70 % der Frauen unterschätzen sich: Du kannst mehr als du denkst!

Wenn andere dich unterschätzen und du ihnen glaubst

Bei einer Veranstaltung zum Thema Mentaltraining kam ich mit einem interessanten Mann, der über ähnliche Themen wie ich schreibt, ins Gespräch. Sein Charisma riss mich sofort mit. Nach wenigen Minuten schlussfolgerte ich, dass er mindestens zwanzig Jahre Erfahrung haben musste und seine Bücher bestimmt auf der Bestsellerliste seien.

eingeschüchtertGleichzeitig bemerkte ich, dass ich mich in der Gegenwart des äußerst selbstbewussten Autors nicht besonders wohlfühlte. Seine Selbstpräsentation hatte mich derart eingeschüchtert, dass ich mich kaum traute mein eigenes Buch zu erwähnen. Als ich mich doch dazu überwand, meinte mein Gesprächspartner: “Na, das klingt doch ganz nett. Du wirst sehen in ein paar Jahren wirst du richtig gut sein.” Ich nickte bedächtig und fühlte mich schlagartige wie eine graue Maus im Schatten seines Erfolges.

Viele Frauen unterschätzen sich!

Als ich meiner Freundin Marina davon erzählte, machte sie den Autor im Handumdrehen online ausfindig und stellte mit einem Lächeln fest: “Du hast dich völlig unterschätzt und er hat sich wohl überschätzt. Sein selbst publiziertes Buch lässt sich nicht einmal auf Amazon finden.” Plötzlich ärgerte ich mich über mein Verhalten. Wie kann es sein, dass ich mich nach all dem, was ich meinem Leben gelernt, geleistet, erschaffen und bewältigt habe, noch immer derart einschüchtern lasse?

Ich forschte nach und stellte fest, dass ich mit meinem Problem nicht alleine bin. Laut einer Studie der Columbia Business School überschätzen Männer ihre eigenen Fähigkeiten um circa 30 Prozent während Frauen zum Gegenteil tendieren. Männer täuschen das Selbstvertrauen dabei nicht vor, sie glauben tatsächlich daran. So manch Eine mag jetzt lächeln und sich denken „typisch Männer“. Ich allerdings glaube, dass wir Frauen uns in diesem Bereich eine Scheibe abschneiden sollten.

Dich zu unterschätzen ist ein Angriff auf deinen Selbstwert

Warum? Weil das, was wir von uns selbst, unseren Fähigkeiten und Leistungen halten oftmals mehr Gewicht hat als die tatsächliche Leistung. Dementsprechend wird der Großteil der Führungspositionen von Männern besetzt und auch politisch sieht man kaum eine Frau in der Spitze. Zwar habe ich persönlich weder das eine noch das andere vor aber ich habe dennoch keine Lust mir durch unbewusste Einschüchterungsversuche oder durch Selbstunterschätzung das Leben schwer zu machen. Während ich auf der einen Seite permanent daran arbeite meinen Selbstwert zu stärken, sabotiere ich ihn auf der anderen Seite durch meine Selbstunterschätzung.

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Schluss mit Selbstunterschätzung

Deshalb habe ich mir ein paar Gedanken gemacht und bin zu zwei relevanten Erkenntnissen und dadurch resultierenden Handlungen gekommen, die mich folglich dabei unterstützt haben von der Selbstunterschätzung los zu kommen. Falls du auch gelegentlich dazu tendierst dich selbst zu unterschätzen oder gar einschüchtern zu lassen so können dich die folgenden Tipps unterstützen.

Zu erwähnen: Studien beruhen immer auf Durchschnittswerten. Selbstverständlich sind die Tipps für all jene Personen, egal ob Mann oder Frau geeignet, die dazu tendieren sich zu unterschätzen oder einschüchtern zu lassen.

1.) 30 Prozent mehr Selbstvertrauen

Wie eine Studie belegt, neigen Frauen dazu sich um 30-50 Prozent zu unterschätzen. Diese Tatsache habe ich zum Anlass genommen um mein Selbstbild, das ja maßgeblich für meinen Selbstwert und mein Verhalten ist, um 30 Prozent aufzupolieren. Wie ich das gemacht habe?

  • Ich notierte all meine Eigenschaften, Fähigkeiten, Talente, zwischenmenschlichen, Qualitäten, bisherige Leistungen und Erfolge.
  • Anschließend habe ich die Beschreibung meiner Person um 30 Prozent aufgewertet. Aus der ursprünglichen Beschreibung: „Ich bin kreativ und mir fällt fast immer etwas ein worüber ich schreiben kann,“ habe ich „Ich bin überaus kreativ sowie emotional intelligent. Dadurch entsteht täglich ein Bündel an außerordentlichen Ideen in mir,“ gemacht.
  • Genau so wertete ich alle Aussagen über mich selbst auf.
  • Vorerst empfand ich meine Worte als überheblich aber umso öfter ich meine neue Personenbeschreibung las, desto mehr verankerten sich die neue Sätze in mir.

