Befreie dich von Erwartungen!

Lass deine Erwartungen los und werde glücklich!

„Du hast niedrige Erwartungen,“ sagte meine Freundin Gisela neulich zu mir. Ich niedrige Erwartungen, stimmt das? Ich überlegte. Zwar habe ich große Träume, aber meine Erwartungen an andere und an mich selbst haben in den letzten Jahren tatsächlich enorm abgenommen. Dadurch wurde ich gelassener und zufriedener. Aber wie habe ich es geschafft meine einst sehr hohen Erwartungen auf der Strecke zu lassen? Dieser Frage ging ich auf den Grund. Meine Erkenntnisse möchte ich heute mit dir teilen.

Die Sache mit dem (Er)warten

Erwarten beinhaltet das Wort „warten“. Man wartet auf den Bus, auf die Gehaltserhöhung, auf den richtigen Partner und auf bessere Zeiten. Warten ist ein Umstand, dem die meisten Menschen ablehnend gegenüber stehen. Und warten wir dann auch noch auf etwas, das einfach nicht eintrifft, so macht sich recht rasch Enttäuschung in uns breit.

Die beste Lösung wäre natürlich, wenn wir einfach nichts mehr erwarten würden. Logischerweise gäbe es dann fast nur noch positive Überraschungen. Natürlich ist das leichter gesagt als getan. Schließlich stecken hinter unseren Erwartungen oftmals große Sehnsüchte. Durch wiederholte Enttäuschungen und Druck werden die Erwartungen noch größer und das Loslassen wird immer schwieriger. Dennoch gibt es Abhilfe im Umgang mit Erwartungen. Bevor wir dazu kommen, schauen wir uns die häufigsten Erwartungen mal genauer an.

Unsere Erwartungen!

Unsere Erwartungen richten sich fast immer an Menschen, die uns besonders nahe stehen. Dazu zählen der eigene Partner, die Eltern, Kinder und sehr enge Freunde. Den Großteil unserer Erwartungen kriegt in der Regel der Lebenspartner ab.

  • Wir erwarten Bestätigung für unsere Leistungen und unser Aussehen!
  • Wir erwarten, dass der andere unsere Gedanken liest und danach handelt!
  • Wir erwarten, dass uns der andere glücklich macht!
  • Wir erwarten, dass ein anderer sich nach unseren Vorstellungen verhält! Dieser Punkt umfasst vieles. Die Kinder sollen lieb und höflich sein, weil wir Ruhe brauchen. Der Partner soll uns Blumen mitbringen, weil wir geschätzt werden wollen. Die Freundin soll nachfragen, wenn es uns schlecht geht, weil wir aufgemuntert werden wollen. Usw.

Was aber, wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden?

Bestimmt musstest auch du schon des Öfteren erfahren, wie schmerzhaft es ist, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden. Und dennoch bleibt dir nichts anderes übrig, als dass du es hin nimmst. Schließlich sind all die Menschen, ja sogar unser Partner und unsere Kinder freie Wesen. Sie entscheiden, ob sie unseren Erwartungen gerecht werden wollen oder nicht.

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Das weißt du! Und trotzdem ist da dieser Schmerz, wenn eine wichtige Erwartung wieder einmal nicht erfüllt wurde. Dennoch willst oder kannst du niemanden dazu zwingen deinen Wünschen gerecht zu werden, also bleibt dir nur eines. Mix in deinen Erwartungscocktail Klarheit und Leichtigkeit und befreie dich so Stück für Stück.

Wie du dich von Erwartungen befreist – 4 Schritte

1. Wünschen statt erwarten – Rede darüber!

Kein Mensch hat Lust darauf Erwartungen zu erfüllen. Menschen erfüllen Wünsche und sehen als Belohnung dafür gerne in die glücklichen Augen des anderen. Erwartungen hingegen sind mit Zwang und Unfreiheit verbunden. Dennoch macht ein Gespräch mit der Person, die deine Erwartungen erfüllen soll Sinn. Bloß solltest du darauf achten, dass du deine Erwartungen in Wünsche verpackst und dem anderen dadurch das Gefühl der freien Wahl gibst. Die Wahrscheinlichkeit, dass der andere diesen nachkommt, nimmt dadurch enorm zu.

