So sabotiert das innere verletzte Kind deine Partnerschaft – 3 heilsame Impulse

Wenn sich das innere Kind in die Beziehung einmischt

Sophie erzählt ihrem Freund Martin von ihrem Arbeitstag. Ihre Stimme hebt sich dabei merklich. Ihr Boss hat heute wieder einmal ihre Leistungen herunter gespielt und ihre Meinung während eines Meetings einfach ignoriert. Martin kommentiert Sophies Erzählungen nicht. innere Kind

Hörst du mir überhaupt zu,“ fragt sie ihn aufgebracht. „Ja, du erzählst bloß schon seit einer halben Stunde von deiner Arbeit. Ich möchte mich jetzt endlich entspannen,“ sagt er. „Was! Da hab ich einmal ein Problem und brauche deine Aufmerksamkeit und dann musst du dich entspannen,“ brüllt Sophie. Martin hat genug. Er nimmt sein Smartphone und verschwindet im Hobbyraum. Sophies mittlerweile fast panisches Geschrei ignoriert er dabei gekonnt.

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Aufklärung: Das innere Kind in der Partnerschaft

Was ist passiert? Ich werde es euch verraten. Hier sind nicht zwei erwachsene, sich liebende Menschen, sondern zwei Kleinkinder aufeinander getroffen. Und zwar der 5-jährige Martin und die 6-jährige Sophie. Der 5-jährige Martin litt in seiner Kindheit unter seinem cholerischen Vater. Oftmals stand er während seines Geschreis förmliche Todesängste aus.

Weil Martin dieses Gefühl in seiner Kindheit nicht noch einmal erleben möchte, flüchtet er immer, wenn jemand laut wird. So tut er es auch, wenn Sophie ihre Stimme erhebt und sich über etwas aufregt. Obwohl es rein rational klüger und vor allem respektvoller seiner Partnerin gegenüber wäre, sich dem Konflikt zu stellen.

Sophie hingegen litt in ihrer Kindheit vor allem daran, das mittlere Kind zu sein. Die meiste Aufmerksamkeit der Eltern bekam ihr älterer Bruder als einziger Junge und ihre kleine Schwester – das Nesthäkchen. Marie fühlte sich deshalb als Kind oft ignoriert und überflüssig. Ihre Verletzung von damals ist auch heute noch präsent.

Wann immer Sophie heute noch ignoriert und nicht für voll genommen wird, bricht die Verletzung von damals wieder auf. Sie versteht in diesem Moment nicht, dass Martin einfach nur müde von der Arbeit ist und ihr morgen vermutlich wieder ganz aufmerksam zuhören wird. Also reagiert sie so wie sie sich als Kind damals fühlte – sie wütet, weint und schreit vor Schmerz.

Wie die Narben unserer Kindheit zu Konfliktmuster werden

Dadurch erklärt sich, warum Martin und Sophie wie oben beschrieben reagiert haben. Sie triggern gegenseitig ihre vergangenen Verletzungen wodurch ein wiederkehrender Konflikt entsteht. Wir alle schleppen ähnliche Muster wie Sophie und Martin mit uns herum. Alle Verletzungen aus unserer Kindheit, die nicht geheilt wurden, sabotieren unsere Beziehungen im Erwachsenenleben. Wer wegsieht und stattdessen immer wieder die Schuld beim Anderen sucht, hält seine negativen Muster dadurch fest.

Dein inneres Kind ruft nach dir

Folgende Situationen sprechen dafür, dass derartige Narben und Muster bestehen:

  • Deine Beziehungen laufen immer wieder nach einem ähnlichen Schema ab.
  • Du erlebst in verschiedenen Beziehungen (Partner, Kollegschaft, Freundschaft) immer wieder ähnlich schmerzhafte Dinge.
  • Du hast mit unterschiedlichen Personen immer wieder ähnliche Konflikte.
  • Du gerätst immer wieder in ähnlich negative Situationen.
  • Gewisse Probleme in deinem Leben wiederholen sich ständig.
  • Du fühlst dich immer wieder an deinem wunden Punkt getroffen.

