Liebeskummer Déjà-Vu: Warum du in der Liebe immer wieder denselben Schmerz erlebst

Immer wieder Schmerz in der Liebe?

Stell dir vor, du bist in einer endlosen Zeitschleife gefangen, wie der Held in einem Film, der immer wieder denselben Tag durchleben muss. Jedes Mal, wenn du denkst, dass du den Ausgang gefunden hast, wirst du auf unerklärliche Weise zurückgeworfen, immer wieder denselben Schmerz erlebend.

Genau so geht es vielen von uns in ihrem Liebesleben. Immer wieder erleben wir in unterschiedlichen Situationen und mit unterschiedlichen Menschen eine ähnliche Verletzung oder einen ähnlichen Schmerz, wie wir ihn bereits aus der Vergangenheit kennen.

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Repetition im Liebesleben

Besonders davon betroffen ist unser Liebesleben. Dabei ist es unabhängig, ob man sich bereits in einer Partnerschaft befindet oder noch auf der Suche nach der richtigen Hälfte ist. Die Schmerzwiederholung – in der Psychologie auch „Repetition“ genannt – ist ein Teil davon. Aber was genau meine ich damit in der Praxis?

Hier einige Beispiele:

  • Immer wieder bleibt dein Wunsch nach Aufmerksamkeit und Anerkennung von deinem Liebsten oder Auserwählten unerfüllt.
  • Immer wieder gibt man dir in der Liebe das Gefühl, nicht zu genügen.
  • Immer wieder bis du es, die mehr gibt als sie bekommt und am Ende enttäuscht ist.
  • Immer wieder bestätigt sich schmerzhaft der Verdacht des Betrugs deiner Person.
  • Immer wieder erlebst du das Gefühl der Enttäuschung, weil du nicht unterstützt oder dich in schwierigen Zeiten im Stich gelassen wirst.
  • Immer wieder fühlst du dich in Beziehungen vernachlässigt, weil dein Bedürfnis nach Nähe und Zuneigung nicht erfüllt wird.
  • Immer wieder fühlst du dich ungeliebt und unwichtig.
  • Immer wieder erlebst du das Gefühl des Verlustes, wenn deine Beziehung scheitert oder du verlassen wirst.

Gründe für die Liebeskummer-Repetition

Hast du dich in einem dieser Beispiele wiedererkannt? Dann bist du betroffen von der sogenannten Liebeskummer-Repetition. Aber warum finden wir uns stets in Beziehungen wieder, die uns den gleichen Schmerz bereiten? Die Antwort liegt in den tiefsten Ecken unserer Psyche verborgen, die fast immer bis in die Kindheit zurückreichen.

Ich habe dir heute nicht nur die fünf Ursachen für die Schmerzwiederholung mitgebracht, sondern natürlich auch Impulse, wie du dich Schritt für Schritt aus dieser Dauerschleife befreien kannst.

Frau sitzt mit Taschentuch, ist traurig, hat Liebeskummer

5 verborgene Ursachen für das Liebeskummer-Déjà-Vu

1. Selbsterfüllende innere Glaubenssätze

Es beginnt mit den guten alten Glaubenssätzen, die den meisten von uns schon häufig begegnet sind. Darunter versteht man tiefe Überzeugungen über das Leben und sich selbst, die man seit seiner Kindheit mit sich trägt. Zum Beispiel könnten wir unbewusst glauben, dass wir keine Liebe verdienen oder dass Nähe gefährlich ist, dass wir es dem anderen recht machen müssen, um geliebt zu werden oder, dass wir es nicht verdienen, gut behandelt zu werden.  

Das Problem: diese Glaubenssätze bleiben nicht nur in unserem Kopf, sondern beeinflussen uns gesamtheitlich. Das beginnt mit unserer Körperhaltung, Mimik, Gestik und Ausstrahlung und endet mit unseren Verhaltensweisen.