2. Erwartungen selbst erfüllen!
  • Frage dich, welche Erwartungen in deinem Leben immer wieder zu Enttäuschungen führen. Wage dazu auch einen Blick in die Vergangenheit. Womöglich erwartest du von anderen immer wieder dasselbe? Benenne deine Erwartungen.
  • Nun sieh dir deine Erwartungen an und frage dich, was sich dahinter verbirgt. Welches Gefühl würde es in dir auslösen, wenn diese Erwartung erfüllt wird? Welche Sehnsucht wäre dann gestillt? z.B. Bedingungslose Annahme deiner Person, bedingungslose Liebe, mehr Respekt dir gegenüber, mehr Dankbarkeit dir gegenüber, ein 100%-iges Ja zu deiner Person, mehr Achtsamkeit und Wertschätzung, das Erkennen deiner Fähigkeiten und Talente etc.
  • Lies den nächsten Satz mehrmals, auch wenn er dich nicht gefällt. Erst wenn du selbst deine oben benannte Sehnsucht erfüllst, kann sie sich im Außen manifestieren. Kurzum ist es deine Aufgabe z.B. mit dir selbst respektvoller umzugehen, dich zu 100% anzunehmen, an deine Talente und Fähigkeiten zu glauben…
  • Mach dir das bewusst und suche nach Wegen, die es dir ermöglichen, dass du dir selbst immer öfter das gewünschte Gefühl gibst. Folgende Beiträge können dir dabei helfen: Glaubenssätze, Selbstliebe, Selbstvertrauen
3. Erwartungen loslassen für Fortgeschrittene

Deine Erwartungen wurden nicht erfüllt? Meine auch nicht! Weil mein Leben ganz anders verlief als erwartet, blieb mir schließlich irgendwann nur eine Option. Ich begann darauf zu vertrauen, dass im Leben alles aus einem guten Grund passiert. Ich lasse mich treiben und glaube daran, dass es gut ist, wenn meine Erwartungen nicht erfüllt werden. Heute weiß ich vielleicht noch nicht warum. Aber irgendwann bin ich vielleicht sogar froh darüber, dass sich meine Erwartungen nicht erfüllt haben. Mehr darüber!

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4. Erwartungen durch meditieren loslassen
  • Mach es dir bequem. Schließe deine Augen und atme einige Male tief ein und aus, sodass sich dein Unterbauch hebt und senkt.
  • Nun lass vor deinem inneren Auge die unerfüllte Erwartung entstehen. Lass alle negativen Gefühle wie Wut, Traurigkeit und Schmerz zu. Benenne deine Emotionen.
  • Atme weiterhin ganz tief ein und aus. Beim kräftigen Ausatmen stellst du dir nun vor, wie du alle negativen Gefühle einfach aus dir raus bläst.
  • Das wiederholst mehrmals bis die Gefühle schließlich tatsächlich an Kraft verloren haben.

Du bist nicht dafür da, um die Erwartungen der anderen zu erfüllen. Sie sind aber auch nicht dazu da, um deine zu erfüllen. *unbekannt

Viel Erfolg beim Loslassen deiner Erwartungen – Deine Melanie

10 Kommentare

  1. Liebe Melanie
    ja, Erwartungen die nicht erfüllt werden können schmerzhaft sein und wütend machen. Ich habe auch aufgehört unausgesprochene Erwartungen, die nur in meinem Kopf waren, als gegeben zu nehmen. Das ist nicht immer einfach aber machbar. Deine Videos sind übrigens sehr schön. Lg. Gabi

  2. Liebe Melanie,
    herzlichen Dank für Deinen Beitrag über Erwartungen
    Beim Lesen des Absatzes „Wünschen statt erwarten“ ist sofort in meinem Kopf das Wort „Manipulation“ aufgetaucht. Echt schwierig, weil in meinem Kopf bleiben die ausgesprochenen Wünsche ja doch Erwartungen oder nicht? Bin ich dann z.B. meinem Partner gegenüber aufrichtig, wenn ich meine Erwartung als „Wunsch“ verpacke, mit der Absicht, daß mein Wunsch/Erwartung doch erfüllt wird

    • Liebe Claudia!
      Ein interessanter Ansatz den du mit deinem Kommentar aufwirfst. Ich kann dir zustimmen, denke aber auch, dass Worte mächtig sind. Und wenn man die Erwartung dann auch für sich durch wiederholte Gedanken in einen Wunsch verwandelt und dann außerdem noch nach Möglichkeiten sucht, wie man sich diesen teilweise selbst erfüllen könnte, so kommen wir der Sache mit dem Erwartungen loslassen wohl schon näher.
      In einem meiner nächsten Beiträge, geht es um Wünsche (können ja auch Erwartungen sein) die einfach nicht erfüllt werden wollen. Und vor allem darum, wie man damit umgeht.
      Herzlichen Gruß
      Melanie

  3. „Ich lasse mich treiben und glaube daran, dass es gut ist, wenn meine Erwartungen nicht erfüllt werden. Heute weiß ich vielleicht noch nicht warum. Aber irgendwann bin ich vielleicht sogar froh darüber, …“ DANKE! für DEN Satz …
    und für das Credo: Worte haben Macht … JA+JA+JA
    Achtsamkeit mit sich selbst hat für mich sehr an Bedeutung gewonnen … es ist SEHR anstrengend, im Internet (eigentlich pausenlos … ?schlimmer als TV) damit bombardiert zu werden, dass man schon wieder etwas ändern – angeblich verbessern – soll.
    🙂 und – natürlich – dafür etwas kaufen soll … Erwartung?!
    Herzliche Grüße von ANITA

