Hör auf dich unter Wert zu verkaufen – Selbstmarketing ist Selbstliebe!

Warum wir uns täglich verkaufen, ob wir wollen oder nicht

Sich selbst verkaufen? Das will erstmals niemand. Es klingt billig, aufgesetzt und überhaupt ist das Wort verkaufen eher unbeliebt. Und dennoch tun wir es alle täglich. Lange Zeit wollte auch ich das nicht wahrhaben. Zumal ich mein halbes Leben lang als schüchtern und introvertiert galt und mich somit eher schlecht verkaufte.

Es war mein zweiter Job, bei dem mir mein Vorgesetzter einen lieb gemeinten Rat gab: „Frau Pignitter, Sie müssen lernen, sich besser zu verkaufen, sonst wird nie jemand sehen, was sie wirklich können.“

Damals verstand ich den Rat nicht wirklich. Schließlich war ich Büroangestellte. Ich musste nichts verkaufen. Und im Privatleben schon gar nicht. Erst als ich Jahre später Trainerin wurde, erkannte ich, dass wir alle uns täglich vielfach präsentieren, sowohl beruflich, als auch privat. Ich gehe sogar so weit und meine, dass sich der Wert, den uns andere zuschreiben, sich dadurch bildet, wie wir uns geben. Da Selbstpräsentation die meiste Zeit unbewusst geschieht, gibt es einen wesentlichen Faktor, der uns diesbezüglich eine große Hilfe oder Hürde ist – nämlich das Selbstwertgefühl.

Unser gesamte Erscheinung – von der Ausstrahlung, der Körperhaltung, unserer Stimme und den Worten, die wir wählen, ist ein Spiegel unseres eigenen Selbstwertgefühls, anhand dessen uns andere Menschen bewerten. Im Job, im Freundeskreis und auch in der Liebe.

Aber keine Sorge – es geht nicht darum, eine Show abzuziehen oder ständig im Mittelpunkt zu stehen. Nein, das Ziel von einer guten Selbstpräsentation ist, dass du aufhörst, dich unter Wert zu verkaufen. 

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Dein persönlicher und beruflicher Erfolg hängt von deinem Selbstmarketing bzw. deinem Selbstwert ab

Frau sitzt vor dem PC und informiert sich über Selbstmarketing

Untersuchungen im Berufsumfeld ergaben, dass nur 10% unserer Leistungen und Taten wahrgenommen werden. Der restliche Eindruck und so natürlich auch unsere Aufstiegschancen, sind zu 30% von Image und Stil und zu 60% von Selbstmarketing – also dem, was wir anderen gegenüber kommunizieren und präsentieren – abhängig.

Wer gerade keine beruflichen Ambitionen hat, könnte meinen. ihn betreffe das nicht. Ich bin jedoch überzeugt, dass es uns privat, in einer Gruppe, in Gemeinschaften und auch im Freundeskreis oft ähnlich geht. Derjenige, der erzählt, dass er seinen letzten Urlaub als Betreuer in einem Camp mit blinden Kindern verbracht hat, wird als großherzig und sympathisch eingestuft. Derjenige, der seine Wohltaten, sein Können und seine Fähigkeiten für sich behält, wird zwar auch gemocht, aber in seinen Stärken weniger wahrgenommen.

Selbstmarketing ist dennoch deine Entscheidung!

Dem ein oder anderem gefällt das trotzdem nicht. Auch das ist okay und dennoch möchte ich daran erinnern, dass authentisches Selbstmarketing nichts anderes ist, als rüberzubringen wer du wirklich bist und was in der steckt. Das hat häufig zur Folge, dass dein Selbstwertgefühl steigt und du sowohl beruflich, wie privat, mehr Menschen anziehst, die dir gut tun und deiner persönlichen Weiterentwicklung förderlich sind.

Warum fällt uns Selbstmarketing so schwer?

