Anzeige Über Gefühle sprechen lernen:
die Unterschiede zwischen Mann und Frau

Warum Frauen öfter über Gefühle sprechen

Über Gefühle sprechen - Melanie denkt darüber nachFreitag nachmittag. Ich sitze mit meiner Freundin Marion in einem herrlichen Gartencafé. Dort sind wir nicht alleine. Rund 80 Prozent der Tische sind mit plaudernden Frauen besetzt. Wo sind denn bloß die Männer dieser Stadt, frage ich mich während mir bewusst wird, dass uns Frauen das Plaudern meist im Blut liegt während viele Männer ihren Fokus auf Aktivität ausrichten.

Aber haben wir nicht alle ab und an das Verlangen über unsere Gefühle zu sprechen, um wieder klarer sehen zu können, uns erleichtert zu fühlen oder einen neuen Lösungsweg zu finden? Psychologen meinen das dieses Bedürfnis in jedem von uns steckt, es aber bei so manch einem tief vergraben liegt. Viele von uns – nicht nur Männer – haben nie gelernt ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Warum dem so ist und wie man lernen oder andere dabei unterstützen kann, über Gefühle zu sprechen, das erfährst du im heutigen Beitrag.

Über Gefühle sprechen: Warum es Männern oft schwer fällt

Indianer kennen keinen Schmerz. Dieser Spruch ist das bekannteste Synonym für ein veraltetes Rollenbild, das unsere Gesellschaft Jahrhunderte lang geprägt hat. Obwohl das moderne Mindset das Männerbild zunehmend verändert, ist es in vielen Fällen noch immer so, dass Töchter dem Vorbild ihrer Mutter und Söhne dem ihrer Väter folgen. Die Mutter zeigt in der Regel Verletzlichkeit, spricht über positive aber auch negative Gefühle. Der Vater ist häufiger wortkarg, ein Macher und redet seltener über seine Emotionen. Unbewusst speichern Jungs dieses Muster ab und festigen so den Glauben, dass vor allem negative Gefühle und Verletzlichkeit unmännlich sind und daher verborgen werden müssen.

Natürlich treffen obige Indizien nicht auf jeden Mann und jede Frau zu. Das familiäre Umfeld, indem man aufwuchs und insbesondere die Offenheit von Vater und Mutter sind in der Regel der Indikator dafür, ob wir später gut über unsere Gefühle sprechen können.

Was passiert, wenn wir nicht über unsere Gefühle sprechen

Auf den ersten Blick erscheint es Menschen, die nicht gelernt haben über ihre Gedankenwelt zu sprechen, einfacher dies zu vermeiden. Aber langfristig hat das jede Menge Nachteile:

  • Die Beziehung zu uns selbst leidet. Denn wer seine Gedankenmuster und Gefühle nicht kennt, kennt auch sich selbst nur marginal. Das wiederum beeinflusst die Persönlichkeitsentwicklung negativ.
  • Auch die emotionale Intelligenz kann sich nicht entfalten.
  • Menschen, die nicht über ihre Gefühle sprechen, leiden oft an Mustern. Ein und dieselben Probleme treten immer wieder auf. Durch die mangelnde persönliche Entwicklung denkt und tut man immer wieder dasselbe, das logischerweise zu denselben unzufrieden stellenden Resultaten führt.
  • Die Wortkargheit im Bezug auf die eigenen Emotionen verursacht außerdem häufig Probleme in der Partnerschaft. Für viele Menschen ist der tiefgründige Austausch ein Grundbedürfnis. Kann der Partner auf dieses nicht eingehen, kommt es zu Konflikten.
  • Ähnlich wie bei der persönlichen Entwicklung ist es außerdem für die Partnerschaft kontraproduktiv nicht offen über Gefühle, Bedürfnisse und Probleme zu sprechen. Durch den fehlenden Austausch kann sich die Beziehung nur schwer weiterentwickeln.
  • Nicht über Gefühle sprechen, kann außerdem zu körperlichen und psychischen Problemen führen. Innere Leere, Burn-out, Magengeschwüre, Tinnitus, chronische Schmerzen und vieles mehr können Ausdruck unterdrückter Gefühle sein.

