Das Wendy Syndrom: Wenn du dich immer um alles kümmern musst

Wenn du ständig für jeden die Mutterrolle übernimmst

Kommt dir das bekannt vor? Es war ein langer Arbeitstag, sowohl dein Partner, als auch du bist erschöpft. Trotzdem bist du es, die in der Küche steht und noch schnell ein Abendessen zaubert, später den Abwasch macht und die Waschmaschine einschaltet, während dein Partner sich auf der Couch erholt.

Wenn diese oder ähnliche Situationen eine Ausnahme sind, ist das kein Problem. Wenn du aber dauerhaft in die Rolle der Mutter, Kümmerin oder Organisatorin steckst, dann bist du vielleicht vom so genannten Wendy-Syndrom betroffen.

Meist sind es Frauen, die sich ihrem Partner aufopfern, ihn umsorgen, lästige Verantwortung, Aufgaben im Haushalt, in der Planung und im sozialen Umfeld übernehmen. „Wenn ich es nicht mach, macht es ja keiner,“ oder „Immer muss ich mich alleine um alles kümmern,“ sagen sie oft und sind sich ihrer Muster häufig nicht bewusst.

Oft hört man auch: wir Frauen schaffen halt einfach viel mehr! Aber gesund ist das keineswegs. Weder für die Frau, noch für den Mann und schon gar nicht für die Beziehung.

Was Wendy und Peter Pan damit zu tun haben, welche Ursachen das Wendy Syndrom hat und wie du damit aufhörst, in einer Beziehung ständig die Mutterrolle zu übernehmen, darum geht es im heutigen Beitrag.

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Wendy und Peter

Um das Wendy-Syndrom zu verstehen, müssen wir uns kurz die Geschichte von Peter Pan ansehen. Das Besondere an Peter ist, er wird niemals erwachsen. Voller Leichtigkeit und Unbekümmertheit erlebt er Abenteuer mit seinen Freunden.

Weniger bekannt ist Peters Schwester Wendy, die ihm ein solches Leben überhaupt erst ermöglicht. Sie ist ebenso noch ein Kind, da es aber auf der Insel, auf der Peter und seine Freunde leben, keine Erwachsenen gibt, übernimmt sie die Mutterrolle für alle. Sie sorgt für Essen, saubere Wäsche und unterrichtet die Kinder.

Das Wendy-Syndrom beschreibt also, wenn du in einer Beziehung ständig die Mutterrolle übernimmst, dich aufopferst und deinem Partner dadurch mehr kindliche Leichtigkeit ermöglichst, weil du versuchst, die ganze Last der Verantwortung alleine zu tragen. Natürlich geschieht das meist unbewusst und ist keineswegs deine Absicht.

Das Syndrom kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Bei Menschen mit starker Ausprägung kann es sein, dass die Kümmer-Sucht über die Partnerschaft hinausgeht. Dass man z.B. auch im Freundeskreis oder in der Kollegschaft dazu tendiert, sich um alle anderen zu kümmern.

Auswirkungen des Wendy-Syndroms

Wie du dir vorstellen kannst, ist das Wendy-Syndrom deiner mentalen Gesundheit nicht förderlich. Mögliche Folgen können sein:

  • Ausgebranntheit und Erschöpfung, weil du immer zu viel Last, zu viel Verantwortung und zu viele Aufgaben übernimmst
  • Unausgeglichene Beziehung. Weil du durch das Wendy-Syndrom deinen Partner zum Kind machst, ist eine Beziehung auf Augenhöhe schwer möglich
  • Unterdrücke Wut, passive Aggression, weil immer du alles machen und planen musst
  • Sinkender Selbstwert durch das Gefühl, der Knecht für alle anderen zu sein und nur angenommen und geliebt zu werden deiner Verantwortung und Leistung wegen
  • Feststecken in der Mutterrolle, die es dir unmöglich macht, weitere gesunde Rollen in deinem Leben auszufüllen – das unbeschwerte Kind in dir, die Karrierefrau, die Liebespartnerin, die Befreite usw.
  • Keine Zeit für deine eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Lebensgestaltung

Hintergrund/Ursachen

Aber wie kommt es überhaupt dazu, dass du dich in Beziehungen immer wieder in der Mutterrolle verfängst? Das kann mehrere Ursachen haben.

