Wie du aufhörst, dich zu vergleichen und zufriedener wirst

Das Vergleichen gehört zu unserer Natur

„Hör auf dich zu vergleichen, denn du bist einzigartig.“ Ein wahrer Satz, aber die Umsetzung ist unendlich schwer, wenn nicht sogar unmöglich. Der Mensch vergleicht sich seit eh und je und das hat, was seine ständige Weiterentwicklung betrifft, auch einige Vorteile. Gleichzeitig wissen wir um die schmerzhaften mentalen Nachteile des Vergleichens bescheid.

Denn in der Regel schneiden wir bei Vergleichen, die wir unbewusst anstellen, sehr schlecht ab. Gedanken wie – alle anderen sind besser, schöner, reicher, klüger oder erfolgreicher – sind das Resultat daraus. Infolge sinkt unser Selbstwertgefühl, wir fühlen uns mies und werden immer unzufriedener und frustrierter.

Warum schickt der Vergleich unser Selbstwertgefühl in den Keller

Nicht das Vergleichen per se ist das Übel, sondern die Art, wie wir Vergleiche anstellen. Bei den meisten Menschen handelt es sich nämlich um „unfaire“ Vergleiche bzw. um Wahrnehmungsverzerrungen. Dahinter stecken sehr oft folgende beiden unbewussten Vorgehensweisen, die ich anhand eines Beispiels aufzeige.

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1. Der unfaire Vergleich

Claudia ist 39 Jahre alt, lebt in einer glücklichen Partnerschaft und hat eine bezaubernde Tochter. Ihr Manko: Seit ihrer Schwangerschaft leidet sie an überflüssigen Pfunden, die sie nicht mehr los wird und auch mit ihrer Haut ist sie unzufrieden. Erste Fältchen, Poren und Unebenheiten stimmen sie unglücklich.

Fast täglich trifft sie im Stiegenhaus ihre Nachbarin Sabine. Obwohl Sabine zwei Jahre älter ist, strahlt ihre Haut. Abgesehen davon, hat Sabine in Claudias Augen die Figur eines Topmodels.

Jedes Mal, wenn sich die beiden über den Weg laufen, überkommen Claudia starke Selbstzweifel. Worte wie „Ich bin eine fette, hässliche Kuh und sollte mich mal am Riemen reißen“ oder „Kein Wunder, dass mich niemand ansieht und das Interesse meines Mannes nachlässt,“ hagelt es dann in ihrem Kopf. Ihr Selbstwert sinkt dabei in den Keller. Unzufriedenheit und das Gefühl, nicht gut genug zu sein, machen sich breit.

Claudia geht hier sich selbst gegenüber unfair vor. Sie pickt sich jene Disziplin ihres Lebens, also ihre Haut und ihr Gewicht, in denen sie nicht besonders gut abschneidet, heraus. Nun vergleicht sie ihre schlechteste Disziplin mit Sabines bester. Ihre Freundin Mareike, die deutliches Übergewicht und bei weitem nicht so volles Haar wie sie selbst hat, kommt ihr dabei nicht in den Sinn. Im Vergleich zu ihr und auch anderen Menschen, die sie täglich in der U-Bahn oder im Supermarkt trifft, würde sie natürlich besser abschneiden und sich daher nicht so mies fühlen.

2. Der einseitige Vergleich

In der Tat schneidet Claudia im Bereich Aussehen schlechter ab als die Nachbarin. Sie ist nun mal kein Topmodel. Aber sie berücksichtigt nicht, dass Sabine seit 4 Jahren ungewollt Single ist. Ebenso vergisst sie, dass Sabine ihr vor nicht all zu langer Zeit von ihrer Arbeit erzählt hat, in die sie regelmäßig mit Bauchschmerzen geht, weil sie sich von einer Kollegin gemobbt fühlt.

Claudia hingegen hat einen liebevollen Mann, tolle Kollegen, mit denen sie sich auch privat versteht, treue Freunde, mit denen sie sich sehr verbunden fühlt und ihr Hobby, das Malen, das sie Zeit und Raum vergessen lässt. So manch einer sagt auch, sie sei richtig talentiert.

All jene Bereiche, die also bei Sabine schlecht laufen und bei ihr selbst gut, lässt sie außer Acht. Das ist in etwa so, als würde man bei einem Schulzeugnis mit sieben unterschiedlichen Fächern seinen Blick nur auf das eine Fach ausrichten, in dem man mit einer 4 oder 5 abschneidet während man alle anderen Noten, die womöglich aus Einsern und Zweiern bestehen, einfach ignoriert. Kein Wunder, dass das frustriert.

