Phänomen: Warum wir nicht bekommen, was wir zu sehr wollen

Ist dir ähnliches schon einmal widerfahren?

  • Du warst in eine Person verliebt, die deine Liebe nicht erwidert hat. Als du sie endlich losgelassen hast, meldete sie sich plötzlich wieder.
  • Du hast dir von deinem Partner mehr Aufmerksamkeit, Nähe oder gemeinsame Unternehmungen gewünscht. Als du endlich einen guten Weg gefunden hast, dich wegen der unerfüllten Bedürfnisse nicht mehr zu kränken, bekamst du plötzlich was du dir zuvor gewünscht hast.
  • Jahrelang hast du auf eine Beförderung oder Gehaltserhöhung gewartet. Als du schließlich einen neuen Job gefunden hast, wurde dir entsprechendes plötzlich von deinem bisherigen Arbeitgeber angeboten.
  • Du hast dir mehr Kontakt zu einer/m guten Freundin/Freund gewünscht und warst stets bemüht. Als du deine Bemühungen eingestellt hast, suchte er/sie plötzlich wieder deine Nähe.

Eine Frau überlegt, warum wir nicht bekommen was wir zu sehr wollenDas Boomergang Phänomen beschreibt, was passiert, wenn wir aufhören etwas zu sehr zu wollen. Dann nämlich tritt das Gewünschte plötzlich unerwartet in unser Leben. Vielleicht hast du dich auch schon einmal gefragt, warum dem so ist. Die Antwort darauf möchte ich in diesem Blogbeitrag verraten. Außerdem stelle ich dir anschließend eine Anleitung zur Verfügung, die dabei unterstützt das „zu-sehr-wollen“ loszulassen.

Warum wir nicht kriegen, was wir zu sehr wollen

1. Wir versperren uns die einfachen Wege

Wenn wir etwas zu sehr wollen, so ziehen wir bildlich gesprochen an einem Strang. Wir strengen uns an, verausgaben uns und führen so einen unnatürlichen Stresszustand herbei. Anstatt die Energie fließen zu lassen, erzeugen wir Blockaden. Warum?

Wenn wir etwas durch einen starken Willen erzwingen möchten, so misstrauen wir dem Leben. Wir wollen bestimmen, wie, wann und wodurch unser Wunsch sich erfüllt. Dadurch versperren sich viele Wege. Wir sagen quasi – „es gibt nur diesen Weg zum Ziel“ – ohne in Erwägung zu ziehen, dass es womöglich auch einfachere Wege gibt.

Dazu ein Praxisbeispiel: Frank wünscht sich finanziellen Wohlstand und versucht deshalb so schnell wie möglich die Karriereleiter in seiner Firma hochzuklettern. Er glaubt, dass es nur diesen einen Weg gibt und blickt daher nicht nach links oder rechts. Durch das gezwungene Wollen sieht er die Vielfalt der Wege zum finanziellen Wohlstand, die das Leben für ihn bereit hält, nicht. Andere Wege könnten in Franks Fall ein Jobwechsel, ein neuer Beruf oder ein eigenes Unternehmen sein.

Kurzum: Wenn wir zu sehr wollen, fokussieren wir uns auf einen einzigen Weg oder ein einziges Mittel. Wir verwehren dem Leben dadurch die Kreativität unseren Wunsch auf unterschiedliche Art und Weise zu erfüllen.

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2. Wir blockieren die Leichtigkeit

Außerdem stoppen wir den Fluss der Leichtigkeit. Wir blockieren unsere Wünsche, indem wir ständig daran ziehen und versuchen ihre Erfüllung zu beschleunigen. Das Streben nach unseren Wünschen wird so immer  anstrengender.

Dazu ein Bild: Stell dir vor, du beauftragst einen Tischler dir ein Bücherregal zu bauen. Der Tischler macht sich sofort an die Arbeit. Du vertraust ihm aber nicht und schaust daher bei ihm vorbei, um ihm deinen Auftrag nochmal zu erklären. Als er weiterarbeiten will, fragst du ihn, ob er eh weiß, was er da tut, warum er dieses oder jenes tut und wieso er den kleinen statt den großen Hammer verwendet. Glaubst du der Tischler macht durch deine Interventionen seine Arbeit besser?

Vermutlich nicht. Erstens würdest du ihn durch so ein Verhalten von seiner Arbeit ablenken und zweitens hätte der Tischler schon bald keine Lust mehr für dich zu arbeiten. Du blockierst seine Kreativität und den Fluss seiner Arbeit. Schwermut nimmt zu und Leichtigkeit ab.

Warum wir bekommen, was wir wollen, wenn wir loslassen!