Treffen eines oder mehrere dieser Indizien auf dich zu? Falls ja, ist es möglich, dass dein inneres Kind um deine Aufmerksamkeit kämpft. Es will, dass du vergangene Verletzungen endlich anerkennst und auflöst, damit es frei sein kann. Gelingt dir das, so bist auch du in diesen Situationen vom Einfluss deines inneren Kindes befreit.

3 Methoden: Das innere Kind erlösen – glückliche Beziehungen

Alte Verletzungen heilen und Muster aufzulösen, benötigt Geduld und Vertrauen. Die Arbeit lohnt sich aber, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Für die ersten Schritte habe ich dir drei bewährte Schritte mitgebracht, die dich dabei unterstützen.

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1. Die Methode für den Notfall

Wenn du während eines Konfliktes mit deinem Partner oder anderen nahe stehenden Menschen bemerkst, dass dein inneres Kind das Kommando übernommen hat, so versuche, die Situation zu verlassen. Geh in den Nebenraum. Stell dir vor, wie du deinen Körper verlässt, bis zur Decke nach oben fliegst und von dort aus erkennst, das unter dir zwei Personen sind. Einmal das kleine Mädchen oder der kleine Junge, der damals schwer verletzt oder enttäuscht wurde und einmal du als erwachsene Person. Entscheide dich nun bewusst dafür, wieder nach unten zu fliegen in den Körper und den Geist deines starken erwachsenen Ichs.

Nun nimm dein inneres Kind gedanklich in den Arm. Sag ihm, dass dieser Streit dein erwachsenes Ich und nicht das Kind in dir betrifft. Erkläre dem Kind in dir, dass du als Erwachsene alles in dir trägst, was du brauchst, um diesen Konflikt auf rationaler Ebene fair und selbstbewusst zu lösen.

2. Bewusstsein und Ehrlichkeit

Bevor du deinem Partner die Schuld für einen Konflikt in die Schuhe schiebst, versuche es mit Selbstreflexion.

  • Finde heraus, was sich das innere Kind wünschtFinde heraus, welche Worte und welches Verhalten dich besonders triggert.
  • Wirf anschließend einen Blick in deine Kindheit und suche nach Parallelen.
  • Wenn du einen Verdacht, oder sogar klare eine Erkenntnisse hast, warum dich bestimmte Dinge besonders wütend, traurig oder verletzlich machen, dann erzähle deinem Partner von deinen Narben. Gib ihm zu verstehen, warum dich seine Worte oder sein Verhalten verletzen ohne dass du ihn dabei beschuldigst oder kritisierst.
  • Dadurch kann sich dein Partner besser in dich hineinversetzen und verändert höchstwahrscheinlich sein Verhalten.
  • Sei nicht enttäuscht, wenn es nicht gleich beim ersten Mal klappt. Denk daran: auch dein Partner agiert oft aus seinem verletzen inneren Kind heraus. Gib ihm Zeit, um deine Erklärungen ankommen zu lassen.
3. Heile dein inneres Kind
  • Setze dich mit deinem inneren Kind auseinander.
  • Erinnere dich an die Vergangenheit und werde dir darüber bewusst, was dein kindliches Ich damals am meisten verletzt hat.
  • Frage dich, was dein kleines Ich am meisten gebraucht hätte.
  • Versuche anschließend mittels deiner bildlichen Vorstellungskraft zu deinem kleinen Ich zu reisen und ihm das zu geben, was es damals vermisst hat.
  • Du kannst hierfür auch gerne meine innere Kind Heilungsmeditation nutzen

Ich wünsche dir wohltuende Erkenntnisse und einen liebevollen Umgang mit deinem Partner und deinem inneren Kind. Falls du das Thema weiter vertiefen möchtest, sieh dir gerne mein Herzensprojekt den Selbstliebe-Lehrgang an.

Außerdem gibt es ab April 2022 einen neuen Kurs – Innere-Kind-Heilung. Du kannst dich HIER unverbindlich vormerken lassen.

Von Herzen, Melanie

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2 Kommentare

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  1. Hallo Melanie!
    Toller Beitrag mit Tiefgang. Und zum Schmunzeln: panisches Geschrei „gekonnt ignorieren“. Das möcht ich auch mal.

    • Danke dir herzlich Frederic.
      Ja, ich übe das auch noch – panisches inneres Geschrei zu ignorieren 🙂