Der stille Saboteur in dir: soziale Unsicherheit

Wie soziale Unsicherheit dein Leben schwer macht

Du findest dich auf einer lebhaften Geburtstagsparty von Freunden wieder, umgeben von fröhlichen Gesichtern und guter Musik. Die Atmosphäre ist entspannt, aber du bist nicht entspannt, denn das Gefühl von Unsicherheit vereinnahmt dich von Minute zu Minute mehr und mehr.

Du kennst kaum jemanden, außer den Gastgeber und stehst alleine in einer Ecke, da tut sich neben dir eine Gruppe auf. Du belauscht die Gespräche, zögerst aber, dich aktiv einzubringen. „Was, wenn ich etwas Falsches sage? Was, wenn alle mich ignorieren oder sogar komisch finden?“

Es sind nicht immer die großen Herausforderungen, sondern oft die scheinbar banalen Momente, die uns mit unserer inneren Unsicherheit konfrontieren. Obwohl Unsicherheit bis zu einem Gewissen Grad normal und gesund ist, sind viele von uns so intensiv davon betroffen, dass ihre Lebensfreude, ihr Potential und ihre Lebensqualität davon negativ beeinflusst werden.

In diesem Beitrag möchte ich den stummen Saboteur in Form von der inneren sozialen Unsicherheit gemeinsam mit dir entlarven und Wege finden, wie du mit mehr Selbstsicherheit und Leichtigkeit durchs Leben gehen kannst.

Diesen Beitrag gibt es auch als Podcast auf Spotify, iTunes oder direkt hier:

Was genau ist soziale Unsicherheit?

Eine Frau blickt aus dem Fenster - soziale Unsicherheit

Hinter sozialer Unsicherheit steckt ein tief verwurzeltes Gefühl von Angst und Zweifel in Bezug auf soziale Interaktionen und zwischenmenschliche Beziehungen. Menschen, die unter sozialer Unsicherheit leiden, haben oft Angst vor negativem Urteil, Ablehnung oder Kritik durch andere. Dieses Gefühl der Unsicherheit betrifft verschiedene Aspekte des Lebens: Ein einfaches Gespräch mit einer neuen Bekannten, das Vorbringen einer Idee in einem Geschäftsmeeting oder eben den Besuch einer Geburtstagsparty, bei der man viele Menschen nicht kennt.

Charakteristische Merkmale sozial unsicherer Menschen können sein:

Selbstzweifel: Zweifel in Bezug auf soziale Fähigkeiten und die Furcht nicht „gut genug“ zu sein.

Vermeidungsverhalten: Um unangenehme soziale Situationen zu umgehen, ziehen sich unsichere Menschen oft zurück, schweigen oder vermeiden soziale Aktivitäten.

Sensibilität gegenüber Kritik: Selbst konstruktive Kritik wird als stark belastend empfunden und persönlich genommen.

Angst vor Ablehnung: Die Sorge, von anderen nicht akzeptiert oder gemocht zu werden, ist ausgeprägt.

Schwierigkeiten beim Small Talk: Einfache, spontane Gespräche können Herausforderungen darstellen, die oft unüberwindbar erscheinen.

Angst vor negativem Urteil: Die Betroffenen haben eine starke Angst davor, dass andere sie negativ beurteilen oder über sie lästern.

Bist du betroffen? Sätze die sozial Unsichere oft sagen oder denken

Vielleicht hast du dich in einigen der obigen Merkmale bereits wiedererkannt, dann lass uns jetzt noch auf Nummer Sicher gehen. Hier sind Aussagen und Gedanken, die Menschen mit hoher sozialer Unsicherheit öfter denken oder sagen.

  • Ich bin ganz deiner Meinung.
  • Kannst du das bitte entscheiden?
  • Hab ich etwas falsch gemacht?
  • Ich bin nicht gut genug.
  • Ich trau mich nicht, danach zu fragen.
  • Ich möchte niemandem zur Last fallen.
  • Stimmt irgendetwas nicht? Bist du böse auf mich?
  • Ich will mich nicht vordrängeln.
  • Ich fühle mich nicht dazugehörig.
  • Ich sag lieber nichts, dann kann ich auch nichts Falsches sagen.

