9 Anzeichen, dass du andere mehr liebst als dich selbst

Selbstliebe ist notwendig und nicht egoistisch! Wann immer ich derartige Statements auf Social Media poste, werden sie mit hunderten Ja´s bestätigt. Und obwohl die Botschaft der Selbstliebe längst in allen modernen Medien angekommen ist, ist sie bei vielen von uns noch nicht ins Innerste vorgedrungen. Meist wiegen die mahnenden Worte der Eltern, Lehrer oder Großeltern wie z.B. – Eigenlob stinkt oder Nimm dich bloß nicht so wichtig – schwerer, als die neu kennengelernte Selbstliebe.

In meinem heutigen Blog geht es darum, dass die Fähigkeit, Liebe und Fürsorge für andere zu empfinden, zweifellos eine bewundernswerte Eigenschaft ist. Aber dennoch gibt es eine Grenze, wo genau diese Fürsorge für andere in Selbstvernachlässigung umschlagen kann, weil für dich, deine Bedürfnisse, Gedanken und Wünsche, einfach zu wenig Zeit und Raum bleibt.

In diesem Fall ist klar, du liebst andere mehr als dich selbst. Und das kann langfristig dazu führen, dass du dich ausgelaugt, unglücklich, gestresst, wertlos oder leer fühlst. Teste dich selbst und achte darauf, welche der folgenden 9 Punkte auf dich zutreffen.

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9 Anzeichen, dass du andere mehr liebst als dich selbst

1. Schlechtes Gewissen, wenn du dir etwas Gutes tust

Wenn du anderen etwas Gutes tust, fühlst du dich in der Regel gut. Tief in dir ist verankert, dass es eine Ehrentat ist, sich um andere zu kümmern, wohingegen es verpönt ist, sich selbst etwas Gutes zu tun. Das merkst du daran, dass wann immer du dir etwas Gutes tust, du sehr rasch ein schlechtes Gewissen bekommst.

2. Liebevoll zu anderen, brutal zu dir selbst

Wenn andere eine Schwäche zeigen oder einen Fehler machen, gehst du verständnis- und liebevoll mit ihnen um. Du sagst Dinge wie: „Ist doch nicht so schlimm“ oder „Das kann doch jedem Mal passieren.“

Wenn dir selbst ein Fehler unterläuft, bist du weniger sanft – viel zu schnell beschimpfst du dich in Gedanken selbst. „Wie kann man nur so blöd sein“ oder „Das kann wirklich nur mir passieren“, lauten deine harten Worte oft.

3. Die Bedürfnisse der anderen

Du erspürst oder erfragst die Bedürfnisse anderer im Nu. Du bist nahezu ein Profi darin, anderen das zu geben, was sie gerade brauchen. Deine eigenen Bedürfnisse hingegen sind dir weniger bewusst. Entweder schiebst du sie in den Hintergrund, weil du gelernt hast, andere wichtiger zu nehmen, oder aber du identifizierst dich so sehr mit den Bedürfnissen anderer, dass dir deine eigenen gar nicht mehr bewusst sind.

4. Du akzeptierst schlechte Behandlung

Wenn deine beste Freundin oder dein Kind schlecht behandelt wird, steigt Wut und die Intention, ihr bzw. ihm zur Hilfe zu kommen, empor. Für Menschen, die du liebst, kämpfst du wie eine Löwin. Aber wenn es darum geht dich selbst zu verteidigen, wenn deine Grenzen überschreitet werden oder du dich schlecht behandelt fühlst, dann gleichst du eher einem Mäuschen. „Vielleicht habe ich es ja nicht anders verdient,“ denkst du manchmal und hältst dich zurück.

5. Du suchst den Fehler immer nur bei dir

Wenn bei der Arbeit ein Fehler aufgedeckt wurde, ist dein Gedanke sofort – bestimmt war das ich. Wenn es in einer Beziehung oder Freundschaft zum Streit kommt, schlussfolgerst du über Kurz oder lange – das ist alles nur meine Schuld.

Du hast die Tendenz, die Schuld und die Verantwortlichkeit immer bei dir selbst zu suchen. Während du andere entlastest, klagst du dich selbst an. Häufig sogar ohne stichhaltige Beweise.

6. Andere haben Talent, du hast nur Glück

Wenn andere etwas gut machen, gehst du davon aus, dass es an ihrem Talent, ihren besonderen Fähigkeiten oder ihrem außergewöhnlichen Wissen liegt. Wenn hingegen du etwas richtig gut machst, denkst du sofort – das war doch nur Glück.

Die Neigung, die Erfolge anderer auf deren Talent zu schieben, während die eigenen Erfolge auf Glück zurückgeführt werden, deutet auf einen geringen Selbstwert hin. Während du die Fähigkeiten, Eigenschaften und Talente anderer zu schätzen weißt, bist du für deine eigenen blind.

