Wie schütze ich mein Kind vor inneren Kind Verletzungen

Wie schütze ich mein Kind vor inneren Kind-Verletzungen?

„Heile dein inneres Kind,“ lautet mein Aufruf so oft. Das innere Kind ist jener Anteil in uns, der alle Erfahrungen, Überzeugungen und Gefühle aus unserer Kindheit gespeichert hat. Neben den positiven, gibt hier oft auch selbst sabotierende Anteile, die unbewusst immer wieder dazu führen, dass wir ähnlich schmerzhafte Kränkungen, Verletzungen und Enttäuschungen, wie wir sie in der Kindheit erlebt haben, auch heute immer wieder erleben.

Dahinter verbergen sich oft schmerzhafte Überzeugungen wie – ich bin nichts wert, keiner liebt mich wirklich oder ich bin nicht gut genug. In meinem Blog und Podcast findest du viele Wege, wie du dieses verletzte innere Kind findest und heilst. Heute aber geht es nicht um dein verletztes inneres Kind, sondern um die Sorge, dass dein Sohn oder deine Tochter ebenso solche Verletzungen erleiden könnte.

Genau das möchtest du natürlich nicht. Nur zu gut weißt du, wie einschneidend, weitereichend und schmerzhaft es ist, mit diesen Kindheitsverletzungen sein Leben zu beschreiten. Daher möchte ich dir heute ein paar Impulse da lassen, die dich dabei unterstützen können, dein Kind von inneren-Kind-Verletzungen zu schützen.

Diesen Blog gibt es auch als Podcast auf SpotifyI-TunesDeezer und Audio-now oder direkt hier:

Dein Bewusstsein ist der beste Schutz

Wenn du bis hierher gelesen hast, ist schon einmal klar, dass du ein sehr bewusster Mensch bist und dementsprechend achtsam lebst. Die Wahrscheinlichkeit, dass dein Kind durch dein Verhalten Traumata erleidet, ist alleine aus dem Grund schon sehr gering. Gepaart mit deiner Liebe und der Intention, dass du deinem Kind nur Gutes willst, wird die Wahrscheinlichkeit noch viel geringer.

Vor zwei oder drei Jahrzehnten hat sich kaum ein Mensch Gedanken darüber gemacht, ob er seinem Kind mit Härte, Strenge oder falschen, eigenen Glaubenssätzen verletzen könnte. Dementsprechend sind wir noch in einer Generation aufgewachsen, in der tiefe Kind-Verletzungen noch wesentlich häufiger waren.

Keine Angst vor Fehlern

Und gerade weil du so viel über die Auswirkungen von derartigen Verletzungen weißt, bist du so besorgt. Das ist auf der einen Seite gut, weil du achtsam und bewusst erziehst, auf der anderen Seite führt das zur permanenten Angst, Fehler zu machen. Fakt ist – kein Elternteil auf der Welt schafft es, sein Kind fehlerlos aufzuziehen. Fehler, Verletzungen und Enttäuschungen gehören dazu.

Bei einem Austausch mit einer renommierten Psychologin sind wir zum Entschluss gekommen, dass es niemals das Ziel eines Elternteils sein sollte, keine Fehler zu machen. Warum? Weil das so wäre, als würdest du dein Kind bis zur Schule in Watte packen. Es lernt weder mit Schmerz, noch mit Enttäuschung oder Fehlern im Außen umzugehen. In der Welt da draußen aber gibt es all diese Dinge und dein Kind würde, hättest du es die ganze Zeit in Watte gepackt, vermutlich geschockt, überfordert oder gar traumatisiert sein.

Entschuldige dich lieber, wenn ein Fehler passiert

Daher – keine Angst vor Fehlern. Du gibst dein Bestes, du entwickelst dich weiter und schenkst deinem Kind all deine Liebe. Fehler passieren trotzdem. Am besten verurteilst du dich nicht selbst dafür, sondern gehst damit offen um.

Wenn du dein Kind z.B. mal ungerechtfertigt anschreist, weil du gestresst bist, dann geh einfach zu einem späteren Zeitpunkt auf dein Kind zu, erkläre ihm, warum du so gestresst warst und sag ihm, dass es nicht seine Schuld war und es dir leidtut.

Dein Kind erfährt so, dass du auch nur ein Mensch bist, der Fehler macht und wird gleichzeitig vom Gedanken – das ist alles meine Schuld oder ich bin nicht richtig – entlastet.

Erziehen mit Liebe

Mutter schimpft mit Tochter

Zum Erziehen gehört natürlich auch dazu, sein Kind zurecht zu weisen, ihm zu sagen, wenn etwas falsch oder richtig ist oder ihm etwas zu verbieten. Kinder interpretieren dabei häufig, dass sie selbst nicht richtig sind oder glauben gar, dass Mama oder Papa sie jetzt nicht mehr lieb haben.

Auch hier kann ein offenes Wort hilfreich sein. In etwa so: Es ist falsch, dass du deinen Schulfreund mit der Schaufel geschlagen hast oder den Teller mit den Spaghetti, die du nicht mochtest, auf den Boden geworfen hast. Ich mag dieses Verhalten an dir nicht. Aber das ändert nichts daran, dass ich dich lieb habe.