Wenn wir denken, nichts Besseres zu verdienen, werden wir uns wahrscheinlich mit sehr wenig zufriedengeben. Wenn wir Angst vor Nähe haben, werden wir uns zwar weiterhin danach sehnen, aber sie dennoch nicht zulassen und den Partner dadurch unbemerkt von uns weghalten. Kurzum: Glaubenssätze haben unmittelbare Auswirkungen auf deine Beziehungsdynamik.

2. Repetition von Beziehungsmustern

Außerdem beeinflussen Glaubenssätze natürlich deine Beziehungsmuster. Hinzu kommt, dass wir dazu neigen, in Beziehungen Verhaltensmuster zu wiederholen, die wir in der Kindheit gelernt haben, selbst wenn sie uns nicht dienlich sind. Hier einige Beispiele:

  • Menschen, die in chaotischen oder dysfunktionalen Familien aufgewachsen sind, können unbewusst Beziehungen eingehen, die ebenfalls chaotisch sind.
  • Du gerätst immer wieder in Beziehungen, die von einem Macht-Ungleichgewicht geprägt sind, ähnlich wie es in deiner Familie der Fall war, wo die Autoritätsperson übermäßige Kontrolle ausübte.
  • Du erlebst in deinem Liebesleben immer wieder das Gefühl der Unzulänglichkeit und strampelst dich dann genau wie damals als Kind ab, um deinem Partner zu beweisen, dass du wertvoll bist.
  • Du gerätst in Partnerschaften, die von emotionaler Distanz geprägt sind, genauso wie du es aus deiner Kindheit bereits kennst.

Die Begründung für die Wiederholung der Beziehungsdynamiken, die du bereits aus deiner Kindheit kennst, liegt in zwei Hauptfaktoren. Einer davon ist dein angelerntes Verhaltensmuster. Wenn du dich z.B. ständig unterwirfst, dich selbst schlecht machst, es deinem Partner immer recht machst oder dich unter deinem Wert verkaufst, reagiert der zweite Part der Beziehung darauf. Meist unbewusst wird sein Verhalten daraufhin dann vielleicht abschätzig oder er nutzt deinen Drang, alles für ihn zu tun, aus.

Kurzum: Du machst es ihm leicht, genauso zu reagieren, wie es damals als Kind deine Eltern oder andere nahestehende Menschen getan haben. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass es deine Schuld ist. Es geht hier lediglich um das Verständnis.

Ein Mensch, der sagt: „so lasse ich nicht mit mir umgehen“, würde mit hoher Wahrscheinlichkeit eine andere Reaktion des Partners erhalten als jener, der alles mit sich machen lässt. 

3. Wiederholungskompulsion

Die zweite Ursache, dass etwas in uns die Tendenz hat, sich unbewusst in Situationen zu begeben, die denen ähneln, die wir in unserer Kindheit erlebt haben, ist das verletzte Kind in uns. Es fühlt sich unbewusst zu Menschen hingezogen, mit denen es ein Leichtes ist, die Dynamik von damals nachzustellen.

Das heißt, es sucht unbewusst im Partner seine Eltern. Meist jenen Elternteil, mit dem es einen ungelösten Schmerz gibt. Nicht immer ist das offensichtlich, da es sich meist nur um einzelne Eigenschaften handelt. Dies geschieht in der Hoffnung, die ursprüngliche Verletzung zu heilen.

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Leider wird diese Hoffnung jedoch fast immer zerschlagen, denn durch das Suchen und Finden der Eltern im Partner steigt die Wahrscheinlichkeit, dass genau dieselbe Beziehungsdynamik wie damals wieder auftritt und die Wiederholung des Schmerzes stattfindet.

4. Reaktivierung des Schmerzes durch Nähe

Aber auch wenn dein Partner wenig oder keine Ähnlichkeit mit deinen Eltern hat, kann es geschehen, dass es zur Schmerzwiederholung kommt. Die Nähe, die in der Partnerschaft entsteht, ist ähnlich tief, wie wir sie bereits aus der Kindheit mit der Beziehung zu unseren Eltern kennen.

Allein diese Tatsache kann dazu führen, dass wir uns getriggert fühlen. „Oh Hilfe, da kommt mir jemand ähnlich nahe, wie damals meine Mami. Das führt sicher dazu, dass ich genauso verletzt, enttäuscht oder abgelehnt werden, wie damals“, könnte die Schlussfolgerung des verletzen inneren Kindes sein.

