Tschüss – Verabschiede dich von Menschen, denen du nicht wichtig bist

Gedankenverschwendung

„Einen Großteil unserer Gedanken verschwenden wir an Menschen, denen wir nicht wichtig sind,“ behauptet meine Freundin Marion. „Glaubst du das wirklich,“ frage ich interessiert nach. „Ja klar, denk‘ doch mal an unsere Sturmzeit zurück. Wenn ich mich in jemanden verliebt habe, der kaum Interesse an mir hatte, habe ich unzählige Stunden damit verbracht wehmütig an ihn zu denken. War da aber jemand, der sich offensichtlich für mich interessiert hat, dann hielten sich meine Gedanken in Grenzen.“

Mach dich rar – sei ein Star!

Frau singt auf der BühneDieser Spruch, dem ein psychologisches Phänomen zu Grunde liegt, ist wohl jedem von uns schon einmal untergekommen. Nach dem  Gespräch mit Marion wollte ich herausfinden, ob das Phänomen auch außerhalb der Liebe und mit erheblich mehr Reife noch zutrifft.

  • Laufen wir tatsächlich all jenen Menschen hinterher, die sich nicht für uns interessieren und zeigen wir im Gegenzug jenen, die „zu nett“ sind, die kalte Schulter?
  • Verschwenden wir einen großen Teil unserer Lebenszeit damit an Menschen zu denken, denen wir nicht wichtig sind?
  • Und wenn ja, wie können wir diesen Mechanismus durchbrechen?

Genau darüber schreibe ich im heutigen Beitrag.

Wenn Menschen uns die kalte Schulter zeigen

„Mach dich rar – sei ein Star,“ ist eine Lebensweisheit, die gerade in der anfänglichen Liebe tatsächlich der Wahrheit entspricht. Denn jemand, der sich uns entzieht, uns das Gefühl gibt, beschäftigt oder ganz und gar mit sich selbst glücklich zu sein, den empfinden wir in der Regal als wertvoll. Während er uns die kalte Schulter zeigt, stellen wir ihn meist unbewusst auf ein Podest.

Wenn uns umgekehrt jemand auf ein Podest befördert, indem er uns anhimmelt und mit Wertschätzung und Liebesbeweisen überschüttet, dann führt das leider häufig dazu, dass wir auf diesen Menschen hinab sehen. Wir schätzen seinen Wert geringer ein und nehmen ihn nicht besonders wichtig.

Der Wert eines Menschen und unsere Investition

Frau mit vielen GeldscheinenZudem tut sich in uns das Bedürfnis auf, um die Aufmerksamkeit jener Menschen zu kämpfen, die kein Interesse zeigen. Mit jedem Gedanken und jeder Tat erhöhen wir den Wert der unnahbaren Person. Schlussendlich haben wir dann viel Zeit und Gedankengut investiert. Ähnlich wie bei hochpreisigen Produkten bekommen wir dadurch das Gefühl, dass das Objekt unserer Begierde sehr wertvoll ist.

Gilt das auch bei Freundschaften?

Das Phänomen verändert sich sobald Menschen eine tiefgründige und längere Beziehung zueinander eingehen. Ganz frei davon werden wir in der Regel aber nicht. Freunde, die vorgeben „ein Star“, sprich beliebt und stetig beschäftigt zu sein, interessieren uns häufig mehr als all jene, die jederzeit greifbar sind. Glücklicherweise agieren wir aber gerade in langjährigen Freundschaften öfter bewusst und aus unserem Verbundenheitsgefühl heraus.

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Nicht wichtig zu sein, tut weh!

Wenn das Gefühl, dass wir einem anderen Menschen nicht annähernd so wichtig sind, wie er für uns, sich fortwährend wiederholt, kann das sehr schmerzhaft sein. Fast jeder von uns hat diese Erfahrung schon mit einem Verflossenen, Freunden, dem eigenen Partner oder gar einem Familienmitglied gemacht. Sie zehrt an unserem Selbstwert. Denn mit jedem Mal, mit dem uns wieder bewusst wird, dass wir für den anderen nicht wichtig sind, bohren sich schadhafte Glaubenssätze in unser Unterbewusstsein. Zum Beispiel:

  • Ich bin nicht schön oder begehrenswert genug.
  • Was stimmt bloß nicht mit mir?
  • Ich bin nicht gut genug.
  • Ich bin unwichtig. Ein Nichts. Nicht von Bedeutung.
  • Ich bin nicht wertvoll oder nicht liebenswert.

Gute Gründe, um dich zu verabschieden

Diese und ähnliche Glaubenssätze sabotieren unseren Selbstwert und stimmen uns unglücklich. Außerdem rauben uns die Gedanken an diese Menschen wertvolle Lebenszeit. Anstatt im Hier und Jetzt die Momente zu genießen, setzen wir uns düsteren Gedanken aus, die unser Selbstwertgefühl in den Keller sinken lassen.

Frau ist sehr nachdenklichDie Gründe, warum wir Menschen, denen wir nicht wichtig sind, verabschieden sollten, liegen somit klar auf der Hand. Und dennoch ist genau das oftmals enorm schwierig. Denn Herz und Verstand spielen uns dabei einen Streich. Der Verstand beharrt auf all unsere Investitionen und den Wert des unnahbaren Menschen, während das Herz die dadurch ausgelösten Gefühle nicht ignorieren kann.

