Heile deine Mutterwunde in 5 Schritten

So heilst du deine Mutterwunde in 5 Schritten

Es gibt keinen Menschen auf der Welt, der mehr falsch machen kann als eine Mutter. Abgesehen von der einzigartigen und wundervollen Mutterliebe, eigentlich eine recht undankbare Rolle, vor allem dann, wenn man sich selbst mit Themen wie dem des inneren Kindes beschäftigt. Daher ist es mir wichtig, gleich am Anfang zu erwähnen, dass es so gut wie unmöglich ist, als Mutter alles richtig zu machen. Egal, welche Fehler sie begehen, die meisten Mütter lieben ihre Kinder unendlich – und das ist auch das wichtigste.

Und dennoch ist es so, dass die Fehler der Mutter jene sind, die unsere Prägungen am meisten beeinflussen. Das liegt einfach daran, dass sich 90 Prozent unserer Glaubenssätze und Muster in der Kindheit bilden, in der die Mutter für die meisten die wichtigste Bezugsperson war. Daher möchte ich heute fernab von Verurteilung aufzeigen, welche Mutterwunden es gibt und dir erste Anregungen mitgeben, wie man diese heilen kann.

Diesen Blog gibt es auch als Podcast auf Spotify, I-Tunes oder direkt am Blog

Spüre die Mutterwunde

Existiert bei mir überhaupt eine Mutterwunde? Wenn du dir diese Frage stellst, hilft dir die Gefühlsebene und deine Intuition sehr schnell das herauszufinden. Schließe hierfür deine Augen und nun stell dir vor, wie deine Mutter, drei, fünf oder zehn Meter von dir entfernt steht. Du bist mit ihr verbunden. Wie sieht diese Verbindung ganz spontan und intuitiv bei dir aus? Ist sie ein schöner heller Lichtstrahl, eher ein Eisenrohr, eine dünne Schnur oder ein zerbrochener Holzstock? Wie fühlt sie sich an?

Wenn die Verbindung, die zu deinem Gefühl passt, vor deinem inneren Auge entstanden ist, spür noch einmal rein. Fühlst du Liebe, Wärme und Klarheit, so hast du vermutlich keine Mutterwunde mehr zu heilen. Fühlst du eher etwas Diffuses, Kälte oder Anspannung so gibt es vermutlich noch Heilungsbedarf.

Welche Mutterwunde habe ich?

Nun stellt sich die große Frage, mit deren Antworten man vermutlich einige Bücher füllen könnte – nämlich welche Wunde ist bei mir entstanden? Die mir bisher am häufigsten begegneten Mutterwunden fasse ich hier kurz zusammen. Vielleicht erkennst du ja eine oder mehrere auch an dir.

  • Du hast die Rolle der oder des Großen statt der oder des Kleinen übernommen, weil deine Mutter überfordert, krank, bedürftig, schwach oder nicht in der Lage war, Verantwortung zu übernehmen. Diese Dynamik besteht auch heute noch, sodass du dich teils für sie verantwortlich fühlst oder in eurer Beziehung immer noch die oder der Stärkere bist. 
  • Du wurdest bereits früh von deiner Mutter kritisiert und zurückgewiesen, sodass du dich ständig abgelehnt gefühlt hast und es auch heute noch tust.
  • Deine Mutter zählte zur Kategorie Übermutter, sie war immer für dich da, hat aber auch häufig deine persönlichen Grenzen überschritten und dir keinen Freiraum gelassen, sodass du dich auch heute noch öfter gefangen oder gar von ihr unterdrückt fühlst.
  • Um deine Mutter zufrieden zu stellen und in der Hoffnung, dadurch ausreichend Liebe zu erhalten, hast du bereits als Kind ihre Bedürfnisse über deine gestellt und tust es auch heute noch. Du tendierst dazu, es allen immer recht zu machen.
  • Du wurdest früh alleine gelassen, sodass du als Kind zu der Schlussfolgerung gekommen bist, dass du nicht gut oder wichtig genug bist.
  • Deine Mutter hat dich nur dann positiv beachtet, wenn du ihr bei etwas geholfen oder tolle Leistungen erbracht hast. Auch heute noch hast du das Gefühl, ständig etwas leisten zu müssen, um Liebe zu verdienen.
  • Durch die Dominanz deiner Mutter hast du in der Kindheit gelernt, nicht zu widersprechen und deine eigene Meinung für dich zu behalten. Auch heute noch wagst du es kaum, ihr oder anderen Menschen zu widersprechen.
  • Weil du die Liebe deiner Mutter nicht ausreichend gespürt hast, hast du alles getan, von dem du glaubtest, es könne ihr gefallen. Auch heute neigst du noch dazu, dich zu verbiegen, um anderen zu gefallen.

