Artig sein macht Sinn – Großartig sein macht Spaß!

Artige Kinder hat jeder lieb!

Klein Mariechen beispielsweise spielt stundenlang mit sich alleine, jammert nie, sagt immer bitte und danke und gilt in der Schule als ausgesprochen höfliches Musterkind. Weil Kinder, wie Mariechen von jedermann geschätzt werden, versuchen die meisten ihrem Beispiel zu folgen. Und so verwundert es nicht, dass viele von uns, sich auch noch im Erwachsenenalter öfter artig als großartig verhalten.

Artig sein macht Sinn!

Wir alle möchten geliebt und geschätzt werden. Das ist wohl auch der Grund, warum wir oftmals nicht sagen, was wir denken, uns konform verhalten, damit wir dazu gehören, häufig ja sagen obwohl wir nein meinen oder stillschweigend hinnehmen anstatt lautstark unsere Meinung zu vertreten. All das macht uns zu angenehmen Zeitgenossen.

Artig zu sein, macht also durchaus Sinn. Aber glücklich macht es uns nicht unbedingt. Meine liebe Bekannte Tamara ist ein Paradebeispiel dafür, dass Artigkeit ganz schön ermüdend ist und unglücklich stimmt.

Artig sein in der Praxis

Tamara ist eine herzliche und wunderbare Frau, leider jedoch macht sie ihr halbes Leben von den Meinungen und Erwartungen anderer, sowie ihrer Gunst abhängig.

Im Kreise von Kollegen ist sie äußerst zurückhaltend. Ihre persönliche Bedürfnisse, sowie ihre Meinung zu gewissen Themen stellt sie immer hinten an. Um niemandem vor den Kopf zu stoßen, schließt sie sich lieber der Meinung anderer an. Ihre Gedanken, sowie private Ereignisse behaltet sie aus Angst davor, dass die anderen schlecht über sie denken könnten, für sich.

Wenn sie jemand um etwas bittet auf das sie gar keine Lust hat, sagt Tamara natürlich „Ja“. Viel zu schlimm malt sie sich die Folgen davon aus, wenn sie einmal nein sagen würde. Das geht sogar soweit, dass Tamara zu ihrer Hochzeit ein bestimmtes Brautkleid trug, weil ihre Schwiegermutter dieses ihrem eigenem Favoriten gegenüber bevorzugte.

Artig sein ist anstrengend, ab heute werd` ich großartig

Erst vor Kurzem hat mir Tamara erzählt, wie anstrengend es ist, es immer allen recht zu machen, eine artige Ehefrau, Schwiegertochter und Angestellte zu sein. Und so kam es, dass wir gemeinsam überlegten, was uns Menschen von der Artigkeit hin zur Großartigkeit führt. Mit großartig assoziierten wir authentisch, frei und selbstbestimmt leben.  Der Ergebnis sind die nun folgenden 7 Gebote der Großartigkeit.

