Warum triggert mich mein Kind so sehr?

Warum es ein Geschenk ist, dass dein Kind dich triggert

Sie bringen unser Herz wie kein anderer Mensch auf Erden zum Strahlen, sie lassen uns eine neue Dimension der Liebe spüren, sie machen uns zu wilden Löwen oder Löwinnen, wenn es darum geht, sie zu beschützen – die Rede ist von unseren Kindern. Und genau diese Kinder sind gleichzeitig auch Profis darin, uns zu triggern. Sie treffen unsere wunden Punkte und manchmal auch einfach einen blinden Schalter, der auf unerklärliche Weise dazu führt, das Emotionen wie Ärger, Wut oder Verletzung im Übermaß hochkommen. Wie ist das also zu verstehen, dass es ein Geschenk ist, dass dein Kind dich triggert.

Obwohl das ganz schön kräfteraubend sein kann, liegt genau in diesen Triggern auch eine große Heilungschance für dich. Wer diese wahrnimmt, verbessert nicht nur die Beziehung zu seinem Kind, sondern vor allem die Beziehung zu sich selbst. Daher lass uns heute einen Blick hinter die Kulissen der äußeren Trigger deines Kindes werfen.

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Warum triggert mich mein Kind so sehr?

Eine Frage, die ich in letzter Zeit öfter von Lesern und Hörern gestellt bekam, der wir uns jetzt endlich annehmen wollen. Es gibt natürlich nicht den einen großen Grund, sondern individuell verschiedene Gründe. Im heutigen Beitrag stelle ich dir die 4 häufigsten Auslöser und ihre Heilungschancen vor.

1. Du gibst deinem Kind das, wonach du dich am meisten gesehnt hast

Bestimmt bist auch du so ein Elternteil, der alles dafür tut, dass sein Kind glücklich und gesund aufwächst. Und weil du schon einige Schritte in Richtung Reflektion und Bewusstwerdung gegangen bist, ist dir bekannt, dass die meisten unserer mentalen und emotionalen Probleme ihren Ursprung in der Kindheit finden. Z.B. Selbstzweifel, Ängste, negative Glaubenssätze und vieles mehr. Weil du nicht möchtest, dass dein Kind mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, wie du sie vielleicht aufgrund negativer Kindheitserfahrungen kennst, setzt du alles daran, dies zu verhindern.

Du versuchst daher, deinem Kind all das zu geben, was dir in der Kindheit gefehlt hat. Z.B. Ein Gefühl von Sicherheit, Eltern-Kind-Zeit, deine ganze Aufmerksamkeit, Zärtlichkeiten usw. Das Problem dabei ist, dass jeder von uns eine andere Liebessprache spricht. Vielleicht haben dir als Kind die liebevollen Worte deiner Eltern, Verständnis und Gespräche gefehlt. Und womöglich ist genau das deine Liebessprache.

Wenn du deinem Kind nun aber all dies im Übermaß gibst und dein Kind eher die Liebessprache der Zärtlichkeiten, gemeinsamen Unternehmungen oder Geschenke spricht, so wirst du es dadurch nur marginal erreichen. Womöglich erscheint es dir dadurch sogar als verzogen oder undankbar.

Was das nun mit deinem Trigger zu tun hat? Ganz einfach: Egal wie alt du bist – auch du trägst ein inneres Kind in dir. Ein Kind, das sich genau danach sehnt, was du deinem eigenen Kind schenkst. Das macht das Kind in dir wütend, ärgerlich oder es fühlt sich einfach nur verletzt. Nun kommt es immer wieder zu Situationen, wo genau diese Wut, Enttäuschung oder Verletzung nach oben kommt.

Lösungsstrategie: Finde heraus, was deinem inneren Kind fehlt und beginne, dir genau diese Dinge selbst zu schenken. Versuche außerdem zu erfahren, auf welche Liebessprache dein Kind am meisten reagiert und lass ihm öfter Zuneigung in seiner Liebessprache zukommen.

2. Du siehst dein Kind und dich als Eines

Auch hier entsteht sehr schnell ein Trigger. Wenn du dein Kind und dich unbewusst als Eines wahrnimmst, wirst du alles, was dein Kind tut, auf dich selbst beziehen. Das heißt, wenn es sich schlecht benimmt, fühlst du dich so, als hättest du dich schlecht benommen und schämst sich. Genauso zieht sich das über verschiedene Situationen. Schon bald hast du dann das Gefühl, dein Kind tut bestimmte Dinge nur, um dich zu nerven, blamieren oder verärgern.