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Conclusio: Wenn du dich vergleichst, vergleiche dich richtig

Natürlich wäre es wundervoll, wenn wir uns gar nicht mehr mit anderen vergleichen würden und dadurch alle zufriedener und glücklicher werden würden. Aber da der Mensch ein Gemeinschaftstier ist, ist es schwer möglich, dass man das, was man an anderen wahrnimmt, nicht auch in Kontext zu sich selbst setzt. Daher gibt es jetzt drei praktische Tipps der anderen Art wie du „faule“ Vergleiche, die deinem Selbstwertgefühl und deinem Gemüt schaden, hinter dir lassen kannst.

1. Schluss mit unfairen Vergleichen – der Switch

Alleine das Bewusstsein darüber, dass wir uns sehr oft einseitig oder unfair vergleichen, kann befreien. Wenn du also beim nächsten Mal bemerkst, dass du dich aufgrund eines Vergleiches mies fühlst, dann nimm dir ein paar Minuten Zeit und fokussiere dich ganz bewusst auf jene Lebensbereiche, die dich zufrieden stimmen.

Notiere diese und finde anschließend Gründe, warum du in diesen Bereich recht gut abschließt. Zum Beispiel: Ich bin recht zufrieden mit meinem Beruf. Gründe: Mein Chef lobt mich öfter für mein Organisationstalent, meine Kollegin macht mir oft Komplimente für meine Outfits, ich habe im letzten Jahr viel dazu gelernt, meine Kollegen mögen und schätzen mich.

Das machst du nun mit jedem Lebensbereich, der okay ist oder sogar gut läuft. Beim nächsten Vergleich, bei dem du schlecht abschneidest, kannst du deine Gedanken ganz bewusst auf die positiven Bereiche deines Lebens lenken.

2. Mach einen Realitätscheck

Wie schon erwähnt, vergleichen wir uns unbewusst fast immer mit den Besten. Der Supermutter, dem Multitalent, der Karrierefrau oder dem Topmodel. Das kann nicht gut gehen. Vergleich dich daher einmal ganz bewusst mit „normalen“ Menschen. Sieh dich öfter in der U-Bahn, im Supermarkt oder in deinem Bekanntenkreis um. Ein Realitätscheck kann sehr heilsam sein.

Denn wenn wir beginnen, unseren Fokus von den wenigen, scheinbar Perfekten und Superreichen abzuziehen, werden wir ernüchtert feststellen, dass es einige Bereiche gibt, in denen wir im guten Mittelfeld liegen oder sogar überdurchschnittlich abschneiden.

3. Vergleich dich mit deinem früheren Ich

Diese Reflexionsübung kann helfen, dein Selbstwertgefühl zu steigern. Frag dich ganz bewusst:

Was kann oder mache ich heute besser als früher? Am besten beantwortest du die Frage schriftlich, um dir deiner Fortschritte bewusst zu werden.

Vergleiche ganz abstellen

Wie schon gesagt, das ist ein schwieriges Unterfangen, aber es ist nicht unmöglich. Erinnerst du dich daran, als du das letzte Mal so richtig verliebt warst? Damals hattest du nur Augen für diese eine Person. Du hast nicht nach links oder rechts geschaut, ob es da noch jemanden gibt, der besser, schöner, erfolgreicher sein könnte.

Die gute Nachricht: Du kannst dich auch in dich selbst verlieben. Das fühlt sich dann in etwa so an: Du wachst am morgen auf, streckst und reckst dich und dein erster Gedanke ist – wow, es ist so wunderschön, dass ich diesen Tag mit mir selbst, meinem wundervollen Körper, sowie meinem bezaubernden Wesen verbringen darf.

Wenn du diesen Zustand, den ich die Königsklasse der Selbstliebe nenne, erreicht hast, wird das in der Tat dazu führen, dass du dich kaum noch mit anderen vergleichst. Auf dem Weg dorthin möchte ich dir meine Begleitung anbieten. Der Selbstliebe-Lehrgang ist ein einzigartiges Programm mit persönlicher Begleitung, den du in der Variante „mir zuliebe“ oder „Selbstliebe-Trainer“ buchen kannst. Hier findest du alle Infos dazu.

Herzlich, deine Melanie

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