Meditieren statt sich selbst verlieren

Vom Bilderbuchleben zum Scherbenhaufen und zurück!

Marina´s Geschichte

Bis vor vier Jahren lebte Marina gemeinsam mit ihrem Mann und den Zwillingen Susanne und Gabriel in einem kleinen Häuschen am Stadtrand von Wien. Sie liebte ihren Halbtagsjob als Antiquitätenhändlerin und war sich ihres Glücks in Bezug auf ihr Leben durchaus bewusst.

Marina´s Leben änderte sich radikal als ihr Mann ihr mitteilte, dass er seinen Job, der die Familie finanziell absicherte, an den Nagel hängen würde. Leider fand er so schnell keinen passenden neuen Arbeitsplatz weswegen die Familie schon bald mit einem drastischen Geldmangel zu kämpfen hatte.

Zusätzlich musste Marina ihren Traum von der Selbstständigkeit als Antiquitätenhändlerin schweren Herzens aufgeben. Kurzum: Marinas Leben war plötzlich ganz und gar kein Zuckerschlecken mehr.

Sonnen- und Schattenseiten

Als genau in jener Zeit ein anderer Mann, der sie wieder an die Sonnenseiten des Lebens erinnerte, ihre Wege kreuzte, war es um Marina geschehen. Sie verliebte sich Hals über Kopf. Nach langem Grübeln entschied sie sich ihr Familienleben zu opfern. Sie ließ sich scheiden. Trauer, Wut und Leid prägten diese Zeit. Auf der anderen Seite aber ging es Marina auch sehr gut. Sie erfüllte sich ihren Traum von der eigenen Antiquitätenhandlung und verspürte nach langer Zeit wieder Leidenschaft und ehrliche Zuneigung.

Zersplittert!

Scheinbar hatte Marina damit alles, was sie sich je gewünscht hatte, dennoch wollte es nicht so recht funktionieren. Überforderung machte sich breit. Sie stand jeden Morgen um fünf Uhr auf und blieb bis spät abends in ihrem Geschäft. Gleichzeitig musste sie sich auch noch um ihre beiden Kinder kümmern, denen ein Elternteil schmerzlich fehlte. Marina hatte ständig das Gefühl ihnen gerecht werden zu müssen und so wurden die Schuldgefühle den Kindern und ihrem Exmann gegenüber zum kontinuierlichen Begleiter.

Hinzu kamen auch noch Mangelgefühle ihrem neuen Mann gegenüber, für den sie wegen des Ladens und der vielen Verpflichtungen ihrer Familie gegenüber, kaum Zeit hatte.

„Ich fühlte mich zersplittert als würde ich aus verschiedenen Marinas bestehen – die Mutter – die Exfrau – die Geliebte – die Antiquitätenhändlerin. Mein Leben, das früher rund und in sich geschlossen war, war plötzlich fragmentiert“, sagte Marina.

Meditieren – Marinas Weg zur Heilung

In ihrem Kopf begannen fortwährend Fragen zu kreisen. Marina wusste, dass sie sich diese nur in der Stille beantworten konnte. Und so kam sie schließlich zur Meditation.

Marina: „Die Einfachheit von Meditation war für mich so bestechend, so derart logisch, dass ich nicht verstand, warum das nicht jeder macht. Fernab der Esoterik fand ich die für mich richtigen Methoden. Heute weiß ich: Wenn das Wasser nicht mehr aufgewühlt ist und zur Ruhe kommt, sieht man bis zum Grund und die Sterne spiegeln sich darin.“

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Marina hat sich mittlerweile einer neuen Berufung hingegeben. Sie hat durch das Meditieren ihr Urvertrauen wieder gefunden. In der Stille der Meditation fand sie Antworten, die ihr sonst wohl verborgen geblieben wären.

Aber was ist Meditation eigentlich?

Kurzum handelt es sich beim Meditieren um eine Art Bewusstseinstraining. Man trainiert dabei seinen Geist, indem man sich auf eine einzige Sache, wie beispielsweise seinen Atem, konzentriert. Dadurch gewährt man seinem Gehirn, das in der Regel rund um die Uhr arbeitet, eine Pause. Das Resultat daraus ist großartig. Weil sich der Geist immer wieder erholen darf, arbeitet er danach noch effizienter, bewusster und achtsamer.