Mama war für uns die Welt

Mutterwunde - wenn Mama alles bedeutet

Egal, welche Mutterwunde du hast, es ist an dieser Stelle wichtig zu verstehen, dass wir als Kind alles, was unsere Mutter und auch unser Vater tat oder sagte für richtig hielten. Ja, auch dann, wenn wir heute glasklar sehen, dass es dies nicht war. Und diesen Glauben haben wir meist ins Erwachsenenalter übernommen. Das bedeutet, wir legen die Glaubenssätze aus unserer Kindheit auf die Welt und vor allem auf uns ähnlich nahestehende Menschen, wie es Mama damals war, um.

Kurzum: Negative Prägungen aus der Kindheit belasten uns fast immer auch im Erwachsenenalter noch. Es ist aber auch festzuhalten, dass nicht alle Glaubenssätze durch unsere Mütter entstehen. Auch Väter, Geschwister, Lehrer und andere nahestehende Bezugspersonen sind beteiligt.

Auch interessant:  So durchbrichst du negative Glaubenssätze! 5 Schritte

Zu den konkreten Mutterwunden gäbe es natürlich noch viel zu sagen. Einiges davon findest du in diversen Podcastfolgen rund ums innere Kind und in meinen Büchern. Lass uns aber nun zu den ersten möglichen Lösungsschritten kommen.

Heile deine Mutterbindung in 5 Schritten

1. Deine Mutter wurde selbst verletzt

Werde dir bewusst, dass deine Mutter Wunden in sich trägt, die in ihrer Kindheit entstanden sind. Was auch immer sie falsch gemacht hat, es ist bestimmt nicht aus böser Absicht, sondern durch den Schmerz, der ihr selbst widerfahren ist, entstanden. Wenn du magst, kannst du dir deine Mutter als kleines Mädchen vorstellen, das verletzt wurde. Nicht damit du ihr Leid spürst, sondern um Mitgefühl aufzubringen und zu verstehen, wie es dazu kommen konnte. 

2. Gib die Verantwortung oder die Schuld zurück.

Als Kind halten wir alles, was unsere Mutter sagt oder tut für richtig. Heute weißt du, dass auch deine Mutter nur ein Mensch ist, der genauso Fehler hat und macht. Mit deinem starken Erwachsenenselbst erkennst du was damals falsch lief. Du befreist dich aus der Kind-Perspektive, die dir noch immer weiß machen möchte, dass Mama alles richtig macht.

Notiere dir dafür konkret alle Dinge, die damals falsch gelaufen sind, sowie alle Fehler, die in der Verantwortung deiner Mutter und nicht in deiner lagen.  Nun stellst du dir konkret vor deinem inneren Auge vor, wie du ihr diese zurückgibst. In etwa so: Liebe Mama, das ist deine Verantwortung bzw. dein Schuldanteil und nicht meiner – du warst die Große und ich die Kleine – nimm ihn jetzt zurück. Trenne dich anschließend von deinen Notizen und verbrenne sie.

3. Danke deiner Mutter

Mach dir bewusst, dass deine Mutter neben all ihren Fehlern vermutlich auch sehr viel richtig gemacht hast. Lege jetzt zwei Listen an. Notiere auf der ersten alle Dinge, für die du deiner Mutter dankbar bist und auf der zweiten alle schönen Erlebnisse mit ihr, an die du dich gerne zurück erinnerst. Nimm dir ausreichend Zeit.

4. Heile deine Mutterbindung

Mutterwunde - die Liebe wieder fließen lassen

Lass nun erneut die Verbindung zwischen dir und deiner Mutter vor deinem inneren Auge erscheinen. Wie ist sie jetzt? Ist sie stärker, schwächer, heller, klarer? Fühl dich hinein und verändere die Verbindungslinie vor deinem inneren Auge bei Bedarf einfach. Färbe sie ein, mach sie wärmer, dicker, mit mehr oder weniger Abstand, lass über ihr die Sonne scheinen – ganz egal – was auch immer dir guttut, darfst du in deiner Visualisierung herbeizaubern. Solange bis du das Gefühl hast, dass die Verbindung zwischen dir und deiner Mutter jetzt angenehm ist.

5. Lass die Liebe wieder fließen

Mach dir nun bewusst, dass die Liebe zu Mama wieder fließen darf. Du musst sie nicht mehr zurückhalten. Egal, was deine Mutter falsch gemacht hat, du darfst die Liebe zu ihr, die ohnehin immer da ist, einfach wieder fließen lassen. Dein inneres Kind wünscht sich schließlich nichts sehnlicher als das.

Noch mehr Tipps und Hintergründe zum inneren Kind erzähle ich dir im folgenden Podcasts und Blogs:
  1. Heile dein inneres Kind
  2. 5 Dinge, die du deinem inneren Kind sagen kannst
  3. Heile deine Elternbindung
  4. Wie dein inneres Kind deinem Partner auswählt

Herzlich, deine Melanie

Teilen mit

Schreibe einen Kommentar