Warum lästern menschlich ist, aber unglücklich macht!

Wir lästern in 30% unserer Gespräche

Wusstest du, dass lästern etwas zu tiefst menschliches ist? Ja, auch ich war überrascht als ich neulich auf einen Artikel stieß, der mir genau das bestätigte. Trotzdem war ich erleichtert, denn auch ich bin nicht davor gefeit in den Lästersog mit hinein gezogen oder gar selbst zum Lästeropfer zu werden. Und obwohl ich tunlichst versuche das Mitlästern zu vermeiden, muss ich ehrlich gestehen, dass mir das nicht immer gelingt. Wenn man bedenkt, dass ein Drittel unserer Gespräche mit lästern einher geht, ist das kein Wunder.

Dennoch bereiten mir lästerähnliche Gespräche im Nachhinein immer ein unangenehmes Bauchgefühl namens schlechtes Gewissen. Also machte ich mich vor einiger Zeit auf die Suche nach Strategien, die mir dabei helfen dem Lästersog ein für alle mal zu entkommen. Bevor ich euch davon erzähle, möchte ich jedoch mit einigen Vorurteilen, wie beispielsweise „Wer lästert, ist ein schlechter Mensch“ aufräumen.

Wissenswertes übers Lästern!

  • Rund zwei Drittel unserer täglichen Redezeit verbringen wir im Durchschnitt damit, über andere Menschen zu sprechen. Kurzum: über sie zu lästern.
  • Auch wenn viele Menschen lästern mit Rufschädigung verbinden, hegen die meisten dabei keine bösen Absichten.
  • Wir Menschen lästern seit Urzeiten. Lästern dient auch dazu den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft zu fördern. Wenn Menschen in einer Gruppe sind, verhalten sie sich oftmals deshalb rücksichtsvoller, weil sie wissen, dass die anderen, täten sie das nicht, über sie lästern könnten.
  • Lästern bzw. das Gespräch mit anderen über andere dient auch dazu sich selbst besser einschätzen zu lernen und zu erfahren, welcher Mensch man in der Gesellschaft gerne sein möchte.
  • Lästern kann erleichternd sein. Manchmal tut man sein Urteil über einen anderen kund, weil er mit seinem Verhalten auch einem selbst Kummer oder Ärger bereitet hat. Bestätigen andere dann sein Fehlverhalten fühlt man sich erleichtert.

Genug mit lästern – dir selbst zu Liebe!

Auch wenn lästern eine zutiefst menschliche Eigenschaft ist, bin ich der Meinung, dass man Lästereien durch bewusste Maßnahmen, zum Wohle anderer und vor allem sich selbst zu Liebe, meiden sollte. In den meisten Fällen schaden wir damit nämlich vor allem uns selbst. Und zwar auch dann, wenn wir der festen Überzeugung sind, dass ein anderer sich falsch verhalten hat.

Anstatt in unserer Mitte sind wir beim Lästern im Verurteilungsmodus, der sich auf die Handlungen eines anderen bezieht. Wir sind also nicht bei uns selbst. Gleichzeitig weiß unser Unterbewusstsein, dass unser Urteil nicht zu 100% richtig ist, denn wir wissen niemals über alle Beweggründe des Lästerobjekts bescheid. Dieser Zwiespalt und der Glaube daran, dass lästern etwas schlechtes ist, beschert uns dann selbst ein unangenehmes Gefühl.

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Was kannst du tun, um lästern zu vermeiden!

