Zu hohe Ansprüche an dich selbst – 4 Wege dich zu befreien

Wer zu hohe Ansprüche an sich selbst hat,…

  • ist selbstkritisch und verurteilt sich für Fehler.
  • versucht all seine Rollen im Leben (Mutter/Vater, Tochter/Sohn, Partner/in, Mitarbeiter/in, Unternehmer/in etc.) perfekt zu erfüllen.
  • neigt dazu seine Erfolge herunterzuspielen.
  • denkt über Misserfolge lange nach.
  • versucht durch Kontrolle und Planung Fehler und Unvorhersehbares zu vermeiden.
  • hat das Gefühl versagt zu haben, wenn ihre/seine Leistung durchschnittlich ist.
  • setzt sich selbst häufig unter Druck und verspürt dabei Stress.
  • hat manchmal Angst, dass sich andere von ihm abwenden, wenn ihre/seine Leistungen nicht gut genug sind.

Treffen ein paar dieser Verhaltensweisen auf dich zu? Dann wäre es möglich, dass deine Ansprüche an dich selbst zu hoch sind.

Hohe Ansprüche & Perfektionismus

free girlFrüher dachte ich, dass außergewöhnlich hohe Ansprüche an mich selbst wesentlich für meinen Erfolg wären. Im Laufe der Zeit wurde ich aber glücklicherweise eines Besseren belehrt. Im heutigen Beitrag möchte ich meine Erkenntnisse mit euch teilen und aufzeigen, wie zu hohe Ansprüche entstehen, wann diese krank statt erfolgreich machen und außerdem Anregungen zur Verfügung stellen, die dabei unterstützen zurück zur Lebensfreude schürende Gelassenheit zu finden.

Auswirkung von zu hohen Ansprüchen

Wer unverhältnismäßig hohe Ansprüche an sich selbst stellt, ist in der Regel nicht sonderlich glücklich. Jeder Mensch hat Talente und Fertigkeiten. Aber kaum jemand ist in jedem Lebensbereich besser als die Norm. Da perfektionistische Menschen jedoch von sich selbst immer Überdurchschnittliches erwarten, ist die Unzufriedenheit ihr stetiger Begleiter. Sie kritisieren sich oftmals brutal, bestrafen sich, quälen ihren Körper, setzen sich unter Druck und erzeugen so permanent Stress. Dauerhafter Stress macht langfristig nicht nur unglücklich, sondern auch krank.

Woher kommen zu hohe Ansprüche?

Als ich selbst erstmals erkannte, dass einige meiner Verhaltensweisen perfektionistischer Natur waren, fragte ich mich woher dieser Drang in mir rührte. Ich fand drei wesentliche Quellen, die dafür ausschlaggebend sein können, dass wir zu hohe Selbstansprüche stellen.

1. Aufmerksamkeit durch Leistung

Bereits in der Schulzeit ernteten wir für jeden Fehler, den wir uns erlaubten ein fettes Minus. Für alles, was wir außergewöhnlich gut machten, bekamen wir ein Plus. Sind unsere Leistungen bloß durchschnittlich, ist die klassische Reaktion Ignoranz. Letzteres ist das Schlimmste für die menschliche Seele, denn wir alle benötigen Aufmerksamkeit. Worte des Lobes oder Komplimente sind eine Sprache der Liebe, die wir zum Überleben dringend brauchen. Und klarerweise wünschen sich die meisten von uns positive Aufmerksamkeit, denn diese gibt uns das Gefühl, dass wir wertvoll sind. Dieses Prinzip gilt natürlich nicht nur in der Schule, sondern oftmals auch zuhause im Kreise der Familie, unter Freunden und im Job.

Um so weniger bedingungslose Liebe wir in der Kindheit geschenkt bekamen, desto eher versuchen wir uns später diese Liebe in Form von Anerkennung durch überdurchschnittliche Leistungen zu holen. Irgendwann wird dieser Akt zur Gewohnheit und unsere Ansprüche an uns selbst immer höher und höher.

