Grenzen setzen in der Partnerschaft: 7 Dinge, die du nicht akzeptieren solltest

Grenzen setzen für dein Liebesglück

Ich denke, wir haben alle schon einmal probiert, unseren Partner zu verändern und sind dabei vermutlich großteils gescheitert. Lange Zeit dachte ich, nur wenn sich mein Partner ändert, ist eine glückliche Beziehung möglich. Heute bin ich weiser. Wesentlicher für unser langfristiges Liebesglück ist es, rechtzeitig Grenzen zu setzen. Ja auch oder gerade in der Partnerschaft. Welche dabei wesentlich sind und wie du das schaffst, erzähle ich dir heute.

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Grenzen setzen in deiner Persönlichkeit

In den meisten Beziehungen dauert es nicht lange und aus dem Ich wird ein Wir. So schön und verbunden sich dieses Wir auch anfühlt, ist es wesentlich, dass jeder Partner auch ein Individuum bleibt. Ein Mensch mit eigenen Lebensbereichen wie Hobbies, Freunden und Interessen.

Frau malt ein Bild

Verschmelzen diese Bereiche, die dich und deine Persönlichkeit ausmachen, gänzlich mit denen deines Partners, so entstehen dadurch oft erhebliche Probleme. Wir fühlen nicht mehr, wer wir wirklich sind und was wir persönlich brauchen, um erfüllt zu sein. Zudem ergeben mehrere Studien, dass Paare, die nie etwas getrennt voneinander unternehmen und kaum eigene Interesse bewahren, Gefahr laufen, im ersten Schritt das Interesse aneinander und im zweiten Schritt die Liebe auf der Strecke zu lassen.

Praxistipp: Bewahre dir individuelle Bereiche, Interessen und auch deine persönlichen Freunde und zwar auch dann, wenn dein Partner sich dafür nicht begeistern kann.

Emotionale Abgrenzung

Besonders empathische und hochsensible Menschen tendieren dazu, die Stimmung anderer Menschen – allen voran derjenigen, die ihnen besonders nahestehen – zu übernehmen. Das hat dann zum Beispiel zur Folge, dass du eigentlich recht positiv gestimmt Freitag Nachmittag das Büro verlässt, daraufhin nach Hause fährst und auf deinen Partner triffst, der einen weniger guten Tag hatte, sogar richtig mies gelaunt ist und wenige Sekunden später kippt auch deine Stimmung und dein Wochenende ist verdorben.

Eventuell bist du dann auch der Typ, der sich für die Stimmung des anderen verantwortlich fühlt und daher versucht, den Partner mit Worten und Taten aufzumuntern. Diese Intention ist gut, aber meist führt sie dazu, dass du dir von deinem Partner jede Menge Unfreundlichkeiten gefallen lässt, bloß um die Harmonie zu wahren. Und das wiederum ist ungesund für deinen Selbstwert und deine mentale Gesundheit.

Mach dir daher bewusst, dass es völlig in Ordnung ist, dass du dich auch emotional von deinem Partner abgrenzt. Mitgefühl ja, aber mitleiden musst du dennoch nicht. Wenn Maßnahmen wie Zuhören, Lösungsvorschläge bringen oder – bei Trauer beispielsweise – einfach da zu sein, nicht fruchten, darfst du dich abgrenzen – physisch und energetisch.

Kurzum: Wenn dein Partner seine miese Laune an dir auslässt, zeige ihm Grenzen auf. In etwa so: Ich verstehe deinen Frust und bin gerne für dich da, aber ich akzeptiere nicht mehr, dass du deine Laune an mir auslässt. Kommt dein Partner deinem Appell nicht nach, ziehe Konsequenzen, z. B. indem du alleine etwas unternimmst.

Wenn eine physische Trennung nicht möglich ist, konzentriere dich ganz auf dich, tue, was dir gut tut und grenze dich mental und energetisch ab, z. B. in dem du sagst: Ich bin und bleibe ganz bei mir. Oder indem du dich mit einer imaginären Schutzkugel umhüllst.

Klar ist es wichtig, dass wir auch in der Partnerschaft das Prinzip „Leben und leben lassen“ nicht vergessen. Sich in Toleranz üben und loslassen, was nicht wirklich wichtig ist, ist meines Erachtens ein wichtiger Lernprozess für jede Beziehung. Dennoch bedeutet das nicht, dass wir alles am Verhalten unsers Lebenspartners hinnehmen sollten.

Aktiv Grenzen setzen

In manchen Bereichen müssen wir auch aktiv Grenzen setzen und aufzeigen, was wir tolerieren können und was für uns ein No-Go für eine Beziehung auf Augenhöhe ist.

