Ich bereue nichts – 6 Gründe, warum du es auch nicht solltest

Fehlentscheidungen gibt es nicht – Bereue nichts!

Hast du auch schon einmal…

  • einen Fehler gemacht, den du nicht mehr gut machen konntest?
  • viel Zeit oder Geld in eine Sache investiert, die du dann doch verloren hast?
  • deine Gefühle Monate oder Jahre lang jemandem geschenkt, der sie nicht erwidert hat?
  • dich selbstzerstörerisch verhalten oder deinem Körper Leid angetan?
  • Menschen, die du liebst, vernachlässigt oder verletzt?
  • dich selbst oder andere enttäuscht?
  • eine Entscheidung mit fatalen Folgen getroffen?

Die Autorin: Ich bereue nichtsDann geht es dir vermutlich wie mir. Ich habe in meinem Leben einige falsche Entscheidungen getroffen, mich nicht immer richtig verhalten und außerdem jede Menge Fehlinvestitionen getätigt. Das klingt schrecklich! Ja, finde ich auch und deshalb bin ich umso glücklicher, dass ich nichts von alledem bereue, sondern meinen Fehlern und Entscheidungen etwas Positives abgewinnen kann.

Unglücklich ist, wer ständig bereut

Leider war dem nicht immer so. Lange Zeit erging es mir so, wie vielen Menschen. Ich bereute einiges, wünschte mir etwas bereits Vollzogenes rückgängig machen zu können, hatte ein schlechtes Gewissen oder dachte darüber nach, was wohl geschehen wäre, wenn ich mich damals anders bzw. richtig verhalten hätte.

Aber was brachten mir all diese negativen Gedanken und Gewissensbisse? Nichts außer Leid. Als ich begann mich mit der Macht der Gedanken auseinander zu setzen, wurde mir bewusst, dass ständige Reue und Verurteilung einer Art Selbsthass gleicht. Täglich rügt man sich selbst für alles, was man im Leben nicht gut genug oder eben falsch gemacht hat.

Kurzum: Wer ständig bereut, kann auch gleich ein T-Shirt mit der Aufschrift: „ich bin ein Vollidiot, der nichts richtig macht“, tragen. Denn genau das suggerieren wir unserem Unterbewusstsein, wenn wir uns für vergangene Fehltritte rügen. Dass, das nicht gesund ist und außerdem unglücklich macht, versteht sich von selbst.

Warum ich nichts mehr bereue!

Vor etwa fünf Jahren befand ich mich in einer Phase, in der ein Fehltritt den nächsten jagte. Meine negativen Gedanken und Gewissensbisse überschlugen sich damals.

Nach geraumer Zeit hielt ich diesen Zustand nicht mehr aus. Also machte ich mich auf die Suche nach Lösungen. Dabei stieß ich auf sechs wesentliche Gründe bzw. Gedanken, die mir bewusst machten, dass es im Leben keine Fehlentscheidungen gibt.

6 Gründe – Es gibt keine Fehlentscheidungen, daher bereue nicht!

1. Fehltritte machen erfolgreich

Glühbirne als Zeichen, dass ich nichts bereue

Studien beweisen, dass Menschen die häufig Fehler machen oder Fehlentscheidungen treffen, erfolgreicher sind als andere. Wieso? Die Geschichte von Edison erklärt es am besten: Thomas Alva Edison hatte mehr als 100 Misserfolge, bevor er die erste Glühbirne zum Leuchten brachte. Kurzum: Jeder Schritt, auch wenn es ein Fehltritt ist, erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges.

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2. Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere

Meist öffnet sich die andere Tür nicht zeitgleich mit unserem Fehltritt, sondern erst eine Weile später. Oft aber wird uns im Nachhinein bewusst, dass die schlechte Lebensphase auch ihr Gutes hatte. In meinen Zwanzigern verbrachte ich Jahre damit, einen Mann zu lieben, der meine Liebe nicht erwiderte. Ich schrieb ihm Liebesbriefe ohne Ende. Die meisten davon schickte ich nie ab. Durch das viele Schreiben entdeckte ich meine Schreibliebe. Jahre später führte mich diese Liebe zu meiner heutigen Leidenschaft – meinem Blog und meinem Buch.

