Ich erinnere mich noch sehr genau daran, als ich als Kind mit 4 Jahren in die Brennnesseln griff. Minuten später weinte ich noch immer. Meine Schwester, die ein paar Jahre älter als ich ist, fragte: „Warum weinst du noch immer? Ist doch längst vorbei."
Ich sah sie verständnislos an. Denn der Schmerz, den die Brennnesseln verursacht hatten, war noch immer genauso stark wie in der ersten Sekunde.
Ähnlich verhält es sich mit so manchem aus unserer Vergangenheit. Dinge verschwinden nicht einfach aus unserem Organismus und unserem Mentalkörper, nur weil sie zeitlich hinter uns liegen. Manches davon verursacht noch Jahre später Erschöpfung - manchmal sogar, ohne dass wir wissen, woher sie eigentlich kommt.