Du hast wenig Freundinnen? Es liegt nicht an dir – sondern daran, was du gelernt hast

Es gibt drei Sorten von Frauen: Die einen fahren gemeinsam auf ein Wellnesswochenende, haben eine WhatsApp-Gruppe, feiern Geburtstage miteinander und scheinen sich seit Ewigkeiten zu kennen.

Die anderen, die all das nicht für sich brauchen. Ein, zwei wenige Vertrauenspersonen genügen ihnen. Und sie sind fein damit.

Aber es gibt auch noch die dritte Gruppe – Frauen, die sehnsüchtig zur Freundinnen-Runde rüberschauen, so etwas auch gerne hätten und sich fragen: Warum möchte mich kaum jemand als Freundin?

Und neben dem zehrenden Gefühl von zu wenig Verbundenheit stellen sich dann auch noch Zweifel ein. „Was stimmt mit mir bloß nicht? Warum haben andere so viele Freundinnen und ich nicht?“

Und genau darüber möchte ich heute sprechen. Denn falls du dich ein klein wenig in dieser Frau wiedererkennst, kann ich dir versichern, es liegt nicht an deinem Charakter und auch nicht an deiner Erscheinung, sondern an etwas, das viel älter ist.

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3 Gründe, warum du wenig Freundinnen hast, obwohl du eine wunderbare Freundin bist

Über die Jahre habe ich immer wieder die Merkmale von Frauen beobachtet, die wenig Freundinnen hatten. Und dabei fiel mir auf, es lag nicht an ihren Charaktereigenschaften!

Auch mich selbst habe ich von meiner Beobachtung nicht ausgeschlossen und dabei etwas Interessantes festgestellt. Immer dann, wenn alte Muster aufgrund von verschiedenen Ereignissen stärker durchgebrochen sind, fiel es mir schwerer, neue Freundschaften zu knüpfen. Und dahinter stecken meines Erachtens die folgenden drei Hauptursachen.

1. Stark, unabhängig und unbewusst Angst vor Verlust

In der Psychologie weiß man, dass jede Beziehung eine gewisse (natürlich im gesunden Maß) emotionale Abhängigkeit braucht. Und genau das ist für Frauen, die bereits früh Schmerz und Verlust erlebt haben, eine echte Challenge.

Wenn du z. B. schon als Kind erfahren hast, dass Menschen kein sicherer Ort sind. Wenn du dich einfach auf niemanden verlassen konntest oder alleine klarkommen musstest, dann ändert das dein Bindungsverhalten.

Obwohl du dir Freundschaft wünschst, ist jede Beziehung für dein Nervensystem ein Risiko. Und jetzt kommen zwei Effekte zum Tragen. Auf der einen Seite die Schutzmuster, die du seit Jahren unbewusst lebst. D. h., obwohl du Nähe willst, vermeidest du sie unbewusst.

Und gleichzeitig legst du typische Muster an den Tag wie:

  • du wirkst unabhängig
  • erzählst wenig Persönliches
  • bittest nie um Hilfe
  • meldest dich selten
  • wirkst beschäftigt
  • sagst oft „Alles gut.“

Und das signalisiert anderen – potenziellen Freundinnen wiederum – Ich brauche niemanden. Andere Frauen denken dann nicht: Die mag mich nicht. Sondern eher: Sie scheint genug Menschen zu haben. Oder: Sie möchte lieber ihre Ruhe.

Frau steht allein auf einer Küstenstraße und blickt in die Ferne – Symbol für den Weg aus alten Mustern und wenig Freundinnen.

2. Menschen knüpfen Bindung über Bedürftigkeit – nicht über Stärke

Wir glauben, Menschen mögen kompetente, starke, unabhängige Personen.

Und das stimmt auch – wir bewundern solche Menschen. Aber Bewunderung ist etwas völlig anderes als Verbundenheit. Verbundenheit entsteht, wenn Menschen erleben: „Diese Person braucht mich auch.“

Womit wir wieder beim Thema Abhängigkeit wären. Aber dieses Mal ist ein anderer Aspekt relevant. Wer immer nur gibt, immer alles alleine schafft oder „passt schon“ sagt, der nimmt dem Gegenüber unbewusst die Möglichkeit, wichtig zu sein.

Tatsächlich intensiviert sich das Gefühl, dass wir mit jemandem verbunden sind, dann, wenn wir etwas für diesen Menschen tun dürfen. Sei es ihm Trost zu spenden, einen Rat zu geben, ihm bei etwas zu helfen. Genau dieses gegenseitige Helfen-Dürfen ist es, was tiefe Verbundenheit schafft – nicht das Geben allein, sondern das Gebraucht-werden-Dürfen auf beiden Seiten.

Starke Frauen, die lange alleine klarkommen mussten, drehen diesen Mechanismus jedoch um: Sie geben viel, nehmen aber kaum etwas an. Oft unbewusst und eigentlich in positiver Absicht. Ganz nach dem Motto: Ich will keine Umstände machen und niemanden belasten, deshalb lasse ich auch niemanden mir helfen.

