Wenn du ein pflegeleichtes Kind warst, lies diesen Text!

Das pflegeleichte Kind in dir

„Sie ist so pflegeleicht und reif für ihr Alter!“ Hast du diesen oder ähnliche Sätze in deiner Kindheit öfter gehört und dich dabei wie ein neuer Schneekönig gefühlt?

Was auf den ersten Blick wirkt wie ein Kompliment, kann leider erheblich negative Auswirkungen auf unser Leben haben. Denn leider ist ein pflegeleichtes Kind keine Win-Win-Situation. Klar ist, dass Eltern mit „unkomplizierten“ Kindern weniger gestresst sind und ihre Bedürfnisse nicht ganz so sehr zurückstellen müssen, wie es die Regel ist. Klar ist aber auch, dass kein Kind auf dieser Welt übertrieben pflegeleicht geboren wird, sondern dass dahinter fast immer eine Zurückhaltung der eigenen Bedürfnisse und teilweise auch der eigenen Persönlichkeit steckt.

Lass uns zuerst einmal feststellen, ob du ein pflegeleichtes Kind warst, bevor wir uns ansehen, wie es dazu kam und welche Auswirkungen das haben kann.

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Anzeichen dafür, dass du ein pflegeleichtes Kind warst:

  • Stille Zurückhaltung: Pflegeleichte Kinder neigen dazu, ihre Meinung und Bedürfnisse nicht auszudrücken aus Angst vor Ablehnung.
  • Reife: Sie werden oft als reif bezeichnet, da sie wenig Unterstützung bei den Eltern oder anderen Erwachsenen einfordern oder gar Aufgaben übernehmen, die ihrem Alter eigentlich nicht entsprechen.
  • Rücksichtnahme: Sie verfügen über eine ausgesprochen hohe Empathie und halten sich vor allem dann mit ihren Bedürfnissen zurück, wenn die Eltern oder andere Bezugspersonen gestresst, krank oder emotionsgeladen sind.
  • Gefühle zurückhalten: Die Folge der ständigen Rücksichtnahme ist das Unterdrücken der eigenen negativen Gefühle wie Wut und Ärger. Auch hier ist der Gedanke: „Ich darf niemanden zur Last fallen“ vordergründlich.
  • Wenig Aufmerksamkeit: Aus demselben Grund fordern sie wenig Aufmerksamkeit ein. So kann es sich ergeben, dass z.B. ihre Geschwister, die nicht so unkompliziert sind, wesentlich mehr beachtet und behütet werden. Das Fatale dabei – Aufmerksamkeit ist Liebe pur und sie bekommen zu wenig davon.
  • Unsicherheit: Das ständige Zurückstellen der eigenen Wünsche und die wenige Aufmerksamkeit führen dazu, dass pflegeleichte Kinder oft sehr unsicher und schüchtern sind.

Warum wurdest du überhaupt ein pflegeleichtes Kind?

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Bestimmt gab es auch in deiner Schulklasse Wirbelwind- und Rabaukenkinder. Aber du, insofern du ein pflegeleichtes Kind warst und in dich in einigen Anzeichen wiedererkannt hast, gehörtest wahrscheinlich nicht dazu. Natürlich kann das teilweise an deinem Erbgut liegen, aber nicht nur. Hier kommen einige Faktoren, die eventuell einen Einfluss darauf hatten.

1. Erziehung wie in Hitlers Zeiten

Ein möglicher Grund dafür kann eine zu strenge Erziehungsform sein, wie man es aus den Zeiten des 2. Weltkrieges kennt. Ein Elternratgeber mit den Titel „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“, gab einer ganzen Nation absurde Erziehungstipps, deren Ziel es war, absoluten Gehorsam zu erwirken. Kinder wurden erniedrigt, Babys schreiend alleingelassen und die gesunde Ohrfeige war auch erlaubt.

Eine zu strenge Erziehung unterbindet, dass das Kind sich selbst und die Welt entdeckt, seine eigenen Bedürfnisse wahrnimmt, selbstbewusst sagt, was es denkt und sich selbst wichtig nimmt. Die Angst vor der Bestrafung ist so groß, dass Kinder zu funktionierenden Maschinen werden, statt zu glücklichen Wildfängen.

2. Weitere mögliche Ursachen

  • Vernachlässigung
  • Gewalt
  • Übermäßige Kontrolle und autoritäre Erziehung
  • Vernichtende Kritik, abwertende Aussagen
  • Vernachlässigung der emotionalen Bedürfnisse des Kindes
  • Übermäßiger Leistungsdruck

Mögliche Folgen im Erwachsenenalter

Aus pflegeleichten Kindern werden pflegeleichte Erwachsene. Die Muster und Glaubenssätze aus der Kindheit prägen sich so stark ein, dass sie im Erwachsenenalter häufig zu Problemen führen.