Hast du dich in zwei, drei oder sogar mehreren Sätzen und Merkmalen wiedergefunden, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass soziale Unsicherheit dein Leben belastet.

Wie soziale Unsicherheit dein Leben schwer macht

Eine Konsequenz von stark unsicherem Verhalten ist die Einschränkung sozialer Beziehungen. Sind wir sozial unsicher, dann neigen wir dazu, uns im Hintergrund zu halten, wenig von uns preis zu geben oder zwischenmenschliche Kontakte sogar zu meiden. Das führt sehr häufig nicht nur zu einem falschen Eindruck, sondern auch dazu, dass wir nur schwer tiefe Verbindungen und gesunde Beziehungen aufbauen können.

Die Folge kann sein, dass du das Gefühl hast, keine wahren Freunde zu haben, von niemanden richtig verstanden zu werden oder unter blanker Einsamkeit leidest. Der höchst bewertete Glücksfaktor, der laut Studien die soziale Beziehungen sind, ist dadurch im Mangel.

Ein weiterer Aspekt ist der Einfluss auf Beruf und Erfolg. Sozial unsichere Menschen haben oft Schwierigkeiten, sich selbst, ihre Fähigkeiten, Ideen oder ihre Meinung ansprechend zu präsentieren. Das wiederum hat negative Auswirkung auf ihre beruflichen Chancen und Erfolge. Auch das Netzwerken liegt ihnen logischerweise nicht, was weitere Nachteile bringt.

Und zuletzt leidet vor allem das psychische Wohlbefinden. Anhaltende soziale Unsicherheit führt zu Stress, Ängsten und im Worstcase sogar zu Depressionen oder Angstzuständen. Und dann ist da noch das ständige Gefühl, von anderen negativ oder als mangelhaft bewertet zu werden, das mehr und mehr dazu führt, dass das Selbstwertgefühl in den Keller sinkt und man sich immer weniger zutraut.

Diese psychischen Belastungen können einen regelrechten Teufelskreis auslösen, in dem die Unsicherheit verstärkt wird, je mehr negative Auswirkungen sie auf unser Leben hat.

Woher kommt soziale Unsicherheit?

Bevor wir uns erste Lösungswege aus der Unsicherheitsfalle anschauen, gibt es noch einen kleinen Rückblick in die Vergangenheit bzw. Kindheit, wo womöglich die Weichen für deine heutige Unsicherheit gestellt wurden.

Soziale Unsicherheit kann zum Teil eine Veranlagung oder ein Teil der Persönlichkeit sein, jedoch wird es meist durch folgende Faktoren verstärkt:

  • Mangelnde Liebe oder Aufmerksamkeit in der Kindheit: Wenn ein Kind sehr häufig das Gefühl hatte, zu stören oder nicht willkommen zu sein, ist das Risiko eine soziale Unsicherheit zu entwickeln, hoch.
  • Wer als Kind viel öfter kritisiert als gelobt wurde, läuft ebenso Gefahr, eine soziale Unsicherheit oder sogar Phobie zu entwickeln. Um keine Kritik mehr zu ernten, wird das Schweigen und Verstecken zur Schutzstrategie eingesetzt.
  • Ereignisse wie Mobbing, Ausgrenzung oder häufige Ablehnung, können ebenso zu starken Unsicherheiten führen.
  • Wer als Kind vernachlässigt oder viel alleine gelassen wurde, entwickelt häufig die Überzeugung, nicht wichtig für andere zu sein, was ein idealer Dünger für soziale Unsicherheit ist.
  • Weitere Risikofaktoren sind Scheidung, Familienkonflikte oder psychische Erkrankungen der Eltern.

Zudem können sich daraus Folgeerscheinungen entwickeln wie ein sehr niedriges Selbstwertgefühl, allgemeine Schüchternheit, extreme Introvertiertheit und ein negatives Selbstbild.

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Ich wurde sie los! Du kannst das auch

Sozial unsichere Menschen sind mir persönlich sehr sympathisch, was einfach daran liegt, dass ich in ihnen immer einen Teil von mir selbst wiedererkenne. Ich erinnere mich all zu gut an das Weihnachtsgedicht, dass ich auf der Schulbühne aufsagen musste, bei dem ich aber kein Wort rausgebracht habe.

