Reagiere so bei verbalen Angriffen –
7 wirksame Strategien

Manche Tage fühlen sich an wie ein Leben auf einem feindlichen Planeten. Vor allem dann, wenn wir verbale Angriffe erfahren, schlecht behandelt oder Kränkungen ausgesetzt werden. Auch wenn wir wissen, dass wir uns wehren sollten – den emotionalen Schmerz, den unser Gegenüber mit Worten auslöst, nicht einfach hinnehmen sollten – sitzt der Schmerz manchmal so tief, dass wir ohnmächtig sind, tatenlos zusehen und uns einfach nur ärgern.

Es gibt auch jenen Typus, der sich durch verbale Angriffe so getriggert fühlt, dass er explodiert und zum Gegenangriff ausholt. Das führt meist zu Streit, was neben der bereits entstandenen Verletzung einen noch tieferen Graben reißt.

Beide Wege sind nicht ideal. Daher möchte ich dir heute 7 Strategien der verbalen Selbstverteidigung vorstellen, mit denen du es schaffen kannst, dich selbst zu schützen und gleichzeitig die Situation nicht eskalieren lässt.

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Wie könnte eine Kränkung bzw. ein verbaler Angriff aussehen?

Vorab zum besseren Verständnis ein paar Beispiele für verbale Angriffe:

  • Jemand macht dir Vorwürfe (z. B.: Das ist alles deine Schuld, das hast du doch mit Absicht gemacht).
  • Jemand beleidigt dich (z. B.: Du bist doch nicht normal/verrückt/behindert, du bist das Letzte/eine Witzfigur/ein Niemand etc.).
  • Jemand pauschaliert (z. B.: Du machst immer so viel Fehler. Du bist immer so zickig. Du kümmerst dich nie um etwas).
  • Jemand macht sich über dich lächerlich (z. B.: Dich kann man doch nicht ernst nehmen).
  • Jemand trifft unbewusst oder bewusst deinen wunden Punkt. Dies kommt sehr häufig in der Partnerschaft vor.

Verbale Selbstverteidigung findet nicht unter der Gürtellinie statt

Meist erkennst du einen verbalen Angriff anhand deiner Emotionen. Du fühlst dich klein, verletzt, unfair behandelt oder aber es steigt enorme Wut in dir auf. Je nach Emotion fällt, wie eingangs beschrieben, deine Reaktion aus.

Wichtig zu wissen ist, dass es nicht der Sinn verbaler Selbstverteidigung ist, einen Krieg vom Zaun zu brechen, indem wir mit unfairen Mitteln zurückschlagen. Unfaire Mittel wären z. B. wunde Punkte des anderen zu nutzen, um ihn klein zu kriegen oder unkontrolliert mit Beleidigungen um sich zu werfen. Denn das verbessert die Situation niemals. Daher nutze lieber eine der folgenden 7 Antwortstrategien, wenn dich das nächste Mal jemand kränkt oder angreift.

7 Antwortstrategien für deine verbale Selbstverteidigung

1. Setze deine Körpersprache ein

Atme nach dem Angriff/der Kränkung ein paarmal tief ein und aus. Stelle dabei beide Beine auf den Boden und richte dich auf. Brust raus, Kinn nach oben. In dieser Haltung siehst du der- oder demjenigen, der oder die dich gerade angegriffen hat, tief in die Augen. Bleibe dabei still und sage nichts. Mach dir bewusst, dass auch hinter den Augen deines Gegenübers vermutlich eine verletzte Seele oder ein noch immer verletztes Kind ist.

Deine selbstbewusste Haltung und der tiefe und liebevolle (!) Blick in die Augen deines Gegenübers für mindestens 10 Sekunden kann die Situation komplett verändern. Warte ab, was passiert.

2. Formuliere dein Gefühl

Wenn wir angegriffen werden, reagieren wir schnell mit Gegenvorwürfen. Da uns diese nicht weiterbringen, ist es besser, zu formulieren, was der Angriff des anderen mit uns macht. In etwa so: Ich bin durch deine Aussage verletzt. Ich bekomme das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Oder: Es tut mir weh, wenn du das sagst.

