Stell dir vor, du trägst einen Stachel in deinem Bauch. Du siehst und spürst ihn grundsätzlich nicht, aber immer, wenn du eine Partnerschaft oder Freundschaft eingehst, ist er dir irgendwie im Weg.
Du umarmst den anderen und zack – pikst es bei euch beiden. Du kannst oft nicht sagen, woran es liegt, aber Beziehungen – egal, ob familiär, in Freundschaften oder in der Partnerschaft – sind in deinem Leben oft nicht einfach. Und so manches Mal bleibt die Erfüllung, die du dir wünschst, einfach aus.
In diesem Beitrag möchte ich mir genau das mit dir anschauen. Nämlich die 5 häufigsten Stacheln, die du rausziehen oder, anders gesagt, loslassen musst, damit deine Beziehungen sich positiv verändern, sich leicht und erfüllt anfühlen.
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Mehr Informationen5 Dinge, die du vielleicht festhältst und deine Beziehungen schwierig machen
Nun lass uns zu den 5 häufigsten blinden Flecken in Beziehungen kommen. Dinge, an denen wir festhalten, obwohl sie Partnerschaft, Freundschaft oder auch familiäre Beziehungen zu Kindern, Geschwistern oder Eltern oft kompliziert oder gar schmerzhaft machen.
Hier kommen 5 Einladungen, was du loslassen darfst, wenn du deine Beziehungen radikal positiv verändern möchtest. Hör in dich rein, wo du dich besonders betroffen fühlst.
1. Lass den Anspruch los, dass ein Mensch all deine Bedürfnisse erfüllen muss
Diese Loslass-Einladung bezieht sich fast immer auf die Partnerschaft. Der eigene Partner ist meist die Person, an die wir die meisten Erwartungen stellen. Oft zu viele.
Auch ich ging viele Jahre lang ganz unbewusst mit der Vorstellung, dass mein Partner alles gleichzeitig sein sollte, in meine Liebesbeziehungen hinein.
- Ich wollte mit meinem Partner reden können wie mit meiner besten Freundin, am besten bis spät nachts und nur über tiefsinnige Themen.
- Ich wollte mit meinem Partner meine Hobbys teilen, dass er dieselben Filme und Bücher wie ich liebt und wir so gut wie alles gemeinsam machen können.
- Ich wollte, dass mein Partner dieselben Vorlieben hat wie ich, was Urlaub, Essen, Wohnen und Co. betrifft.
- Ich wollte, dass mein Partner mich und meine Prägungen so versteht, als würde er in meinen Schuhen stecken oder der beste Psychologe der Welt sein.
Und so war es voraussehbar, dass ich wieder einmal unzufrieden mit meiner Beziehung bzw. meinem Partner war. Als ich mich eines Tages bei einer Freundin darüber ausweinte und ihr erzählte, dass mein Partner bei einem tiefsinnigen Gespräch einfach eingeschlafen war, sagte sie: „Gut so, sonst bräuchtest du ja mich nicht mehr.“
Diesen Satz habe ich mir bis heute gemerkt und einen Schluss daraus gezogen. Wir dürfen erwarten und hoffen, dass andere unsere Bedürfnisse erfüllen. Das ist menschlich. Was aber unrealistisch ist, ist, dass ein Mensch alles erfüllt.
Dein Partner ist nicht gleichzeitig Therapeut, beste Freundin, Abenteuerpartner, Familie und Sinn des Lebens.
Wäre dem so, bräuchten wir ja keine einzige andere Beziehung in unserem Leben. Und das wäre schade.
Als ich diesen unbewussten Anspruch losgelassen habe, fiel sehr viel Druck und Anspannung von meiner Beziehung ab. Statt unerfüllter Erwartungen machten sich plötzlich Dankbarkeit, Entspannung und das Gefühl von „einfach sein dürfen“ breit.

2. Lass die Vorstellung los, dass Harmonie das Ziel einer guten Beziehung ist
100 % Harmonie im Außen führt immer zu Krieg in dir.
Eine bekannte Zahl aus diversen Studien und Fachformaten lautet 1:5. D. h., in stabilen Beziehungen kommen auf eine negative Interaktion – sprich einen Konflikt, eine Beschwerde oder einen Streit – fünf positive, also Komplimente oder Wertschätzung.
Kurzum: Jede gesunde Beziehung erlebt Konflikte. Denn keine Konflikte bedeuten nicht, dass alles harmonisch ist, sondern dass mindestens eine Person in der Beziehung regelmäßig alles runterschluckt.
Und es ist schier unmöglich, es jedem recht zu machen, nie anzuecken, jedem deiner Liebsten immer alle Wünsche zu erfüllen und dich dabei selbst ausgelassen, entspannt und erfüllt zu fühlen.
Auf lange Sicht bleibt nicht nur die Person, die immer alles schluckt und für Harmonie sorgt, auf der Strecke, sondern auch die Beziehung selbst. Je mehr geschluckte Wut und unterdrückte Bedürfnisse in einer Beziehung begraben sind, desto angespannter wird sie in der Regel für beide Seiten.
