Fremdgesteuert: So befreist du dich vom People Pleaser-Dilemma

Sagst du auch oft „Ja“, obwohl du etwas gar nicht wirklich willst oder so meinst? Verleugnest du dich bzw. deine Haltung zu einem Thema manchmal selbst, um bloß nicht aufzufallen und mit allen einer Meinung zu sein? Wenn ja, dann bist du vielleicht ein People Pleaser, jemand, der gern das Wohl anderer über sein eigenes stellt und dabei auf seine Bedürfnisse verzichtet.

Bevor du jedoch voreilige Schlüsse ziehst, schau dir die 10 häufigsten Anzeichen eines sogenannten People Pleasers an.

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10 Anzeichen, dass du in der People Pleaser-Falle steckst

1. Du kannst schwer bis gar nicht „Nein“ sagen: Statt für dich selbst einzustehen, stimmst du zu, auch wenn du anders denkst, um ja nicht aufzufallen.

2. Du bist mit allen einer Meinung: Du unterdrückst deine eigene Meinung, um Harmonie zu bewahren.

3. Du entschuldigst dich oft: Selbst wenn du nicht im Unrecht bist bzw. nichts Unrechtes getan hast, entschuldigst du dich für alles und jedes.

4. Du opferst dich gern für andere auf: Du hilfst gerne anderen und fühlst dich deswegen oft belastet und erdrückt.

5. Du verschiebst deine Grenzen zugunsten anderer: Du setzt deine eigenen Grenzen außer Acht, um den Erwartungen anderer gerecht zu werden.

6. Du fühlst dich für die Gefühle anderer verantwortlich: Du übernimmst gerne die Verantwortung für den Unmut anderer und machst dich schuldig, wenn es ihnen nicht gutgeht.

7. Du bist tief gekränkt, wenn dich jemand kritisiert: Kritik empfindest du als persönlichen Angriff und du erholst dich schwer davon.

8. Du verhältst dich, wie die Menschen um dich herum: Du passt dich ständig an dein Umfeld an und verlierst dabei deine eigene Identität.

9. Du brauchst sehr viel Bestätigung: Du suchst intensiv nach Zustimmung und Anerkennung von anderen.

10. Du versuchst Konflikte tunlichst zu vermeiden: Konflikte sind dir ein Gräuel, du versuchst sie um jeden Preis zu vermeiden.

Wie wird man zum People Pleaser?

Oft entwickelt sich das Verhalten von Menschen mit dem People Pleaser-Dilemma aus einer Kombination von persönlichen, schlechten Erfahrungen und gesellschaftlichem Druck. Viele lernen in der Kindheit, dass man Liebe und Anerkennung nur dann bekommt, wenn man anderen gefällt. Diese Muster kann man sich im Laufe des Lebens verstärkt angewöhnen – außer man lernt irgendwann, gesunde Grenzen zu setzen.

Ein Mädchen blickt traurig aus dem Fenster - sie ist in der People Pleaser Falle

Besonders nahestehende Menschen können uns relativ leicht in die People Pleaser-Falle drängen. Werden sehr hohe und unumstößliche Erwartungen gestellt, versucht jedes Kind, diese Erwartungen zu befriedigen. Menschen, die auf ein „Nein“ besonders intensiv reagieren, können das People Pleaser-Syndrom entfachen, da wir diese unangenehme Situation umgehen wollen und lieber etwas tun, das wir gar nicht wollen.

Angst vor Ablehnung spielt eine besonders große Rolle bei der Entwicklung zum People Pleaser. Menschen, die in ihrer Kindheit und im frühen Erwachsenenalter viel Zurückweisung erlebt haben, neigen eher zum People Pleaser-Verhalten als andere.

Was ist schlecht daran, ein People-Pleaser zu sein?

Der People Pleaser hat ja auch viele Vorteile: Er ist immer lieb und nett, lächelt viel, macht kein Drama, ist ein toller Teamplayer. Klingt doch sehr entspannt – oder vielleicht doch nicht?

Die Nachteile liegen allerdings klar auf der Hand: Ein People Pleaser lebt nie sich, sondern immer die anderen. Er verlernt, seine eigenen Bedürfnisse zu erkennen und verliert im Laufe der Jahre gänzlich seine Identität.

People Pleaser fühlen sich – da sie nie ihr tiefstes, eigenes Wesen leben können – ständig gestresst. Sie leiden unter einem geringen Selbstwertgefühl und an hoher Unzufriedenheit, ohne zu wissen, woher diese rührt.

