Keine Zeit? Dann schaff dir eine Auszeit!

Die kleine Auszeit

Wehmütig denke ich manchmal zurück an mein Jahr der Auszeit, das ich 2016 genießen durfte. Morgens gemütlich in den Tag starten, einfach machen, worauf ich Lust habe, die Seele baumeln und die Spontanität walten lassen. Die Chill-out-time ist mittlerweile vorüber. Viele positive Dinge, wie beispielsweise mein Blog, mein Wiedereinstieg in den Job und mein erstes Buch haben sich aufgetan. Außerdem möchte ich auch Freunde, Familie und meine Hobbys nicht vernachlässigen.

Auf regelmäßige Auszeiten im Kleinen möchte ich dennoch nicht verzichten. Nachdem ich über die positiven Auswirkungen einer Auszeit Bescheid weiß, versuche ich mir diese auch im Alltag immer wieder zu schaffen. Das Gefühl, das entsteht, wenn man alle Zeitpläne und Verpflichtungen hinter sich lässt und sich der Freiheit im Hier und Jetzt hingibt, ist eine einzigartige Energiequelle. Und diese Quelle kann man auch durch kleine Auszeiten immer wieder anzapfen.

Positive Effekte einer Auszeit:

  • Man wird sich seiner selbst wieder bewusst. Im Dschungel der Alltagspflichten fühlt man sich oftmals wie eine funktionierende Maschine. Wer sich regelmäßig eine Auszeit nimmt und sich dadurch seiner Bedürfnisse und Wünsche wieder bewusst wird, kann danach handeln.
  • Leere Batterien werden aufgeladen. Körper und Geist entspannen sich und schöpfen neue Energie für die täglichen Aufgaben und stressige Zeiten.
  • Das Loslassen, eine wichtige Fähigkeit für viele Lebensbereiche, kann durch regelmäßige Auszeiten erlernt werden.
  • Das Gefühl der Freiheit stellt sich ein. Anstatt wie ein Hamster im Rad, fühlt man sich wieder wie ein selbstbestimmter, freier Mensch.
  • Die Kreativität wird angeregt. Neue Ideen und Gedanken, die in Folge neue Möglichkeiten eröffnen, entstehen.
  • Die Lebensfreude steigt. Wer zwischen Zeitplan und To Do Listen hin und her springt, der lächelt kaum. Studien belegen, dass wir bei der Arbeit und bei Pflichten viel weniger lächeln als privat. Noch intensiver ist die Lächel-Zeit dann, wenn man genau das tut, wonach einem ist. Regelmäßige Auszeiten machen also auch glücklich!

Wie aber schafft man sich regelmäßig eine Auszeit?

Es gibt also viele Gründe, warum du dir immer wieder eine Auszeit genehmigen solltest. Wie du es schaffen kannst dir zwischen Beruf, Alltagspflichten, Freunden und Familie eine Zeitfenster ganz für dich zu reservieren, verrate ich in den nächsten Schritten.

1. Verringere deine Termindichte

Bei jedem Zeitmanagement Seminar wird gelehrt, dass man maximal 50% seines Arbeitstages verplanen sollte. Der Rest nämlich füllt sich mit spontanen Erfordernissen. Checke also deine privaten Termine, sowie auch alle Pflichten und Aufgaben, die du außerdem noch erledigen möchtest. Mach am besten auch gleich eine Wochenvorschau. Wenn du bemerkst, dass mehr als 50% deiner Privatzeit verplant ist, so beginne damit weniger Wichtig- und Dringliches zu streichen oder zu verschieben.

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2. Zeit ist kostbar – Prioritäten setzen

Wie du Pflichten oder Aufgaben streichen oder Termine weglassen kannst, offenbaren dir deine persönlichen Antworten auf folgende Fragen:

  • Welchen Nutzen hat es für mich wenn ich diese(m/r) Termin/Pflicht/Aufgabe nachkomme?
  • Muss ich? Oder könnte ich den Termin/die Aufgabe auch lassen?
  • Ist mir diese(m/r) Termin/Pflicht/Aufgabe wirklich wichtig? Macht er/sie mich glücklich?
  • Würde ich es in zehn Jahren bereuen, wenn ich diesem Termin bzw. dieser Aufgabe nicht nachgekommen wäre?
3. Planung

Deine Auszeit verlangt nach einen fixen Platz im Kalender. Plane im Voraus und trage den Termin physisch oder gedanklich ein. Gib ihm mindestens die selbe Priorität, wie jedem anderen Termin.

4. Auszeit pur

Und wenn du dir dann endlich deine Auszeit geschafft hast und im Entspannungsmodus angekommen bist, so lass dich nicht all zu schnell zurückholen. Schlag ruhig mal über die Strenge, vergiss ab und an deine Pflichten und Folgetermine. Genieße es ein selbstbestimmter Mensch zu sein! Das Pflichtbewusstsein setzt früher oder später ja doch wieder ein.

