Ich kam kurz vor dem Termin völlig außer Atem ins Büro. „Hast du die Präsentation vorbereitet?“, fragte ich meinen Kollegen, mit dem ich gemeinsam an einem Projekt arbeitete. „Bin nicht dazu gekommen, hab mich beim Kaffee verquatscht – ich dachte, wir schaffen es auch ohne“, antwortete er lässig. Und schon war er wieder da – der Trigger-Moment!
Mein Kopf wurde gefühlt knallrot vor lauter Wut. Ich hatte 90 % der Arbeit übernommen, mir den Arsch aufgerissen und nun hatte er nicht mal seinen kleinen Teil erledigt. Er glaubt wirklich, er kommt mit allem durch.
Und natürlich kam er auch diesmal damit durch. Er verzauberte die Anwesenden mit seinem Charme und seiner Lässigkeit. Ganz nach dem Motto: Wird schon irgendwie gehen. Die Einzige, die sich grün und blau ärgerte, war ich.
Trigger-Mythen, die wir ausräumen müssen
Lange Zeit fragte ich mich:
- Ist nicht einfach das Verhalten des Kollegen falsch? Und sagt das vielleicht gar nichts über mich und meine Trigger aus?
- Oder weist mich dieser Trigger auf eine alte Verletzung hin, die ich noch heilen muss?
Aber keine der beiden Fragen brachte mich weiter. Zum Thema Trigger werden nämlich oft Fehlinformationen verbreitet. Daher stellen wir mal Folgendes klar.
- Nicht jeder Trigger ist deine Schuld oder Verantwortung.
- Aber auch wenn die andere Person sich offensichtlich unmöglich verhält, kannst du daraus eine wertvolle Erkenntnis ziehen. Du kannst das Verhalten des anderen klar als falsch bewerten und trotzdem etwas für dich daraus lernen.
- Aber nicht jeder Trigger weist dich auf eine tiefe Verletzung hin, die du heilen musst.
- Viele Trigger weisen dich einfach nur darauf hin, was dir in deinem Leben fehlt. Was du dir, ohne es zu merken, seit Jahren untersagst.
Und genau um Letzteres geht es heute. Trigger können dir zeigen, wie du unbewusst dein Glück oder dein Traumleben sabotierst. Trigger können Hinweise dafür sein, was du dir selbst untersagst, meist ohne es bewusst zu bemerken.
Und deshalb schauen wir uns heute die 4 häufigsten Trigger dieser Art an. Je mehr ein Trigger im Sinne von „Das regt mich auf“ auf dich zutrifft, desto mehr benötigst du die dahinterliegende Erlaubnis dir selbst gegenüber.
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Mehr Informationen4 Trigger, die dir verraten, was dir in deinem Leben wirklich fehlt
1. Jemand nimmt ständig Raum ein und stellt sich in den Mittelpunkt
Bestimmt kennst du diese Art von Menschen. Du sitzt mit so einer Person und drei weiteren am Tisch und sie vereinnahmt mindestens 80 % der Gesprächszeit.
- Während du nur kurz von der Sache erzählst, die dich belastet, nimmt sie sich in aller Ruhe den Raum, jeden Aspekt zu beleuchten und jedes einzelne Gefühl vollmundig auszudrücken.
- Während du nur kurz von deinem Urlaub erzählst und ein Foto vom Hotel herzeigst, beschreibt sie jedes einzelne Detail und zwingt den anderen 300 Bilder auf.
- Und wenn dann jemand anderer mal am Wort ist, schafft die Person es mit Bravour, sofort wieder die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.
Sie will einfach immer im Mittelpunkt stehen. Unmöglich!
Findest du dich in diesen Sätzen wieder? Triggert dich so eine Person?
Falls ja, ist es erst mal wichtig zu erkennen, dass das nicht heißt, dass das Verhalten der Person in Ordnung ist. Es kann trotzdem notwendig sein, hier Grenzen zu setzen. Aber heute geht es darum, was dir dieser Trigger außerdem zeigt.
Die Botschaft: Wenn dich solche Menschen extrem triggern, dann fast immer deshalb, weil du dir nicht einmal 50 % von dem erlaubst, was sie sich erlauben – nämlich dich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, Raum einzunehmen, Aufmerksamkeit einzufordern, einmal kurz die wichtigste Person im Raum zu sein.
100 % mag zu viel sein, aber 50 % davon wären gesund. Wenn du dich immer nur in den Hintergrund stellst und dir die Bühne nie erlaubst, sabotiert das deine Beziehungen – du bekommst darin zu wenig Raum – und dein Berufsleben – weil dich hinter der Bühne niemals jemand entdecken und anerkennen wird.
Erlauber-Satz für dich: Ich erlaube mir immer öfter, der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu sein. Ich erlaube mir, gesehen und gehört zu werden. Ich erlaube mir, den Raum einzunehmen, der mir zusteht.

2. Jemand, der 0 Verantwortung übernimmt und alles leicht nimmt: „Wird schon gehen.“
Erinnerst du dich an meinen Kollegen aus der Einleitung? Der keine Verantwortung übernahm und sich nach dem Prinzip „Wird schon gehen“ das Leben leicht gemacht hat.
Ähnliches kennen viele – nicht selten aus der eigenen Beziehung.
Du trägst die gesamte mentale Last, sei es für die Kinder, Termine, Kleidung, Arztbesuche etc. Wenn du die Überlastung genervt ansprichst, kommt von deinem Partner nur ein tiefenentspanntes: „Ach was, passt doch alles, stress dich nicht so.“
- Während du dir den Kopf zerbrichst, Vertretungspläne baust oder die Arbeit von zwei Personen erledigst, lehnt sich die andere Person entspannt zurück.