Vorteile – über Gefühle sprechen

Im Gegenzug dazu gibt es viele Gründe, warum man sein Innenleben teilen sollte.

  • Wer über Gefühle spricht, zeigt damit Bereitschaft diese zuzulassen. Da Gefühle nicht “getötet” werden können, sondern gelebt werden wollen, ist das ein wesentlicher Schritt. Denn nur negative Gefühle, die man freilässt sind in der Lage sich zu wandeln.
  • Über Gefühle sprechen - Melanie tut es in diesem BeitragWenn wir unsere Gefühle teilen, so zeigt das von Verantwortung. Wir stellen uns ihnen und ebnen dadurch den Weg für die Lösung eines möglichen Problems.
  • Mit jemanden über Gefühle zu sprechen, zeigt von Vertrauen und Zuneigung.
  • In der Partnerschaft fördert das offene Gespräch die Weiterentwicklung. Die Flammen der Liebe können so auch langfristig erhalten werden.
  • Wer über seine Gefühle spricht, erhöht seine Erfolgschancen. Mehrere Köpfe wissen bekanntermaßen mehr als einer. Gerade wenn man scheinbar feststeckt, hilft ein Gespräch oft Wunder.

Impulse und Tipps

  • Wenn dein Partner nur schwer über seine Gefühle sprechen kann, so kannst du ihn unterstützen, indem du ein Vorbild bist. Sprich offen an, was dich berührt oder bedrückt und versuche sanft mit ein paar Fragen auch ihn dazu zu bringen, sich zu öffnen. Vorsicht: Erwarte nicht gleich zu viel. Behutsamkeit ist wichtig.
  • Auch die richtigen Rahmenbedingungen im Beziehungsgespräch sind wichtig. Nicht zwischen Tür und Angel oder im überfüllten Restaurant. Die Atmosphäre sollte ruhig und geschützt sein.
  • Übung macht den Meister. Wenn es dir selbst schwer fällt über deine Emotionen zu sprechen, so kann es hilfreich sein, wenn du damit beginnst positive Gefühle zu teilen. Das fällt uns in der Regel leichter.
  • Ein offenes Gespräch mit einem Experten, zum Beispiel einem Psychotherapeuten oder einem klinischen Psychologen, ist durch nichts zu ersetzen, wie ich aus Erfahrung weiß.

Über Gefühle sprechen: Resümee

In einem geschützten Raum über seine Gefühle, Probleme oder bevorstehenden Entscheidungen zu sprechen, kann wahre Wunder wirken. Durch den neutralen Raum, der uns gewährt wird, können wir uns meist besser öffnen. Außerdem ist es anders als im Gespräch mit Freunden. Es geht ausschließlich um uns selbst. Nirgendwo sonst bekommen wir so viel Platz und Aufmerksamkeit.

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4 Kommentare

  1. Die Kommunikation innerhalb eines Paares ist immer schwierig. Ich denke, Männer und Frauen haben Schwierigkeiten, sich gegenseitig zu verstehen. Aber in der Tat ist es wichtig, über unsere Gefühle zu sprechen, um die Kommunikation zu verbessern.

  2. Ein schönes und tolles Statement.Mir geht es genauso,ich möchte gerne über meine Gefühle sprechen trau mich aber nicht das meinen Mitmenschen anzutun.Ich habe schon Vertrauen zu meinen Mitmenschen möchte sie aber nicht mit meine Probleme und Gefühle belasten geschweige den Nerven.Aber ich möchte sie aber auch nicht damit verärgern das ich mit ihnen nicht über meine Gefühle spreche.Ich habe schon Zuneigung zu meinen Mitmenschen aber ich weiß nicht ob sie meine Gefühle verstehen können.

    • Lieber Andre!
      Danke für deine Offenheit. Die Angst jemanden zur Last zur Fallen steckt in vielen von uns. Ich für meinen Teil habe mir die Ursache dahinter angesehen und konnte sie lösen, sodass es mir immer leichter fällt meine Gefühle zu teilen. Es ist unglaublich befreiend und vertieft Beziehungen enorm.
      Herzliche Grüße, Melanie

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