5. Damit sich die Auszeit lohnt!

Damit deine Auszeit auch wirklich ihren Sinn erfüllt und du dich danach so richtig erholst fühlst, wirf noch einen Blick auf folgende Praxistipps:

  • Zuerst die Arbeit dann das Vergnügen! Wer sich morgens eine Auszeit gönnt und nachmittags noch jede Menge Erledigungen zu machen hat, kann die freien Stunden weniger intensiv genießen. Daher beachte bei der Planung das genannte Sprichwort.
  • Wechsle die Location! Such dir einen Platz, der dich nicht an deine Pflichten erinnert.
  • Handy weg! Dein Smartphone sollte bei deiner Auszeit keinen Platz haben. Benachrichtigungen würden deine Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen und den Drang zu reagieren in dir erwecken.
  • Deine Auszeit sollte nicht mit Leistung verbunden sein. Wenn du also einer Tätigkeit nachkommst, so nicht des Ergebnisses wegen, sondern einfach weil dir das Ausüben an sich Spaß macht.
  • Sammele Ideen für deine Auszeit Stunden. Mach diese von deinen Bedürfnissen abhängig. Sehnst du dich nach Erleben, Natur, Gesellschaft, etwas Neuem oder Ruhe?

Zeit, die wir uns nehmen, ist Zeit, die uns etwas gibt. *Ernst Ferstl

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9 Kommentare

  1. Sehr schön! …und wie wahr, wie wahr! Schade nur, dass wir Menschen meistens erst dahinter kommen, wie wichtig persönliche Auszeiten sind, wenn wir vorher so richtig auf die Nase gefallen sind. Sei es beruflich, privat oder gesundheitlich. Ich habe es vor einigen Jahren auch erst ’schmerzhaft‘ erfahren dürfen und seither lebe ich konsequent meine persönlichen Auszeiten, auch auf die Gefahr hin, dass mich meine Mitmenschen mitunter für egoistisch halten. Wenn ich es konkret hinterfrage, kommt jedoch meist ein ganz anderes Thema bei ihnen zum Vorschein: Neid! Sie würden es nämlich eigentlich und überhaupt auch gerne so handhaben…;-)

  2. Liebe Birgit!
    Du sprichst mir aus der Seele. Die Worte „schmerzhaft“ und „erst zu spät“ treffen auf meine Geschichte ja zu 100% zu. Nichts desto trotz bin ich froh mittlerweile um eine Erfahrung reicher zu sein. Und so ist die kleine Auszeit zwischendurch für mich eine der wichtigsten Einheiten überhaupt. Herzlichen Gruß Melanie

  3. Hallo Melanie! Danke für den voll schönen Artikel. Hat Spaß gemacht zu lesen. Jetzt muss ich es noch umsetzten. Die Tipps sind gut. Muss es nur endlich mal anpacken. Habe mir schon länger überlegt einmal, eine richtige Auszeit von Arbeit und Haushalt zu nehmen. Urlaub alleine oder so. Mal sehen was jetzt draus wird. Die Ideen kommen aber gerade richtig. lieben Gruß deine Miriam

  4. Liebe Melanie, wie immer ein gelungener Artikel mit Mehrwert 🙂 Ich selbst gönne mir schon regelmäßig Auszeiten (war mir gar nicht so bewusst). Oft stelle ich mir die Frage: Wie wichtig ist der Termin wirklich? Was passiert wenn ich ihn nicht wahrnehme, kann ich damit leben? In den meisten Fällen sind Termine nicht überlebenswichtig, also ruhig mal abschalten 🙂 Beste Grüße, Mandy

    • Liebe Mandy!
      Danke für deine Ausführungen und die vertiefenden Fragen, die ich mir gerne zu Herzen nehme. Jetzt nach meinem Urlaub, wo die Terminquote hoch und die To Do Liste lang ist, kommen mir diese gerade recht. Liebe Grüße Melanie

  5. Hallo Melanie!

    Ein schöner Bericht über ein sehr wichtiges Thema!
    Ich versuche morgens in Ruhe in den neuen Tag zu starten.
    Abends versuche ich mir eine Auszeit zu nehmen, um den Tag Revue passieren zu lassen und Pläne für den nächsten Tag zu schmieden.

    Heute Abend gönne ich mir eine Auszeit mit meiner Freundin, beim Italiener und guten Gesprächen.

    Liebe Grüße,
    Natascha

    • Liebe Natascha!
      Herzlichen Dank für dein Statement. Wie wunderbar, dass du die kleine Auszeit bereits bewusst in dein Leben integriert hast. Da kann ich mir noch eine Scheibe abschneiden. Jeden Tag schaffe ich die „Einheit für mich“ nämlich noch nicht. Danke für die Inspiration. Lieben Gruß Melanie

  6. Hallo Melanie,

    das ist so ein schöner Artikel. Und du hast so recht: wen man sich regelmässig Auszeiten schafft, dann fühlt man sich wie ein ganz neuer Mensch.

    Früher hatte ich irgendwie den Glauben, dass Mütter, die nur 50% Arbeiten per se Auszeiten in Massen haben. Aber leider lag ich da falsch 😉 Auch Kinder können ganz schön fordern und fühlen sich zeitweise wie ein zweiter Job an.

    Bei uns gibt es deshalb ein paar Regeln, damit alle in Balance bleiben können:
    – es gibt einen Tag in der Woche, der Nachmittags keine Termine hat
    – wir versuchen jeden Tag einen kleine Mittagspause einzulegen
    – Am Wochenende gibt es mindestens einen halben Tag, an dem wir nicht verabredet sind und keine Termine für Hobbies haben
    – und ganz wichtig: wir nehmen uns Abends die Zeit und sprechen darüber, was am Tag besonders schön war.

    Ich danke dir für deine Anregungen. Ich werde versuchen, noch ein paar Gedanken daraus für mich mit zu nehmen.

    Liebe Grüße
    Carola

    • Liebe Carola!
      Danke für dein tolles Kommentar und die inspirierenden Tipps! Finde ich klasse wie ihr/du das machst.
      Herzlichen Gruß Melanie

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