Warum es nichts mit dir zu tun hat, wenn andere dich schlecht behandeln

„Was andere von mir denken, soll mich nicht lenken,“ lautet ein kluger Spruch. Leichter gesagt als getan, vor allem, wenn andere durch ihr Verhalten ausdrücken, dass wir wertlos und nicht gut genug sind. Zum Beispiel, indem sie uns ständig kritisieren, ignorieren oder schlecht behandeln. Katharina hat genau unter so einer Situation gelitten. Ihr Partner, der sehr hohe Ansprüche hatte, gab ihr ständig das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Egal, ob es um das Schnipseln von Gemüse, die Art, wie sie mit anderen Menschen sprach, oder darum, was sie in den jeweiligen Situationen empfand, ging –  fast alles was sie tat, war aus seiner Sicht mangelhaft.

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Wenn andere bestätigen, dass wir wertlos oder nicht gut genug sind

Das wäre vielleicht noch verkraftbar gewesen, wenn da nicht noch andere Menschen gewesen wären, die Katharina ständig bestätigten, dass sie, so wie sie ist, nicht okay sei. Das begann bereits in der Kindheit. Immer war ihre große Schwester besser, schneller und schöner gewesen. Aber auch im Job wurde sie oft respektlos oder von oben herab behandelt.

All diese Erfahrungen und vor allem die ständige Bestätigung durch das Verhalten anderer ihr gegenüber, führten dazu, dass sie auf allen Ebenen (Ratio und Unterbewusstsein) davon überzeugt war, nicht gut, wertvoll und liebenswert genug zu sein.

Frau will nicht schlecht behandelt werden

Katharina ist mit diesem Schicksal nicht alleine. Wenn wir immer wieder negatives Feedback bekommen, so beginnen wir mit der Zeit, auf das Urteil anderer zu vertrauen. Schließlich kann es ja kein Zufall sein, wenn unterschiedliche Menschen uns ständig unterbrechen, kritisieren oder nichts mehr von uns wissen wollen.

Negative Glaubenssätze wie – Ich bin nicht klug/gut/liebenswert genug, ich mach alles falsch, niemand mag mich wirklich oder ich bin nichts wert – prägen sich durch die stetige Erfahrungswiederholung tief ein. Das ist schmerzhaft und verhindert, dass wir unser Potential leben.

Warum das Verhalten und Urteil anderer meist nicht nichts mit dir zu tun hat

Das negative Feedback, das du von anderen bekommst, hat in 90% aller Fälle mehr mit ihnen als mit dir zu tun.

* Melanie Pignitter

Ja, auch dann, wenn es durch unterschiedliche Menschen zu dir kommt. Zum einen liegt das daran, dass der andere nur das in uns sehen kann, das auch in ihm selbst steckt. Wenn Katharinas Mann sie also kritisiert, weil sie chaotisch oder sensibel ist, dann sind das genau die Dinge, die er selbst ebenso in sich trägt. Er ist also selbst sensibel und chaotisch, aber traut sich nicht, diese Anteile zu leben. Genau deshalb keimt die Wut in ihm auf, wenn Katharina diese Facetten auslebt.

Aber warum erfährt Katharina auch durch andere Menschen ständig ein Verhalten, dass ihr das Gefühl gibt, sie macht alles falsch und sei wertlos?

Das liegt das daran, dass unser Gehirn stetig nach der Bestätigung unserer Überzeugungen sucht. Wenn wir also schwer gekränkt wurden und daher beginnen zu glauben, wir seien nicht gut oder liebenswert genug, so suchen wir im Außen unbewusst permanent nach einer Bestätigung dieser inneren Überzeugung. Besser gesagt, tut das unser Gehirn, und zwar im Autopilotmodus. Es ist uns also nicht bewusst. Genau genommen, hat die Reaktion im Außen dann doch etwas mit uns zu tun, sie deutet nämlich auf unsere negativen Glaubenssätze hin.

Wie kann man dieses Muster unterbrechen?

All das positive Feedback, dass Katharina, du und ich bekommen, dringt in so einem Fall dann kaum noch zu uns durch oder führt daher nur zu einem kurzen Hochgefühl. Sogar, wenn wir heute für 10 Dinge, die wir richtig machen, gelobt und für eine Sache kritisch hinterfragt werden, führt das oft dazu, dass wir an uns zweifeln.

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Wie kann man dieses Muster aufbrechen, fragst du dich jetzt bestimmt. Dazu müssen wir tief in unser Glaubenssystem eindringen und die negativen Überzeugungen überschreiben. Diesen Prozess nennt man auch Glaubenssatzarbeit. Und es wäre gelogen, wenn ich dir jetzt sagen würde, dass es möglich ist, deine Überzeugungen sofort zu verändern. Es dauert eine Weile, bis wir die negativen Geschichten, die uns andere über uns erzählt haben, wieder loslassen können.

Für den Anfang habe ich dir drei Tipps mitgebracht mit denen du starten kannst.

1. Beginne die negativen Überzeugungen durch Fokussierung zu überschreiben.

Frau ist nachdenklich

Was meine ich damit? Du bist der Boss deiner Gedanken. Bisher hast du dich vielleicht ganz unbewusst auf all die Dinge konzentriert, die du angeblich falsch machst oder die dich abwerten. Höre auf, deine Fehler und die Kritik, die du erhältst, zu zählen und beginne damit, dir jedem Abend bewusst zu machen, was du heute gut gemacht hast.

Egal, ob es das liebevolle Gespräch mit deinem Kind war, das Abendessen bei Freunden, bei dem dein mitgebrachter Kartoffelsalat gelobt wurde, oder den Stapel Akten, den du heute abgearbeitet hast. Du wirst sehr schnell feststellen, dass deine guten Taten und auch das positive Feedback anderer in der Überzahl im Vergleich zu den negativen Feedbacks ist.

2. Mach dir bewusst, dass es nichts mit dir zu tun hat

Frag dich beim nächsten Mal, wenn du schlecht behandelt, zurückgewiesen oder angeschnauzt wirst, ob es wirklich an dir liegt. Denk genau darüber nach und überlege, ob das Verhalten des anderen nicht viel mehr mit ihm zu tun haben könnte. Zum Beispiel, weil er sich selbst nicht erlaubt, auch mal seine Gefühle zu zeigen oder nach Hilfe zu fragen, so wie du es vielleicht tust. Oder, weil er sich gerade selbst nicht leiden kann, du versehentlich einen wunden Punkt getroffen hast oder er unter immensen Stress leidet.

3. Pack deinen Selbstwert an

Das Selbstwertgefühl ist einer der wichtigsten Indikatoren für unser Lebensglück. Wenn wir uns selbst nicht als wertvoll empfinden, wird uns genau das immer wieder gespiegelt und das kränkt. Wenn du dein Leben durch einen gesunden Selbstwert zum Strahlen bringen willst, schau dir gerne auch einmal meinen Selbstliebe-Lehrgang an. Vorab, lasse ich dir noch meine drei Affirmationen da, die deinen Selbstwert stärken können.

  • Ich bin dafür, dass es mich gibt.
  • Alles, was ich brauche, um glücklich zu sein, trage ich bereits in mir.
  • Ich bin ein Geschenk für diese Welt.

Von Herzen, deine Melanie

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