Wenn jeder in der Beziehung hingegen auf seine Bedürfnisse achtet, für sich einsteht, unangenehme Themen direkt anspricht, dann führt das zwar gelegentlich zu kleinen Kriegen im Außen, aber gleichzeitig zu Frieden im Inneren – und somit zu einer gesamtheitlich gesünderen Beziehung.
3. Lass den Wunsch los, Menschen verändern zu wollen
Diese Regel gilt wirklich für jede Beziehung in deinem Leben. Egal, ob es um deinen Kollegen, dein Kind oder deinen Partner geht. Fakt ist: Du kannst andere Menschen nicht mit Willenskraft ändern.
Wenn dich etwas stört, wiege immer ab, wie viele positive Seiten dieser Mensch hat und was er dir gibt. Überwiegt dennoch das Negative, dann gilt: Grenze dich ab, halte Abstand oder, wenn möglich, verabschiede dich ganz.
Bei vielen Menschen wird aber das Positive überwiegen. In diesem Fall sage dir ganz bewusst: Diese Person gibt mir so viel Schönes, daher akzeptiere ich das Manko.
Das Erstaunliche: Akzeptanz verändert Beziehungen oft mehr als Überzeugungsarbeit. Wenn plötzlich aus einer Erwartungshaltung eine liebevolle Haltung wird, öffnet sich ein Raum, in dem sich manchmal etwas ändert, mit dem du vielleicht nicht mehr gerechnet hast.
4. Lass die Überzeugung los, in einer Beziehung immer geben zu müssen
Viele von uns wurden früh damit konfrontiert, dass Beziehung vor allem bedeutet, etwas geben zu müssen. Oft haben wir gelernt, dass Liebe und Zuneigung nicht kostenlos sind. Dass sie eine Erwartungshaltung integrieren. Wie zum Beispiel:
- Immer brav und höflich sein – nie aufmucken.
- Zuhause mithelfen, andere entlasten, eine Arbeitskraft sein.
- Leisten – gute Noten, besondere Erfolge für Anerkennung.
In vielen Familien wird dieses Prinzip zwar unbewusst, aber doch sehr deutlich gelebt. Es entsteht eine unbewusste Haltung, die viele von uns in alle Lebensbeziehungen, egal ob Freundschaft oder Partnerschaft, mitnehmen.
Sie haben das Gefühl, immer etwas geben zu müssen, um wertvoll zu sein. Genau das baut natürlich einen inneren Druck auf und macht Beziehungen für Betroffene oft zu einem Kraftakt statt zu einer Kraftquelle.
Wenn du betroffen bist, darfst du lernen, dass dich kein Mensch auf dieser Welt liebt, weil du gibst. Jeder Mensch, der freiwillig gerne Zeit mit dir verbringt, tut dies wegen dir. Wegen deines Kerns, deines Charakters – weil du du bist.
Zuneigung ist ein Geschenk – kein Geschäft. Du musst nichts geben für Liebe.
5. Lass die Hoffnung los, dass jemand deine alten Wunden heilt
Beziehungen können heilsam sein. Sie können negative Erfahrungen überschreiben und uns neues Vertrauen schenken. Aber sie sollten nicht die Aufgabe haben, den Schmerz deiner Vergangenheit auszulöschen.
Viele von uns tappen vor allem in Partnerschaften mit der unbewussten Vorstellung, dass all der Schmerz und all die Ablehnung, die wir in der Vergangenheit erlebt haben, durch die neue Liebe – den neuen Partner – geheilt werden.
Anfangs fühlt sich das auch genau so an. Aber irgendwann drängen sich der Schmerz der Ablehnung von damals und vielleicht das Gefühl, nicht zu genügen, wieder auf. Und in diesem Moment projizieren wir ihn gerne auf unseren Partner. In etwa so: „Hey, wieso fühle ich mich jetzt wieder so abgelehnt? Wozu habe ich dich denn? Ich dachte, wenn ich dich hätte, dann müsste ich mich nie wieder so fühlen.“
Und diese Hoffnung ist falsch. So sehr dich dein Partner liebt, er kann nicht deine Vergangenheit und deine alten Wunden heilen. Auch wenn das hart klingt, das ist deine Aufgabe. Und glaube mir, du bist dafür auch am qualifiziertesten.
Menschen, die das begreifen und aufhören, für jeden Schmerz in ihrem Leben dem Partner die Verantwortung zu geben, befreien sich nicht nur selbst, sondern auch ihr Liebesleben.
Loslassen FEDERLEICHT gemacht
Geh noch mal in dich – in welcher dieser 5 Loslass-Einladungen hast du dich besonders gefunden? Nimm sie dir als Impuls mit. Loslassen ist Ballast abwerfen und Platz für Neues und Schönes schaffen. Und zwar nicht nur in Beziehungen.
Wenn Loslassen dein Thema ist – egal, ob es um das Loslassen der Vergangenheit, von Mustern, Gewohnheiten, Glaubenssätzen oder materiellen Dingen geht – dann habe ich ein Buch, das du dir nicht entgehen lassen solltest.
Ab HEUTE gibt es meinen Ratgeber-Bestseller „Federleicht loslassen“ NEU als Taschenbuch. Überall, wo es Bücher gibt.
Weniger Ballast – mehr du: Mit diesem Buch gelingt Loslassen endlich.

Herzlich, deine Melanie





