dinge in meinem Leben. Wofür bin ich gerade dankbar?

Jedes Mal, wenn es dir gelingt, deine Gedanken weg vom Jammern hin zur Dankbarkeit oder Positivem zu lenken, gibst du dir außerdem ein imaginäres Plus. Das motiviert zum Weitermachen.

4. Mache, anstatt mit dir machen zu lassen

Aktivität ist das Wundermittel um aus der Opferrolle auszubrechen. Auch, wenn du in einigen Lebensbereichen durch die äußeren Umstände noch in einem Korsett gefangen bist, kannst du durch Aktivität, kleine Ziele und erste Handlungen langsam daraus hervor dringen. Suche bewusst nach Bereichen, Wünschen und Zielen, in denen du damit beginnen kannst, deine Rolle als Schöpfer zu trainieren.

Zum Beispiel: Dein Badezimmerteppich gefällt dir nicht mehr – du bestimmst darüber, einen neuen zu kaufen und wählst einen aus. Du bist schon länger unzufrieden mit der mangelnden Bewegung in deinem Leben. Du suchst aktiv nach sanften Sportmöglichkeiten, die dir gut tun könnten und meldest dich zu einem Kurs an. Oder: Du ärgerst dich regelmäßig über das Ordnerchaos im Job? Du gehst zu deinem Boss und bietest ihm an, jetzt endlich für Ordnung zu sorgen und richtest dir die digitalen Ordner so ein, dass die Arbeit zukünftig leichter für dich wird.

5. Du kannst immer etwas ändern

Du selbst gestaltest dein Leben. Dieser Satz löst bei vielen Menschen Widerstand aus. Schließlich gibt es Bereiche zur Genüge, die wir nicht verändern können. Das Wetter, die Kollegen oder die Wirtschaftslage beispielsweise, liegen außerhalb unserer Einflusskraft. Und dennoch steht uns in diesen Bereichen eine Sache frei, unsere Einstellung. Wir bestimmen durch unsere Gedanken, ob wir uns über eine Sache ärgern oder eben nicht.

Probiere es einmal mit diesen Fragen

  • In welchen Bereichen fühlst du dich machtlos?
  • Welche Einstellung müsstest du erreichen, damit es dir in diesem Bereichen besser gehen würde?
  • Welche Gedanken würden mit dieser Einstellung einher gehen?

Denk daran! Das Glück deines Lebens, hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab. Und der Boss deiner Gedanken, der bist DU!

PS.: Wenn du jetzt beginnen willst an deinem Selbstwertgefühl zu arbeiten, um dich wieder wert- und machtvoller zu fühlen, nutze gerne mein kostenloses Webinar: DU bist genug! Nur für kurze Zeit.

Herzlich, deine Melanie

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11 Kommentare

  1. Liebe Melanie,
    vielen Dank für deine vielen schönen Beiträge.
    Ich lese sie regelmäßig und fühle mich immer sehr inspiriert. Vor Jahren hatte ich
    ein Bourn out und seid dieser Zeit lese ich sehr viel. Ich würde mein Wissen auch gerne unter die Leute geben, aber ich weiß noch nicht den Anfang.
    LG Heike aus Berlin

    • Liebe Heike!
      Ich freue mich, dass du regelmäßig bei mir vorbeischaust. Und ich danke dir für deine Offenheit zum Thema Bourn out. Ein Thema das ich bisher noch nicht am Blog behandelt habe.
      Bezüglich „Wissen unter die Leute bringen“ – gerne kann ich dir dabei den ein oder anderen Hinweis geben.
      lieben Gruß

  2. Hallo liebe Melanie, was mich sofort berührt hat in deinen Artikeln ist, dass man sofort spürt was unter diesen Texten liegt:Liebe. Die Essenz die uns ausmacht.Und das strahlst du auch aus. Für mich habe ich sofort gefühlt, wenn wir uns wirklich darauf einlassen und uns mit unserem SEIN verbinden strahlen wir es auch aus. Danke für deine Arbeit und dein Sein. Liebe Grüße von Nicole

    • Liebe Nicole!
      Ich danke dir ganz herzlich für dein wertschätzendes Kommentar über das ich mich sehr freue.
      Alles Liebe auch für dich <3

  3. Danke für Deine hilfreichen Beiträge liebe Melanie. Ich darf auch als Mann Deine Artikel kosten, ohne gleich ein Softie zu sein. Freue mich , dass die Frauen im Vormarsch sind, Frau muss ja nicht gleich Verteidigungsminister sein (Spaß muss sein). Liebe Grüße Hubert aus Münchberg

    • Herzlichen Dank für dein Kommentar Hubert 🙂
      Grüße aus dem sonnigen Wien

  4. Liebe Melanie!
    Vielen herzlichen Dank!
    Jeder Artikel von dir trifft mitten ins Herz und deine Worte kommen immer genau zu der Zeit, wenn ich sie brauche.

  5. ich habe mir diesem Beitrag durchgelesen und bin überrascht,ich versuche meiner Tochter in ihrer schwierigen Ehe beizustehen und muss sagen ,es sind viele Aussagen enthalten die ich weiter vermitteln werde.

  6. Liebe Melanie!

    Deine Ausstrahlung bewegte mich Dir zu Zuhörern. Deine Aussagen zu Glaubenssätze haben eine großartige Wirkung im Leben. Die mir und meinem Umfeld gut tun. Es ist der Anfang einer wunderschönen Reise.
    DANKE
    Herzlichst Anita

Kommentare sind geschlossen.