- Während du versuchst, jedes Risiko abzufedern, verlässt sich die andere Person einfach darauf, dass am Ende schon alles irgendwie gut geht.
Fühlst du, wie bei dieser Situation der Puls steigt? Regt es dich innerlich auf?
Auch hier gilt: Das Verhalten des anderen ist unfair und unsolidarisch. Aber der Trigger verrät dir noch etwas viel Tieferes über dich.
Die Botschaft: Wenn dich dieses „Wird schon gehen“ rasend macht, dann deshalb, weil du dir selbst null Leichtigkeit erlaubst. Du glaubst tief in dir, dass du immer die volle Kontrolle behalten und alles tragen musst, damit nicht alles zusammenbricht.
Du verbietest dir, Aufgaben abzugeben, dir das Leben leicht zu machen, einfach mal darauf zu vertrauen, dass andere im Notfall schon agieren oder einfach alles gut geht.
Erlauber-Mantra: Ich erlaube mir, nicht alles zu tragen, Verantwortung abzugeben und mir das Leben leichter zu machen. Ich erlaube mir, darauf zu vertrauen, dass alles gut geht, auch wenn ich nicht alles perfekt plane.
3. Heulsusen – wenn jemand aus allem ein Drama macht
- Wenn dich insbesondere Menschen aufregen,
- die ständig auf die Tränendrüse drücken, aus jedem kleinen Problem ein Drama machen,
- bei denen du dir denkst, obwohl du sonst ein einfühlsamer Mensch bist: „Ach, jetzt reiß dich doch mal zusammen“,
dann verrät dieser Trigger besonders viel über dich.
Die Botschaft: Menschen, die sich zu jedem Thema dramatische Emotionen erlauben, aus Mücken Elefanten machen und sich ausgiebig selbst bemitleiden, erlauben sich etwas im großen Stil, das du dir in der Vergangenheit nie erlauben durftest.
Im Vergleich zu ihrem Leben war deines wahrscheinlich um ein Vielfaches härter. Wärst du so emotional wie sie, hättest du dein halbes Leben lang nur weinen müssen. Das ging natürlich nicht, deshalb hast du begonnen, dir Emotionen und Schwäche zu untersagen.
Natürlich hast du sie trotzdem, aber du teilst sie nicht mit der Öffentlichkeit. Du hast gelernt, sie zu schlucken, sie alleine zu verarbeiten – denn du hattest keine andere Wahl. Aber jetzt hast du sie! Du musst keine Heulsuse werden, aber du darfst dir etwas mehr Verletzlichkeit und Schwäche erlauben.
Erlauber-Mantra: Ich erlaube mir, die alte Härte loszulassen. Meine Verletzlichkeit macht mich authentisch, menschlich und wunderschön. Ich erlaube mir, meine Emotionen zu zeigen und Mitgefühl und Unterstützung anzunehmen.
4. Jemand, der immer Glück hat, dem alles zufällt – der sich schamlos vom Leben verwöhnen lässt
Gibt es in deinem Umfeld diese eine Person, die gefühlt nie wirklich schuften muss, der aber trotzdem der rote Teppich ausgerollt wird?
- Während du dir jeden einzelnen Erfolg, deine Partnerschaft oder was auch immer hart erarbeiten musst, scheint ihr alles einfach zuzufallen.
- Während du dreimal überlegst, ob du dir etwas gönnen darfst, nimmt diese Person Geschenke, Gefallen und Fülle an, ohne mit der Wimper zu zucken oder ein schlechtes Gewissen zu haben.
- Und du stehst da und denkst dir zähneknirschend: „Wie kann man nur so unverschämt sein? Man muss sich Dinge doch verdienen!“
Wenn dich solche Menschen wütend oder neidisch machen, liegt das selten an deren Unverschämtheit – sondern an deinem Weg, der härter war und mit der Zeit unbewusst dazu geführt hat, dir etwas Wichtiges zu verbieten.
Die Botschaft: Wenn dich dieses mühelose Empfangen triggert, dann deshalb, weil du so lange gelernt hast, dass man sich alles hart verdienen muss, sodass du dir heute genau das und nichts anderes mehr erlaubst.
Du erlaubst dir gar nicht, Fülle ohne Gegenleistung zu empfangen. Wenn dir mal jemand etwas anbietet, sagst du oft: „Oh nein, das kann ich nicht annehmen.“
Du bist tief in dem Glaubenssatz gefangen, dass Leben Krampf, Leid und eiserne Disziplin bedeuten muss. Du erlaubst dir nicht, Geschenke des Lebens zu erkennen und anzunehmen. Und weil dein Unterbewusstsein Realität schafft, scheint es diese Geschenke in deinem Leben erst gar nicht zu geben.
Die Wahrheit aber ist: Indem du dein Mindset änderst, änderst du auch, was dir in Zukunft immer öfter begegnet.
Erlauber-Mantra: Ich erlaube mir, die Geschenke des Lebens jetzt mit Leichtigkeit zu empfangen. Ich erlaube mir, beschenkt, unterstützt und verwöhnt zu werden. Ich bin es wert, dass es mir gut geht.
Fazit: Dein Trigger als Kompass für dein Traumleben
Wenn dich das nächste Mal eine Verhaltensweise deines Gegenübers so richtig aufregt, halte für einen kurzen Moment inne. Frage dich nicht sofort, was mit der anderen Person nicht stimmt, sondern nutze diesen Trigger als wertvollen Hinweisgeber für deine eigene Freiheit.
Jeder Moment, in dem du dich ärgerst, zeigt dir nämlich genau den Teil deines Lebens, den du dir bisher selbst noch nicht erlaubt hast. Nimm die Einladung an, gib dir selbst die Erlaubnis dazu – und erlaube dir Schritt für Schritt genau das Leben, das wirklich deines ist.

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