Der Unzufriedenheit ein Ende setzen – Aussöhnen mit dem Leben

Unzufrieden mit dem eigenen Leben?

Wir alle sind gelegentlich unzufrieden. Mal mit unseren Leistungen, dann mit unserer Partnerschaft, manchmal mit unserem Job und ab und an auch mit unserem Aussehen. Prinzipiell ist das nicht weiter schlimm. Schließlich ist Unzufriedenheit auch ein Turbo für Veränderungen.

Besorgniserregend wird die Sache dann, wenn man auf ganzer Linie mit sich und dem Leben unzufrieden ist. Und genau das bestätigen Studien: Die Unzufriedenheit mit dem eigenen Lebenswerk nahm in den letzten 20 Jahren rapide zu. Aber woran liegt das? Und welche Möglichkeiten zur Aussöhnung mit dem eigenen Leben gibt es? Diese Fragen möchte ich heute in zwei Schritten beantworten.

I. Die 4 häufigsten Gründe für Unzufriedenheit

1. Zu viele Möglichkeiten

Glaubt man den neuesten Studien, so waren wir Frauen vor rund 50 Jahren noch um einiges zufriedener als heute. Der Grund: Vor der Emanzipation gab es für uns weniger Auswahl zur Lebensgestaltung als heute. Und so viele Vorteile die Emanzipation auch hat, so hat sie hinsichtlich der vielen Wahlmöglichkeiten auch einen negativen Beigeschmack.

Denn umso mehr Optionen einem zur Verfügung stehen, desto mehr muss man auch ausschließen. Schließlich lässt sich nicht alles in einem einzigen Leben unterbringen. Entscheidet man sich für das eine, so entscheidet man sich gegen das andere. Unbewusst glaubt man dann, dass man sich selbst etwas verwehrt. Das macht natürlich unzufrieden.

2. Vergleiche

Wer sich ständig vergleicht, neigt ebenso dazu mit seinem Lebenswerk nicht zufrieden zu sein. Das liegt vor allem daran, dass wir dazu tendieren uns immer mit Menschen zu vergleichen, die es scheinbar besser haben als wir selbst.

3. Ständig erfolglos

Das betrifft jene Menschen, die in ihrem Leben scheinbar nichts auf die Reihe bekommen. Ihnen läuft ständig der Partner davon, sie schaffen es beruflich einfach nicht sich durchzusetzen, das Geld will auch nicht so recht in ihr Leben kehren und mit der glücklichen Familie klappt es ebenso nicht. Diese Menschen haben wohl ein Recht zu sagen: „Ich bin unzufrieden.“

Fakt aber ist, dass zu wenig Erfolg kein Kriterium für generelle Unzufriedenheit ist. Es gibt Kranke, Arme, Alleinstehende und beruflich erfolglose Menschen, die absolut zufrieden sind. Der Knackpunkt sind also nicht die äußeren Gegebenheiten, sondern die innere Einstellung und der Umgang mit angelernten Glaubenssätzen.

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4. Etwas beweisen müssen – immer mehr wollen

Ein innerer Drang nach Erfolg und Ruhm treibt viele Unzufriedene an. Den Grund für das stetige Engagement findet man meist in der eigenen Vergangenheit. Musste man als Kind oder Teenager immer etwas leisten, um gesehen zu werden, so hat sich dieses Verhalten tief ins Unterbewusstsein eingeprägt und wurde im Laufe der Jahre zum Motor des Erfolgsdrangs. Und stellt sich dieser Erfolg nicht ein, so ist das Übel der Unzufriedenheit mit sich selbst natürlich groß.

Aber sogar dann, wenn ein Erfolg das Leben zeichnet, ist der Betroffene nicht lange zufrieden. Denn Ruhm und Stolz halten meist nicht lange an. Das wieder emporsteigende Gefühl nicht gut genug zu sein und mehr erreichen zu wollen, ist die Konsequenz daraus.

