Warum du immer die willst, die dich nicht wollen

Vielleicht steckst du mitten drin, vielleicht aber denkst du, dass du dieses Muster längst losgelassen hast. Wenn du betroffen bist oder warst, ist dieser Beitrag für dich auf jeden Fall richtig. Auch dann, wenn du bereits jemanden gefunden hast, der sich für dich entschieden hat, denn häufig setzt sich das Muster entweder in der Partnerschaft selbst oder in anderen Lebensbereichen fort.

So oder so ist die Sehnsucht nach Menschen, die dich nicht wollen schmerzhaft und kontraproduktiv für deine Selbstliebe, deine Zufriedenheit im Leben und dein Selbstwertgefühl. Es gibt also jede Menge Gründe, warum du diesem Muster auf den Grund gehen solltest. Wir sehen uns heute fünf möglichen Ursachen an und zum Abschluss gibt es Impulse für Lösungsschritte.

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1. Ich bin nicht gut genug Glaubenssatz:

Die innere Überzeugung: ich bin nicht gut genug – ist die am häufigst verbreitetste überhaupt. Bei einer Umfrage meiner Leser gaben mehr als 80% an unter diesem Satz zu leiden. Jetzt weißt du auch, warum so viele Menschen vom Phänomen, immer die zu wollen, die sie nicht wollen, betroffen sind.

Aber wie kommt es dazu? Unser Gehirn ist bestrebt, unsere innere Überzeugungen real zu machen. Wenn unser Gehirn glaubt, dass uns eine beistimmte Tablette heilt, dann tut sie es auch, selbst wenn sie nur aus Zucker besteht. Diesen Effekt bezeichnet man Placebo.

Einen ähnlichen Effekt löst auch der Glaubenssatz – ich bin nicht gut genug aus. Unbewusst versuchen wir Situationen herzustellen, die diese innere Überzeugung beweisen. Das bedeutet, wir ziehen Menschen, die uns gar nicht oder nur halbherzig wollen, unbewusst durch unser eigenes Verhalten und unsere Ausstrahlung an.

2. Sehr geringes Selbstwertgefühl

Frau schaut traurig aus dem Fenster

Hinzu kommt, dass jemand, der schwer oder gar nicht erreichbar ist, als besonders wertvoll empfunden wird. Menschen, die selbst ein niedriges Selbstwertgefühl haben, kommen meist zur unbewussten Schlussfolgerung, dass ein wertvoller Mensch an ihrer Seite das Gefühl – nicht wertvoll zu sein – endlich vertreibt.

In der Realität aber geschieht das Gegenteil. Die stetige Zurückweisung führt zu einer weiteren Minderung des Selbstwertgefühls. Und selbst wenn man es schafft, einen solchen Menschen zu erobern, so fühlt man sich in der Beziehung dann dem anderen meist so unterlegen, dass man wieder seinen niedrigen Wert bestätigt glaubt.

3. Bindungsunfähigkeit – Schutz vor Verletzungen

Eine Form der Bindungsunfähigkeit kann auch ein Grund dafür sein, warum du immer die willst, die dich nicht wollen. Weil du entweder als Kind oder in vergangenen Beziehungen große Enttäuschungen in der Liebe erlebt hast, hat sich in deinem Unterbewusstsein ein Schutzmechanismus kreiert.

Du versuchst, meist unbewusst, den Schmerz der Enttäuschung, den du schon einmal erlebt hast, zu vermeiden, indem du dir immer wieder schwer oder nicht erreichbare Menschen aussuchst. So stellst du sicher, dass du nicht in einer Beziehung landest und schützt dich vor der möglichen Enttäuschung und dem möglichen Schmerz, der genau wie damals daraus resultieren könnte.

4. Überzeugung Liebe erst verdienen zu müssen

Ein weiterer Glaubenssatz, der ebenso immer wieder dazu führt, dass wir an Menschen geraten, die uns nicht so sehr wollen wie wir sie, ist – ich muss mir Liebe erst verdienen. Wie eingangs bereits erklärt, löst auch dieser Glaubenssatz aus, dass wir unbewusst Menschen anziehen, die genau das von uns verlangen und erwarten.

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Weil wir es bereits in der Kindheit so gelernt haben, verwundert uns diese Situation nicht und wir rackern uns weiter ab, um uns die Liebe, nach der wir uns so sehnen, endlich zu verdienen.

5. Kindheit Reinszenierung

Wenn wir als Kind eine Mutter oder einen Vater hatten, der aus verschiedenen Gründen für uns schwer erreichbar war, das kann physischer Natur, aber auch emotional gewesen sein, so ist es gut möglich, dass unser inneres Kind diese Situation stets reinszeniert.

inneres Kind ist nicht glücklich

Wir suchen uns quasi unbewusst einen Menschen aus, der ähnlich schwer erreichbar ist wie Mama oder Papa damals. Als Kind war die Liebe unserer Eltern für uns überlebenswichtig. Haben wir einen von ihnen nicht richtig erreicht, seine Liebe nur selten oder situativ gespürt, dann hat das tiefe Wunden hinterlassen.

Um diese Wunden zu heilen versuchen wir die Situation von damals mit dem oder der Angebeteten nachzuspielen. Unbewusst sehen wir in ihm oder ihr Mama oder Papa. Aber anders als damals hoffen wir, dass es diesmal zu einem Happy End kommt und dadurch die alten Wunden endlich heilen.

Leider funktioniert diese romantische Vorstellung fast nie. Im Gegenteil, sie führt dazu, dass die alten Wunden immer wieder aufgerissen werden. Mit jeder neuen Ablehnung wird es schmerzhafter. (Mehr dazu: Warum du deine Kindheit immer wieder reinszenierst)

Lösungsansätze:

1. Glaubenssatzarbeit

Wie du erkannt hast, entsteht das Muster, immer die zu wollen, die uns nicht wollen, meist durch vergangene Verletzungen. Als ersten Schritt empfehle ich dir, dich mit den Glaubenssätzen, von denen du betroffen bist, auseinander zu setzen. Hier findest du weitere Impulse und Tools: Glaubenssatzwunden heilen.

2. Dein inneres Kind heilen

Die meisten Wunden stammen aus unserer Kindheit. Daher empfehle ich dir, wenn du wirklich in die Tiefe gehen, diese Muster und noch vieles mehr, was dich schmerzt, auflösen möchtest, die Arbeit mit deinem inneren Kind. Starte gerne mit meiner kostenlosen: Heile dein inneres Kind-Mediation. Und wenn du dich bereit fühlst, endlich zu heilen, dann sieh dir meinen Befreie dein inneres Kind Kurs in der Variante „nur für mich“ oder „Innerer-Kind-Mentor“ an.

Herzlichst, deine Melanie

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