1. Peter Pan im Anmarsch

Ein möglicher äußerer Faktor ist dein Partner. Tatsächlich gibt es auch das Peter-Pan-Syndrom. Es beschreibt Menschen – in den meisten Fällen Männer – die gar nicht erst erwachsen werden wollen. Sie lieben es, leicht, unbeschwert und frei von Verantwortung zu sein. Gemäß ihren Wünschen suchen sie bewusst oder unbewusst nach einem Partner, der ihnen genau das ermöglicht.

Ungewollt wirst du dadurch womöglich in die Wendy-Rolle gedrängt. Irgendwer muss schließlich die Verantwortung und notwendigen Aufgaben übernehmen.

Möglich ist aber auch, dass es nicht nur an deinem Partner liegt, sondern dass du unbewusst nach einem Peter Pan suchst oder sogar durch dein Verhalten einen solchen heranzüchtest. Wie das? Vielleicht gab es schon in deiner Kindheit einen Peter Pan. Eine Mutter, die ihre Verantwortung nicht so übernahm wie sie hätte sollen oder einen kleinen Bruder, den du großziehen musstest, weil deine Eltern oft abwesend waren.

Es wäre also möglich, dass du die Rolle der Wendy bereits aus der Kindheit kennst und dadurch auch in erwachsenen Beziehungen immer wieder hineinrutscht.

2. Care-Arbeit ist Frauensache

Dass Frauen um ein Vielfaches häufiger vom Wendy-Syndrom betroffen sind, ist Fakt. Unter anderem liegt das leider auch am gesellschaftlichen Bild. Noch heute ist es für unsere Gesellschaft selbstverständlich, dass Frauen mehr Care-Arbeit leisten, sich ums Essen, den Haushalt, die Kinder oder die betagten Eltern zu kümmern.

Bedenkt man, dass uns Frauen genau das entweder bewusst oder unbewusst durch das Vorleben der Mütter, Tanten und Omas bereits von Kind an eingebläut wurde, so ist es wenig verwunderlich, dass wir auch heute noch versuchen, der Rolle der Mutter und Hausfrau, die sich um alles kümmert, zu entsprechen.

3. Geringer Selbstwert

Besonders betroffen sind Frauen mit einem geringen Selbstwert. Bei ihnen ist die Angst vom Partner abgelehnt zu werden besonders groß. Um dieser Angst entgegen zu treten, bescheren sie ihrem Liebsten ein besonders bequemes Leben, in dem sie ihm möglichst viel abnehmen.

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4. Harmoniesucht

Auch Harmoniesucht ist unter anderem eine Folge vom geringen Selbstwert. Wer für Harmonie sorgt und nie einen Grund für Konflikte gibt, ist schließlich besonders angenehm für andere.

Harmoniesucht hat also ziemlich viele Überschneidungen mit dem Wendy-Syndrom. Dem Partner ein schönes Leben bescheren, sich ja nicht beschweren, lieber alles runterschlucken, um ja keinen Streit zu riskieren und dabei immer schön freundlich Lächeln während man das Abendessen serviert.

Raus aus der Wendy-Falle

Wenn du dich vom Wendy-Syndrom betroffen fühlst oder dich zuhause oder in deinem Umfeld besonders oft mit Peter-Pans zu kämpfen hast, dann solltest du jetzt die Notbremse ziehen.

Denn nicht nur Peter, sondern auch du hast ein Recht auf ein glückliches, erfülltes und öfter mal unbeschwertes Leben. 

