Wie man die Angst vor dem Alleinsein ablegt – 4 beglückende Me-Tipps

Alleinsein kann belasten

Es waren diese Sonntage, die mich im jungen Erwachsenenalter sehr oft quälten. Einen Partner hatte ich damals nicht und die meisten meiner Freunde waren entweder noch von der Samstagabend-Fete erschöpft oder mit ihrem Liebsten auf den Zweisamkeitsmodus geswitcht. Also versuchte ich mich so gut wie möglich abzulenken. Schokolade essen, Social Media, Telefonate und der Besuch im Fitnessstudio halfen mir dabei die Zeit mit mir alleine zu überbrücken

Warum wir nicht gerne mit uns alleine sind

Eines morgens fragte ich mich dann: Wieso bin ich eigentlich so ungern mit mir alleine? Mag ich mich selbst, also meine eigene Gesellschaft nicht? Fürchte ich mich vor Langeweile? Oder habe ich vielleicht sogar Angst vor mir selbst? Vor all dem, was sich in der Stille zeigen könnte?

Ich recherchierte lange und fand heraus, dass Alleinsein sehr oft zur Folge hat, dass wir unsere innere Stimme lauter hören können. Das erscheint im ersten Moment unangenehm. Gedanken, Gefühle und negative Glaubensmuster kommen zum Vorschein. Die äußere Welt erscheint uns im Vergleich zum inneren Dschungel, der scheinbar viele Gefahren birgt, wesentlich strukturierter und sicherer.

Zum Beispiel könnten wir…

  • auf den Schmerz vergangener Erfahrungen stoßen, den wir nie verarbeitet haben.
  • uns daran erinnern, dass wir eigentlich ein ganz anderes Leben wollten als wir es führen.
  • unser eigenes Tempo kennen lernen, das vielleicht viel langsamer ist als jenes, dem wir täglich ausgesetzt sind.
  • die Stimme in uns hören, die uns auf negative Glaubenssätze wie zum Beispiel – ich bin nicht genug – hinweist.
  • erkennen, dass nicht die anderen Schuld an unserem mäßigen Glückszustand haben, sondern wir selbst.

Im Alleinsein kannst du auflösen, was dich schmerzt

Der Mut den Dschungel unseres Innenlebens zu betreten, lohnt sich aber. Wir bekommen dadurch die Möglichkeit all die Faktoren, die unbewusst unser Leben steuern, aufzudecken und wieder zum Boss unseres Lebens zu werden. Werden wir uns nämlich zum Beispiel darüber bewusst, dass der Glaubenssatz – ich bin nicht gut genug – dazu führt, dass wir uns ständig verausgaben und es allen anderen recht machen, so können wir diesen Kreislauf durch die Erkenntnis endlich durchbrechen. Wir können Methoden finden, die uns dabei helfen diesen und ähnliche Glaubenssätze aufzulösen. Dazu später noch ein paar Tipps.

Im Alleinsein, kannst du dich lieben lernen

Mit sich Alleine zu sein, hat auch gleich einen zweiten großen Vorteil. Wir bekunden damit, dass wir gerne mit uns selbst zusammen sind. In der Regel verbringen wir nur mit Menschen Zeit, die wir mögen. Das bedeutet, wenn wir mit uns alleine sind, lernen wir uns besser schätzen und lieben. In etwa so wie einen guten Freund oder unsere große Liebe. Ja, genau: das ist auch das Geheimnis der großartigen Selbstliebe. Sie kann nur entstehen, wenn wir uns selbst bis in die Tiefe kennen lernen. Schließlich lieben wir in der Regel auch keinen anderen Menschen, den wir nur oberflächlich zu kennen.

Alleinsein lernen

Wie aber fängt man an? Oder wenn man schon damit begonnen hat – was kann man tun, um das Alleinsein noch besser für eine wundervolle Beziehung zu sich selbst zu nutzen?

Natürlich ist es auch beim Alleinsein einmal erlaubt sich mit TV-Gerät, Shopping oder Social Media abzulenken. Bloß sollten wir auch ablenkungsfreie Zonen für das ganz bewusste Mit-uns-zusammensein schaffen.

Ideen zum Alleinsein

1. Ein Tag in deinem Tempo

Eine Frau freut sich über das AlleinseinDen größten Teil unseres Lebens richten wir uns nach der Uhr unseres Arbeitgebers, unserer Kunden, des TV-Programms usw. Dabei hat jeder Mensch sein eigenes Tempo. Gönne dir einmal einen Tag ohne Uhr und folge ganz deinem Rhythmus. Iss, wenn du hungrig bist. Bewege dich, wenn du einen Drang nach Frischluft  verspürst, schlafe solange bis dein Körper wach wird – ganz ohne Wecker und geh so schnell oder so langsam wie es sich für dich gut anfühlt.

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2. Sprich mit dir selbst. Stell dir zum Beispiel folgende Fragen:

  • Was denke ich von mir selbst? Wie würde ich mich absolut ehrlich selbst beschreiben?
  • Wovor habe ich Angst? Und welche Gründe könnten dahinter stecken?
  • Was ist mir vor anderen Menschen unangenehm? Und wieso eigentlich?
  • Was mag ich an mir selbst? Oder für Fortgeschrittene: Was liebe ich an mir?

3. Alleinsein mit Anleitung

Wenn man bisher nicht viel alleine war, kann auch ein Me-Time-Plan Sinn machen. Die beiden folgenden Fragen können helfen.

  • Was können Menschen genauso gut alleine machen? Ein Wellness-Wochenende, eine Wanderung, einen Restaurantbesuch, ein Picknick etc. Schreib erstmals alles auf, was dir einfällt, bevor du weitermachst. Mindestens 30 Dinge.
  • Was davon, auch wenn es dir jetzt noch etwas komisch erscheint oder es dir Mut abverlangen würde, möchtest du ganz mit dir alleine erleben. Wähle mindestens drei Erlebnisse aus.

4. Reflexionszeiten im Alltag

Das A&O – wie bei allen Dingen – ist auch beim Alleinsein das Training. Alle drei Monate einen Tag alleine verbringen, ist zwar schön, verbessert aber die innige Beziehung zu dir selbst nur sehr langsam. Wer sich hingegen täglich zehn oder zwanzig Minuten Zeit nimmt, kommt sich selbst sehr rasch näher. Dazu eignet sich zum Beispiel der tägliche Tagebucheintrag, eine Meditation, der Tee oder das Glas Wein am Balkon bei dem man die Gedanken einfach fließen lässt, ein Selfcare-Tagebuch, in dem man fest hält, was man im Verlauf eines Tages Gutes für sich selbst getan hat oder eine heiße Dusche, die man genießt während man sich ganz auf diesen Moment des Alleinseins und die eigenen Gefühle fokussiert.

Mögest du durch das Alleinsein neue Kraft und Liebe schöpfen. Von Herzen, Melanie

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