Bevor ich dir noch ein paar Tipps hier lasse, um dein Selbstmarketing zu optimieren, möchte ich auf diese Frage eingehen. Leider war jede Form der positiven Selbstdarstellung für die Generationen vor uns ein absolutes Tabu. Und auch viele von uns sind noch mit Sätzen wie „Eigenlob stinkt“ oder „Nimm dich bloß nicht zu wichtig,“ aufgewachsen.

Aber auch das Verhalten, das wir uns von unseren Eltern und Erziehern abgeschaut haben, hat sich in unserem Glaubenssystem manifestiert. Und so denken wir dann auch heute noch – Bescheidenheit sei eine Tugend – und behalten daher die Fakten über unsere Stärken lieber für uns.

Selbstmarketing liegt Frauen noch weniger als Männern

Gerade, was die Bescheidenheit betrifft, sind die meisten Frauen noch mehr geprägt als ihre männlichen Genossen. Hier spielt die Geschichte, in der Frauen sich im Haus „versteckt“ haben während Männer die externen Arbeiten übernahmen, eine wesentliche Rolle.

Auch, wenn die Welt heute eine andere ist und wir alle Möglichkeiten haben, wurden uns scheinbar gewisse Verhaltensmuster vererbt. Einer der Gründe dafür, dass weniger Frauen als Männer Führungspositionen besetzen, ist also das fehlende Selbstmarketing. Denn wie eingangs schon erwähnt, spielt die Leistung eine wesentlich geringere Rolle als das Gesehenwerden.

5 Praxistipps – Verkauf dich nicht unter Wert – authentisches Selbstmarketing

1. Selbstreflexion

Je besser man sich selbst kennt, desto authentischer und überzeugender gelingt es, sich selbst zu präsentieren und damit aufzuhören, sich ständig kleiner zu machen als man ist. Es ist wie mit einem Produkt. Stell dir ein gelbes Fahrrad vor – sieht nett aus, aber du weißt gar nichts über das Fahrrad. Wie gut wirst du es anpreisen und verkaufen können?

Vermutlich schlecht. Umso mehr du über die Vorteile dieses Fahrrades weißt, desto einfacher und authentischer gelingt es dir, dieses Fahrrad vorzustellen und so auch zu verkaufen. Daher gilt es, dich selbst – deine Vorzüge – besser kennen zu lernen. Hierzu habe ich dir ein paar Fragen mitgebracht, die dich dabei unterstützen.

  • Welche Rollen habe ich im Leben? Welche Rollen möchte ich stärken und nach außen tragen, welche ablegen?
  • Was sind meine Schwächen, was meine Stärken?
  • Was schätzen andere Menschen an mir?
  • Wofür brenne ich? Was bedeutet mir viel im Leben?
  • Was ist das besondere an mir? (Wenn dir nichts einfällt, betrachte dich aus den Augen jemand anderes, was würde er sagen, ist das Besondere an dir?
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Eine Rose als Zeichen für positives Selbstmarketing

2. Körpersprache

Körpersprache wird als nonverbale Kommunikation bezeichnet. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass dadurch mindestens genau so viele Informationen bei unserem Gesprächspartner ankommen, wie bei verbaler – also gesprochener Kommunikation.

Körpersprache beeinflusst unser Auftreten und vor allem die Wahrnehmung unserer Mitmenschen enorm. Körpersprache ist bis zu einem gewissen Grad trainierbar, daher hier ein paar Tipps, bevor wir später zur Wunderwaffe der Körpersprache kommen.

No-go´s im Überblick: Im Gesicht herumfummeln, mit dem Fuß tippen, mit dem Stuhl wippen, den Kopf senken, auf den Boden schauen, zu schnell, monoton, mit Pipsstimme oder schlechter Haltung sprechen.

Ein paar Top-Tipps: Aufrechte Haltung, mit natürlicher Stimme (die ist bei uns Frauen meist tiefer als wir annehmen) und möglichst laut sprechen, Blickkontakt herstellen und halten, ruhige Gestiken zur Unterstreichung des Gesagten, Pausen beim Sprechen machen und das Zaubermittel – ab und an lächeln.