Meditieren – Manager Pause

Am besten man stellt sich unseren Geist, wie einen Manager vor. Ein Manager ohne Schlaf verwechselt nicht nur seine Mitarbeiter, sondern hat auch sonst wenig im Griff. Anstatt effizient zu arbeiten, hüpft er gedanklich von einer Sache zur nächsten, bringt dadurch nichts zu Ende und liefert zusammengefasst eine schlechte Performance ab. Nicht zu vergessen fühlt er sich dabei richtig miserabel.

Ein ausgeruhter und ausgeschlafener Manager hingegen, bringt in wesentlich weniger Zeit positivere Ergebnisse zu Stande, ist beliebt bei den Mitarbeitern und verlässt zufrieden um 16 Uhr sein Büro. Ähnlich wie dem unausgeschlafenen Manager ergeht es auch unserem Geist, wenn wir ihn nie zur Ruhe kommen lassen.

Meditieren – Das bringt´s:

  1. Meditieren macht gelassen: Das parasympathische Nervensystem ist aktiviert und somit auch der Ruhe- und Entspannungsmechanismus des Körpers. Je öfter man meditiert, desto leichter erreicht man diesen Entspannungszustand, der auch nach der Meditation noch weiter anhält.
  2. Meditieren fördert die Intelligenz: Beim Meditieren schaltet die Hirnaktivität in den Gamma- oder Betabereich um. Das heißt, man fokussiert und konzentriert sich dabei enorm. Das Resultat daraus ist, dass man auch anschließend aufnahme- und leistungsfähiger ist.
  3. Meditieren vermindert Schmerz: Beim Meditieren lernt man, seine Aufmerksamkeit auf eine einzige Sache zu konzentrieren. Dabei können andere Empfindungen, wie Schmerzen, ausgeblendet werden. Regelmäßiges Meditieren kann so auch einen positiven Einfluss auf wiederkehrende Schmerzen und Krankheiten haben.
  4. Meditieren hält jung: Meditation kann auch dabei helfen, die Zellalterung zu verlangsamen und die Zellaktivität optimal zu beeinflussen. Erste Forschungsstudien darüber liegen bereits vor.

Los geht´s – Meditieren in der Praxis

Wichtig ist, dass man für sich selbst eine Form der Meditation findet, mit der man sich wohlfühlt. Für den Einstieg und zum Ausprobieren kann ich euch folgende Varianten empfehlen:

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Atem-Mediation: Einfache-Zen-Atem-Meditation
Segelboot-Meditation:
  • Diese Form habe ich vor einiger Zeit selbst entwickelt. Beim Meditieren geht es ja darum an nichts zu denken. Das ist für viele eine große Herausforderung. Genau deshalb bewährt sich diese Technik. Hierfür schließt du einfach die Augen und atmest tief in den Bauch hinein. Mehrmals ein und aus.
  • Nun stellst du dir vor deinem inneren Auge ein Boot am Ozean vor. Die Sonne strahlt, es ist warm und das Meer ist wundervoll blau. Du sollst jetzt also an nichts denken, dich einfach nur entspannen.
  • Bestimmt taucht nach einigen Sekunden schon der erste Gedanke auf. „Was soll ich heute Abend kochen – ich muss noch einen Termin beim Friseur ausmachen … etc.“ Genau dann, wenn der erste dieser Gedanken hochkommt, nimmst du ihn und verwandelst ihn in eine große Perle. Mit beiden Händen wirfst du diese dann über Bord. Nun sinkt sie langsam zum Meeresgrund hinab.
  • Genauso machst du das mit jedem Gedanken, der dich davon abhält an nichts bzw. nur an deinen Atem zu denken.

Meditieren statt dich selbst verlieren! Ein Rat von Marina, der ich herzlich für ihr Vertrauen und ihre Geschichte danke, Melanie

7 Kommentare

  1. Meine phsychologin hat mir letztes Mal eine CD zum anhören gegeben wo es um eben solche Dinge wie Atem etc geht.ich Verstand den Sinn und Inhalt der Entspannung(Meditation) nicht und wollte sie morgen fragen was das bringen sollte.jetzt hast du heute alle meine Fragen beantwortet. voller Zufall.es geht ums nichts Denken.cool.danke.bussi.