3. Aus Fehlern lernen

Ja klar, dieser Punkt klingt ziemlich abgedroschen. Ist er aber nicht! Denn viele Dinge im Leben können wir nicht lernen, ohne dass wir selbst die Erfahrung machen. Zwar kann man viel darüber lesen, dass Zeit wichtiger ist als Geld, Freunde, die treusten Lebensbegleiter sind oder wir unseren Körper gut behandeln sollten, weil er unser kostbarstes Gut ist. Aber erst, wenn wir uns einmal so richtig überarbeitet, eine Krankheit überstanden oder plötzlich ganz alleine dagestanden haben, brennt sich die Erkenntnis tief in unser Bewusstsein ein. Manche Fehler müssen wir also einfach selbst machen, um anschließend ein besseres Leben zu führen.

4. Ohne deine Fehltritte wärst du nicht, wer du heute bist

Manchen Fehlern können wir nur schwer etwas Gutes abgewinnen. Wenn wir Menschen, die wir lieben vernachlässigt und verletzt oder jemanden verloren haben, zum Beispiel. Fakt ist, dass wir uns in all jenen Situationen, die uns am meisten schmerzen und die wir im Nachhinein bereuen, auch am meisten weiterentwickeln.

Bereue es nicht den Berg zu besteigen

Ohne meine Fehltritte hätte ich demnach wohl kaum so hilfreiche Fähigkeiten wie Feinfühligkeit, Empathie, Fürsorge, Treue oder Durchhaltevermögen erlernt. Unsere Fehltritte machen uns also genau zu jenen wundervollen Menschen, die wir heute sind.

5. Du hast dein Bestmöglichstes getan

Im Nachhinein vergessen wir oft, welche Umstände, Gefühle und fehlenden Erfahrungen dazu geführt haben, dass wir falsche Entscheidungen getroffen oder Fehler gemacht haben. Wir verhalten uns immer so, wie es uns in jenen Momenten eben möglich ist. Sprich, den Umständen entsprechend bestmöglich. Demnach ist es unfair, wenn wir unser jüngeres, unerfahreneres Selbst, das es nicht besser wissen konnte, für eine Fehlentscheidung rügen. Selbstempathie ist dafür die Lösung. Lerne dich selbst und deine vergangenen Entscheidungen verstehen und löse so Gewissensbisse und Blockaden auf. 

6. Bereue nicht, es getan zu haben

Befragt man Menschen an ihrem Sterbebett, was sie am meisten bereuen, so nennen sie nicht die Fehler, die sie begangen haben, sondern vor allem all jene Dinge, die sie nicht gewagt haben. Wer also handelt und damit sein Leben selbstbestimmt gestaltet, macht nun mal Fehler.

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Bereue nicht, LEBE!

  • Frage dich lieber: Was in deinem Leben bereust du noch nicht getan zu haben?
  • Notiere alles, was dir dazu einfällt. Zum Beispiel: Ein bestimmtes Land bereisen, ein Instrument oder eine Sprache erlernen, einen Monat im Ausland leben, ein Buch schreiben, wieder Kontakt mit einem guten Freund aufnehmen, eine WG mit deiner besten Freundin gründen, dich von Herzen bei jemandem entschuldigen, deine Berufung leben, eine bestimmte Ausbildung oder ein Studium, dich neu verlieben etc.
  • Lass‘ dir dabei ausgiebig Zeit – mindestens 30 Minuten.
  • Wirf nun einen Blick auf deine Liste: Für welche dieser Dinge ist es aus rein rationaler Sicht noch nicht zu spät? Markiere diese!
  • Schau dir alle markierten Worte genau an. Welcher dieser Wünsche hat für dich am meisten Sog? Worauf hast du Lust? Wonach sehnt sich dein Herz? Wähle nach diesen Kriterien ein bis drei Dinge von deiner Liste aus.
  • Und dann, leg los. Denk` daran: am Ende unserer Tage bereuen wir all jene Dinge am meisten, die wir nicht gewagt haben.

Ich bereue nichts. Nicht einen Schritt. Nicht einen Augenblick! Deine Melanie

2 Kommentare

  1. Das ist so wahr!
    Wir unperfekten Menschen lernen am besten durch Schmerzen, die wir eigentlich fürchten.
    Aber sie zeigen uns an, dass wir einen Kurswechsel brauchen. Höre auf dein Bauchgefühl….das hab ich daraus gelernt ! Wir sind ja auch ein Hamster im Rad!

    • Liebe Betty!
      Danke für dein wundervolles Kommentar. „Wir unperfekten Menschen“ – das gefällt mir 🙂
      Herzliche Grüße Melanie

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