Endlich Schluss mit Schuldgefühlen – Dianas Geschichte

Diana ist eine Kämpferin

Diana Grünberg

Diana ist mehrfache Weltmeisterin im Bodybuilding und Fitness/Aerobic (1999). Im Sommer 2015 wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert. Sie schlug daraufhin einen ungewöhnlichen Weg ein und beschloss das Bild eines krebskranken Menschen zu revolutionieren. Und genau das ist ihr gelungen. Mit ihrem Unternehmen work4fitness trägt sie ihre Einstellung und wertvolle Erkenntnisse rund um ein gesundes Leben in die Welt hinaus.

Kürzlich stieß ich auf einen Artikel von Diana, indem sie über die Verabschiedung von Schuldgefühlen berichtete. Er berührte mich tief. Und so darf ihre Worte heute via Gastbeitrag mit euch teilen. Viel Freude beim Lesen!

Wie Schuldgefühle uns klein halten – von Diana Grünberg

In den letzten Wochen wurde ich nur so überhäuft von Lob, positivem Feedback, Wertschätzung und Anerkennung. Ein Meer an Glücksgefühlen und ein schweben im siebten Himmel waren meine täglichen Begleiter gewesen. Nichts ahnend, was da noch schlummernd in mir wartete, angeschaut und gelöst zu werden. Und obgleich ich dachte, während meiner tiefgehenden Transformationszeit, ausgelöst durch die Diagnose Brustkrebs, alte Glaubenssätze und konditionierte Verhaltensmuster weitestgehend gelöst zu haben, wurde ich vor ein paar Tagen mit einem in mir noch tief vergrabenen Muster konfrontiert: Mit einem Schuldgefühl etwas falsch gemacht zu haben.

1000 Mal gelobt vs. 1 Mal bemängelt

Nur ein Mensch schaffte es mit einer kritischen Bemerkung auf einen Post von mir in Facebook, mein Selbstvertrauen, meinen Selbstwert und dem Gefühl nicht mehr geliebt zu werden für einen Moment in den Keller sinken zu lassen.
Wie kann das möglich sein?

1000 Mal gelobt zu 1 Mal bemängelt! Und schwupps, das Hochgefühl mit dem dazugehörigen Vertrauen war einfach weg. Mein erster Gedanke war, den Post sofort zu löschen, damit nicht noch mehr der gleichen Meinung sein könnten. Noch mehr Menschen, die mich dann nicht mehr lieben!!! Ich spürte, wie sich meine Kehle zuschnürte und bevor alte Muster der Vermeidungsstrategie greifen konnten, erkannte ich das alte Spiel des Lebens und holte erst einmal tief Luft.

Eine tiefe Atmung hilft in solchen Fällen oft, um nicht einfach nur auf eine unangenehme Situation zu reagieren, sondern die verlorengegangene Verbindung von Herz und Verstand wieder herzustellen.

Endlich Schluss mit den Schuldgefühlen

Vielleicht erkennst du solche Muster ebenso bei dir und bist dir dessen noch gar nicht so ganz bewusst darüber, warum, wieso und woher diese Verhaltensweisen kommen.

Auch ich war mir dessen mein Leben lang nicht bewusst. Versteckt hinter Masken konnte ich aufkommende Schuldgefühle gut verstecken und mit Ausreden schön kaschieren. Doch jetzt ist Schluss damit! Ich habe auf Schuldgefühle einfach keinen Bock mehr! Doch woher kommen diese Gefühle von Schuld, Angst und Versagen?

Ich beschließe, der Sache auf den Grund zu gehen und suche mir einen Ort der Stille, um bewusst in dieses Schuldgefühl einzutauchen. Noch einmal hole ich mir, die für mich negativ scheinenden Worte aus dem Facebook Kommentar ins Gewahrsein. Deutlich spüre ich dieses Gefühl von Schuld in mir aufsteigen und am liebsten würde ich gleich wieder davon ablassen und die Sache unter den Teppich kehren, so wie ich es mir über viele Jahre wohl antrainiert hatte. Mutig bleibe ich in diesem Gefühl und lasse es da sein. Vor meinem inneren Auge öffnet sich mir eine Szene als ich in etwa vier oder fünf Jahre alt gewesen bin.

Völlig im Spielen versunken machte ich etwas, was meinem Vater sehr missfiel, woraufhin er mich mächtig schimpfte! Auch er reagierte in diesem Moment aus einer Angst heraus, was ich als Kind damals aber nicht erkannte. Noch nie hatte ich meinen Vater so erlebt und schockiert lief ich tränenüberströmt in mein Zimmer.

Fehlverhalten als Trigger für das Schuldgefühl

„Wenn ich etwas falsch mache, werde ich nicht geliebt!“ brannte sich tief in meine kleine Kinderseele. Ich fühlte mich SCHULDIG nicht GUT GENUG!

Die Angst aufgrund von gemachten Fehlern nicht mehr geliebt zu werden schlich sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Ich begann Ausreden für Misslungenes zu finden, die Schuld anderen zuzuweisen oder gar die Situation tot zu schweigen, in der Hoffnung niemand würde meinen Fehler entdecken. Maske um Maske setzte ich auf, bis ich mich schlussendlich selbst nicht mehr erkannte.

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Immer aus der Angst heraus nicht mehr geliebt zu werden, war es daher wichtig keine Fehler zu machen, und so entwickelte sich über die Zeit eine Strategie, Gefühle wie Schuld, Scham und Versagen zu blockieren. Was passieren kann, wenn solche Gefühle nicht mehr fließen, kannst du an meinem Beispiel sehen: Krankheit – in meinem Fall Brustkrebs – der Körper als letzte Instanz und Botschafter unserer Seele.