7 Dinge, die du nicht akzeptieren solltest

  1. Dein Partner entscheidet Dinge, die euch beide gleichermaßen betreffen, ohne dich einzubeziehen.
  2. Dein Partner vergreift sich häufig im Ton, wird laut, lässt seine Wut oder Aggression an dir aus, ohne sich dafür bei dir zu entschuldigen.
  3. Dein Partner sucht die Schuld für jeden Missstand bei dir und reflektiert nie sein eigenes Verhalten.
  4. Dein Partner nimmt dich, deine Gefühle und Anliegen nicht ernst oder macht sich gar über dich lächerlich.
  5. Dein Partner bringt sich maßgeblich weniger in die Beziehung ein als du selbst.
  6. Dein Partner weicht Konfliktsituationen aus und ist auch zu einem späteren Zeitpunkt nicht gesprächsbereit.
  7. Dein Partner wertet Dinge oder Menschen, die dir wichtig sind, oder sogar dich selbst ab.
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Vielleicht kannst du diese Liste noch um den ein oder anderen Punkt ergänzen. Wesentlich, wenn du deinem Partner in diesen oder anderen Bereichen deine Grenzen aufzeigst, ist natürlich, dass du die diese Grenzen auch im Umkehrschluss auf ihn wahrst. Das heißt, du kannst nicht von ihm erwarten, dass er sich stets reflektiert und einsieht, dass die Schuld bei ihm liegt, wenn du das selbst nicht auch tust.

Grenzen setzen – Praxisschritte

Wenn du dir nun einen Schritt mehr darüber im Klaren geworden bist, was du in deiner Partnerschaft nicht mehr akzeptieren willst, dann ist es an der Zeit, aktiv zu werden. Damit das Grenzen-Setzen nicht in einen Streit oder Konflikt ausartet, ist es hilfreich, behutsam an die Sache heranzugehen.

  1. Finde das Verbindende: Dazu greifst du die Grenze, die du setzen möchtest, in Wir- und Ich-Form auf. In etwa so: Ich denke uns beiden ist es wichtig, dass wir wichtige Entscheidungen gemeinsam treffen. Sollte ich einmal aus Unachtsamkeit eine Entscheidung treffen, ohne dich zu fragen, so sag mir das bitte offen und ehrlich. Genau das tue ich nämlich auch.
  2. Sprich die Grenze konkret an: Wann und wodurch wurde sie überschritten und wie wünschst du es dir statt dessen? In etwa so: Neulich hast du – ohne mit mir zuvor darüber zu sprechen – ein Hotel für den Urlaub gebucht. Das akzeptiere ich nicht und wüsche mir, dass wir derartige Dinge gemeinsam entscheiden.

Natürlich ist das Grenzensetzen in der Theorie immer einfacher als in der Praxis. Dennoch bewährt es sich nicht, mit einem Angriff zu starten, sondern behutsam bewusst zu machen, dass die Grenze notwendig und wichtig ist. Ebenso erlaubt ist der Wortlaut: „Das wünsche ich mir,“ der eher eine positive Antwort erhalten lässt.

Konflikte und Streit bei Abgrenzung

Ehepaar hat einen Konflikt

Nichtsdestotrotz kommt es beim Setzen von Grenzen häufig zu Streit. Das bedeutet allerdings nicht, dass unser Appell beim anderen nicht ankommt. Meist fühlt sich unser Gegenüber angegriffen und reagiert daher im Affekt mit einem Gegenangriff. Anschließend denkt er trotzdem darüber nach und wahrt die Grenze beim nächsten Mal mit hoher Wahrscheinlichkeit. Kurzum: Auch, wenn du beim Grenzen setzen mit der Reaktion deines Partners vorerst nicht zufrieden bist, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass deine Grenze beim anderen angekommen ist.

Ängste beim Grenzensetzen und weiterführende Tipps

Gerade in der Partnerschaft schwingt beim Thema Grenzensetzen bei vielen Menschen das Thema Harmoniesucht und Verlustangst mit. Mehr dazu kannst du in diesen beiden Blogbeiträgen lesen:

Wenn du Grenzen setzen von Grund auf Schritt für Schritt lernen möchtest, lies diesen Beitrag: So geht Abgrenzung – der Schritt für Schritt-Guide.

Wenn du alles dafür tust, um Konflikte zu vermeiden, lies diesen Beitrag: Warum dich Harmoniesucht garantiert unglücklich macht und wie du sie auflöst.

Damit das Grenzensetzen leichter und dauerhaft gelingt, ist ein gesundes Selbstwertgefühl wesentlich. Dazu habe ich zwei Tipps für dich:

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Setzen deiner persönlichen Grenzen,

herzlich, deine Melanie

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