3. Nobody ist perfect

Selbstmarketing, egal ob privat oder beruflich, sollte authentisch sein. Marketing oder Verkauf hatte früher vor allem deshalb einen schlechten Ruf, weil Menschen sich in einer hoch polierten Version ihrer Selbst zeigten, die wenig mit angreifbaren, sympathischen Menschen zu tun hat.

Authentische Selbstpräsentation darf also auch Fehler, das Eingestehen von Schwächen und Emotionen aller Art integrieren. Denn genau das macht uns menschlich und sympathisch und damit punkten wir in allen Lebensbereichen in der Regel am meisten. Uns gegenüber sind nämlich immer Menschen, die genauso wie wir Fehler machen und auch einmal traurig sind. Indem wir das nach Außen tragen, fühlen sie sich mehr mit uns verbunden.

Ich würde sogar sagen – Fehlermarketing – ist das beste Marketing überhaupt. Seit ich auf Instagram offen zu meinen Fehlern stehe, haben mir tausende Menschen geschrieben, dass sie mir genau deshalb folgen. Also – keine Angst vor Fehlern und Schwächen! Jeder hat sie.

4. Selbstwertgefühl

Das A und O für gesundes Selbstmarketing – oder anders gesagt – dafür, wie du aufhörst, dich unter Wert zu verkaufen, ist es, deinen Wert zu kennen. Sehr viele Menschen, aber zweifeln an ihrem Wert oder schätzen ihn eher gering ein. Da Gedanken und Gefühle aber direkte Auswirkungen auf unsere Sprache, Wortwahl, Mimik, Gestik und Körperhaltung haben, zeigen wir anderen dadurch unbewusst – ich bin nicht viel wert.

Auch der Versuch, sich trotz niedrigem Selbstwert positiv zu präsentieren, z.B. durch gelernte Körperhaltungstipps, wird langfristig scheitern. Wir haben haben zehntausende Muskeln und Stringvariablen, es ist nicht möglich, diese längerfristig unabhängig von unseren Gefühlen auszurichten. Das wäre ein Kraftakt für unser Gehirn, dem es langfristig nicht standhält.

Daher gilt es, den einfacheren Weg zu wählen und endlich wieder zu erkennen und zu spüren, wie wertvoll man selbst für seine Liebsten, Freunde und auch für diese Welt ist. Dazu habe ich dir vorerst einmal eine Affirmation mitgebracht, wenn du diese zu 100% glaubst, steht es um deinen Selbstwert gut. Sie lautet ganz einfach:

Ich bin so WERTVOLL.

Die meisten Menschen können diese Affirmation aber nur kurzfristig glauben, daher habe ich hier einen kleinen Auszug aus der Fülle an Tools aus meinem neuesten Buch – Es ist ein Geschenk, dass es dich gibt – für dich. Forme aus der Affirmation eine oder mehrere Fragen und finde auf die Frage mindestens 5 Antworten. In etwas so: Warum bin ich wertvoll? Antwort: Weil mein Partner jeden Abend zu mir kommt und mit mir sein Leben verbringen will. Weil ich in der Firma eine wichtige Rolle spiele. Weil meine beste Freundin immer sagt, ich bin ihr Fels in der Brandung. Weil mein Kind, sich nur von mir trösten lässt…usw.

5. Buchtipp: Es ist ein Geschenk, dass es dich gibt

Und als fünften Tipp – möchte ich dir mein Buch ans Herz legen. Ein Buch, das dich tief berühren wird und dich in jeder Faser deines Körpers wieder spüren lässt, wie wertvoll du bist – davon bin ich überzeugt. Jetzt ganz neu und bereits Amazon-Besteller. Darin findest du natürlich noch jede Menge mehr Praxistipps, die es dir ermöglichen, endlich so zu strahlen, wie du es verdienst.

Von Herzen,

deine Melanie

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2 Kommentare

  1. Ich liebe deine Artikel so sehr, weil du immer wieder von dir selbst schreibst, dass du es auch nicht einfach hattest…

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