Dadurch, dass sich ein People Pleaser stets verstellt und seine Bedürfnisse nie kundtut, sind auch seine Beziehungen meist unerfüllt. Er fühlt sich oft benachteiligt, zu wenig gesehen und geliebt, aber er spricht es nicht aus. Häufig gerät er an Menschen, die seine Gutmütigkeit ausnutzen. Eine Beziehung mit einem People Pleaser, einem Menschen, der nicht zu sich stehen kann, ist auch für die Partnerin bzw. den Partner sehr herausfordernd.

Ein People Pleaser-Leben ist ein fremdgesteuertes Leben

Solltest du nun entdeckt haben, dass du Züge eines People Pleaser-Musters in dir trägst, dann fühlst du dich in deinem Leben vermutlich sehr oft fremdgesteuert und hast wahrscheinlich gerade mehr als genug Gründe, entdeckt, warum du das People Pleasing loslassen solltest.

Die gute Nachricht ist, du kannst aus diesem Dilemma auch wieder herauskommen. Hier findest du wunderbare Tipps, wie du zu einem selbstbestimmten, authentischeren Leben findest und den People Pleaser Schritt für Schritt hinter dir lassen kannst.

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4 Möglichkeiten zur Befreiung aus dem People Pleaser-Dilemma

Eine Frau schreibt über ihre Erfahrungen der People Pleaser Falle

1. Selbstreflexion

Nimm dir so oft wie möglich Zeit, um über deine eigenen Bedürfnisse und Wünsche nachzudenken. Stell dir immer wieder die folgenden Fragen, um eine Verbindung zu deinen eigenen Werten, zu deinen persönlichen Bedürfnissen und zu deinen individuellen Wünschen aufzubauen:

  • Was macht einen für mich besonders angenehmen Tag aus?
  • Wie sieht mein perfekter Feierabend aus?
  • Was brauche ich, um gut entspannen zu können?
  • Welche Tätigkeiten tun mir wirklich gut, bei welchen Aufgaben vergesse ich die Zeit?
  • Welche Wünsche möchte ich mir in meinem Leben noch erfüllen?
  • Was macht mich als Mensch aus: Welche Wesenszüge trage ich, die mich von anderen unterscheiden?
  • Was mag ich an mir?
  • Welche unerfüllten Sehnsüchte und Bedürfnisse habe ich?

2. Selbstwertgefühl stärken

Ein starker Selbstwert macht es dir möglich, unabhängiger von der Meinung anderer zu sein. Er vermittelt dir in jeder Sekunde, ich bin es wert, mir meine Wünsche zu erfüllen oder dieses oder jenes nicht mit mir machen zu lassen.

Den Selbstwert kann man nachweislich sehr gut mit Mentaltraining stärken. Einer der Schwerpunkte meines Selbstliebe-Lehrgangs in der Variante „nur für mich“ oder „Selbstliebe-Trainer“ sind Übungen aus dem Mentaltraining. Auch dieser Buchtipp kann dir helfen: Wenn ein Satz dein Leben verändert.

3. Grenzen setzen

Sobald du einen gestärkten Selbstwert hast, wird es auch leichter, Grenzen zu setzen. Grenzen setzen bedeutet einfach nur, dass du dir den Raum verschaffst, den du brauchst, um das Leben zu gestalten, das dir guttut. Es ist nicht egoistisch, sondern notwendig. Nicht nur für dich, sondern damit du langfristig auch genug Energie hast für deine Liebsten.

Hier findest du einige praktische Tipps zum Thema Grenzen setzen: Grenzen-Setzen-Schritt für Schritt-Guide.

4. Selbstakzeptanz

Akzeptiere dich selbst – mit allen Stärken und Schwächen. Oder anders gesagt – lerne dich mehr und mehr zu lieben, und zwar mit allem was ist. Wer dieses Ziel erreicht, muss keine kleinen, einzelnen Schritte mehr aus der People Pleaser-Falle machen: Selbstliebe löst das angeeignete Fehlverhalten gänzlich auf.

Selbstliebe-Arbeit basiert darauf, tiefliegende Glaubenssätze, die verhindern, dich vollends akzeptieren und lieben zu können, aufzulösen. Wie z. B. der häufige vorkommende Satz „ich bin nicht gut genug“, der in „ich bin gut, so wie ich bin“ verwandelt werden kann und zwar nicht nur im Denken, sondern auch im Fühlen. Und noch viele weitere Bausteine rund um die Selbstliebe-Arbeit können das People Pleaser-Dilemma entschwinden lassen.

Möchtest du dir nun ein selbstbestimmtes, erfülltes, authentisches Leben durch Selbstliebe aufbauen , dann schau dir gerne mein Herzensprojekt – den Selbstliebe-Lehrgang in der Variante „nur für mich“ oder als „Selbstliebe-Trainer“ an!

Herzlich, deine Melanie

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