Und genau das schwächt die Verbindung – weil der anderen Person die Chance fehlt, für dich wichtig zu sein.

3. Verletzlichkeit macht Menschen sympathischer

Ein weiterer Grund, warum Frauen, die starke Schutzmuster haben und unbewusst oft an Verlustangst leiden, schwerer Verbindungen aufbauen können, leitet sich ebenso aus dem Muster – immer stark und unabhängig sein – ab.

Denn wer andere nicht belasten will und alles alleine schafft, der behält damit gleichzeitig seine Zweifel und Probleme für sich. Er teilt weder Ängste noch Unsicherheiten. Für andere erscheint er daher nach außen oft unnahbar und kühl, obwohl er es nicht ist.

Es scheint dieser Person die verletzliche Seite zu fehlen. Und genau diese Verletzlichkeit erzeugt Sympathie. Freundschaft entsteht ganz oft im Moment des Schmerzes.

  • Zum Beispiel in dem Moment, wo die eine von ihrer Trauer über die Fehlgeburt erzählt und die andere sich genau in diesem Verlustschmerz wiedererkennt.
  • Oder in dem Moment, in dem die eine ihre Angst teilt, nicht gut genug für den Job zu sein, und die andere sich genau in diesem Zweifel, der sie schon seit Jahren begleitet, wiedererkennt.
  • Oder einfach in dem Moment, in dem die eine zugibt, dass sie sich nach dem Umzug in die neue Stadt einsam fühlt – und die andere merkt: Genau das habe ich auch nie laut gesagt, aus Angst, schwach zu wirken.

D.h. das Muster – stark, unabhängig sein, niemandem etwas abverlangen -, das dich eigentlich pflegeleicht und sympathisch machen soll, bewirkt in Bezug auf das Knüpfen von Freundschaften ganz oft das Gegenteil.

Was du daraus mitnehmen kannst

Das Gute an dieser Erkenntnis: Wenn das Problem ein gelerntes Muster ist und kein Charakterfehler, dann kannst du es auch wieder verlernen. Nicht von heute auf morgen und nicht, indem du dich zwingst, dich plötzlich allen zu öffnen. Sondern in kleinen, bewussten Schritten.

Drei Dinge, die du diese Woche ausprobieren kannst:

  1. Bitte einmal um etwas Kleines. Eine Empfehlung, eine Meinung, einen kurzen Rat in einer Sache. Nicht weil du es nicht alleine schaffst, sondern damit die andere Person die Chance bekommt, dir wichtig zu sein.
  2. Teile einmal etwas Unfertiges. Einen Zweifel, eine Unsicherheit, eine Frage, auf die du noch keine Antwort hast. Nicht das große Trauma – nur einen Riss in der „Alles gut“-Fassade.
  3. Beobachte deinen ersten Impuls bei Nähe. Wenn jemand dir entgegenkommt – meldet sich, fragt nach, will mehr wissen – schau, ob dein erster Reflex Rückzug ist. Du musst ihm nicht folgen. Schon das Bemerken verändert etwas.

Merke dir: Nähe entsteht nicht dadurch, dass du beweist, wie stark du bist – sondern dadurch, dass du zeigst, wo du es (noch) nicht bist. Genau dort, wo du dich am verwundbarsten fühlst, beginnt für andere die Möglichkeit, dich wirklich zu lieben.

Drei Freundinnen lachen und unterhalten sich gemeinsam – Symbol für Freundschaft und Verbundenheit trotz wenig Freundinnen.

Der Weg zurück zu dir – ohne Muster, Ängste und Blockaden

Wenn du diese drei Schritte gehst, wirst du merken: Nähe fühlt sich nicht mehr ganz so riskant an, und die ersten Risse in der „Alles gut“-Fassade tun gar nicht so weh, wie du dachtest.

Wenn du noch tiefer gehen willst – wenn du nicht nur die Symptome auflösen, sondern dem Muster selbst auf den Grund gehen willst – dann ist vielleicht mein Selbstliebe-Lehrgang – Variante nur für mich – oder Selbstliebe-Trainer zertifiziert (ZFU anerkannt) – genau das Richtige für dich.

Es geht darum, die alten Glaubenssätze aufzudecken, die dich seit Jahren unbewusst steuern – sei es bei Nähe und Verbindung, bei deinem Selbstwert, deinen Grenzen oder dem Bild, das du von dir selbst trägst. Und sie durch ein neues, stabiles Selbstbild zu ersetzen, das dich nicht mehr einschränkt, sondern zum Strahlen bringt.

In 9 Wochen, fundiert und tief transformierend, gehst du genau diesen Weg: von alten Schutzmustern und Glaubenssätzen zu einem Selbstbild, das wirklich deins ist.

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Herzlich, deine Melanie

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