    • Ist ja klasse 🙂 Ja das Nichts-denken ist eine wahre Kunst. Und den Nutzen darin zu erkennen ebenso.
      Ich wünsche dir viel Geduld dabei. Wenn du es erstmals ein wenig beherrscht, fühlt es sich an wie Seelenwellness!

    • Ich kann die anfänglichen Zweifel so gut nachvollziehen! Was mir geholfen hat, war nicht dieses an Nichts denken (konnte mir das nie vorstellen), sondern das bewusste Einnehmen einer Beobachterposition. Ich beobachte meine Gedanken, ich nehme meinen Atem und meinen Körper wahr, ich widme mich meinen Gefühlen. Und dank dieser Beobachterposition gebe ich all den Dingen, die keine Chance haben sich im Alltag zu zeigen, den notwendigen Raum. Dadurch komme ich zur Ruhe, erfahre mehr über mich, meine Gedanken und Gefühle und trainiere meinen Geist, sich auf die wichtigen Dinge zu fokussieren. Ich kann mir mein Leben ohne Meditation überhaupt nicht mehr vorstellen, deshalb bin ich auch Meditationslehrerin geworden. Ich weiß auch, dass mich das Meditieren zu einem besseren Menschen gemacht hat und ich mehr ich bin als ich es jemals war. Und das wahrhaft das größte Geschenk, das man sich selbst machen kann.
      Vielen Dank, liebe Melanie, für diesen tollen Artikel und was für eine berührende Geschichte!

  2. Danke für diesen schönen Artikel. Deine Segelbootmediation finde ich wunderschön.

    Ich war lange eine on-off Meditiererin. Habe vieles ausprobiert und wieder gelassen. Und dann hat mir eine wunderbare spirituelle Lehrerin die Augen geöffnet: Meditation kann alles sein, das dir hilft, deine Gedanken zu fokussieren. Einfach ganz bewusst Tomaten schneiden, z. B. Oder bewusst beim Spazieren gehen einen Fuss vor den anderen zu setzen.

    Im letzten Jahr habe ich Hearfulness Meditation entdeckt. Dabei konzentriert man sich auf das Licht in seinem Herzen und nimmt einfach wahr, was ist. Wenn Gedanken kommen, dann kommen sie, einfach wahrnehmen.

    Meditation hat mich gelassener gemacht. Wenn ich etwas entscheiden muss, dann meditiere ich erstmal darüber. Mein Umfeld nimmt meine positive Veränderung wahr, ich auch.

    Die meisten meiner Coachees fangen nach einer Weile an, täglich zu meditieren. In meinem Newsletter stelle ich regelmäßig eine Möglichkeit zur Meditation vor. Wie du so richtig schreibst: jede muss für sich die Meditation finden, mit der sie sich wohlfühl, die zu ihr passt. Dann wird sie schnell zu einer lieben guten Gewohnheit.

    Übrigens macht Meditation auch schlank. Als ich noch in Shanghai lebte, hat ein Toastmasters Freund eines Tages eine Rede gehalten, in der er seinen enormen Gewichtsverlust erklärt hat. Er hatte eine sehr stressige Führungsposition und musste dringend was gegen den Stress tun. Mit einer einfachen Atemmeditation hat er in 3 Monaten 10 kg abgenommen. 2 Mal täglich 20 Minuten. Und er sagte, die Zeit hätte dadurch wieder eingespart, dass er weniger Schlaf brauchte. Am nächsten Tag find ich wieder mit dem Meditieren an.

    • Danke liebe Beate!
      Ja du hast ja einiges an Spannenden Dinge zu erzählen. Mediation macht schlank! Ich kann mir vorstellen, dass das einige Frauen interessiert 🙂 herzlichen Gruß Melanie

  3. So, auch hierzu mein Senf, ich kann es nicht lassen, weil mir die Grundlegende Haltung nicht gefällt.
    Bei der Meditation stimme ich dir uneingeschränkt zu, wobei ich bei der Sache mit dem Segelboot schon wieder zur Vorsicht rate, denn Bilder sind schon wieder Gedanken!

