Mentale Entschlackung – 5 giftige Gedanken loslassen

Diese Gedanken sind wie Gift!

Da sitzt sie nun, völlig aufgelöst und gequält von ihrem negativen Gedankenkarussell, das in den letzten Monaten kaum stillgestanden hat. „Mein Mann hat die Scheidung eingereicht und ich komm nicht klar damit,“ erzählt Carola. Weitere negative Gedanken folgen.

„Ich habe alles falsch gemacht. Ich war die letzten Jahre immer so gereizt und habe ihn dann auch noch dazu verdonnert, mehr im Haushalt zu tun. Hätte ich mich bloß zusammengerissen. Wie soll es jetzt nur mit mir weitergehen? Zum Glück hab ich ja einen Job, der mir die Miete zahlt, aber wer weiß, wie lange noch. Ich war noch nie ein Ass in meinem Beruf und in letzter Zeit bin ich sowieso ständig neben der Spur. Es würde mich nicht wundern, wenn sich mein Arbeitsgeber auch noch von mir trennt.“

Ungesunde, negative Gedanken

Manchmal machen unsere Gedanken eine schlimme Situation noch schlimmer. In Carolas Fall trifft genau das zu. Sie hält an fünf besonders ungesunden Gedanken fest, die das Gefühl von Machtlosigkeit und Schmerz verstärken und ihr so die letzte noch vorhandene Energie rauben.

Diese fünf Gedanken treten aber nicht nur in Extremsituationen, wie bei Carola auf, sondern vergiften oftmals auch unser Wohlbefinden im Alltag. In diesem Beitrag möchte ich aufzeigen, welche Gedanken uns das Leben schwer machen und wie du diesbezüglich eine mentale Entgiftung vornehmen kannst.

5 ungesunde Gedanken, die uns immer wieder plagen

Vorerst schauen wir uns die typischen Gedanken, die uns runterziehen und an unserem Selbstwert knabbern, genauer an. Im Anschluss stelle ich eine mentale Technik vor, die dir dabei helfen kann, dich von diesen Gedanken zu befreien.

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1. Fehler in der Vergangenheit

Aus vergangenen Fehlern kann man lernen. Ja, das stimmt. Aber man kann sie nicht mehr rückgängig machen, weswegen negative Gedanken, wie sie Carola hegt – „Ich habe alles falsch gemacht“ – nicht nur verschwendete Energie sind, sondern zudem Gewissensbisse und Selbstverurteilung auslösen. Zu einer Lösung, oder gar einer positiven Handlung, führen solche Gedanken in der Regel nie.

Hier ist folgendes Bewusstsein wichtig: Wir geben in jedem Moment unser Bestes. Auch, wenn es sich dabei mal um Fehler oder Misserfolge handelt. In jeder Situation tun wir das, was gerade mental oder körperlich aufgrund der Einflüsse möglich ist. 

Kurzum: Vergib dir, dass du es damals nicht besser wusstest

2. Menschen, denen wir nicht (mehr) wichtig sind

Häufig interessieren wir uns ganz besonders für jene Menschen, die uns links liegen lassen. Ein psychologisches Grundprinzip, das besagt: „Mach dich rar, sei ein Star“, ist dafür verantwortlich. In den häufigsten Fällen können wir einen Menschen, der nicht (mehr) in unserem Leben sein möchte, nicht dazu bewegen uns (wieder) wichtig zu nehmen. Daher sind auch die wehmütigen Gedanken an diese Menschen verschwendet.

Ich weiß, das ist schwerer getan als gesagt. Hier kannst du nachlesen, wie du es schaffst, mental loszulassen: Wie du Menschen loslässt, denen du nicht mehr wichtig bist. 

3. Alles, was du nicht hast

Der Fokus auf alles, was wir nicht haben, löst Neid, Wut, Groll und Selbstzweifel aus. Das liegt daran, dass die Vorboten unserer Gefühle unsere Gedanken sind. Beschäftigen wir uns fortwährend mit Dingen, die wir nicht haben, so entzieht uns das Energie und wir bekommen das Gefühl, vom Leben ungerecht behandelt zu werden.

