Vaterkomplex: Wie er dein Liebesleben lenkt

Was deine Vaterwunde mit deinem Liebesleben zu tun hat

Man geht davon aus, dass rund 30% aller erwachsenen Frauen einen sogenannten Vaterkomplex entwickeln. Was dahinter steckt, ob du betroffen bist und wie dieser Komplex womöglich unbewusst dein Liebesleben steuert bzw. sabotiert, das erzähle ich dir in diesem Blogbeitrag.

Wer prägt uns mehr, Vater oder Mutter?

Pauschal lässt sich das schwer sagen. In der Regel ist es tatsächlich die Mutter, da sie uns die meiste Zeit betreut hat. Aber gerade was das Liebesleben von uns Frauen betrifft, prägt uns fast immer auch unser Vater – egal, wie nahe wir im standen oder eben nicht. Er war sozusagen der erste Mann in unserem Leben, den wir liebten und die Erfahrungen dieser Liebe tragen wir in unsere erwachsenen Beziehungen mit.

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Drei Grund-Väter-Arten

Grundsätzlich kann man grob zwischen drei Vaterrollen unterscheiden, die sehr viel über die Grundverletzungen, die wir aus der Kindheit womöglich mitgenommen haben, verraten, aber natürlich nicht über die Details. Diese sind wiederum bei jedem individuell.

1. Der anwesende Vater:

Das ist der Vater, der auch ab und an mit dir Ball gespielt oder Sandburgen gebaut hat, dir geholfen hat, die Möbeln in deiner ersten Wohnung aufzubauen und sich wahrhaftig für dich und deine Entwicklung interessiert. Du hast bei ihm immer das Gefühl gehabt, willkommen zu sein, auch wenn sich deine Mutter vielleicht um ein Vielfaches mehr um dich gekümmert hat. Womöglich warst du auch seine kleine Prinzessin.

In der Regel bekommst du durch diese Vater-Tochter Beziehung ein starkes Fundament für deine spätere Beziehung zu einem Mann. Du vertraust auf dich selbst und deinen Wert und gehst selbstbewusste Partnerschaften auf Augenhöhe ein.

Nur, wenn dein Vater dich zu sehr verwöhnt, ja dich regelrecht zu einer Prinzessin gemacht hat, kann es sein, dass deine Ansprüche an deinen späteren Partner sehr hoch sind und dir genau das Schwierigkeiten bereitet.

2. Der anwesende Vater, der abwesend war

Damit ist der Vater gemeint, den die meisten von uns kennen. Er war arbeiten und hat das Geld verdient, während Mama für den Haushalt und die Kids zuständig war. Die erste Anlaufstelle für dich war immer deine Mutter. Dein Vater ist mit dem Glaubensmuster, Frauen sind zuständig für Kinder, aufgewachsen und hat sich dementsprechend wenig um dich gekümmert, obwohl er physisch anwesend war.

Kurzum, du wurdest von deinem Vater mehr oder weniger ignoriert. Das kann womöglich dazu geführt haben, dass du unbewusst begonnen hast, um seine Aufmerksamkeit und Anerkennung zu kämpfen. Zum Beispiel, indem du

Vater und Tochter gemeinsames Hobby
  • Immer darauf geachtet hast, es ihm recht zu machen, ruhig und brav zu sein, um ihn ja nicht aufzuregen.
  • Indem du Dinge gemacht hast, die ihm gefallen, z.B. mit Bauklötzen gespielt, seinen Beruf ergriffen, hübsche Kleider getragen, gekocht… usw.
  • Indem du ihm durch Leistung bewiesen hast, dass du seine Beachtung wert bist, z.B. gute Noten, ein toller Job, zig Weiterbildungen, Fleiß… usw.
  • Indem du als Jugendliche rebelliert hast, um endlich seine Aufmerksamkeit zu bekommen.
  • Indem du dein erwachsenes Leben so ausgerichtet hast, wie es ihm am besten gefällt.
  • In dem du versucht hast und vielleicht noch immer versuchst, ihm möglichst ähnlich zu sein.

Fakt ist, der abwesende Vater löst Wunden aus, die oft später noch zu Problemen führen, vor allem in einer Liebesbeziehung zu einem Mann. Dazu kommen wir gleich noch.

3. Abwesende Vater

Der gänzlich abweisende Vater, ist der Vater, bei dem du nicht aufgewachsen bist und den du maximal hier und da am Wochenende gesehen hast. Auch er kann ähnliche Wunden wie der abwesende anwesende Vater auslösen und insbesondere das Gefühl, für ihn nicht gut genug zu sein, hervorrufen.

Dieses Gefühl kann auch in deinem späteren Liebesleben zu einem Mann eine wesentliche Rolle spielen und dieses sabotieren.

Dennoch kann ein abwesender Vater durch z.B. einen Ziehvater oder eine oder zwei enorm engagierte Mütter teilweise gut ersetzt werden und in vielen Fällen kann die Vaterwunde sogar eingedämmt oder verhindert werden.

Aber inwiefern hat unsere Beziehung zum Vater etwas mit unserem späteren Liebesleben zu tun?

Wir sind immer auf der Suche nach der Lösung und Heilung unserer alter Wunden. Hier kommt die Metapher des inneren Kindes ins Spiel. Das verletze 7-jährige Mädchen in uns, das wir einst waren, erinnert sich zu gut an ihre erste große Liebe namens Papa. All den Schmerz und die Kränkung, die es damals erlebt hat, versucht es im heute zu heilen.