Glück hat man einmal, aber nicht fünfmal. Auch du hast Stärken und Talente. Jede Sache, die dir leicht von der Hand geht, ist ein Talent. Jeder Bereich, in dem du um Rat gefragt wirst, ist dein Spezialgebiet. Jede Tat, für die du jemals ein Kompliment bekommen hast, ist eine besondere Fähigkeit.

7. Ihnen gibst du das beste Stück vom Kuchen

Für einen lieben Menschen strickst du zum Geburtstag eine Haube aus der besten Wolle, die du in der Stadt bekommen konntest, du selbst aber trägst die Mütze mit der Loch, die du vor fünf Jahren bei H&M im Abverkauf gekauft hast.

Erkennst du dich darin ein klein bisschen wieder? Gibst du anderen auch immer das größte Stück vom Kuchen, während du dir selbst nur die Krümmel zukommen lässt? Das deutet auf ein Ungleichgewicht deiner eigenen Aufmerksamkeit und Wertschätzung hin.

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8. Zeit für andere, aber keine Zeit für dich selbst

Deine Freundin braucht dich und obwohl noch die Wäsche auf dich wartet und du endlich mit dem Lesen des neuen Buches beginnen wolltest, nimmst du dir die Zeit und hörst zu. „Danke, dass du immer für mich da bist“, sagt sie am Ende des Gesprächs.

Aber wenn es darum geht, für dich selbst da zu sein – dir Zeit für dich zu nehmen – sieht es meist mager aus. Du nimmst dir selten bis nie Zeit, um dir selbst zuzuhören und Geschehenes in deinem Inneren zu reflektieren.

9. Du kennst andere besser als dich selbst

Weil du dir immer Zeit zum Zuhören, aber nie Zeit zum in dich Hineinhorchen nimmst, ist die Folge, dass du andere besser kennst als dich selbst. Du weißt mehr über ihre wunden Punkte, die Hintergründe ihres Verhaltens, ihre Wünsche und Bedürfnisse, als über deine eigenen. Und so identifizierst du dich nach und nach immer stärker mit ihnen statt mit dir selbst und deiner Wahrheit.

Andere mehr zu lieben als sich selbst ist keine Tugend

Das Sprichwort „Bescheidenheit ist eine Tugend,“ stammt aus der Antike und ist somit mehrere Jahrhunderte alt. Dich daran zu halten wäre ungefähr so, als würdest du heute statt einer Mail oder einer WhatsApp-Nachricht eine Brieftaube losschicken.

Und dennoch hältst du in deiner inneren Überzeugung und so auch in deinem Verhalten dir gegenüber an diesem alten Sprichwort fest, wenn zwei oder mehr der obigen Anzeichen auf dich zutreffen.

Liebe dich selbst genauso sehr wie andere

Erlaube dir endlich, dass du dich selbst genauso liebst, wie du andere liebst. Für diesen Veränderungsprozess habe ich die wichtigsten Tipps für dich zusammengefasst. 

Selbstreflexion: Nimm dir regelmäßig Zeit, um über deine eigenen Bedürfnisse, Gefühle, Werte und Ziele nachzudenken. Plane mindestens einmal wöchentlich eine Stunde Me-Time, um in dich hineinzuhorchen.

Grenzen setzen: Lerne für dich selbst einzustehen, das bedeutet in der Praxis vor allem gesunde Grenzen zu setzen. Hier findest du einige hilfreiche Tipps, wie es dir gelingt, besser Grenzen zu setzen.

Selbstliebe praktizieren: Finde täglich kleine Möglichkeiten, um Selbstliebe zu praktizieren – sei es ein positives Selbstgespräch – ein Ja zu dir und deiner Meinung – ein Nein zu anderen – dir etwas Gutes tun – dir erlauben, auch einmal nichts zu tun – dir selbst ein Geschenk machen – dir Selbstmitgefühl schenken oder deinem Spiegelbild ein Kompliment zu machen.

Selbstliebe bedeutet nicht nur hier und da eine Affirmation aufzusagen oder dir am Wochenende Zeit für Maniküre zu nehmen. Nein, hinter Selbstliebe steckt so viel mehr. Selbstliebe heißt, dich selbst bis in die Tiefe kennen und verstehen zu lernen. Die Glaubenssätze hinter deinen Verhaltensweisen erkennen und auflösen. Deine Grenzen erkennen und durchsetzen lernen. Deine wahren Herzenswünsche aufdecken und erfüllen. Dir selbst der Freund oder die Freundin zu sein, nach der du dich schon immer sehnst.

Wenn du noch tiefer in das Selbstliebe eintauchen möchtest, dann schau dir gerne mein 9 Wochen-Programm mit persönlicher Begleitung – den Selbstliebe-Lehrgang in der Variante „nur für mich“ oder Selbstliebe-Trainer an, der schon bald in die nächste Runde geht. Mehr 2000 Menschen haben durch die Tools im Kurs bereits ihren Weg in einer erfüllte Zukunft gefunden. Hier erfährst du mehr dazu.

Herzlich, deine Melanie

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