Wenn wir uns hingegen auf die Fülle in unserem Leben konzentrieren, also nicht auf den Partner oder die Traumfigur, die wir vielleicht nicht haben, sondern auf die Dinge, für die wir dankbar sind, so beeinflusst das nicht nur unser Wohlbefinden positiv, sondern führt langfristig auch dazu, dass wir mehr von den Dingen, für die wir dankbar sein können, in unser Leben ziehen.

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4. Selbstkritik

Konstruktive Kritik kann uns im Leben durchaus weiterbringen. Die meisten Menschen aber, gehen mit sich selbst viel zu hart ins Gericht. Vor allem in unseren Gedankengesprächen entwerten wir uns oftmals und kritisieren alles, was wir nicht außergewöhnlich gut gemacht haben.

Unausweichlich stellt sich dadurch das Gefühl ein, dass wir nicht gut genug sind. Würden wir entgegengesetzt an all das denken, was wir besonders gut können und was uns liebenswert macht, so würde dadurch unser Selbstwert, wie auch unser Wohlbefinden steigen.

5. Horrorszenarien

Der beste Nährboden für Ängste und Sorgen sind negative Szenarien, die wir uns in Bezug auf unsere Zukunft ausmalen. Wusstest du, dass wir uns im Durchschnitt wesentlich öfter vorstellen, wie unser Leben den Bach runter geht als dass wir im positiven Sinne an die Erfüllung unserer Ziele und Wünsche denken?

Fakt ist auch, dass nur die wenigsten unserer Horrorszenarien (im Schnitt 0,01%) jemals eintreffen. Die Gedanken daran vermiesen uns also völlig umsonst die Gegenwart.

Gedankenentgiftung

Bei der Entlarvung der fünf giftigen Gedankenmuster hat sich herausgestellt, dass diese keinen Nutzen für uns haben. Im Gegenteil, sie entziehen uns Energie und knabbern an unserem Selbstwert. Und dennoch ist es nicht einfach, solch negative Gedanken einfach abzustellen. Mentale Entgiftung macht es möglich. Eine Methode dazu, stelle ich heute vor:

STOPPTAFEL: So stoppst du negative Gedanken

Wenn du dich selbst dabei ertappst, dass dich eines der obigen Gedankenmuster vereinnahmt, dann schließe deine Augen und lass vor deinem inneren Auge eine überdimensional große Stopp-Tafel entstehen. Dadurch unterbrichst du die negativen Gedanken vorerst. Atme anschließend ein paar Mal tief ein und aus und öffne deine Augen wieder.

Damit das Gedankenkarussell nicht gleich wieder beginnt, notierst du dir die folgenden Fragen auf einen Notizzettel, den du am besten immer bei dir trägst. Also zum Beispiel in deiner Smartphonehülle oder in deiner Geldbörse. Du wählst eine Frage aus und beantwortest sie spontan:

  • Wofür bin ich dankbar?
  • Auf was freue ich mich heute?
  • Was habe ich heute oder diese Woche schon gut gemacht?
  • Wann habe ich zuletzt gelacht und worüber?
  • Was begeistert mich gerade?
  • Was gibt mir Kraft? (Menschen, Orte, Tätigkeiten…)
  • Was kann ich jetzt tun, um mich ein klein wenig glücklicher zu fühlen?
  • Welche Menschen schenken mir ihre Liebe?
  • An welches Erfolgserlebnis denke ich immer gerne zurück?

Durch die Wiederholung der Gedankenstopp-Methode eignest du dir neue, positive Muster an. Anstatt der belastenden, negativen Gedanken vermehren sich bejahende und nützliche Gedanken, die dich infolge auch bei lösungsorientierten Handlungen unterstützen.

Ich wünsche dir viele gesunde Gedanken, von Herzen deine Melanie

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10 Kommentare

  1. Mir gefällt vor allem die Idee der „positiven“ Fragen – wo es hingehen soll, was passt, worauf man stolz ist! Meiner Erfahrung nach ist man dann glücklich, wenn man macht, was einem Spaß macht und was einem wirklcih wichtig ist. Dinge, die sehr viel Überwindung kosten, welche man als Quälerei empfindet, sind meist von „außen angetriebene Dinge“, die einem nicht gut tun! Danke für die Ideen!