2. Fremde Ansprüche werden zu Eigenansprüchen

GirlIn machen Fällen geben Eltern oder Erzieher ihre hohen Ansprüche direkt an ihre Kinder weiter. Forderungen und Erwartungen werden festgelegt bzw. laut ausgesprochen. Und diesen entkommt man dann meist nur sehr schwer, denn der Drang es seinen Eltern und Mentoren recht zu machen, begleitet fast jeden. „Ich wollte es meinen Eltern beweisen,“ lautet die häufigste Aussage von Betroffenen.

3. Kontrollsucht

Menschen, die hohe Ansprüchen an sich selbst stellen, sind oftmals süchtig nach Kontrolle. Sie haben regelrecht Angst davor, dass in ihrem Leben etwas Unerwartetes passiert. Dieser Kontrollwahn entsteht häufig durch traumatische Erlebnisse. Wenn jemand in der Vergangenheit Situationen ertragen musste, die völlig aus den Fugen gerieten, so prägt sich diese Erinnerung häufig tief in sein Glaubenssystem ein. Betroffene versuchen infolge häufig Unvorhersehbares zu vermeiden indem sie Situationen kontrollieren.

Was hilft gegen ungesund hohe Ansprüche – 4 Gedanken

1. Nicht deine Leistungen, sondern DU bist wertvoll

Liebst du Menschen nur auf Grund ihrer Leistungen? Bestimmt nicht. Daher kannst du sicher sein, dass deine Liebsten auch dich nicht nur wegen deiner Taten, Fähigkeiten, Bemühungen oder Leistungen lieben. Sie lieben dich deiner selbst Willen. Du brauchst nicht immer alles geben, musst nicht alles unter Kontrolle haben und darfst dich ruhig auch einmal zurücklehnen und einfach nichts leisten. Du wirst trotzdem geliebt, geschätzt und gebraucht!

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2. Perfektionismus ist Energieverschwendung

Wer zu hohe Ansprüche an sich selbst hat, hegt meist auch den Wunsch erfolgreich zu sein. Das passt aber gar nicht zusammen, denn wer stetig nach perfekter Leistung strebt, ist weniger effizient. Nimm diesen Text hier. Bestimmt könnte ich noch fünf Stunden damit verbringen meine Worte feinzutunen. In dieser Zeit aber kann ich viele weitere Texte oder sogar ein Buch schreiben. Nach Perfektion zu streben, ist also ineffizient. Im Übrigen werden Menschen, die sich stetig perfekt zeigen und verhalten als unsympathisch wahr genommen. Erlaube es dir auch mal 90 Prozent statt stetig 150 zu geben. Ich bin mir sicher das beeinflusst dein Erfolgskonto positiv.

3. Das schlechte Gefühl los werden

Wer hohe Ansprüche an sich selbst stellt, vergleicht sich stetig mit den Besten. Der Verstand sagt dann zum Beispiel: „Sieh dir Anna an – sie ist die perfekte Mutter. Oder Marion – ihr Haushalt ist immer tipptopp. Oder Lora – sie hat den perfekten Body. Oder Manuela – sie ist viel erfolgreicher als du.“ Und natürlich behält unser Verstand mit seinen Argumenten ab und an recht, aber er bedenkt bei seinen Vergleichshinweisen nicht, dass es kaum Menschen gibt, die in allen Disziplinen überdurchschnittlich abschneiden. Weder bei Marion noch bei Lora oder Manu ist alles perfekt. Kaum jemand kann in allen Lebensbereichen overperformen. Vergiss die faulen Vergleiche also lieber einmal und sieh dir dein Leben in seiner Gesamtheit an. Wende deinen Blick dabei einmal mehr auf all jene Bereiche, die gut laufen und mit denen du zufrieden bist.

4. Kontrollsucht loslassen – Gelassenheit zurückgewinnen

Weil im Leben ja bekanntlich eh immer alles anders kommt als man denkt, lohnt es sich nicht zu viel Zeit in Planung und Kontrolle zu investieren. Ich habe durch ein einfaches Affirmationsmantra die Gelassenheit wieder in mein Leben eingeladen. Immer dann, wenn hohe Ansprüche Stressgefühle auslösen, sage ich mir folgenden Satz vor:

„Ruhe und Gelassenheit sind meine täglichen Begleiter – das bringt mich voller Freude jeden Tag ein Stückchen weiter.“

Weitere Gedanken für mehr Gelassenheit findest du HIER.

Alles Liebe, deine Melanie

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