Da ihres Erachtens niemand anderer als der heißgeliebte Papa (auch wenn wir ihn rational vielleicht sogar ablehnen) in Frage kommt, geschieht es besonders häufig, dass sie einen Partner wählt, der Eigenschaften besitzt, die dem Vater ähnlich sind.

Auch interessant:  Warum dein inneres Kind in deinem Partner seine Eltern sucht und findet

Auf den ersten Blick ist das oft nicht ersichtlich, weil es sich nicht um optische Eigenschaften handelt, sondern viel mehr um Verhaltensmuster. Zumal wir das Gewohnte unterbewusst immer für sicher halten und es daher magnetisch anziehen bzw. bei der Partnerwahl bevorzugen.

Vaterkomplex

Sehr häufig entsteht dadurch eine ungesunde Beziehung, mit einem sogenannten Vaterkomplex. Darunter versteht man, dass eine Frau alle Konflikte und unerfüllten Sehnsüchte aus der Kindheit, die durch den Vater entstanden, auf ihren (zukünftigen) Partner projiziert. Dies kann nun zu zwei Auswirkungen führen.

A) Du ziehst Männer an, mit denen du denselben Schmerz wie damals mit deinem Vater erlebst. Zum Beispiel:

  • Dein Partner nimmt dich genauso wenig wahr und ernst wie dein Vater damals.
  • Er ist genauso toxisch, cholerisch oder herrschsüchtig wie dein Vater es war.
  • Er behandelt dich von oben herab und du lässt es dir genauso gefallen wie von deinem Vater.
  • Usw.

B) Du projizierst auf deinen Partner, obwohl er deinem Vater nicht ähnlich ist. Dein Partner kommt einmal zu spät nachhause und du rastet aus, weil es bei deinem Vater jeden Tag so war und wirfst deinem Partner nun vor, er kümmere sich nicht um seine Familie und zerstöre sie.

Oder: Er macht dir heute Morgen kein Kompliment und du fühlst dich sofort wie das kleine ungesehene Mädchen wie damals und denkst, mein Mann liebt mich genauso wenig wie damals Papa und ignoriert mich als wäre ich ein Niemand.

In diesem Fall kann dein Partner vielleicht wenig dafür. Die Heilung liegt also nicht im Austausch deines Partners, sondern in der Heilung deiner inneren Wunden. Auch in Fall A) ist es essentiell, die alten Verletzungen endlich aufzuarbeiten, um dein Muster loszulassen.

In vielen Fällen ist auch ein Zusammenspiel von Variante A und B, die deine Partnerschaft so schwierig macht. So oder so kann die Heilung deiner Kindheitswunden der Ausweg sein.

Wie kann ich meine Vaterwunde heilen?

Keine Sorge – eine Aussprache mit deinem Vater ist dazu nicht zwingend notwendig. Hilfreich kann es sein, dass du einen Brief an deinen Vater schreibst, den du allerdings nicht abschickst. Schreibe dabei alle Dinge auf, die du deinem Vater schon immer einmal sagen wolltest, egal, wie böse oder unverschämt sie sind. Schreib ihm auf, wie du dich damals gefühlt hast und lasse so die ganzen alten Emotionen raus.

Aber damit ist es noch nicht getan, um deine Vaterwunde und so auch dein Liebesleben zu heilen, musst du noch einen Schritt tiefer gehen und deinem inneren Kind begegnen. Deshalb lade ich dich herzlich ein, dir meinen einzigarten „Befreie dein inneres Kind Kurs“ mit persönlicher Begleitung, der in Bälde wieder startet, anzusehen.

Ein 6-Wochen-Intensivkurs, den du auch in freier Zeiteinteilung machen kannst und der dich endlich befreien wird vom alten Schmerz, der bis heute dein Leben blockiert. Diesen Kurs gibt es in der Variante „nur für mich“ oder „Innerer-Kind-Mentor“. Mehr dazu erfährst du hier.

Herzlich, deine Melanie

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5 Kommentare

  1. Ich leide unter einem vaterkomplex . Mein Vater hat mich nicht wirklich wahrgenommen und meine Mutter mochte mich nicht.
    Eine Beziehung zu einem Mann war schwierig. Ich habe toxische Anteile in mir.
    LG Ute!

  2. Ich habe erkannt, dass mein Partner das emotionale Ebenbild meines Vaters ist und mir keine Liebe geben kann.
    Ist eine Trennung unausweichlich?

    • Liebe Anja!
      Das kann man so nicht beantworten. Dazu ist es ratsam, wenn du ein Gespräch mit einer Therapeuten vereinbarst.
      vlg

  3. ich kenne meinen Vater nicht, der ist abgehauen als meine Mutter schwanger war… sie war nie wieder mit einem anderen Mann zusammen, ich hatte also auch keinen Stiefvater…. ich denke Männer sind anders aber auch Menschen… und meine bisherigen Männer waren alle unterschiedlich, da lässst sich nichts daraus schließen… wie verhält sich das dann mit dem Vaterkomplex? LG Carmen

    • Liebe Carmen! Das kann ich dir so allgemein nicht sagen. Ich denke das ist sehr individuell. Eventuell mit einer Psychotherapeutin besprechen. vlg

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