II. Aber, wie nun endlich mit dem Leben aussöhnen?

So unterschiedlich die Gründe der Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben auch sind, so unterschiedlich sind auch die Wege der Aussöhnung. Ein wichtiger Schritt dabei ist es, sich dessen bewusst zu werden. Die folgenden Fragen und Gedanken können dabei helfen, die Aussöhnung mit dem eigenen Leben einzuleiten:

  • Komm deiner Unzufriedenheit auf die Schliche! Wie konkret müsste dein Lebenswerk aussehen, damit du zufrieden bist? Nimm dir für diese Frage reichlich Zeit.
  • Weniger ist oftmals mehr! Liste maximal drei Dinge auf, die du erreichen möchtest. Prüfe ihren wahren Wert, indem du dich fragst, inwiefern sie für dein nachhaltiges Glück ausschlaggebend sind.
  • Prüfe auch, ob die genannten Wünsche in deinem Lebenswerk tatsächlich deine eigenen sind. Würden sie dich wirklich glücklich stimmen? Oder wären sie nur ein Beweis für andere?
  • Schau dir auch an, ob dein Lebenswerk, sowie du es dir vorstellst, tatsächlich machbar ist. Oftmals haben sich in unserem Kopf derart viele Wünsche manifestiert, dass diese sich untereinander sogar widersprechen. Es ist so gut wie unmöglich eine Karriere als Manager hinzulegen und gleichzeitig eine Großfamilie zu gründen, eine Weltreise zu unternehmen und fünf Sprachen zu lernen. Mache dir bewusst, dass es nicht die Menge der Dinge, die du in deinem Leben erschaffst, ist, die zum Glück führt, sondern die Freude, die du dabei empfindest.
  • Vergleiche dich nicht mit anderen! Ein solcher Vergleich ist immer unfair und gehaltlos, da man ohnehin nur jene Lebensbereiche vergleicht, die beim anderen besser laufen. Und wenn du dich trotzdem vergleichen willst, dann vergleiche lieber dein heutiges selbst mit deinem früheren und erkenne dabei, wie sehr du dich bereits weiterentwickelt hast.
  • Du fühlst dich tatsächlich erfolglos! Nichts in deinem Leben läuft? Dann fang klein an, indem du heute mal notierst, was in deinem Leben dennoch okay ist. Vielleicht hast du keinen Partner und einen langweiligen Job. Aber womöglich hast du Freunde, ein tolles Zuhause, ein gutes Gehalt, lebst in einer tollen Stadt, bist zufrieden mit deinem Aussehen etc.
  • Erlaube es dir nichts zu leisten und trotzdem Freude zu empfinden. Wenn es dir Spaß macht ein ganzes Wochenende abzuhängen, Wein zu trinken und mit Freunden zu quatschen, während andere Sport machen und die Welt entdecken, so ist das doch wundervoll. Akzeptiere das und mache idealerweise einen Kult daraus. Gefangene in unserer Leistungsgesellschaft gibt es ohnehin schon genug!
  • Was richtig ist, geht leicht. Wenn du dich ständig anstrengen musst, um dir selbst oder deinem erträumten Lebenswerk gegenüber, gerecht zu werden, so ist das meiner Überzeugung nach nicht gesund. Der richtige Weg ist immer der, der sich leicht und freudvoll anfühlt.
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Ich wünsche dir inspirierenden Gedanken für einen erfüllten Weg voller Freude! Deine Melanie

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5 Kommentare

  1. Danke wunderschöne Hinweise .wie man im Leben Zufriedenheit erreicht.

  2. Wie sehr du den Kern der Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben mit diesem Beitrag wieder triffst. Es ist mir immer wieder eine Freude durch deine Artikel daran erinnert zu werden, was Frau im Alltag so oft vergißt. Ich frage mich oft, woher du die Zeit und die Muße nimmst, und verwerfe den Gedanken dann wieder. Denn eigentlich bin einfach nur froh über deine all wöchentlichen Anstöße, die mich dazu auffordern Verantwortung für mein Glück zu übernehmen.
    Großes Dankeschön, deine Franzi

  3. Wahre & weise Zeilen! Sehr schön geschrieben! 🙂

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