1. Überanpassung

Um möglichst angenehm für andere zu sein, neigt man zur Überanpassung. Es wird versucht, die Erwartungen der anderen zu erspüren und erfüllen, was meist auf die Kosten der eigenen Bedürfnisse geht.

2. Mangel an Selbstbehauptung

Weil man nie gelernt hat, für sich selbst einzustehen, tut man es auch im Erwachsenenalter nicht. Es entsteht die Unfähigkeit, Grenzen zu setzen, Nein zu sagen und die eigenen Wünsche zu äußern.

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3. Gefühle werden nicht gefühlt

Weil man bereits als Kind gelernt hat, seine Gefühle zu unterdrücken, findet man im Erwachsenenalter nur schwer einen Zugang zu ihnen. Man hat Schwierigkeiten, sie zu erkennen und zu kommunizieren.

4. Konfliktscheuheit und Harmoniesucht

Zudem werden Konflikte vermieden und eine häufige Devise ist: Ich muss es allen recht machen, um gemocht zu werden. Auch dadurch werden die eigenen Wünsche und Bedürfnisse in den Hintergrund gerückt.

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5. Schwierigkeiten in Beziehungen

Wer ein pflegeleichtes Kind war, trägt fast immer auch den Glaubenssatz – andere sind wichtiger als ich – in sich und handelt danach. Er stellt so seinen Partner oder andere wichtige Menschen bildhaft gesprochen auf ein Podest über sich. Er nimmt seine Meinung, seine Bedürfnisse und Befindlichkeiten wichtiger wie seine eigenen. Eine Partnerschaft auf Augenhöhe mit gegenseitiger Bedürfniserfüllung ist so schwer möglich.

Im Worstcase nimmt der Partner die Machtposition – bildlich gesprochen – „des Stars auf der Bühne“ ein und sieht mit der Zeit auf den Anderen herab, was sich dadurch bemerkbar macht, dass er ihn weniger ernst nimmt, von oben herab oder schlecht behandelt.

6. Abhängiges Selbstwertgefühl

Pflegeleichte Menschen fühlen sich aufgrund ihrer kindlichen Erfahrung meist nur dann wertvoll und akzeptiert, wenn sie anderen helfen, ihren Erwartungen entsprechen oder gefallen.

7. Überbelastung – psychischer Druck

„Ich will keine Last sein, daher muss ich meine Last alleine tragen,“ ist eine weitere Devise vieler Menschen, die als pflegeleichte Kinder aufgewachsen sind. Da sie ständig Erwartungen erfüllen, und gefallen wollen, immer Ja sagen und ihre Gefühle verdrängen, entsteht ein immenser Druck. Dieser kann zu Stress, innerer Unruhe, Burnout oder anderen psychischen Problemen führen.

Es ist wichtig zu erwähnen, dass diese Auswirkungen nicht in jedem Fall auftreten und dass jeder Mensch einzigartig ist.

Wie kann ich dem pflegeleichten Kind in mir helfen?

Der erste Schritt zur Veränderung ist immer das Erkennen. Womöglich hast du dich in einigen der obigen Auswirkungen wiedergefunden. Jetzt heißt es, bewusst dagegen steuern. Übe dich in Selbstfürsorge, lerne Schritt für Schritt Nein zu sagen und Grenzen zu setzen. Stehe einmal mehr für dich selbst ein, sprich mit einer vertrauten Person über deine Gefühle oder schreib sie zumindest auf. Usw. (Hierzu gibt es viele Tipps von mir z.B. auf meinem Instagram Kanal)

Wesentlich ist es aber auch, die Sache an der Wurzel zu packen, damit der Weg der Umsetzung klarer und vor allem einfacher wird. Dazu empfiehlt sich innere Kind Arbeit. Im ersten Schritt kannst du über eine innere Kind Mediation Kontakt mit ihm aufnehmen: Hier geht es zur Meditation.

Im nächsten Schritt kannst du gerne noch tiefer tauchen und deine heilsame innere Kind Reise mit mir gemeinsam unternehmen. In meinem 6-Wochen-Programm mit persönlicher Begleitung Befreie dein inneres Kind – in der Variante „nur für mich“ oder innerer-Kind-Mentor stelle ich dir unterschiedliche Strategien zur Verfügung, um alten Schmerz, Glaubenssätze und vieles mehr endlich aufzulösen. Hier geht’s zum Intensivkurs.

Herzlich, deine Melanie

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