  • Achte bewusst darauf, worüber du mit Freunden und Kollegen sprichst. Bemerkst du, dass ein Gespräch in Lästerei ausartet, so handle. Wechsle das Gesprächsthema oder sag den anderen, dass du es nicht okay findest über jemanden zu reden, der nicht anwesend ist.
  • Falls es dir dennoch einmal nicht gelingt eine Lästerei abzuwehren, kannst du es auch wagen dich für die nicht anwesende Person stark zu machen. Sobald jemand etwas Positives über das Lästeropfer sagt, verstummen die Stimmen der Gruppe meist.
  • Eine Möglichkeit Lästerei im Frühstadium abzuwehren, sind positive Geschichten. Frage in die Runde, ob jemand eine kleine Erfolgsgeschichte erzählen, Erinnerungen an einen besonderen Moment oder ein lustiges Urlaubserlebnis teilen möchte.
  • Und falls es dir einmal doch nicht gelingt dem Lästern zu entkommen, weil du richtig viel Wut im Bauch hast, so lass es einfach zu. Mit guten Freunden darf ruhig auch mal gelästert werden. Vor allem dann, wenn du dich danach erleichtert fühlst. Es gibt so gut wie keinen Menschen, der niemals lästert. Nimm dieses zu tiefst menschliche Verhalten liebevoll an und akzeptiere, wenn es mal passiert.

Wenn du zum Lästeropfer wirst – wie kannst du dich schützen?

Ich habe bisher vor allem über das „menschliche“ Lästern berichtet, dem meist keine böse Absicht zu Grunde liegt. Natürlich gibt es auch die böswillige Form, die beabsichtigt anderen zu schaden. Wenn man selbst Opfer wiederholter Lästereien wird und darunter leidet, so können folgende Anregungen helfen:

  • Fast alle Menschen, die über dich lästern, kennen dich nicht wirklich. Sie tragen eine Brille durch die sie nur einen Bruchteil deines Wesens und deiner Beweggründe erkennen können. Ihre Urteile sind demnach einfach nicht wahr!
  • Es gibt Menschen, die dich wirklich kennen und dich aus genau diesen Gründen schätzen und lieben. Mach dir bewusst, warum dich diese Menschen mögen. Erstelle eine Liste und ergänze sie um dein eigenes positives Urteil über dich. Immer dann, wenn du dich durch Lästereien geschwächt fühlst, wirfst du einen Blick auf deine Notizen.
  • Bleib bei dir selbst! Trenne dich bewusst von den Lästerurteilen der anderen. Dazu kannst du beispielsweise mehrere Male tief durchatmen, deine Augen schließen und dich gedanklich in eine Membran voller Selbstliebe hüllen, der dich vor weiteren Angriffen schützt.
  • Lästern ist oftmals auch ein Ausdruck von Unverständnis oder Neid. Lästeropfer heben sich häufig in ihrem Aussehen, ihren Handlungen oder in ihrem Charakter von der Masse ab. Sie machen unsere Gesellschaft bunt, inspirieren und zeigen auf, welch wundervolles Individuum der Mensch ist. Sei dir dessen bewusst und mach‘ einen Kult aus deiner Besonderheit!
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Letztere ist auch meine Strategie, die ich gerne anwende, wenn ich bemerke, dass sich Menschen flüsternd von mir abwenden. Viele Jahre bereitete mir genau das Unbehagen. Mittlerweile liebe ich meine Einzigartigkeit, die manche Menschen dazu motiviert voreilige Schlüsse zu ziehen!

Herzliche Grüße Melanie

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6 Kommentare

  1. Sehr gut zusammengefasst. Ich habe schon einmal probiert mehr zu lästern. Es ist sehr schwierig, kann ich nur sagen. Weil manchmal bemerkt man gar nicht dass man lästert. Es passiert aus einem Gespräch heraus. Und es stimmt, meistens meint man es nicht böse. Trotzdem gute Tipps. Ich mag es nun wieder versuchen. Danke

  2. Super geschrieben da kann ich noch was lernen❤️❤️

    • Danke dir für dein Kommentar liebe Therese… Ich bin immer wieder froh über Menschen, die genau so wie ich, noch was lernen können 🙂 Herzlichen Gruß

  3. Schöner Blog!
    Ich glaube lästern entsteht durch Langeweile und meist im gleichen Umfeld. Man hat sich einfach nichts zu sagen.
    Vielleicht den Freundeskreis erweitern mit Menschen, die über ihre Ziele sprechen.

    • Hallo Mila!
      Ich verfolge auch deinen Blog schon seit längerer Zeit. Danke für dein Kompliment. Und auch deine wertvollen Tipps, herzlichen Gruß Melanie

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