Lösungsstrategie: Wichtig ist hier zu verstehen, dass dein Kind nichts gegen dich, sondern alles für sich tut. Wiederhole diesen Satz am besten, damit er sich tief einprägt. Außerdem – so sehr du dein Kind liebst und obwohl es immer ein wichtiger Teil deines Lebens bleibt, mach dir klar, dass es eine vollständige, eigenständige Person ist. Wenn es dich blamiert oder triggert, hat das wenig mit ihm und ganz viel mit deinen eigenen alten Wunden und Glaubenssätzen zu tun. Dazu gleich mehr.

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3. Dein Kind erlaubt sich Dinge, die du dir nicht erlaubst

Dieser Trigger ist sehr weit verbreitet. Das liegt vor allem daran, dass Kinder heutzutage meist eine Erziehung genießen, die ein gesundes Selbstvertrauen möglich macht. Dadurch lernen sie auch früh ihre Bedürfnisse wahrzunehmen, dafür einzustehen und einfach so zu sein, wie sie eben sind.

Hier zu ein Beispiel: Als meine Neffen neulich zu Besuch waren, hatten wir das ganze Wochenende ein lustiges Kinderprogramm zusammen gestellt. Am letzten Tag gingen wir in ein Kindermuseum. Nach 30 Minuten, in denen die Kinder gut unterhalten wurden, kam mein älterer Neffe, der schon alles durchhatte, zu mir und sagte – mir ist fad hier – wir hätten was anderes machen sollen.

Ich wurde sofort wütend! Nach 2 ½ Tagen Kinderprogramm, das nicht gerade billig war, so eine Aussage. Niemals hätte ich mir das als Kind erlaubt. Und auch heute würde ich nie mit so einer frechen Undankbarkeit an jemanden herantreten.

Bei genauerer Betrachtung hat mein Neffe einfach gesagt, was er empfand. Aber mich triggerte sein Satz, weil ich, sobald ich in einer Gemeinschaft bin, immer auf die Bedürfnisse der anderen achte und mir selbst nie erlauben würde, meine eigenen zur obersten Priorität zu machen.

Lösungsstrategie: Finde heraus, welches Verhalten bei deinem Kind dich triggert. Z.B. Undankbarkeit, Egoismus. Versuche dann die positive Eigenschaft daraus zu lesen – z.B. Selbstfürsorge – sich selbst wichtig nehmen. Und dann frage dich: Erlaube ich mir das? Erlaube ich mir, mich selbst wichtig zu nehmen? Erlaube ich mir Selbstfürsorge? Lautet die Antwort nein, so weißt du, was du zukünftig zu tun hast. Erlaube es dir endlich!

4. Du stellst dein Kind immer über dich

Auch, wenn das gerade Mütter oft schwer begreifen – der wichtigste Mensch in deinem Leben ist nicht dein Kind, sondern du. Und weil es einen Teil in dir gibt, der genau das weiß, entsteht Wut, wenn du alles für dein Kind, aber nichts für dich tust.

Stell dir dazu bitte folgendes vor: Visualisier dich selbst als Kind – also dein inneres Kind. Stell dein inneres Kind nun neben dein geborenes Kind. Und nun lass diese Kinder in deiner Visualisierung gemeinsam aufwachsen. Das eine Kind – also dein geborenes Kind, bekommt immer alle Bedürfnisse erfüllt. Es wird immer zuerst umarmt, bekommt immer zuerst die Schokolade, ihm werden seine Wünsche erfüllt, es wird immer gesehen, gelobt und geachtet. Das zweite Kind wird immer übersehen, nachgereicht und oft ganz vergessen. Es wird einfach hinten angestellt. Nicht als wertvoll und wichtig erachtet. Das zweite Kind bist du!

Denn auch du trägst ein inneres Kind in dir! Ein Kind, das sich danach sehnt, geachtet, gesehen und geheilt zu werden. Es ist ein Teil deiner Persönlichkeit. Ein sehr wichtiger Teil. Und wenn du durch dieses Kind wütend, traurig und verletzt bist, ist das auch gut, denn es zeigt dir, dass es da noch jemanden sehr, sehr wichtigen gibt, der auch mal wieder an erster Stelle stehen möchte, nämlich dich selbst.

Lösungsstrategie: Je verletzter dein inneres Kind ist, desto lauter, in Form von negativen Emotionen, wird es in der Regel. Es ruft also quasi nach dir. Innere-Kind-Arbeit kann dir zum einen bei der Heilung vergangener Verletzungen helfen und außerdem ein Anker dafür sein, Zeit für dich und deine persönliche Entwicklung zu investieren.

Falls du noch tiefer in die innere-Kind-Arbeit und die heilsame Wirkung auf dein Leben eintauchen möchtest, dann schau dir gerne mein Herzensprojekt – 6-Wochen-Intensivkurs „Befreie und heile dein inneres Kind“ an.

Herzlich, deine Melanie

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