2.) Nie mehr wieder eingeschüchtert: Mach-dich-größer-Methode

In der Regel sind wir Frauen evolutionär bedingt die schlechteren Kämpfer. Der Konflikt und das Statusspiel liegen einfach nicht in unserem Naturell. Vermutlich geht es dem ein oder anderen Mann ähnlich. Oftmals führt das dazu, dass wir uns in gewissen Situationen kleiner machen als wir sind. Um das nachhaltig zu verhindern, gibt es eine phantastische Methode.

Die Mach-dich-größer-Technik kann man einsetzen, wenn man ein schwieriges Gespräch mit einer dominanten Person oder geschäftliche Verhandlungen vor sich hat.

  • Bevor man sich in die Situation begibt, stellt man sich vor seinem inneren Auge die andere Person, vor. Vermutlich wirkt diese in der Vorstellung sehr groß.
  • Genau das verändert man dann. Man lässt die Person vor seinem innerem Auge schrumpfen bis sie die Größe einer Kinderpuppe erreicht hat.
  • Diese Visualisierung wiederholt man mindestens fünf mal.
  • Probier es aus: Du wirst erstaunt sein, wie sich dein Verhalten einer starken Person gegenüber verändert.
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Ich wünsche dir viel Erfolg mit diesen Praxistipps. Möge dein Selbstwert wachsen bis er deinem wahren Wert gerecht wird. Von Herzen, Melanie

 

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9 Kommentare

  1. Liebe Melanie,
    dein Beitrag kommt für mich genau zum richtigen Zeitpunkt und ich werde es genauso machen. Ich habe mit dem Malen angefangen und fühle mich trotz positivem Feedback, auch von Malern stets unsicher. Ausserdem schreibe ich Geschichten. Ich habe überlegt, diese einem mir bekannten Autor zwecks Beurteilung zu schicken, trau mich aber nicht, weil gleich der Gedanke aufkommt, dass sie nicht gut genug sind. Die ewigen Selbstzweifel, nicht gut genug zu sein.
    Danke für deinen Rat, dem ich folgen werde.
    Ein schönes Wochenende wünscht dir
    Doris

    • Liebe Doris!
      Danke für dein Feedback. Ich freu mich, dass der Artikel dich gerade zur rechten Zeit erreicht und wünsche dir viel Mut sowie immer mehr Vertrauen in dich selbst. Alles Liebe, deine Melanie

  2. Ich finde, das ist ein sehr wertvoller und bildlicher Beitrag. Er wird mich hoffentlich noch ein Weilchen im Kopf begleiten.

    • Liebe Bianca!
      Danke für dein Feedback und mögen dich deine Gedanken zum Beitrag ein Stücken weiter bringen.
      lg Melanie

  3. Das brauche ich auch gerade dringend und ich finde Deine Tipps super praktisch und inspirierend! Ich leide häufig unter dem „Imposter Syndrome“, wenn ich versuche mich nicht so klein zu sehen – dann komme ich mir vor wie jemand, der nur so tut als ob und in Wirklichkeit nur heiße Luft hinter der Selbstdarstellung versteckt… Hast Du noch einen Tipp, wie man dieses ungute Gefühl loswird?

    Deine Umformulierung hat mir dabei übrigens besonders gut gefallen und mich auch zum Schmunzeln gebracht, denn genau so hätte ich das „Vorher“ auch ausgedrückt… 😉

    Ganz liebe Grüße,
    Heidi

  4. Hallo Melanie,

    da mich das Thema anspricht, les ich diesen deinen Beitrag immer mal wieder.

    „wir Frauen“ stört mich allerdings, ich seh die Problematik völlig geschlechtsneutral.
    Ich halte mich für betroffen, wie auch einige andere Männer, die ich kenne.

    Deine Ausführungen empfinde ich letztlich als ausgesprochen „sexistisch“ und ich weiß nicht, wie ich dir als Mann weiterhin folgen und vertrauen kann.

    Liebe Grüße und dir besten Wünsche für das Neue Jahr!!

    • Lieber Frederic!
      Es tut mir leid, wenn du diesen Artikel so aufgefasst hast. Ich habe versucht, anders als es meine Recherchequellen es getan haben, immer dazu zu schreiben, dass es sich bloß um Durchschnittswerte handelt und natürlich auch Männer betroffen sind. Die Studien, die ich herangezogen habe, zeigten deutlich, dass es halt eher ein „weibliches“ Problem ist. Was nicht heißt, dass es nicht auch zig Männer gibt, die sich angesprochen fühlen können. Ich meine diesen Satz sogar noch einmal separat im Artikel platziert zu haben, um Auffassungen wie deine zu vermeiden.

      Wenn du mir aufgrund dessen nicht mehr folgen kannst, tut es mir sehr leid.
      Herzlichst alles Liebe und viele schöne Augenblick wünsche ich dir fürs neue Jahr.
      Melanie

  5. entschuldige bitte, liebe Melanie – hab mich wieder abgeregt und les natürlich weiterhin mit.
    lg Frederic

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