9 Indizien für ein Trauma in der Kindheit

Hast du möglicherweise ein Trauma in der Kindheit erlitten?

Jeder zweite von uns erlebt im Verlauf seines Lebens ein Trauma. Gerade dann, wenn das Trauma bereits in der Kindheit entstanden ist, sind wir uns diesem oft nicht bewusst. Zum einen liegt das an der gängigen Kindheitsamnesie (wir können uns erst ab einem bestimmten Alter zurückerinnern) und zum anderen an einem Schutzmechanismus, der dafür sorgt, dass wir Traumatisches oft verdrängen.

Wer ein Trauma in der Kindheit erlebt, leidet nicht selten als Erwachsener noch an dessen Auswirkungen. Daher sollte man, wenn man diese Vermutung hat, unbedingt einen Arzt und Therapeuten aufsuchen. Im heutigen Beitrag möchte ich dir außerdem einige Indizien aufzeigen, die dafür sprechen könnten, dass du noch immer mit einer Folgestörung deines Kindheitstraumas zu kämpfen hast.

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1. Emotionale Taubheit

Emotionale Taubheit ist eine klassische Schutzstrategie, die häufig nach einem Trauma auftritt. Sie kann entweder generell bestehen oder nur in bestimmen Lebensbereichen. Ich selbst habe damit nach meiner schweren Erkrankung Bekanntschaft gemacht. Immer dann, wenn ich über die Erkrankung sprach und andere fassungslos den Kopf schüttelten oder voller Teilnahme sogar zu weinen begannen, wurde es in mir leer. Ich konnte keine Gefühlsregung mehr wahrnehmen.

Genauso verhält es sich auch oft, wenn wir in der Kindheit ein Trauma erlebt haben. Als Selbstschutzmaßnahme kapseln wir uns von den schmerzhaften Gefühlen ab und können dann auch später oftmals nicht mehr, oder nur in geringem Ausmaß auf die Emotion zugreifen.

2. Fehlendes Selbstwertgefühl

Der Satz – ich bin es nicht wert, geliebt zu werden – stellt an sich schon ein kindliches Trauma dar. Denn was immer auch geschehen ist, dass ein Kind beginnt, das zu glauben und es als Wahrheit abspeichert, muss schwerwiegend gewesen sein.

Zwar geht man nicht davon aus, dass jeder Mensch mit geringem Selbstwert ein Trauma in der Kindheit erlebt hat, aber wenn die Überzeugung wertlos zu sein extrem tief sitzt und für den Betreffenden kaum überwindbar erscheint, könnte das ein Indikator dafür sein.  

3. Überregung

Eine Überregung des Nervensystems, die sich in Nervosität, Schlaflosigkeit, Schreckhaftigkeit , Ängsten und niedrigen Belastbarkeit zeigt, ist eine klassische Folge von Traumata. Unter anderem lässt sich das so erklären: Der Grundstein für unsere Stressresilienz – also unsere Widerstandsfähigkeit gegen Stress und Belastungen, wird in der Kindheit gelegt.

Baut sich in der frühen Kindheit durch eine oder mehrere (traumatische) Erfahrungen statt Sicherheit und Urvertrauen – Misstrauen, Unsicherheit und Angst auf, so bleibt dieser Grundstress quasi in uns gespeichert. Infolge führt das dazu, dass wir schneller an unsere Belastungsgrenzen kommen als jemand, dessen Grundstress niedrig ist.

4. Passive Aggression und Jähzorn

Weil wir uns als Kind gegen die Ungerechtigkeit, die uns z.B. im Rahmen eines Traumas zuteil wurde, nicht oder nur marginal wehren konnten, findet die angestaute Wut oft später im Erwachsenenalter erstmals ihren Kanal nach außen. Die Folge können Jähzorn oder passive Aggressionen sein.

5. Katastrophieren

Eine weitere Folge eines Traumas kann das Katastropheieren sein. Ganz nach dem Motto – es kann jederzeit etwas Schreckliches passieren, so wie damals – befürchten wir stets das Schlimmste bzw. malen es uns aus, auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass es eintrifft, oft marginal ist.

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6. Erhöhte Gefahr psychischer Erkrankungen

Das erhöhte Grundstresslevel, das durch Traumata in der Kindheit zu unserem stetigen Begleiter wird, erhöht die  Anfälligkeit psychischer Erkrankungen, wie z.B. Angst- und Panikstörungen, Burn-out, Psychosomatik oder Depressionen. Unter anderem entstehen einige dieser Erkrankungen auch durch die jahrelange Verdrängung des Traumas, das, auch wenn wir es ignorieren, weiter in uns wütet.

7. Misstrauen

Eine weitere logische Konsequenz ist das Misstrauen gegenüber unserer Mitmenschen. Gerade wenn wir als Kind ein Trauma erleben, so war der Täter oft eine Person, der wir blind vertraut haben. Diese Erfahrung prägt uns so stark, dass wir sogar Menschen, die uns schon lange besonders nahestehen, nie zu 100% trauen können.

8. Introvertiertheit

Viele Opfer von Traumata in der Kindheit neigen zu extremer Schüchtern- oder Introvertiertheit. Daran schuld ist unter anderem der Vertrauensmissbrauch. Um nicht erneut den Schmerz zu erleben, ziehen sie sich zurück,  geben wenig bis nichts von sich preis und werden nicht selten zu Einzelgängern.

9. Scham- und Schuldgefühle

Als Kind beziehen wir alles, was mit und rund um uns geschieht, auf uns selbst. Wir sind nicht in der Lage, eine Situation neutral zu betrachten. Zudem denken wir, dass alles, was unsere Eltern und andere Erwachsene tun, stets richtig ist. Das Resultat eines traumatischen Erlebnisses kann daher oft der Glaubenssatz – ich bin selbst schuld – sein. Das führt in weiterer Folge zu stetigen Schuld- und Schamgefühlen, die wir auch ins Erwachsenenalter mitnehmen.  

Kann man ein Kindheitstrauma heilen?

Ja! Wenn du unter einer posttraumatischen Belastungsstörung infolge eines Traumas leidest, so solltest du zuerst immer einen Arzt oder Therapeuten aufsuchen.

Wenn du dich stabil fühlst und dich dennoch in diesen Ansätzen teilweile wiedererkannt hast, kannst du dich auch, solange es dich nicht überfordert, selbst auf den Weg machen. Dafür eignet sich der Prozess der inneren Kind Heilung. Gerne biete ich dir dafür meine Unterstützung durch meinen 6-Wochen – Befreie dein inneres Kind – Intensivkurs an. Der nächste Kurs mit Live-Begleitung durch mich startet Anfang Februar. Hier findest du alle Infos dazu, sowie die Möglichkeit, dich unverbindlich vorzumerken und dir einen Rabatt zu sichern: MEHR INFOS.

Herzlich, deine Melanie

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