Luftballons: Wenn wir etwas zu sehr wollen müssen wir loslassenDieses Prinzip funktioniert auch umgekehrt. Das ist der Grund, warum wir oft genau dann etwas erhalten, wenn wir es nicht mehr wollen. Lässt unser starker Wille nach, weil wir uns anderweitig fokussieren, so kann das Leben wieder fließen und sucht sich aus der Unmenge an Möglichkeiten, die es zur Erfüllung unseres Wunsches gibt, einen aus.

Aber auch die entsprechenden Energien sind dafür verantwortlich. Vor allem im Bezug auf Menschen. Wenn wir uns beispielsweise nach Jahren der Schwärmerei entlieben, spürt der einstige Angebetete das fast immer. Das „zu sehr wollen“ und der Zwang, den wir auf ihn projiziert haben, lässt nach. Ohne dass der andere diesen Prozess bewusst wahrnimmt, fühlt er sich plötzlich wieder freier oder nimmt eine Leere wahr, die nicht selten dazu führt, uns erneut zu kontaktieren.

Hier gibt es aber auch andere Mechanismen, die nicht unterschätzt werden sollten: Mach dich rar – sei ein Star 

Hör auf, zu sehr zu wollen!

Etwas zu sehr zu wollen, ist also fast immer kontraproduktiv. Wenn du einen Wunsch oder ein Ziel hast, macht es natürlich Sinn, dass du dementsprechende Schritte einleitest und dafür arbeitest. Fokussiere dich aber nicht zu sehr auf einen Weg, sondern öffne dich dafür, dass das Leben viele Mittel zu deiner Wunscherfüllung bereit hält.

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Wenn dir das besonders schwer fällt, kann eine Wunsch-Loslass-Zeremonie helfen:

  1. Mach es dir gemütlich und nimm dir 10-15 Minuten Zeit.
  2. Notiere deinen Wunsch oder deine Sehnsucht auf ein Blatt Papier.
  3. Schließe deine Augen und stell dir vor, wie sich dein Wunsch bereits erfüllt.
  4. Anschließend faltest du das Blatt mit deinem Wunsch zu einem Papierflieger und visualisierst erneut. Diesmal stellst du dir vor, wie du deinen Wunsch im Vertrauen an das Leben loslasst. Er fliegt in Leichtigkeit davon. Lächle ihm nach!
  5. Diese Zeremonie kannst du bei Bedarf mehrmals wiederholen.

Ich wünsche dir im Bezug auf deine Wünsche Leichtigkeit, Vertrauen und liebevoll Geduld mit dir selbst.

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11 Kommentare

  1. Wenn es doch nur so einfach wäre…

    Einen Menschen den man über alles liebt loszulassen ist wie einen Kletterer der beim Bergsteigen abrutscht und nur an einem Seil hängt loszulassen, nur weil man keine andere Möglichkeit sieht in dem Moment.

    • Lieber Dean!
      Ja, da gebe ich dir Recht. Das ist nicht einfach – sondern mit Sicherheit ein längerer Prozess. Über diesen Prozess berichte ich übrigens in einem anderen Beitrag. Mir hat dabei eine sehr intensive Methode geholfen. Gefühle können nämlich nicht ausgelöscht werden. Aber sie können transformiert werden.
      Herzlichst deine Melanie

      • Hallo Melanie,

        wie darf ich mir das vorstellen?
        Ich liebe einen Menschen bekomme ihn aber nicht also liebe ich einfach jemand/etwas anderes ersatzweise?

        LG

        Dean

        • Lieber Dean!
          Nein, so ist es auch nicht im Beitrag formuliert.
          Aber vorstellen darfst du dir natürlich was du möchtest. Und auch wie du etwas interpretierst, obliegt ganz dir selbst.
          lg Melanie

  2. Ein ganz toller Beitrag. Instinktiv habe ich oft gespürt, dass es genauso zutrifft.

  3. Liebe Melanie. Ich möchte mich einfach einmal bedanken, dass ich seit kurzem auch
    “ dabei „sein darf und in den Genuss komme, von Deinem Erfahrungs- und Wissensschatz
    zu profitieren. Lieben Dank, Susanne

  4. Das ist mir schon oft in meinem Leben passiert. Ich habe mich immer gekümmert, bemüht, gemacht und getan, egal ob es meine Sache war oder die einer anderen Person. Irgendwann hab ich angefangen loszulassen. Ich habe Sachen „abgegeben“. Für mich war es immer… Ich gebe es in die Hände der Engel…. Und zack, regelte sich alles wie von selbst und wendete sich zum Guten.
    Man kann und sollte nicht krampfhaft an Dingen festhalten.

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