    Es gibt aber einen anderen wichtigen Punkt an dieser Geschichte: Wer nicht an einer Beziehung arbeiten will, ist nicht bereit selbst zu wachsen. Egal, in welchem Frust ich in einer Beziehung bin, es hat immer etwas mit mir selbst zu tun. Sich aus solch einem Grund zu trennen bedeutet aufgeben und davonlaufen. Dass eben das nichts ändert, zeigt deine Geschichte sehr schön. Marina rennt nämlich genauso in ihren Frust, nur eben auf eine andere Art und Weise.

    Aus meiner Sicht ist es so, dass, je länger eine Beziehung dauert, die Prüfungen immer „härter“ werden, zumal das Angebot da draußen so verlockend ist. Aber mal ehrlich, was ist an diesem Angebot so anders, als das, was ich schon habe (ok, das soll jetzt nicht als besitzergreifend verstanden werden)? Der Reiz des Neuen? Ändert sich dann irgend etwas? Und wenn ja für wie lange? Ich sehe heute bei vielen Menschen ein absolut falsches Verständnis in Bezug auf eine Partnerschaft, das sicherlich auch durch die Medien geprägt ist, die uns zu einer Leistungs-/Event-/Abenteuer-/und was sonst noch alles -Partnerschaft animieren wollen. Will das eigentlich überhaupt jemand, wenn er mal tief in sich rein hört, oder geht es da nur um die Erfüllung der Vorstellung anderer und der Präsentation gegenüber Freund/inn/en/. Ich sehe ein/e/n Partner/in eher als Menschen, der/die mir meine persönlichen Schwachstellen und wunden Punkte ganz genau aufzeigt. Ich habe zwei Möglichkeiten: meinem Miteinander (Gegenüber gefällt mir nicht so) die Schuld dafür zu geben und den Rücken zuzukehren oder ich nehme es dankbar als Hinweis für einen Lernauftrag an, auch wenn es mich vielleicht gerade sehr verletzt.

    Von dieser Stellungnahme nehme ich Gewalt und Drogenkonsum jeglicher Art ausdrücklich aus – obwohl es sicher auch wieder mit mir persönlich zu tun hätte.

    Kann man/frau ja mal drüber nachdenken, obe er/sie sein/ihr eigens Leben lebt, oder das imaginäre Leben von jemand anders.

    • Danke für deine Offenheit und deine Meinung zu diesem Beitrag. Ich finde, dass Marina durch das Outen ihrer Geschichte sehr viel Mut bewiesen hat. Und ich denke auch, dass Meditation für viele Meschen ein wunderbarer Weg ist um zu sich selbst oder zu Antworten zu finden.
      Gleichzeitig lese ich aus deinen Zeilen heraus, dass es dir um das Thema Partnerschaft, um Treue, um Durchhalten auch wenn es nicht immer angenehm, ja vielleicht sogar um die Prinzipien der wahren Liebe geht. Ich kann vieles davon wahnsinnig gut nachvollziehen. Es gibt immer eine Möglichkeit der harten Arbeit zu entkommen, aber viel zu oft ist eben nicht der richtige Weg. Dennoch glaube ich, dass es niemanden obliegt darüber zu urteilen. Wir sehen ja immer nur einen Bruchteil der Welt des anderen. Welche vielen Beweggründe hinter einer solchen Entscheidung stehen, weiß nur der Betroffene selbst.
      Im Bezug auf die Entdeckung der Namensgleichheit bin ich ganz positiv überrascht und möchte mich bedanken dafür, dass du dich meinen Texten widmest. Also mal raus mit der Wahrheit. Keine der beiden Frauen heißt Marina und es handelt sich auch um unterschiedliche Frauen. Anscheinend hab ich ein Fabel für den Namen. Die Geschichten durfte ich zwar im Einvernehmen mit den beiden Frauen verwenden, jedoch nahmen sie auch gerne mein Angebot an ihren Namen zu verändern.
      Lieben Gruß Melanie

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