Wie deine Mutterwunde dein Liebesleben lenkt

Unsere Kindheitserlebnisse und die Beziehungen, die wir zu unseren Eltern aufbauen, haben einen nachhaltigen Einfluss auf unser gesamtes Leben. Besonders die Beziehung zu unserer Mutter kann eine tiefgreifende Rolle in unserem Liebesleben spielen. Das liegt vor allem daran, dass „Mama“ für uns alle die erste große Liebe war. Kein Wunder also, dass wir viele Prägungen, die durch die Beziehung zu ihr entstanden sind, auch in unsere romantischen Beziehungen mitnehmen.  

In diesem Blogbeitrag werden wir uns damit auseinandersetzen, wie Mutterwunden entstehen können, welche Auswirkungen sie auf unsere Liebesleben haben und welche Schritte du unternehmen kannst, um diese Wunden zu heilen.

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Die Beziehung zur Mutter

Die Beziehung zur Mutter bildet das Grundgerüst für die emotionale Entwicklung eines Kindes. Mutterwunden entstehen grundsätzlich, wenn die emotionale Verbindung zur Mutter gestört oder belastet ist. Du musst aber für eine Mutterwunde nicht zwingend eine traumatische Kindheit oder eine schreckliche Mutter gehabt haben.

Alle Eltern machen Fehler. Die Fehler der Mutter prägen sich meist tiefer in unserem Unterbewusstsein ein als die des Vaters, was daran liegt, dass die meisten von uns in den ersten Lebensjahren eine wesentlich engere Bindung zu ihrer Mutter als zu ihrem Vater haben.

Kurzum: Beim Erkennen der Mutterwunde geht es nicht darum, endlich einen Schuldigen für deinen inneren Kind Schmerz zu finden. Auch die besten Mütter machen Fehler. Es geht im ersten Schritt darum, den Schmerz deines inneren Kindes zu erkennen und besser zu verstehen, denn darin liegt die Chance zur Heilung.

Tochter umarmt Mutter und heilt ihre Mutterwunde

Kindheit: Die Grundlage für unsere emotionalen Muster

So individuell wie jede Beziehung zwischen Mutter und Kind ist, so individuell ist auch jede Mutterwunde. Hier zähle ich 8 häufige Verletzungen auf, die vor allem dann, wenn sie häufiger vorkamen, zu Nachwehen in unserem Erwachsenenleben führen können.

1. Emotionale Vernachlässigung

Wenn eine Mutter aufgrund eigener Herausforderungen, z. B. Krankheit, psychische Probleme, zu viel Arbeit und Stress, Beziehungs- oder Geldproblemen, nicht in der Lage ist, angemessen auf die emotionalen Bedürfnisse ihres Kindes einzugehen, kann dies zu einem Gefühl von Vernachlässigung führen. Die Interpretation des Kindes lautet dann oft: Ich bin (für sie) nicht wichtig.

2. Abwertung von Emotionen

Wenn eine Mutter die emotionalen Ausdrücke des Kindes abwertet oder als irrelevant abtut, lernt ein Kind dadurch, seine eigenen Gefühle zu unterdrücken oder sie nicht ernst zu nehmen, was langfristige negative Auswirkungen auf sein psychisches Wohlbefinden hat.

3. Übermäßige Kontrolle

Eine übermäßig kontrollierende oder dominante Mutter kann die Selbstständigkeit und das Selbstvertrauen des Kindes beeinträchtigen, was später zu Problemen in Bezug auf Autonomie und Intimität führen kann. Als Erwachsene fühlen wir uns mit dieser Kindheitswunde oft stark abhängig von anderen.

4. Mangelnde emotionale Verfügbarkeit

Wenn eine Mutter aufgrund eigener emotionaler Schwierigkeiten nicht in der Lage ist, eine sichere Bindung und somit das Gefühl „Ich bin immer für dich da, egal was passiert“, herzustellen, kann dies zu Unsicherheiten bezüglich der eigenen Persönlichkeit führen. Insbesondere in späteren Beziehungen macht sich diese Unsicherheit immer wieder breit. Verlustängste oder Klammerverhalten können eine Folge davon sein.  

5. Einfluss von Rollenstereotypen

Mütter, die starken traditionellen Rollenstereotypen folgen, können unbewusst Verhaltensmuster fördern, die eine ungesunde Abhängigkeit von männlicher Anerkennung oder Unterstützung fördern, was im Erwachsenenalter zu Problemen führen kann.

6. Unerfüllte Träume der Mutter

Wenn die Mutter ihre eigenen Lebensziele und Träume aufgrund zugunsten ihrer Familie oder des Gatten aufgibt, kann dies zu emotionalen Spannungen führen, die das Kind spürt und sich schuldig fühlen lässt. Die später erwachsenen Frauen spüren dann häufig den Drang, ihre Schuldgefühle abzuarbeiten, indem auch sie zur aufopfernden Ehefrau oder Mutter werden.

7. Hohe unerfüllte Erwartungen

Mütter, die sehr hohe Erwartungen an ihre Kinder stellen, die kaum erfüllt werden können und sich anschließend enttäuschend zeigen, prägen das Selbstwertgefühl ihres Kindes negativ. Das Kind schlussfolgert unweigerlich, dass es nicht gut, klug oder liebenswert genug ist und übernimmt diese Überzeugung häufig bis ins Erwachsenenalter.