7 Gebote – das macht großartig

  • Sei dir dessen bewusst, dass du nicht auf dieser Welt bist, um anderen zu gefallen. Mach wonach dir ist, auch dann, wenn das einmal nicht konform ist. Tanze auf der Straße, lache laut, trage ein verrücktes Outfit oder bunte Sonnenbrillen, geh bis zum Morgengrauen aus oder plantsche mit deinen Füßen im Stadt-Springbrunnen.
  • Wage es auch einmal aufzufallen. Ob bei einer Geburtstagsrunde oder beruflich – das Leben ist eine Bühne. Und wenn dir mal danach ist deine persönlichen Geschichten zu erzählen oder dein Know-How in einer Konferenz preis zu geben, dann tue es. Wer das einmal schafft, schafft es daraufhin auch immer wieder.
  • Sei auch mal launisch! Kein Mensch ist jeden Tag gut drauf. Manchmal zwickt es hier und da, man ist mit sich selbst unzufrieden oder fühlt sich einfach gekränkt. Indem man das überspielt, macht man es seinen Mitmenschen zwar angenehm, aber man selbst bleibt auf der Strecke. Gefühle wollen gelebt werden. Lass sie raus, das macht dich menschlich.
  • Sei auch mal eine Diva! Oder eine Prinzessin! Typisch weibliche Eigenschaften sowohl äußerlich, wie auch innerlich werden oftmals nicht gelebt. Heulen, laut lachen, Augenzwinkern, kurze Röcke, rote Fingernägel und enge Oberteile zeichnen nach Meinung vieler eine „Tussi“ aus. Ich halte das für Blödsinn. Wir sind Frauen und haben ein Recht darauf unsere Weiblichkeit auf welche Art auch immer zu leben. Also sei mal eine „Tussi“ und genieße es.
  • Sag was du denkst! Oftmals fressen wir unsere Gedanken, unsere Meinung oder unseren Unmut in uns hinein. Schließlich wollen wir uns bei anderen damit nicht unbeliebt machen. An uns selbst denken wir dabei oft nicht. Denn für unser Wohlbefinden wäre es um ein Vielfaches gesünder nicht nur Zuhörer und Hinnehmer zu sein. Daher, probiere es aus und teile deinen Mitmenschen immer öfter mit, was du denkst, auch dann, wenn es sich um Kritik handelt. Fürchte dich nicht vor ihrer Reaktion. Echte Freunde schätzen Ehrlichkeit.
  • Du bist wichtig! Alles was du denkst und fühlst ist wichtig und richtig. Vielleicht empfindest du deine Erlebnisse manchmal nicht so aufregend, wie die der anderen. Vielleicht deine Probleme nicht der Rede wert. Wenn ja, dann liegt das womöglich daran, dass du dich selbst nicht immer wichtig genug nimmst. Sei heute mal der wichtigste Mensch in deinem Leben.
  • Sei dir dessen bewusst, dass du nicht jedermanns Liebling sein musst. Um so authentischer, selbstbewusster und großartiger du bist, desto mehr Neider wird es in deinem Leben geben. Sieh diese als Beweise für deine Großartigkeit an. Würden sie dich richtig kennen, würden sie dich ohnehin auch für großartig befinden.
  • Wer großartig ist, weiß das auch und steht selbstbewusst dazu. Um das zu trainieren, vervollständige diesen Satz mit mindestens 10 Aufzählungen. Ich bin großartig weil, …
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Sei immer öfter großartig und mach die Welt dadurch zu einem bunten Haufen. Deine Melanie

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11 Kommentare

  1. He,ich bin großartig.ich sag immer was ich denke (auch wenns Grad keiner hören will).Ich bin gerne Tussi.hab jetzt auch rote high heels.und laut lachen und reden kann ich auch prima!!!!!!

  2. ..ein schöner Beitrag! Du sprichst mir aus dem Herzen. Jedes Mal wenn ich sehe, dass ein Post online geht, versüsst Du mir den Tag, Merci dafür
    xo Tanja
    http://www.tanjabock.com

    • Liebe Tanja!
      Herzlichen Dank für dein Kommentar. Das freut und ehrt mich sehr!
      Schönen Abend Melanie

  3. DANKE – auch für diesen GROSSARTIGEN Beitrag :)!

  4. Hey Melanie,
    schöner Artikel!!! Vor allem: „Das Leben ist eine Bühne“, „Du bist wichtig“ und „Du bist nicht auf der Welt um anderen zu gefallen“ finde ich super !!!
    Viele Grüße !!!

    • Ich habe keinen eigenen Blog … freue mich aber immer, wenn ich hier ab und zu reinschaue und neue Beiträge sehe

    • Uhhi! Wie komme ich bloß drauf. Liegt wohl an deinem „Happy“-Namen. Du hast wohl einen Online Klon 🙂
      Herzlichen Gruß

  5. Toller Beitrag, liebe Melanie! Du sprichst mir aus der Seele. Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, was du schreibst: Artig sein macht nicht glücklich. Ich war lange Zeit viel zu artig, nahm mich stets zurück und wollte es allen recht machen. Und hatte das Gefühl, mich selbst verloren zu haben. Ich bin nach wie vor nicht da, wo ich sein möchte. Aber das Gefühl von Unartigkeit ist schlicht grossartig!
    Herzliche Grüsse
    Eve

    • Liebe Eve!
      Ganz herzlichen Dank für deine Offenheit. Ich denke die wenigsten unter uns sind dort, wo sie sein möchten. Dass du bereits auf dem Weg dorthin bist, ist großartig. Ich wünsche dir viele unartige Erlebnisse voller Lebensfreude. Herzlichen Gruß Melanie

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