Menschen, denen du nicht wichtig bist, loslassen!

1. Werde selbst zum Star

Wer viel Zeit damit verbracht hat an einen Menschen zu denken, der ihn nicht geschätzt und geachtet hat, der ist förmlich ausgehungert und braucht dringend Wertschätzung. Bevor sein Anerkennungsstank nicht wieder aufgefüllt ist und er sich dadurch selbst als wertvoll empfindet, gestaltet sich das Loslassen schwierig. Daher empfiehlt sich eine große Portion Selbstliebe. Denn, wenn man sich selbst wieder wertvoll fühlt, braucht man tendenziell weniger oft einen Star in seinem Leben, weil man diese Rolle selbst übernimmt. Anleitungen für mehr Selbstliebe findest du HIER.

Ein sofort umsetzbarer Tipp: Betrachte jeden Morgen nach dem Aufstehen und vor dem Schlafengehen dein Spiegelbild und schenke dir im Gedanken wertschätzende Worte. Zum Beispiel: Ich bin gut und wertvoll, genauso wie ich bin. Ich bin eine Bereicherung für meine Mitmenschen. Ich bin liebenswert und einzigartig.

2. Leite deine Gedanken um

Immer dann, wenn du bemerkst, dass dich die Gedanken an jenen Menschen, dem du nicht wichtig bist, traurig stimmen, kannst du diese bewusst umleiten. Dafür erstellst du am besten vorab eine Liste, auf der du all jene Menschen notierst, die dich lieben, schätzen oder bewundern. Wenn es soweit ist, wählst du eine Person von dieser Liste aus und stellst dir dabei vor, wie sie wertschätzend zu dir spricht. Diese Person sagt dir dann in deiner Vorstellung, was sie an dir mag und schätzt und wieso du für sie so wertvoll bist.

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Du kannst diese Methode intensivieren indem du an ein gemeinsames Erlebnis mit dieser Person, das dich besonders glücklich gestimmt hat, zurück denkst. Um so öfter du es schaffst deine Gedanken umzuleiten, desto mehr automatisieren sie sich weg von der Person, der du nicht wichtig bist, hin zu all jenen, die dich lieben und stärken.

3. Loslassen

Frau blickt Zug hinterherAuch eine Zeremonie, bei der du alle Gegenstände, die dich an jene Person erinnern, sammelst und in einer Truhe versperrst, kann beim Loslassen unterstützen. Du kannst dir dabei vorstellen, wie du diese Truhe auf eine einsame Insel bringst oder wie du diese mit dem nächsten Zug in die Ferne beförderst.

Welche Herausforderungen es beim Loslassen außerdem gibt und wie du es dennoch schaffst, erfährst du in diesem Beitrag: Vergangenes endlich loslassen.

Zum Abschluss noch eine Nimm-dich-wichtig-Botschaft:

Du bist wertvoll! Nicht, weil du weißt, was du weißt. Nicht weil du tust, was du tust. Nicht weil du kannst, was du kannst. Sondern weil du – DU bist. Herzliche Grüße, deine Melanie

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14 Kommentare

  1. Danke für diesen klugen Beitrag, liebe Melanie!
    Gisela

  2. Ja auch von meiner Seite ein Dankeschön für diesen tollen Beitrag….
    Vielen Dank Prinz

  3. Wow wow wow… Dein wertvoller Beitrag hat mir die Augen geöffnet und dafür bin ich Dir endlos dankbar.
    Schön, dass es Dich gibt und ich Deine Seite gefunden habe. 😉

    • Liebe Sinia!
      Ich danke dir herzlich für deine Worte. Ich freue mich ebenso, dass du auf meine Seite gefunden hast und wünsche dir einen sonnigen Tag, deine Melanie

  4. Ein ganz toller Beitrag! Kann mich damit gut identifizieren.

    Liebe Grüße

    Susanne

  5. Liebe Melanie,

    meine Tochter und meine Enkeltochter habe ich seit nunmehr 6 Jahre nicht gesehen und auch weiterhin ist ein Kontakt von Seiten meiner Tochter nicht gewünscht. Dies tut ständig weh.
    Trotz alledem vielen herzlichen Dank für deine Worte und deine Anregungen.
    Liebe Grüße

    • Ich danke für deine Offenheit – und kann natürlich verstehen, dass es sich bei deiner Situation um eine besonders schwierige und schmerzhafte handelt. Ich wünsche dir dennoch viele Liebe zu dir selbst, damit der Schmerz zumindest ein wenig abnimms.
      Alles Liebe, deine Melanie

  6. Genau erlebe ich das jetzt;Ich spüre doch, dass er mich meidet, dass er nicht ernst meint.Oder ist es wirklich so,dass er so beschäftigt ist.
    In der Öffentlichkeit zeigt er mir keine Zuneigung,.. als ob er unsere Beziehung verheimlichen würde oder sogar sich schämen würde.Ich hoffe, dass ich mich irre.Aber, ich will mich niemals nochmal kränken lassen.
    Gruß

    • Liebe Lonia!
      Das tut mir wirklich leid zu lesen. Vielleicht probierst du es einfach mal mit einem offenem Gespräch. Häufig ist dem Betroffenen gar nicht bewusst in welchen Modus er verfallen ist.
      Ich wünsche dir herzlichst alles Liebe

  7. Liebe Melanie,

    Wow, was für ein toller Beitrag.
    Vielen Dank.
    Mach weiter so.

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