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Kurzum: Dem Kind aufzeigen, welches Verhalten man ablehnt, aber ihm auch begreiflich machen, dass man es nicht als Ganzes ablehnt, sondern dass es, egal was es tut, immer von dir geliebt wird.

Es geht um die Liebe

Denn der Ursprung jeder inneren Kind-Verletzung, die wir selbst in uns tragen, ist enttäuschte Liebe. Jeder negative Glaubenssatz hat seinen Ursprung in fehlender Liebe gefunden. Z.B. Ich bin nicht gut genug (um geliebt zu werden) Ich bin nicht schlau genug (um geliebt zu werden) Ich bin nicht liebenswert genug etc.

Solange dein Kind spürt, dass du es liebst, egal, was es anrichtet, nicht schafft oder falsch macht, ist die Wahrscheinlichkeit einer tieferen Kind Verletzung gering. Das A und O, um dein Kind zu schützen, ist daher deine Liebe, sowie deine Werkzeuge, wie du dies zum Ausdruck bringst.

Letzteres ist besonders wichtig. Denn mit hoher Wahrscheinlichkeit hast auch du Eltern, die dich von Herzen lieben oder liebten. Und dennoch kam es bei dir womöglich zu tiefen Verletzungen. Warum? Weil es den Menschen oft an einfachen Werkzeugen fehlt, wie sie ihre Liebe zum Ausdruck bringen. Gerade die Generation vor uns hatte kaum Erfahrung damit, ihre Liebe nach außen zu tragen, weil sie es einfach selbst nie anders gelernt haben und auch die Gesellschaft damals noch sehr verschlossen damit umging.

Liebeswerkezeuge sind der beste Schutz

Du kannst es heute besser machen. Setze deine Liebe in verschiedenen Facetten ganz bewusst ein. Mach dir bewusst, dass es dafür verschiedene Werkzeuge gibt:

Mutter spielt mit Tochter
  • Worte: Sag deinem Kind, dass du es liebst, was du an ihm toll findest oder dass du stolz bist. Lobe es regelmäßig, aber mach ihm auch bewusst, dass du es bedingungslos liebst. In etwa so: Ich freue mich, dass du eine gute Note auf die Schularbeit hast – aber ich möchte, dass du weißt, dass ich dich immer lieb habe – egal, ob du gute Noten schreibst oder dein Zimmer einmal nicht aufräumst.   
  • Zeit und Aufmerksamkeit: Auch Zeit und Aufmerksamkeit zeugen von Liebe. Vor allem 100% Aufmerksamkeit. Anstatt halbherzig mal hier und mal da mit deinem Kind zu spielen, nimm dir lieber öfter 100% eine Stunde Zeit für dein Kind. (Und nicht vergessen dann auch einmal 100% nur für dich selbst)
  • Zweisamkeit: Viele Kinder genießen es am meisten, ihre Eltern einmal nur für sich zu haben. Gerade, wenn man mehrere Kinder hat, ist das nicht so einfach. Aber mit etwas Planung klappt das bestimmt auch. Ganz nach dem Motto – Ich bin jetzt Mama´s oder Papa´s Nr. 1, blühen sie in solchen Situation auf und spüren intensiv, wie wichtig und wertvoll sie sind.

Schütze dein Kind vor Fremdverletzungen

Du kannst also mit Liebe sehr viele Verletzungen vorbeugen. Und dennoch gibt es auch außerhalb vom Nest zuhause eine Welt, die hart sein kann. Auch hier gilt, je mehr Halt und Liebe du deinem Kind schenkst, desto besser und selbstbewusster kann es mit den Herausforderungen im Außen umgehen.

Kraftsätze für dein Kind

Eine Möglichkeit, dein Kind weiters zu stärken sind Affirmationen. Du kannst diese deinem Kind immer wieder vor dem Schlafengehen vorsagen und es bitten, sie nachzusprechen. Hier ein paar Beispiele:

  • Ich bin stark.
  • Ich bin wertvoll.
  • Mama und Papa haben mich immer lieb.
  • Ich bin wichtig.
  • Ich kann alles schaffen, was ich möchte.

Heile dein inneres Kind und schütze dein eigenes Kind

Oftmals wird Schmerz über viele Generationen weitergegeben, bis einer den Mut und die Muße hat, seine eigene Geschichte zu heilen. Ich bin der tiefen Überzeugung, dass, wenn du dein eigenes inneres Kind tröstest und heilst, du die Weitergabe von alten Mustern und Schmerzen stoppen kannst. In meinem Intensiv-Kurs: Befreie dein inneres Kind – geht es genau darum. Mehr Infos findest du HIER.

Und wenn du stark in deiner Selbstliebe bist, ist das für dein Kind unbeschreiblich wertvoll. In meinem einzigartigen Selbstliebe Lehrgang (Variante mir zuliebe oder Selbstliebe-Trainer) gibt es ein ganzes Modul für dein inneres Kind. Wir konzentrieren uns auf die Stärkung deines inneren Kindes, auf Heilungsstrategien für dein inneres Kind und die Auflösung von alten Verletzungen und Glaubenssätzen uvm., damit du wieder in deine Selbstliebe findest.

Herzlich, deine Melanie

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