Oder daran, wie ich stundenlang schweigend am Tisch mit Freunden von Freunden saß, weil ich mich einfach nicht traute, etwas zu sagen.

Aber es gibt Hoffnung, denn mittlerweile spreche ich vor tausenden, manchmal sogar hunderttausenden Menschen. Meist via Videobotschaft aber oft auch live. Und obwohl natürlich gerade bei Live-Auftritten noch immer ein Fünkchen Aufregung dabei ist, fühle ich mich dabei wohl und bin sogar entspannt. Es gibt also Auswege!

Meine Best-Praxis-Tipps, um deine soziale Unsicherheit loszuwerden

1. Deine Schwäche auf dem Präsentiertablett

Ein Mann und zwei Frauen sprechen miteinander - soziale Unsicherheit

Zum Start ein ganz einfacher Tipp. Wenn du unter Menschen bist und die Nervosität oder Unsicherheit spürst, sprich sie aus. Ja, ich weiß, das braucht Mut, aber meistens wirkt es. Auf der Geburtstagsparty, wo du niemanden kennst, kannst du dich z.B. dazu stellen und sagen: „Hey ihr Lieben, ich kenne hier niemanden und bin deshalb ein bisschen nervös, darf ich mich zu euch gesellen?“ Die Wahrscheinlichkeit, dass du auf nette Menschen triffst und die Entblößung deiner Schwäche bei ihnen Sympathie auslöst, ist unglaublich hoch.

„Ach was, du brauchst doch nicht nervös zu sein, komm her zu uns. Aber by the way – ich kenn das, fühl mich auch immer so komisch, wenn ich unter Fremden bin,“ ist die häufigste Reaktion. Jeder Mensch trägt Unsicherheit in sich, wenn du deine ausdrückst, werden sich andere in dir wiedererkennen. Deine vermeintliche Schwäche kann so zum Sympathieträger werden.

2. Hör auf, anderen etwas zu unterstellen

Deine Unsicherheit verstärkt sich meistens dadurch, dass du denkst, dass andere schlecht über dich denken. Denn wenn jemand schlecht über dich denkt, dann wird er dich ablehnen und das macht dir natürlich Angst.

Die Sache ist aber die, das was du denkst, dass die anderen denken, ist das, was du selbst über dich denkst. *

*Lies das nochmal – es ist wichtig, dass dir das bewusst wird.

Im Umkehrschluss bedeutet das, wenn du deine Gedanken über dich änderst, du auch deine Unsicherheit veränderst und in Sicherheit wandeln kannst.

Was kannst du dafür tun? Hier ein paar Fast-Tipps:

  • Denk öfter einmal über deine Stärken nach und mache sie dir bewusst.
  • Erinnere dich an Menschen, die dich mögen und schätzen – sie denken positiv über dich, warum also sollten es andere nicht tun?
  • Arbeite an deiner Körpersprache. Eine offene und aufrechte Körperhaltung und ein Lächeln sorgen nicht nur dafür, dass du bei anderen einen guten Eindruck machst, sondern du fühlst dich dadurch auch selbstbewusster.

3. Löse deine Unsicherheit in der Tiefe auf

Diese Schnell-Tipps können dir erste Erfolge bescheren, aber langfristig gilt es, all die Dinge in dir auszugraben und zu verändern, die die Unsicherheit festhalten. Dabei kann ein tieferes Verständnis für dein inneres Kind der Schlüssel sein.

Unser inneres Kind repräsentiert unsere emotionalen Erfahrungen aus der Kindheit. Oft sind es verletzende Erlebnisse, ungelöste Konflikte oder vernachlässigte Bedürfnisse in unserer Kindheit, die dazu beitragen, dass wir im Erwachsenenalter mit Unsicherheiten zu kämpfen haben.

Genau hier setzt mein neues Buch „Wenn das Kind in dir noch immer weint – wie du alte Wunden endlich heilst“ an. Nach langem Warten erscheint es jetzt in wenigen Tagen.

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Herzlich, deine Melanie

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