  4. Liebe Melanie,
    Ich sag’s ja immer, man lernt nie aus.
    Ich habe, trotz meiner 50 Lebensjahre, erst durch Deinen Blog die Chance zu lernen, meine, immer noch zu hohen, Erwartungen an andere zu reduzieren…. vielleicht ja komplett auf Null zu setzen.
    Ich kenne nämlich dieses sehr negative, lähmende, und selbstzerstörerische Gefühl von nicht-erfüllten-Erwartungen nur zu gut. Vielleicht, weil ich mich steht’s bemüht habe, die in mich gesetzten Erwartungen vollumfänglich zu erfüllen…..

    Wie dem auch sei, ich werde von jetzt an versuchen, mich an Deine Vorschläge/Ratschläge zu halten.
    Vielen Dank dafür.

    Liebe Grüße, Marita.

    • Liebe Marita!
      Ich danke dir für deine offenen und ehrlichen Worte. Auch ich brauche immer wieder Anstöße von Außen um im Innen weiterzukommen. Es freut mich, dass du meinen Blog gefunden hast.
      Herzliche Grüße Melanie

  5. Danke für den schönen Artikel! Ich bin über „hohe Erwartungen“ darauf gestoßen und habe daraufhin in Deinem Blog rumgestöbert, Deine Artikel sprechen mich sehr an!

    Ich habe niedrige Erwartungen an andere und komme daher mit den meisten Menschen in meiner Umgebung gut aus, werde selten enttäuscht. Selbst meine Kinder in der Pubertät kann ich so nehmen wie sie sind, habe keinen Drang, rumzunörgeln und ärgere mich so gut wie nie über sie.

    ABER: Ich habe sehr hohe Erwartungen an mich selbst und enttäusche mich regelmäßig selbst, worüber ich mich maßlos ärgern kann.

    Die größte Plage für mich ist, dass ich so hohe Erwartungen an besondere Momente habe – besonders im Urlaub, am Wochenende etc. Ich möchte diese besonderen Tage oder Momente ohne Störung genießen, im Augenblick leben, den Augenblick schätzen. Doch sobald mir dies bewusst wird, komme ich in einen „Selbstbeobachtungsmodus“, der es mir schwer macht, einfach zu genießen. Ich will dann alles perfekt haben und lächerliche Kleinigkeiten stören mein Wohlbefinden. Zu heiß, zu kalt, Hunger, Durst, trockene Lippen, ablenkende störende Gedanken, was auch immer. Ich bin da kreativ 😉

    Sobald ich in diesen Modus komme, ist es vorbei mit dem Genuss. Ich ärgere mich, dass ich z.B. nicht dran gedacht habe, etwas zu essen oder was Warmes zum Anziehen mitzunehmen, oder dass ich es in diesem besonderen Moment nicht schaffe, den Gedanken an ??? zu unterdrücken. Ich versuche, den Ärger wegzuschieben und mich voll auf den Moment zu konzentrieren, was aber leider bewirkt, dass ich mich immer mehr verkrampfe und noch mehr ärgere. Am Ende ärgere ich mich vor allem darüber, dass ich mich an solch einem perfekten Tag / in solch einem schönen Moment über eine Kleinigkeit ärgere und mir den Tag / Moment dadurch zerstöre. Ich mache mir Vorwürfe, dass ich wieder mal in diesen Zustand reingekippt bin, anstatt die Situation einfach so sein zu lassen, wie sie halt ist.

    Leider passiert mir das immer öfter, und ich verkrampfe mich mittlerweile oft schon VOR einer solchen Situation, versuche, alles perfekt vorzubereiten und bin dann schon gestresst, wenn die Situation / das Wochenende / der Urlaub losgeht.

    Kennst Du so etwas auch und hast Du eine Lösung? Problem: Ich kenne und durchschaue den Mechanismus bei mir, aber wenn die Kaskade mal los geht, kann ich sie nicht stoppen.

    Beim Arbeiten, Kochen, Zeug Erledigen etc. passiert mir das nicht, da bin ich entspannt…

    Viele Grüße! Karin

    • Liebe Karin!
      Ich danke herzlich für dein wertvolles Kommentar sowie für deine Offenheit. Und ja – ich erkenne ein ähnlichen Verhalten ab und an bei mir selbst. Wobei ich vor allem in letzter Zeit darauf achte die Erwartungen an mich selbst niedriger zu halten. Genau deshalb habe ich unlängst einen Beitrag zu diesem Thema geschrieben. Gerne ziehe ich diesen vor und veröffentliche ihn in den kommenden Tagen bzw. Wochen. Ich hoffe du findest darin den ein oder anderen Impuls, der dich bei deiner Situation unterstützt.
      Herzliche Grüße, Melanie

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