Erwachsen werden – Muss das sein?

Ab wann ist man erwachsen?

Diese Frage spukte mir in den letzten Tagen immer wieder im Kopf herum. Obwohl Google viele Antworten darauf wusste, konnte mich keine wirklich überzeugen. Daher fragte ich den 6-jährigen Tobias um Rat. Und tatsächlich seine Antworten gefielen mir. Wie ich sie interpretierte, was das mit bunten Luftballons zu tun hat und welch` wichtige Erkenntnisse sie uns offenbaren, das verrate ich heute.

Tobias über’s Erwachsenwerden

Ich: Tobias, was glaubst du, ab wann ist man erwachsen?

Tobias: Erwachsen ist man, wenn man nicht mehr wächst.

Ich: Das ist einleuchtend. Und sonst braucht man nichts zum Erwachsensein?

Tobias: Doch man muss Geld verdienen. Die Eltern zahlen einem dann nichts mehr.

Ich: Aja! Sonst noch was?

Tobias: Man muss dann selbst auf sich aufpassen. Und wenn man Kinder hat, muss man auch auf die aufpassen. Manchmal auch auf die Omas und Opas.

Ich: Und das war`s?

Tobias: Nein, man kann dann machen, was man will. Man kann wohnen, wo man will und arbeiten, was einem gefällt. Wenn man nicht in der Arbeit ist, kann man alles machen, was Spaß macht. Auto fahren, mit Freunden treffen, Party feiern, in Höhlen gehen, Urlaub am Meer machen…

Ich: Und wärst du gerne erwachsen?

Tobias:  Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich erwachsen werden will, weil die Erwachsenen immer viel Arbeit haben und oft grantig sind. Falls ich einmal erwachsen werde, dann mache ich eine Arbeit, die mir Spaß macht. Außerdem behalte ich meine Spielsachen und kaufe mir noch Neue dazu. Spielen ist das Lustigste auf der Welt.

Ich: Danke, jetzt kenne ich mich aus.

Was Tobias Worte über’s Erwachsensein aussagen!

Nach reichlicher Überlegung fand ich in Tobias Worten drei wesentliche Aussagen, deren Kern das Geschenk aber auch die Schwierigkeit beim Erwachsensein auf den Punkt bringt. Für mich wurde dadurch offensichtlich, dass erwachsen werden etwas sehr schönes ist, wenn wir es bewusst annehmen und im Herzen dennoch Kind bleiben.

1. Du musst auf dich selbst aufpassen – Selbstverantwortung

Die wichtigste Verantwortung, die wir beim Erwachsen werden übernehmen, ist jene für uns selbst. Während unserer Kindheit kümmern sich unsere Eltern um uns. Sie achten darauf, dass wir etwas zu essen und genug Schlaf bekommen, uns nichts zustößt und sie uns Momente der Freude bescheren. Sind wir erwachsen müssen wir all diese Aufgaben selbst übernehmen.

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8 Prinzipe

Viele Menschen tun das mehr schlecht als recht. Sie kümmern sich oft liebevoll um andere, während sie selbst ungesunde Lebensmittel in sich hinein stopfen, stundenlang ohne eine einzige Pause durcharbeiten, nicht auf ihre körperlichen und noch weniger auf ihre emotionalen Bedürfnisse achten.

Erwachsen sein bedeutet, dass wir die Verantwortung für unser Wohl übernehmen. Wer diese Aufgabe gut meistern will, muss vor allem auf sich selbst und seine Bedürfnisse Acht geben.

Wie verantwortungsbewusst bist du im Umgang mit dir?

Stell dir eine Skala von 1-10 vor. Wo würdest du dich aktuell im verantwortungsbewussten Umgang mit dir selbst einordnen? Gibt es Spielraum nach oben? Wenn ja, dann nimm dir Tobias Worte zu Herzen und überlege dir mindestens drei Schritte für einen noch verantwortungsvolleren Umgang mit dir selbst. Mehr dazu: Selbstfürsorge-Rezepte

 

2. Du kannst machen was du willst – du bist der Boss

Auch diese Aussage von Tobias ist sehr wesentlich. Wir können wählen, wie wird sind, wo und mit wem wir leben und welcher Beschäftigung wir nachgehen. Klar gibt es im Leben eines Erwachsenen immer wieder Hindernisse, aber im Prinzip hat Tobias recht. Jeder von uns ist für sein Lebenswerk selbst verantwortlich.

Mach dir diese unglaubliche Macht für einen Augenblick bewusst!

Wirf einen Blick auf all das, was du bereits geschaffen hast.  Zum Beispiel: Ein gemütliches Heim, Freunde und ein soziales Netzwerk, deine Ausbildung, dein beruflicher Werdegang, dein Job, ein Projekt, deine Familie usw. Nimm all dies zum Anlass um dir über deine Schöpferkraft wieder bewusst zu werden.

3. Spielen – Erwachsen sein und Kind bleiben funktioniert

Was mir besonders gut gefiel, war Tobias letztes Argument. Wir können erwachsen sein, immer wieder über unsere eigenen Grenzen hinaus wachsen, uns entwickeln und Verantwortung übernehmen und dennoch im Herzen Kind bleiben. Und das ist sogar äußerst gesund.

In unserer modernen Welt hat sich die Meditation deshalb so gut etabliert, weil viele verlernt haben einfach nichts oder etwas komplett sinnloses zu tun. Viel zu oft agieren wir leistungs- oder ergebnisorientiert. Dabei ist die Auszeit, die man bei kindlichen Aktivitäten und auch Entspannungstechniken erlebt, absolut notwendig. Wir brauchen diese Auszeiten, um Glücksgefühle entstehen zu lassen und körperlich und seelisch gesund zu bleiben.

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Wie sieht es mit dir aus?

Wann hast du das letzte Mal deiner kindliche Leichtigkeit für ein paar Stunden das Regime überlassen? Was wolltest du schon lange mal wieder spielen oder wie ein Kind erleben? Nimm dir deine Antwort zu Herzen und lass das Kind in dir mal wieder zum Zug kommen.

Lebensfreude & Luftballons

Ich habe Tobias Aufforderung „erwachsen zu sein und dennoch zu spielen,“ beim Wort genommen und neulich eine wundervolle Lebensfreudeaktion mit heliumgefüllten Luftballons in Wien veranstaltet.

Herzliche Grüße Deine Melanie

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4 Kommentare

  1. Unglaublich schöner und inspirierender Artikel. Kinder sehen unser Leben noch so klar und unbefangen und wir sollten wirklich lernen, auch wieder ein bisschen mehr Kind zu sein 🙂

    • Liebe Lisa!
      Herzlichen DANK! Ich dachte genauso, weswegen ich Tobias Worte unbedingt in die Welt hinaus posaunen wollte 🙂
      lieben Gruß Melanie

  2. Superschönes Thema und lebensfrohe Fotos! Menschen, die ein bisschen Kind bleiben, strahlen Lebensfreude aus 🙂

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