Das Mitteilen von Gefühlen kann sehr oft ein Gamechanger sein. Das Gegenüber entsinnt sich meist gleich seines Einfühlungsvermögens. Wichtig: Diese Option sollte man nur bei vertrauten Personen nutzen. Nicht im Job!

Du kannst auch Punkt 1. Körpersprache und Punkt 2. Formulieren deines Gefühls kombinieren.

3. Die Chance geben, den Angriff zurückzunehmen

Viele Menschen reagieren sehr impulsiv. Im nächsten Moment tut ihnen ihre Aussage leid. Gib deinem Gegenüber daher die Chance, seinen Angriff zurückzunehmen, indem du nachfragst: „Bitte warte einen Moment. Ich möchte sichergehen, ob ich dich richtig verstanden habe.“ Wiederhole nun möglichst sachlich die Botschaft des Angriffes.

Oder: Versuche etwas Verbindendes zu finden, sodass dein Gegenüber sich daran erinnert, dass ihr ein Team oder ein Paar seid und keine Feinde. In etwa so: „Wir haben es doch bisher immer so gut geschafft offen und verständnisvoll miteinander zu sprechen. Möchtest du deine Aussage wirklich so stehen lassen?“

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4. Klare Grenzen setzen

Wenn dein Gegenüber vehement uneinsichtig ist und seine Angriffe stetig wiederholt, ist es an der Zeit, klare Grenzen zu setzen. Das ist gerade anfangs nicht leicht, aber es lohnt sich. Je klarer die Grenzen, desto eher werden sie eingehalten. Am besten formulierst du Sätze wie:

  • Ich akzeptiere nicht mehr, dass du so mit mir sprichst.
  • Ich akzeptiere nicht mehr, dass du dich über mich lächerlich machst.
  • Ich akzeptiere nicht mehr, dass du mir Unwahrheiten unterstellst. Usw.

Mehr Tipps, um leichter klare Grenzen zu setzen, findest du hier: Anleitung zum Grenzen setzen.

5. Wie würde dein Vorbild reagieren?

Diese Frage kann dir dabei helfen, deine verbale Selbstverteidigungsstrategie auszubauen. Nimm dir dazu etwas Zeit, um dich mit deinem Vorbild verbinden bzw. dich in es hineinversetzen zu können. Schreibe nach dem Vorfall auf, wie du dich in Zukunft verhalten möchtest.

6. Zeit gewinnen

Wenn wir angegriffen werden, sind wir trotz vorher angelernter Antwortstrategien oft perplex. Um nicht sprachlos zu bleiben bzw. zumindest später die Gelegenheit zu bekommen, dich zu verteidigen, kannst du mit dem folgenden Satz Zeit gewinnen: „Dieser Vorwurf hat mich getroffen. Darauf kann ich im Moment nicht antworten. Ich werde später in Ruhe darauf zurückkommen, wenn ich so weit bin.“

7. Dein Mindset

Denk daran, wenn dich jemand anders schlecht behandelt, sagt das mehr über ihn als über dich aus. Dies sagt schon eine alte Weisheit:

Was Peter über Paul sagt, sagt mehr über Peter als über Paul.

Mach dir zudem bewusst, dass du entscheidest, was du annimmst und was nicht. Wenn der Postbote dir ein schönes Geschenkpäckchen bringt, nimmst du es vermutlich an. Wenn er dir hingegen einen stinkenden Sch…haufen bringt, wohl eher nicht. Genauso ist es auch mit verbalen Päckchen. Du entscheidest, ob du sie annimmst und dich darüber ärgerst oder dich kränkst, oder ob du sie einfach ablehnst und dir den Tag dadurch nicht vermiesen lässt.

Panzerschutz – Selbstwertgefühl

Ein richtig guter Schutz gegen verbale Angriffe ist ein gesundes Selbstwertgefühl und eine große Portion Selbstliebe. Wenn es das ist, das du gerne stärken möchtest, um dadurch viele positive Veränderungen in dein Leben einzuladen, dann tue es mehr als 2.000 Teilnehmern meines Selbstliebe-Lehrgangs (Variante: nur für mich oder Selbstliebe-Trainer) gleich. Das nächste 9-Wochen Live-Programm startet in Kürze. Sichere dir jetzt unverbindlich einen Platz!

Herzlich, deine Melanie

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