Lösungsimpulse

1. Kick Peter Pan von seinem Thron – Verantwortung loslassen

Langfristig sollte jede Beziehung, egal ob Partnerschaft oder Freundschaft, ausgeglichen sein. Wenn du in einer Beziehung stets die Mutter-Rolle übernimmst oder zur Wendy wirst, dann ist es an der Zeit, dass du beginnst, die Dinge auf die Waagschale zu legen.

In einer Beziehung sollte jeder circa 50% geben. Versuch dir mal einen ehrlichen Überblick darüber zu verschaffen. Was tut dein Partner bzw. dein Freund? Was tust du? Gibt es hier ein großes Ungleichgewicht? Dann sprich das Thema an. Achte dabei auf deine Kommunikation. Schuldzuweisungen und Vorwürfe bieten keinen guten Nährboden für Einsicht und Veränderung.

Hilfreich kann sein, wenn du dir vorab eine Liste mit Aufgaben und Verantwortungen erstellst, die du abgeben kannst und möchtest.  Denn genau das ist wesentlich. Ein Gespräch hat keinen Mehrwert, wenn du im Hintergrund unbewusst an allem festhältst. Die Wendy-Rolle abzulegen, bedeutet auch, dass du deinem Partner oder Freund mehr zutrauen und Verantwortungen abgeben musst.

2. Lerne dich selbst wichtig zu nehmen

Die Wendy-Rolle ist immer auch eine Form der Mutterrolle. Und eine Mutter, so kennen wir das alle, stellt sich selbst immer hinten an. Solange du dieses unbewusst übernommene Rollenbild erfüllen möchtest, wird es schwierig, die Wendy-Rolle loszulassen und für dein mentales Wohlbefinden zu sorgen.

Denn natürlich darf man das eigene Wohlbefinden in gewissen Phasen des Lebens zurückstellen, aber dauerhaft ist es für alle Beteiligten, inklusive dir, wesentlich, dass du wieder lernst, dich selbst wichtig zu nehmen. Dafür musst du dein Selbstwertgefühl von Grund auf stärken und negative Glaubenssätze, die dein selbstsabotierendes Verhalten nähren, wie z.B. es allen recht machen, dich um alles kümmern, loslassen.

Folgende 2 Schritte können helfen:

  1. Eruiere deine Mutterrollen-Verhaltensweisen. Wo tust du zu viel? Wo opferst du dich zu sehr auf? Wo versuchst du, es allen anderen recht zu machen und vergisst auf dich selbst? Bewusstsein ist immer der erste Schritt zur Veränderung.
  2. Stärke die Beziehung zu dir selbst und dein Selbstwertgefühl. Lerne dich, deine Bedürfnisse, dein Potential und deine Wünsche von Grund auf neu kennen. Entlarve negative Glaubenssätze und ersetze sie durch förderliche. Baue eine Liebesbeziehung zu dir selbst auf.

Wenn du dir dabei Begleitung und einen klaren Prozess wünscht, so lade ich dich herzlich ein, dir mein bewährtes 9-Wochen Programm, den Selbstliebe-Lehrgang in der Variante – nur für mich oder Selbstliebe-Trainer, anzusehen. Gemeinsam werden wir Glaubenssätze, die das Wendy-Syndrom, Selbstzweifel und wiederkehrende Probleme in deinem Leben aufrecht erhalten auflösen, dein inneres Kind heilen, deine wahren Stärken entdecken und analysieren, mentale Blockaden auf verschiedenen Ebenen auflösen und noch viel mehr.

Mehr als 2000 Menschen haben durch den einzigartigen Selbstliebe-Lehrgang schon zurück zu ihrer emotionalen Freiheit uns Selbstliebe gefunden. In Kürze öffnet er seine Türen – heuer zum einzigen Mal. Mehr Infos zum Lehrgang, findest du HIER.

Herzlich, deine Melanie

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