8. Ungelöste Traumata der Mutter

Wenn die Mutter eigene ungelöste Traumata oder emotionale Belastungen hat, kann dies die Interaktion mit dem Kind beeinflussen und zu emotionalen Verwundungen führen. Die Lasten der Mutter können im Worstcase vom Kind übernommen werden.

Auswirkungen im Erwachsenenleben: Die Dynamik in Beziehungen

Einige Auswirkungen habe ich bereits bei den obigen Ursachen angeschnitten. Die häufigsten Folgen einer Mutterwunde auf romantische Beziehungen fasse ich hier noch einmal kurz zusammen:

Selbstwertprobleme

Eine Mutterwunde kann dazu führen, dass wir Schwierigkeiten haben, unseren eigenen Wert anzuerkennen. Das kann in Beziehungen zur Folge haben, dass wir die fehlende Anerkennung in der Kindheit versuchen, beim Partner einzufordern, indem wir z. B. ständig um Feedback bitten, die Liebe des anderen ständig bewiesen haben wollen oder Klammerverhalten zeigen.

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Außerdem kann es durch einen geringen Selbstwert zu einem Hoch-Tief-Gefälle in der Partnerschaft kommen. In der Praxis bedeutet das, dass sich ein Partner dem anderen unwürdig fühlt und zur Unterordnung oder sogar Unterwerfung neigt. Eine Beziehung auf Augenhöhe ist so schwer möglich.

Angst vor Nähe

Die Unfähigkeit, eine gesunde emotionale Verbindung zur Mutter aufzubauen, kann in erwachsenen Liebesbeziehungen dazu führen, dass Intimität in Beziehungen als bedrohlich empfunden wird. Oft wünscht man sich zwar die Nähe, hat aber gleichzeitig Angst davor. Die Angst vor der Ablehnung oder davor verletzt zu werden, ist – so wie in der Kindheit – meist stärker, weswegen man, sobald es ernst wird, zur Distanzierung neigt.

Muster der Co-Abhängigkeit

Eine Mutterwunde kann zu Co-Abhängigkeitsmustern führen, bei denen eine Person die Bedürfnisse des Partners über die eigenen Bedürfnisse stellt, um sich gebraucht, geliebt und wertvoll zu fühlen.

Der Klassiker: es dem Partner immer recht machen wollen, um gebraucht und geliebt zu werden. Oft geht das so weit, dass der Co-Abhängige die Bedürfnisse und Wünsche seines Partners so sehr in den Vordergrund rückt, dass er seine eigenen gar nicht mehr erkennen kann bzw. sogar glaubt, diese würden sich mit dem des Partners decken.

Ungesunde Beziehungsdynamiken

Menschen mit Mutterwunden suchen oft unbewusst nach Partnern, die ähnliche Eigenschaften wie ihre Mütter haben. In der Regel tun wir dies, weil uns alles, was wir gewohnt sind, als sicher erscheint. Auch dann, wenn es sich dabei um negative Eigenschaften wie Hersch- oder Kritiksucht, narzisstische Wesenszüge, emotionale Kälte oder Teilnahmslosigkeit handelt.

Es ist wenig verwunderlich, dass uns dadurch in romantischen Beziehungen ähnliche Probleme und schmerzhafte Gefühle wie damals in der Kindheit begegnen.

Heilung der Mutterwunde: Den Weg zur Genesung finden

Die Heilung von Mutterwunden erfordert Zeit und Selbstreflexion. Hier sind einige Schritte, die dich bei deinem Weg zur Heilung unterstützen können:

Bewusstsein

Mach dir bewusst, wie die Beziehung zu deiner Mutter möglicherweise dein Selbstbild und deine romantischen Beziehungen beeinflusst haben könnte.

Selbstfürsorge

Pflege eine liebevolle Beziehung zu dir selbst. Versuche dir selbst die Mutter zu sein, die du in der Kindheit vermisst hast.

Vergebung

Vergebung, sowohl sich selbst als auch der Mutter gegenüber, ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Heilung, auch wenn das nicht immer einfach ist. Bedenke: Vergebung heißt nicht, gutzuheißen, was damals geschah, sondern es ist die Erlaubnis an dich selbst, endlich Frieden zu schließen.

Innere Kind-Arbeit

Komm deinen Mustern auf die Schliche. Finde die Ursache mit bewährten Tools und Lösungsschritten aus dem Inneren Kind-Mentaltraining. Schenk dem Kind in dir, das noch immer weint, endlich die Liebe und Aufmerksamkeit, die es braucht, um eine neue, gesunde, erwachsene und freie Liebe leben zu können. 

Ich lade dich herzlich ein, dir mein 6-Wochen Befreie-dein-inneres-Kind-Intensivprogramm in der Variante „nur für mich“ oder „Innerer-Kind-Mentor“, das ich persönlich begleite, anzusehen. Bald starten wir wieder mit dem alles verändernden Intensivkurs. HIER bekommst du mehr Infos dazu!

Fazit: Die Kraft der Heilung und Transformation

Die Mutterwunde kann tiefgreifende Auswirkungen auf unser Liebesleben haben, aber sie muss nicht unser Schicksal sein. Durch Selbstreflexion und bewusste Veränderungen können wir die Muster durchbrechen, die uns daran hindern, erfüllende Beziehungen zu führen. Die Heilung der Mutterwunde ist ein Akt der Selbstliebe und Selbstachtung, der uns ermöglicht, in unseren Beziehungen zu erblühen und ein erfülltes Liebesleben zu führen, das frei von den Wunden der Vergangenheit ist.

Herzlich, deine Melanie

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