    • Liebe Romana!
      Das hast du sehr schön auf den Punkt gebracht. Ich bin ganz deiner Meinung und danke herzlich für dein Feedback.
      Melanie

  2. Liebe Melanie,

    ich habe dich gerade tolle Pins von dir auf Pinterest entdeckt und bin gleich mal rüber gehüpft. Spannender Artikel – besonders die Stopp-Tafel und die inspirierenden Fragen gefallen mir sehr gut. Die Gedankenkarussell-Fahrt kenne ich nur all zu gut – und bessere Fragen können so viel bewirken. Danke für den Anstupser.

    Herzliche Grüsse aus Zürich,
    Tanja

    • Liebe Tanja!
      Herzlichen Dank für dein schönes Feedback. Es freut mich, wenn ich zu deiner Inspiration beitragen konnte. Nun werde ich gleich einmal einen Blick auf deine Pins werfen.
      Liebe Grüße, Melanie

  3. Liebe Melanie,

    wie immer lese ich deine Artikel mit Begeisterung aber jetzt möchte ich auch einmal eine Frage stellen.
    Ich bin gerade in meiner Selbstfindungsphase , dass heißt, das mir seit geraumer Zeit immer und immer wieder mein Verhalten sowie mein Charakter vorgeworfen wird. Allerdings überwiegend nur von Menschen, bei denen ich nicht mehr so funktioniere wie sie es gewohnt sind.
    Ich fange gerade an mich so anzunehmen wie ich bin! Mit meiner Familie habe ich dadurch bereits die Verbindung gelöst. Momentan ist mein Leben dadurch gerade sehr traurig aber ich bete dafür das es sich letztendlich für mich zum positiven ändert. Nach fast 50 Jahren die ich immer alles des lieben freidenswillen getan habe ist jetzt meine Befreiung. LG Brigitte

    • Liebe Brigitte!
      Erstmals vielen lieben Dank für dein Kommentar und deine Offenheit. Ich denke es nur allzu normal, dass man, wenn beginnt sein Selbstbild und damit einhergehend sein Verhalten zu ändern, auf Widerstand trifft. Zumeist gefällt es den Menschen in unserer Umgebung nicht, dass wir uns ändern. Das muss keine böse Absicht sein. Vielmehr liegt es in unserer Natur. Wir wollen die Menschen so haben, wie wir sie gewohnt sind. Alles andere beängstigt uns ein wenig.
      Vielleicht hilft dir das diese Zeit des Umbruches besser zu überstehen. In der Regel bleiben uns danach all jene Menschen erhalten, denen unser Wohl wahrlich am Herzen liegt.
      Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft auf deinem Weg.
      Alles Liebe Melanie

    • Hallo liebe Melanie!

      Lieb das du mir geantwortet hast! Es ist in der Tat so, dass wenn man sein Verhalten ändert, sich seine Umwelt ändert. Viele kommen wie du bereits geschrieben hast nicht mit der Veränderung klar und kritisieren, verurteilen und und und! Aber bitte an alle , wenn man bereit ist etwas zu ändern an einem selbst oder in seinem Leben damit man sich besser fühlt, MACHEN BZW. TUN!
      Es werden immer wieder neue Menschen (Engel) in dein Leben treten , jene die dich so nehmen wie du bist.

      Alles Liebe und weiterhin viel Erfolg
      Brigitte

  4. Hallo liebe Melanie!

    Lieb das du mir geantwortet hast! Es ist in der Tat so, dass wenn man sein Verhalten ändert, sich seine Umwelt ändert. Viele kommen wie du bereits geschrieben hast nicht mit der Veränderung klar und kritisieren, verurteilen und und und! Aber bitte an alle , wenn man bereit ist etwas zu ändern an einem selbst oder in seinem Leben damit man sich besser fühlt, MACHEN BZW. TUN!
    Es werden immer wieder neue Menschen (Engel) in dein Leben treten , jene die dich so nehmen wie du bist.

    Alles Liebe und weiterhin viel Erfolg
    Brigitte

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