Das Resultat: Wir interpretieren die Taten und Worte unseres Partners gemäß unserer Schmerzgeschichte, obwohl sie gar nichts damit zu tun haben. Wir hören dann Dinge, die unser Partner so gar nicht sagt. Wir interpretieren seine Taten, seine Mimik und seine Gestik und sind uns dann häufig in unserer Wahrnehmung völlig sicher, obwohl diese wenig mit den Fakten der Realität zu tun hat. 

5. Projektion der unerfüllten Wünsche

Zuletzt spielt die Projektion unserer unerfüllten Bedürfnisse aus der Kindheit noch eine wesentliche Rolle. Da unsere Eltern unsere erste große Liebe waren, ist es wenig verwunderlich, dass wir bei unserer zweiten, dritten oder vierten großen Liebe, die wir mit unserem Partner erleben, daran erinnert werden.

Diese neue Liebe, so glauben wir, ist unsere Chance, die unerfüllten Bedürfnisse von damals endlich in Erfüllung zu bringen. Wir bringen also einen großen Korb an Erwartungen in die Beziehung mit. Teilweise kann unser Partner die tiefen Sehnsüchte von damals vielleicht sogar stillen. Aber nie ist er dazu in der Lage, alle zu erfüllen. Das liegt daran, dass einiges davon tatsächlich nicht in seinem Aufgabenbereich liegt.

Die Enttäuschung unsererseits ist vorprogrammiert und fühlt sich dann natürlich genau so an, wie jene, die wir damals in der Kindheit erlebt haben. Die Schmerz-Repetition ist wieder voll im Gange.

Aber was tun, um die Wiederholung von Liebeskummer endlich zu stoppen?

Der erste Schritt zur Heilung ist immer die Erkenntnis, weswegen ich dir als Praxistool eine Reflexion deines Liebeslebens empfehle. Dabei kannst du wie folgt vorgehen:

Notiere alle Liebesbeziehungen, die du bisher hattest. Es können außerdem auch Beziehungen sein, die gar nicht zustande kamen, weil du vor dem Entstehen eine Ablehnung erfahren musstest.

Notiere zu jeder dieser Liebesbeziehungen die drei schönsten und die drei schmerzhaftesten Ereignisse für dich.

Schau nun, welche Übereinstimmungen es gibt. Welche konkrete Enttäuschung oder welchen konkreten Schmerz hast du in mehreren Beziehungen erlebt?

Markiere all jene, die sich wiederholen.

Nun stell dir die folgenden Fragen, um der Ursache weiter auf die Schliche zu kommen:

  • Habe ich diesen Schmerz bereits als Kind in der Beziehung zu meinen Eltern erlebt?
  • Habe ich einen negativen Glaubenssatz, der wie die Faust aufs Auge zu dieser Erfahrung passt?
  • Welches meiner Verhaltensmuster könnte die Entstehung dieses Schmerzes begünstigt haben?

Nun hast du erste Anhaltspunkte, mit denen du daran arbeiten kannst, das Liebeskummer-Déjà-Vu in deinem Leben aufzulösen.

Tiefer tauchen – Methoden zur Auflösung

Wenn du dich für mentale Tools aus meiner 15-jährigen Erfahrung mit dem inneren Kind bereit fühlst, möchte ich dir an dieser Stelle zwei weiterführende Wege ans Herz legen, die eine Ansammlung von tiefgreifenden Lösungstechniken zum Thema Kindheitsheilung beinhalten:

  1. Buchtipp: SPIEGEL-Bestseller – Wenn das Kind in dir noch immer weint
  2. Der Intensivkurs mit persönlicher Begleitung – Befreie dein inneres Kind. 7 Wochen, die alles verändern können. In der Variante „nur für mich“ oder „Innerer-Kind-Mentor“. Schon mehr als 2000 Menschen haben mit diesem Kurs den Sprung in ein freieres Leben geschafft!

Von Herzen, deine Melanie

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