Wie ergeht es dir, bei vermeintlich gemachten Fehlern? Wie fühlst du dich? Gibst du dem Gefühl von Schuld Raum, oder verdrängst du es durch Ablenkung, wie fernsehen, essen, Alkohol usw.? Suchst du Ausreden oder stehst du zu deinen gemachten Handlungen und Aussagen mit allen Konsequenzen?

In das Gefühl von SCHULD eintauchen

Meistens entstehen solche Glaubenssätze durch tiefgreifende Erlebnisse in unserer Kindheit, welche sich durch ständiges Wiederholen tief in unser Unterbewusstsein verankern und daraus unser Handeln und Wirken steuern. Kein Wunder also, dass wir so manchmal das Gefühl haben auf der Stelle zu treten und nicht weiter zu kommen. Immer wieder zurückgeworfen werden, bis wir irgendwann dem „Schicksal“ die Schuld zuweisen.

Licht am Horizont

Doch das muss nicht von Dauer so sein! Viel von dem durfte ich auf meiner Reise ins Heil-Sein bereits anschauen und lösen. Und doch sind da wohl noch immer Fragmente, die einladen noch einmal hinzusehen. Wie dankbar bin ich deshalb diesem Menschen in Facebook, dass er mich mit seinen Worten daran erinnerte, erneut tiefer zu schauen, erneut mutig zu sein, um den Schatten von Schuld und Angst mehr und mehr zu erlösen.

  • Jeden Tag habe ich erneut die Wahl die Verantwortung für mein Selbst zu übernehmen.
  • Jeden Tag habe ich erneut die Wahl Bestimmer zu sein, anstatt mich von anderen bestimmen zu lassen.
  • Jeden Tag habe ich erneut die Wahl glücklich und frei zu sein.

Ähnlich einer Zwiebel schälen wir Schicht um Schicht ab, um immer tiefer zu unserem wahren Kern, unserer wahren Essenz zu gelangen. Verglichen mit früher, kann ich heute diese Gefühle zulassen und nutze sie als Werkzeug für meinen inneren Frieden und Freiheit.

Mittlerweile finde ich es sogar äußerst spannend, diesen Gefühlen von Angst, Schuld, Schmerz, Traurigkeit… zu begegnen, weil ich die dahinter liegende verborgene Schönheit schon so oft erfahren durfte und jedes Mal wieder neu entdecke. Wie auch in dieser Situation. So schön! So heilend!

Deswegen lade ich dich ein:

Begegne mutig deinen Gefühlen wie Angst, Trauer, Schmerz, Zorn, Schuld, Versagen… Schaue hinter den von dir selbst kreierten Schleier und erlöse die Schatten, die versuchen dich klein, ungeliebt und wertlos zu halten. Du bist ein unendlich großes Schöpferwesen mit der Essenz der Liebe. Kein Mensch ist verantwortlich für deine Gefühle, die machst du dir ganz alleine.

Dein Gegenüber (Partner, Kinder, Eltern, Chef, Mitarbeiter, Freunde oder einfach nur Bekannte) kann lediglich tief in dir Verborgenes triggern und somit an die Oberfläche steigen lassen, nur um dir damit die Möglichkeit zu schenken, dich zu heilen. Ist das nicht wundervoll? Also geh an die Gefühlsfront und erlöse deine dir selbst auferlegten Begrenzungen. Ich verneige mich vor deinem Mut und sende dir die heilende Kraft der unendlichen Liebe! Diana

Ich danke Diana von Herzen für ihre tiefgreifenden Worte! Mehr über Diana, ihre Geschichte und ihr Buch findest du hier: www.dianagruenberg.de

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6 Kommentare

  1. Ein toller Beitrag. Ich denke das Schuldgefühle uns klein machen. So versuche auch ich aus so Situationen schnell wieder herauszukommen, denn sie hemmen uns und bringen uns keineswegs weiter. Man sollte dazu Stehen was man tut, auch wenn es manchmal das Falsche war.

    Liebe Grüsse Maren

    • Liebe Maren!
      Danke für dein Feedback, dass ich gerne an Diana weiterleite.
      Wundervoll gesagt, lg Melanie

  2. Ein wichtiges und auch schwieriges Thema dass du da ansprichst! Danke, dass du darüber schreibst… auch in mir bringt es Situationen zum Vorschein, die ich eigentlich verdrängt habe. Jedenfalls möchte ich es bei meiner Tochter besser machen um sie mit viel Selbstvertrauen und Selbstschätzung in die grosse weite Welt zu schicken!

    • Danke für deine Offenheit Kerstin!
      Ich wünsche dir viel Kraft und Liebe sowohl für deinen, als auch für den Weg deiner Tochter
      Herzlichen Gruß Melanie

  3. Liebe Melanie,
    ein schön geschriebener Artikel von Diana zu einem wichtigen Thema, danke dafür. Nur wo ist der Weg zu

    ‚Begegne mutig deinen Gefühlen wie Angst, Trauer, Schmerz, Zorn, Schuld, Versagen… Schaue hinter den von dir selbst kreierten Schleier und erlöse die Schatten, die versuchen dich klein, ungeliebt und wertlos zu halten‘

    Natürlich ist hinschauen wichtig und sich auf die aufkommenden Gefühle einzulassen. Nur wie ‚erlöst man die Schatten‘? Da fehlt mir leider etwas in dem Artikel.

    Angeregte und neugierige Grüße,
    Birgit

    • Liebe Birgit!
      Ich danke dir für deine Ehrlichkeit. Gerne nehme ich deine Anregung entgegen und widme mich diesen Themen in einem meiner nächsten Beiträge.
      Herzlichen Gruß

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